
Drei Künstler in der Schriefersmühle – (c) Foto Ingo Kalauz Bildzitat-Quelle: HS-Zeitung vom 20. Mai 2016
„Kunst ist mehr wert als die Wahrheit“ (Nietzsche)
Die Schriefersmühle war für 10 Tage Ausstellungsraum für die gemeinsame Ausstellung der drei Künstler: Dettmar Fischer, Gert Jäger und Michel Saran. Im runden Raum einer restaurierten Mühle gelang auf zwei Ebenen eine Verbindung verschiedener Wirklichkeitserfassungen und ihrer technisch und materialmäßig verschiedenen interpretativen Verarbeitung.

Auf- und Abstieg in der Kunstmühle
Der Fotograf Dettmar Fischer, dessen Fotos auf den ersten Blick von einer unaufgeregten, stillen Zurückhaltung geprägt sind, doch dessen Motive durchaus von einem auch auf den zweiten Blick nicht leicht erkennbaren satirischen Humor zehren, wirken unscheinbar und leise. Und sie werben mit ihrer dokumentierten Belegführung – real eine eins zu eins Positiv-Kopie des großformatigen Negativs – für eine technische Wahrheit. Die vorhandene Unschärfe als Gestaltungsmittel bedeutet gleichsam auch, für Toleranz und individuelle Sicht auf die Welt zu argumentieren. Fischers Bilder stehen für Anregung zur Fantasie und Geschichten im Kopf zu initiieren.

Ausstellung: Fotografie Dettmar Fischer

Ausstellung: Fotografie Dettmar Fischer
Von den Grautönen der Fotografie zur Farbigkeit Malerei, dafür ist der malende Künstler zuständig. Michel Saran ist vertreten mit einigen verschieden großen Formaten abstrakter Malerei. Farbklänge, Formen und Flächen ergeben Rhythmus und „Musik für die Augen“. Die in ihren Rahmen eingepassten Werke sind Einblicke wie sie ebenso abstrakte Ausblicke mit Anklang an Fenstern sind. Mit Bezug auf das Letzteren mag sowohl der Eindruck von Butzenscheiben mit dem Spiel der goldenen Sonne erscheinen, wie auch die vom Wind gebogenen Pflanzen.

Ausstellung: Michel Saran

Ausstellung: Michel Saran
Das verbindende Element unter den drei Künstlern stellt Gert Jäger dar. Seine Skulpturen ergänzen die ausgestellten Werke in der bildenden Kunst als dreidimensionale Objekte wie sie auch den Raum der Mühle füllen und als Environment die gesamten Werke verknüpfen.

Gert Jäger – „Traum des Ikarus“
Eine Einheit der Ausstellung, trotz verschiedener Techniken und Gestaltungsmittel, gelingt besonders durch Jägers Objekte und ihre Aufstellung im gesamten Raum.

Gert Jäger – „Mühlenflieger“
Aus den insgesamt vierzehn interessanten Objekten ragen der „Traum des Ikarus“ – Bronze und Edelstahl auf Blausteinsockel – sowie der „Mühlenflieger“ aus Papier, Jute und Acryl auf Holz Stele heraus.
