Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

15. Mai 2026
von JvHS
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In Memoriam! Unser lieber Freund ist gestorben! 1. September 2025

Sterben und Tod – als sei´s nur Schein
Nach dem Tod das andere Sein
Das Unvermeidliche in einem Gedicht
Die bisherige Ordnung – Ein Riss,
der temporär alles zerbricht. (JWB)

Wenn ein treuer und verlässlicher Freund stirbt, mit dem so oft die Gedanken getauscht und um Erkenntnis gemeinsam gerungen wurde, wie die Dinge zu verorten sind, die tagtäglich uns Menschen zugemutet werden, dann kommt die Frage auf, wie den Personen entgegen getreten werden kann, die unsere Bemühungen und Anstrengungen, ein gelingendes Leben zu gestalten, mit ihrer Macht und Rücksichtslosigkeit alle Zeiten hindurch torpedieren. Wenn dann die Nachricht vom Tod verstanden und gefühlt wird, dass der Freund nicht mehr ist und sein wird, dann ist die Trauer groß und treibt die Tränen nach außen, lässt das Herz und die Kehle krampfen. Und zugleich bleibt die Luft weg und nur der Verstand fordert auf, weiter zu atmen. 

Nein, diese Freundschaft war niemals nur eine „ein Herz und eine Seele“-Verbindung. Sie war anders und zugleich mehr, weil immer eine respektvolle, vertrauensvolle und verlässliche Beziehung bestand, auch bei gegensätzlicher Sichtweise auf das Weltgeschehen! Eine Freundschaft, in der Kritik am Gegenüber beiderseitig ernstgenommen wurde, weil die Gewissheit bestand, dass Halt und Stütze für den Freund beiderseits nicht verweigert wurden. Es war immer eine lohnende Anstrengung, den jeweiligen Blickwinkel des anderen zu verstehen und ggfs. die eigene Einschätzung zu hinterfragen und zu korrigieren.

Die gegenseitige Anerkennung, auch das gegenseitige Anvertrauen, die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit in den Persönlichkeiten sind weder durch Neid, noch durch größere Zeitabstände zwischen den Kontakten abhandengekommen. Eine Sicherheit, die sich in der Gewissheit bestätigte, dass das Wiedersehen – auch nach langer Zeit – kein Gefühl von Bruch oder Befremdung aufkommen ließ.

Der Freund ist gestorben, sein Herz war zu schwach geworden. Zu wissen, dass er das Leben geliebt und mit seinen Interessen an Kunst, Kultur und an den Menschen gefüllt hat, und er die Menschen um ihn herum geliebt hat, und sein Leben im Beisein seiner Familie beenden konnte und die Geborgenheit dieses Augenblicks ihm das Loslassen leichter gemacht hat, ist tröstend. Ich werde an ihn, wie an meine Großeltern, meinen Vater, meine Mutter, meine Schwester – alle schon vor Jahrzehnten gestorben – immer mit Freude zurückdenken. Diese Wertschätzung hat mein Freund Heinz verdient! 

Nun ist er gegangen – unser Freund Heinz!

Ich suche nach keiner anderen Wissenschaft als der,
welche von der Kenntnis meiner selbst handelt,
welche mich lehrt,
anständig zu leben
und in Frieden zu sterben. (JWB)

Version vom 01.09.2025 / 11:30 Uhr – neu eingestellt  und private Erinnerungskultur!

15. Mai 2026
von JvHS
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Die Burgruine Olbrück im Brohltal

Der Bergfried der Ruine Burg Olbrück ist schon von Weitem sichtbar.

Bergfried der Burgruine Olbrück

Die Burgruine Olbrück im Brohltal bei Niederdürenbach,  nord-westlich der Benediktiner-Abtei Maria Laach  gelegen, ist einer der ältesten Eifelburgen. Selbst als Ruine ist dieses Restbauwerk eine imposante Erscheinung und von weitem sichtbar! Dieses ehemalige Lehen des Grafen Theoderich von Wied wurde dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg um 1190 für eine Summe von 400 Mark verliehen. (lt. Hans-Peter Pracht – Autor des geschichtlichen Berichtes zur Burg Olbrück )

Als kurzfristiger Eigentümer im Jahr 1917 wird Dr. Hermann Hoesch aus Düren vom Autor Hans-Peter Pracht genannt.

Zitat „Nur kurzfristig allerdings gehörte ihm die Burg, denn im gleichen Jahr 1917 erwarb Dr. F. L. Schmidt aus Berlin-Lichterfelde die gesamte Anlage. Dieser richtete sich in dem gut erhaltenen und kürzlich erst wiederhergestellten Bergfried ein wohnliches Wochenenddomizil ein. Fast vierzig Jahre blieb F. L. Schmidt der Eigentümer, bis im Jahr 1956 der Düsseldorfer Architekt R. M. Schütter die Anlage käuflich erwarb. Verschiedentlich erfolgten Erhaltungsmaßnahmen, aber die großen Pläne des Wiederaufbaues konnten bislang nicht verwirklicht werden, sei es möglicherweise aufgrund finanzieller oder genehmigungstechnischer  Schwierigkeiten.“ Zitatende

Eine Schautafel am Anfang der Wegstrecke zur Burgruine zeigt in einem grafischen Überblick, was den Besucher erwartet.

Restaurierter Bergfried

Unterhalb des hier gezeigten Ruinenteils befindet sich ein Kräutergarten.

Der Blick ins Umland ist auch heute noch imposant.

Symbole-des-Rittertums / heute installiert als Element akustisch-elektronischer Informationen zur Ruine

Version vom 15.09.2023 + 07.05.2024 -wieder eingestellt nach Serverumzug

Die Burg Olbrück – Aus der Geschichte, Entwicklung und dem Werdegang einer der ältesten Eifelburgen an der
südlichen Grenze des Kreises Ahrweiler ( Autor: Hans-Peter Pracht) 

14. Mai 2026
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Sechs Jahrzehnte BRD – die Geschichte von Revolten und verpassten Chancen sozialer Theorien zu mehr Demokratie

Sechs Jahrzehnte BRD – die Geschichte von Revolten und verpassten Chancen sozialer Theorien zu mehr Demokratie

Der Spruch der `68-Studentengeneration: „Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren“ stand für eine Bewertung und zugleich für ein Aufbrechen des aus damaliger Sicht traditionell-verankerten personellen Netzwerkes in den Wissenschaften und des aus der Nazi- und Kaiserzeit herübergeretteten und vergifteten Denkens mit den verkrusteten Gesinnungen des Politik- und Wissenschafts-Betriebs.

Es war eine Zeit, in der Bücher wie Mitscherlichs „Die Unfähigkeit zu trauern“ in den Buchregalen erschienen, und der kritischen Aufarbeitung einer nachwirkenden Epoche gewidmet waren. Neben Hannah Arendt ( Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft), Ernst Bloch (Das Prinzip Hoffnung), Theodor W. Adorno   und   Max    Horkheimer    (Dialektik der Aufklärung), Jürgen Habermas (Erkenntnis und Interesse) aber auch von Herbert Marcuse (Der eindimensionale Mensch) gerieten diese Werke in den Blick einer neuen Generation, nicht zuletzt, weil sie in Taschenbuch-Versionen erschienenen, die selbst von Primanern an den Gymnasien wegen der niedrigeren Preise erstanden werden konnten.

Neben den Werken der Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno, Habermas)  erschienen immer mehr Werke auch der neuen französischen Philosophen von Gilles Deleuze, Jean Baudrillard bis zu Michel Foucault in verfügbaren Auflagen in Deutschland. Ihre Werke in die Erkenntniswelt zu integrieren, zielte auch auf die Kritik der realen Verhältnisse zu Zeiten der ersten großen Koalition (CDU/SPD) Ende der 1960er Jahre.

Die Veränderung der Philosophie hin zur Verknüpfung mit der Soziologie (Oskar Negt) und den Einbezug kulturell- wissenschaftlicher Gebiete wie Sprachwissenschaften, Medienwissenschaften, Kunst, Literatur, Musik aber auch der politischen Ökonomie in eigene philosophische Modelle löste die Beschränkung der philosophischen Ausbildung auf den Kanon der Interpretation alter Klassiker (Platon, Aristoteles) und der Auslegung von „Sinn + Sein“ in den Philosoph-Seminaren ab.

Das Lesen als Primaner Ende der 1960er Jahre oder als Student Anfang der 1970er Jahre war unberührt von den heutigen Formen medialer Aneignung (Youtube, ebook, Hörbücher und Wikipedia). So war die Versenkung in die Gedankenwelt von „Kritischer Theorie“, Poststrukturalismus und den Anfängen der Postmoderne eine gedankliche Abenteuerreise.

Dass zeitgleich eine Befreiung von den verkrusteten Strukturen in der Gesellschaft möglich war, glich auch bei der ´68- Generation die von Begeisterung getragene Hoffnung jeder neuen Generation. Alle gesellschaftlichen Bereiche kultureller und politischer Formen  wurden – zwar in Ungleichzeitigkeit durch das Gefälle von Großstadt hin zum Landleben – beeinflusst. Die Bandbreite der Freiheit, neue Wege zu beschreiten, hielt – wie immer in der Geschichte der Menschheit – viele Facetten bereit. Leider auch die der Irrwege (RAF; Drogen, anti- autoritäre Erziehung in den Kitas etc.) und des Mangels an Systematik. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts bis Ende der 1970er  Jahre  verblich  die  Theorie-Lastigkeit der Erkenntnisgewinnung, die als Basis für eine demokratischere und gerechtere Gesellschaft hätte dienen können. Mit Kohls Kanzlerschaft 1982, ermöglicht durch die Korrumpierbarkeit der FDP um Lambsdorff und Genscher, begann der neoliberale Umbau der Gesellschaft nach Kohls Motto: der „geistig-moralischen Wende“.

Die alten Eliten und Einflusskräfte hatten nach dem ersten Schock der Dynamik der Studentenrevolte ihr Potenzial gesammelt und organisierten ihre Abwehr durch Konservatismus und Einflussnahme auf das Denken der Jugend hinzu reaktionärer Weltsicht. (Opus Dei und nationalistisch-konservative Burschenschaften bis hin zu den alten Nazi-Netzwerken agierten entsprechend heftig und oft genug auch nur im Verborgenen). Die Zerschlagung der Gewerkschaften und die Schwächung der parlamentarischen Demokratie sowie die Privatisierung aller gesellschaftlichen Bereiche bewirkten bis heute einen immer größeren Egoismus und den Verlust der Solidarität.

Adornos „Minima Moralia“ und die modernisierte Form durch Paul-Sailer Wlasists „Minimale Moral“ – eine Streitschrift zu Politik, Gesellschaft und Sprache – haben längst an Einfluss verloren. Die Spaltung der Gesellschaft durch das Auseinanderdriften von Armut und Reichtum ist Ergebnis der verpassten Chancen des langen „Sommers der Theorie“. (Titel des gleichnamigen Buchs von Philipp Felsch). Ob es auch die „Geschichte einer Revolte“ war, mag aus dem Rückblick auf die Zeit von 1960-1990 bezweifelt werden. Seitdem ist die Destruktion in Form despotischer Staaten und Ökonomie weiter ausgedehnt worden. Sowohl an der Spitze der politischen wie der ökonomischen Macht wirken despotische Weltbilder mit den aktuell sichtbaren Formen der Zerstörung (Kriege, Korruption und Machtkonzentration).

Und zum Ende des Jahres 2023, als dieser Text geschrieben wurde, schien der Satz passend zum Zustand der vereinigten Republik zu sein :

Möge das Jahr 2023 „nicht so schlimm werden, wie es schon ist“. (Karl Valentin) 

Version vom 26. Dezember 2022  – wieder eingestellt nach Serverumzug

 

13. Mai 2026
von JvHS
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Geschichte wiederholt sich in Teilen, weil aus gemachten Fehlern nicht gelernt wird

(c) Foto: Gerda Brünoth – Natur-Ästhetik

„Der Gedanke ist die unsichtbare Natur, die Natur der sichtbare Gedanke.“ – Heinrich Heine 

Der Begriff „Natur“ bedeutet im Sinne Alexander von Humboldts, dass der Planet Erde ein Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten in der Geologie, der Flora und der Faune bildet. Alles ist mit allem verbunden – nicht im esoterischen Sinne, sondern im naturwissenschaftlichen Sinne. Veränderungen – auch menschengemachte (Klimawandel) – sind sowohl Ursache wie sie auch Folge in Form von Störungen und Zerstörungen sein können.

 „Es gibt zwei Arten, aus der Politik einen Beruf zu machen.
Entweder: man lebt für die Politik, – oder aber von der
Politik.“ – Max Weber

Menschengemachte Veränderungen mit ihren Folgen für das planetarische Netzwerk haben Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen und werden bestimmt durch die Art und Weise des Denkens und Handelns, welche  zwischen den gegensätzlichen Polen von Verantwortungsethik und Gesinnungsethik wirksam wird!  (Max Weber in: Politik als Beruf)

Erstere (Verantwortungsethik) orientiert sich für menschliche Handlungen als ein politisch-ethisches Prinzip daran, dass die Verantwortung für die Ergebnisse und Folgen eines politischen, ökonomischen und ökologischen Handelns übernommen werden muss, in dem der andere Mensch immer zu berücksichtigen ist und in dem Menschenrechte und Würde nicht verletzt werden dürfen. Die Verantwortung für die Folgen des Handelns für die Gesellschaft, für die Natur im Rahmen der menschlich ausgelösten Veränderungen und für das Netzwerk des Systems Erde sind in der Verantwortungsethik der alles bestimmende Maßstab. 

Letztere (Gesinnungsethik) dagegen stellt eine Ideologie (Neoliberalismus, Fundamentalistische Religion, Oligarchie als Herrschaftsform) mit entsprechender Staatsform (Autokratie, Diktatur) und Persönlichkeitstypus (Egomane mit Machtgier) unter Ignoranz der Menschenrechte als Maßstab in den Mittelpunkt des Handelns. 

Es gibt die Formel, dass sich „Geschichte nicht wiederholt“. Hinter dieser Bestimmtheit ist jedoch ein Fragezeichen zu setzen. Dahinter steht eher der Wunsch, dass im Gesellschaftsvertrag, den Menschen für das Zusammenleben auf diesem Planeten miteinander aushandeln, ein Handeln, welches zu negativen Folgen und Leiden geführt hatte (Kriege, Pogrome, Genozide (Holocaust), menschenfeindliches Verhalten) sich nicht mehr wiederholen würde. Das aber ist zu kurz gedacht. Denn dann müssten die Menschen aus den Fehlern gelernt haben. 

Die Geschichte aber zeigt, dass genau das in der Politik nicht geschieht. 

Denn obwohl, oder vielmehr: gerade weil Macht das unvermeidliche Mittel und Machtstreben daher eine der treibenden Kräfte aller Politik ist, gibt es keine verderblichere Verzerrung der politischen Kraft, als das parvenümäßige Bramarbasieren mit Macht und die eitle Selbstbespiegelung in dem Gefühl der Macht, überhaupt jede Anbetung der Macht rein als solcher. – Max Weber

Beispiele dafür gibt es genügend. Aktuell sind es Typen wie Aiwanger, die mit ihrer Gesinnung eine Gefährdung für den  Gesellschaftsvertrag „Demokratie“ darstellen. Er reiht sich damit ein in die Reihe der „Gefährder für die Demokratie“ á la Höcke und die rechtsextreme AfD. Es sind Figuren, wie Putin, die mit ihrem Machtanspruch und geopolitischen Ideologien wieder einen Angriffs-Krieg als Mittel der Zielerreichung einsetzen. Es sind auch Typen wie Trump, der die (US)-Demokratie gefährdet und beschädigt und zu dem die Figuren Erdogan (Türkei) und Orban (Ungarn) sich gesellen. 

„Die Maximen der Menschen verraten ihre Gesinnung.“ – Luc de Clapiers – franz. Philosoph 

Aber nicht zuletzt wird Gesinnung (neoliberale Ideologie) auch durch den aktuellen Finanzminister Christian Lindner praktiziert. Ein Haushalt, der durch seine Sparmaßnahmen und fehlenden Investitionen in Bildung und Ausbildung, für einen weiteren Ruck der Gesellschaft nach Rechtsaußen die Verantwortung trägt. Die Fehler der konservativ-ökonomischen Entscheidungen zum Ende der Weimarer Republik, welche den Hitler-Faschismus stärkte, wiederholen sich. Anstatt die fehlenden Haushaltsmittel endlich durch notwendige Steuererhebungen in den Bereichen Vermögenssteuern, Transaktionssteuern für Börsengeschäfte und eine reformierte Erbschaftssteuer zu beschaffen, agiert FDP-Lindner korruptionsaffin ideologisch und gesinnungsethisch im Sinne seiner Klientel („Leistungsträger der Nation“), aber zu Lasten des Sozialstaates. (So zeigte sich der Zustand in der „Ampel-Koalition im September 2023!)

Vom Geschichtsbewusstsein der „Leistungsträger“ der Nation – Lindners Ehefrau Franca Lehfeldt und die RAF

Doch auch in der Merz Koalition ist im Mai 2026 keine Veränderung und  kein positiver Zustand  feststellbar!

Dass die Sozialabgaben-Erhöhungen eine verstärkende Negativwirkung beinhalten, muss nicht extra betont werden. (Wie das Handelsblatt im September 2023 schrieb.) 

„Wer Politik überhaupt und wer vollends Politik als Beruf betreiben will, hat sich jener ethischen Paradoxien und seiner Verantwortung für das, was aus ihm selbst unter ihrem Druck werden kann, bewusst zu sein. Er lässt sich … mit den diabolischen Mächten ein, die in jeder Gewaltsamkeit lauem.“ – Max Weber

 

12. Mai 2026
von JvHS
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Empörung als stattdessen… oder die Geschichte des Onkel „Fritze“

Die heimlichen Träume des „Onkel-Fritze“? – Parteiblöcke der Zukunft?Es ist eine Facette der menschlichen Denk – und Handlungsweisen, vorschnell empört zu sein und sich als Opfer zu betrachten, dabei aber im Drama-Dreieck der Konflikte schnell die Rollen zu tauschen und Täter- oder Helfer-Positionen einzunehmen. Die Spirale der Unvernunft ist losgetreten und im Rahmen der politischen Machtausübung oft ein Unglück für die meisten Menschen! 

Weil die Blender und Verräter sich so sicher über die Wirkung ihrer gespielten Unschuld sind, um mit dieser absichtsvollen Täuschung auch bei den Klugen Zweifel säen können. 

Nun, da der Noch-Kanzler auf Zeit, Olaf Scholz, in seinen Äußerungen klarer und deutlicher geworden ist beim FDP-Lindner, wie bei der Machtgier des CDU-Merzen („Fritze Merz erzählt Tünkram“ Zitat Olaf Scholz), diesem ein „Fritze“-Schild angeheftet hat, das lässt keinen Zweifel daran, dass als Reaktion ihm die ganze Bandbreite an geheuchelter Empörung seitens der „Gekränkten“ entgegen schallen würde. Und dies wird fleißig und willfährig von der Journaille in Wort, Ton und Bild verbreitet. 

Zukunft braucht Herkunft, Zukunft braucht noch mehr Moral und Anstand, vor allem aber auch das kulturelle Wissen, um anstelle der Empörung über ein Namensetikett die Chance hätte ergreifen sollen, kreativ zu reagieren. Ein CDU-Plakat mit der Botschaft: „Fritze ist Spitze!“ würde dem Möchtegern-Kanzler Merz den Humor und somit eine positive Eigenschaft bescheinigen. Über sich selbst lachen zu können, wäre ein sympathisches Persönlichkeitsmerkmal, welches deutlich mehr Zustimmung erwirken würde, als die geheuchelte Empörung. 

Stattdessen produzieren nun „Fritze“ und seine Helferlein mit der Empörungs-Reaktion, dass er sich selbst in die Nähe der Wilhelm  Busch Karikatur des „Onkel Fritz“ rangiert hat! Souverän geht anders! 

Bald zu Bett geht Onkel Fritze
In der spitzen Zipfelmütze;
Seine Augen macht er zu
Hüllt sich ein und schläft in Ruh. 

Doch die Käfer – kritze, kratze! –
Kommen schnell aus der Matratze.
Schon faßt einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an.

„Bau!“ schreit er“, was ist das hier?“
Und erfaßt das Ungetier.
Und den Onkel voller Grausen
Sieht man aus dem Bette sausen.

Autsch!“ – schon wieder hat er einen
lm Genicke, an den Beinen;
Hin und her und rundherum
Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.

„ Onkel Fritz, in dieser Not,
haut und trampelt alles tot.”
Danach glaubt er tief und innig
Guckste wohl, jetzt ist“s vorbei
Mit der Käferkrabbelei!

Onkel Fritz hat wieder Ruh
Und macht seine Augen zu. 

Und mit der Wiedereinstellung dies Textes im Mai 2026  blicken Menschen – angesichts der letzten 15 Monate Regierungschaos – fragend in die Runde: „Hat sich überhaupt seit „Onkels Fritze- Etikett“ am 17.12.2024  etwas Substanzielles in Zielsetzung und Handeln beim Kanzler geändert?

Version vom 17. Dezember 2024 / ergänzt am 12. Mai 2026 – wieder eingestellt.

 

12. Mai 2026
von JvHS
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Unzureichende Vorbereitung der Menschen auf ihre Geschichte – Wohin steuert zukünftig die Geschichte? written

Wer aufeinander zufährt, muss Regeln beachten, will er überleben.

„Die Weltgeschichte geht von Osten nach Westen,
denn Europa ist schlechthin das Ende der Weltgeschichte, Asien
der Anfang.“ – Georg Wilhelm Friedrich Hegel

„Geschichte ist nur das, was in der Entwicklung
des Geistes eine wesentliche Epoche ausmacht.“ – Georg Wilhelm
Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der
Geschichte

„In der Weltgeschichte ist nicht jedes Ereignis die
unmittelbare Folge eines anderen, die Ereignisse bedingen sich
vielmehr wechselseitig.“ – Heinrich Heine

„Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge
seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.“ – Kurt
Tucholsky

Der trügerischen Gewissheit folgend – die in den letzten 30 Jahren das Denken der Menschen beherrschte – dass die westlich orientierte Welt des US- und EU-Neoliberalismus das ersehnte Fundament wäre, auf dem eine wohlstandssteigernde, friedensorientierte Ordnung erst möglich sei, das stellte sich als Selbst- und Fremdtäuschung heraus. 

Rückblickend analysierend kristallisiert sich die Erkenntnis heraus, dass sowohl die Ungleichzeitigkeit der Entwicklungen, wie auch die geschichtlich bedingten unterschiedlichen Erfahrungen einen Gleichschritt zu einer demokratischen und solidarischeren Lebenswelt verhinderten. Dabei wurden sogar auch gegenläufige Einflusskräfte hin zu egomanisch gefärbten und vergifteten Tyranneien und Diktaturen übersehen respektive ignoriert. 

Im Schatten dieser Weltsicht etablierten sich Figuren wie Putin, Erdogan, Orban, Xi-Jinping. Mit ihrer strukturellen Gewalt und ihren Unterdrückungssystemen konnten sie ihre Macht festigen. Gleichzeitig agierten die neoliberalen Finanzakteure und bauten ihrerseits eine Finanzmacht auf, die die Menschen von anderer Seite her in die Zange nahmen und nehmen.

Wir sind nicht vorbereitet auf das rechtzeitige Verhindern von Machtentwicklungen im ökonomischen Bereich (Vermögensverwalter und Privatisierungskampagnen der Finanzmächte).

Wir sind als Gesellschaft zudem nicht vorbereitet auf die Abwehr von Autokraten und Gewaltherrschern, die Kriege, Kriegsverbrechen, Unterdrückung und Freiheitsberaubung als Mittel nach innen wie außen einsetzen.

Die Aufklärung – als grundsätzliche Sicherung gegen Manipulationen, gegen Verschwörungstheorien als Mittel der Fremdsteuerung, gegen Meinungsmache und Propaganda durch die Machtinhaber – ist noch immer nicht bei der Mehrheit der Menschen angekommen. Evidenz gestützte Geschichte, logisches Denken und naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten werden zumeist durch Emotionalität und überbordende Gefühlsduselei verdrängt.

Wir sind weder vorbereitet auf die Folgen menschengemachter Katastrophen (Klimawandel, Lieferketten-Abhängigkeiten, Armutsausbreitung, Kriege, Wasserknappheit, Hunger und Seuchen) noch bereit zum Diskurs und zur notwendigen Selbstkritik im politischen und ökonomischen Umfeld. Stattdessen werden vorhandene Plattformen der sozialen Medien (Twitter, Facebook, Instagram) und der öffentlichen Medien zur Selbstdarstellung, Beweihräucherung und der Abwehr der Haftung für verursachten Schaden genutzt. Die gesellschaftlichen wie individuellen Ressourcen werden zur Vermeidung von Verantwortungsübernahme und zur Absicherung möglicher Haftung eingesetzt, anstatt in solidarischer Mitarbeit an der Reduzierung von Fehlern und zur Verbesserung der Prozesse des gemeinsamen Handelns zu agieren.

Und obwohl mal wieder in der menschlichen Geschichte wir an dem Punkt gelangt sind, dass der Sturz in eine noch größere Katastrophe durch nicht mehr beeinflussbare Entwicklungen eine reale Gefahr darstellt (Atomkrieg, unumkehrbarer Klimawandel, der den Globus zu einen für Menschen unbewohnbaren Planeten machen wird u.a.), starren die meisten Menschen auf diese nahe Zukunft wie das Kaninchen auf die zischelnde Schlange vor ihm. 

Der Diskurs, ob die menschliche Geschichte A:wellenförmig, B:linear fortschreitend, C:dialektisch hüpfend, D:disruptiv urplötzlich ein neues Zeitalter einläutend oder E: sich in viele irrlichternde Narrative verlaufend darstellt, wird bisher gesellschaftlich und politisch nicht geführt. 

„Alles geht, alles kommt wieder, aber stetig ist Wechsel vorhanden“, formulierte Friedrich Nietzsche sein Geschichtsverständnis. 

Schlussfolgernd lässt sich formulieren: So werde es immer Herrscher und Unterdrückte geben, wie es Ausbeuter und Ausgebeutete gebe, seit Menschen den Planeten besiedeln. Und was juckt es die Natur, ob der Mensch vergehen werde, weil der Klimawandel das Leben nach Menschen Art nicht mehr ermöglichen wird? 

Kant setzte auf die Entwicklung der Vernunft, verpflichtete sich dem Narrativ von der Aufklärung als ein in der Geschichtsentwicklung immanent enthaltener Fortschritt. Und Darwins Evolutionstheorie setzte ebenfalls auf die lineare und fortschreitende Entwicklung der Geschichte als Abfolge von Ursache und Wirkung. Bis in die Psychologie wirkt dieses Geschichtsnarrativ und biologische Muster für das Überleben, weil die Anpassung – egal ob als Leid durch Kriege und Ausbeutung, durch Umweltbeeinflussung wie Klimawandel und Naturkatastrophen – das Überleben am besten sichern könne.

In diesem Erkenntnishorizont kommt durch Hegel, Marx und Adorno noch die Dialektik als Zutat zur Vernunft und Evolution dazu. Anders als Kant wird Vernunft nicht als apriorische menschliche Grundausstattung verstanden, sondern ist erst durch Lernen zu erwerben. Sie ist Teil einer Entwicklung, in dem der Fortschritt als Bewusstsein von Freiheit verstanden wird. Das Narrativ der menschlichen Geschichte ist der ständige Kampf – geografisch, ökonomisch und ökologisch – von der Unfreiheit hin zu einer bewussten Freiheit, um das eigene und gesellschaftliche Leben gestalten zu können.

Marx betonte dabei, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die universelle Fortschrittsentwicklung der Geschichte liegt deshalb nicht alleine in der Entwicklung des Bewusstseins als einzige Form des Geistes, sondern wird zudem bestimmt von den Umwelt- und Lebensbedingungen der Menschen, die Marx mit Fokus auf die Produktionsverhältnisse und Produktivitätskräfte betrachtete.

Und Adorno geht noch einen Schritt weiter, in dem er die negative Seite der Dialektik in den Blick nahm. Jeder technische Fortschritt verschlimmert die Lebensbeeinflussungen der Menschen, weil keine moralische Verbesserung damit einhergehe. (Wer sich die Verarmung des ethisch-moralischen Zustandes der Menschheit trotz oder gerade wegen des technischen Fortschritts der IT- und KI- Forschung anschaut, kann einer Bejahung dieser Adorno´schen Beurteilung sich nicht entziehen. „Echter Fortschritt hinsichtlich dieses Geschichtsverständnisses ereignet sich dort, wo er in seiner negativen Form endet“, lautet sein Fazit. 

Zum Verständnis, was das disruptive Geschichtsnarrativ beinhaltet, mag der aktuelle Kanzler (Olaf Scholz ist gemeint!) herhalten: Wie „mit der Bazooka schlägt der Blitz zur Rettung der ökonomischen Katastrophen“ ebenso ein, wie mit dem Ukraine-Krieg sich eine „Zeitenwende“ vollzogen hat. Und auch Trump ist nach diesem Geschichtsverständnis wie der Ausbruch eines Vulkans über die Menschheit hereingebrochen. Der Kern dieses Weltverständnisses ist dann wohl in der Äußerung wiederzufinden: „Da kann man nichts machen!“ (*)

Während Michel Foucault Geschichte noch als Geschichte der Herrschaften versteht, legt er deswegen seinen Fokus auf die Mechanismen der Bestrafung, der Kontrolle und Überwachung als Mittel der Herrscher, die gesellschaftliche Entwicklung zu beeinflussen! So wird Geschichte zukünftig geprägt sein als eine Epoche des Ringens um verschiedene Wahrheiten (Querdenker, esoterische Traumtänzer gegen Vertrauensverlust behaftete Wissenschaft, Propaganda in Russland zur Betäubung des eigenen Volkes).

Geschichte wird weder kontinuierlich, noch konsistent und konsequent wissenschaftlich sich zukünftig zeigen, sondern wird als ausgefranste Teilchen sich gegenseitig behindernd und von sinnvollen wie unsinnigen Narrative beherrscht, unstrukturiert durch die Welt vagabundieren. Als Folge werden Spaltung, Radikalisierung und Gewalt die gesellschaftlichen Prozesse dominieren und nicht selten in weltweiten Konflikten und Kriegen münden. 

Welchen Einfluss diese heute schon sichtbaren Entwicklungen auf das „Sein“ der Menschen haben wird, und wie sie das „Bewusstsein“ bestimmen werden, das steht in den Sternen und ist eine gewaltige Aufgaben für die nachkommenden Generationen.

(*) Selbst wer meint diesem Zustand mit Stoizismus begegnen zu können, muss damit rechnen, dass jegliche emotionale Entkoppelung vom Leben eine hilfreiche Strategie der Problemlösung sei, unterschätze nicht die „Macht“ der neoliberalen Skrupellosigkeit. Beispiel dafür:

Ein Ehepaar wird ins Behandlungszimmer eines Zahnarztes geführt. Der Ehemann stellt in typisch forscher Art und Weise klar, dass er es eilig habe. „Keinen unnötigen Aufwand, Doktor!“ verkündet er. „Keine Spritzen oder sonstiges Gedöns, ziehen Sie einfach den schmerzenden Zahn, und basta!“ Der Zahnarzt ist erfreut: „Ich wünschte, mehr Patienten wären ebenso mutig, konsequent und stoisch im Umgang mit Schmerzen! Welcher Zahn soll denn gezogen werden?“ Der neoliberal-unternehmerisch auftretende Ehemann dreht sich Richtung Ehefrau und bestimmt: „Mach den Mund auf, Schätzchen“. (Quelle: Platon und Schnabeltier – gehen in eine Bar)

Version vom 10. Juni 2022 – wieder eingestellt nach Serverumzug

 

 

12. Mai 2026
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Geschichte beschränkt sich nicht darauf, mal eben an einen Flug zum Mond und zurück zu erinnern!

Geschichte beschränkt sich nicht darauf, mal eben an einen Flug zum Mond und zurück zu erinnern!

Geschichte anzunehmen und die Bedeutung für das eigene Leben wie für die Stimmung in der Gesellschaft zu verstehen, lässt sich nur positiv gestalten, wenn Ereignisse ethisch und verantwortungsbewusst eingeordnet werden können! Und welches Verhalten bestimmte Vorgänge ermöglichen (Krieg oder Frieden, Menschenfreundlichkeit oder Menschenfeindlichkeit, Solidarität/Zusammenhalt oder Egoismus).

Welche Ursprünge (wie und wodurch entstanden Taten, z.B. andere Mitmenschen zu töten, nur weil sie einer bestimmten Religion angehören; welche Ursachen bewirken den Hass und die Menschenfeindlichkeit, um in Not geratene Menschen die Hilfe zu verweigern?) und Elemente (Merkmale, an denen Unterdrückung und Ausbeutung erkannt werden können.) bedingen die Zerstörung einer Staatsform wie die Demokratie und das Ziel von Menschen, diese durch eine Diktatur zu ersetzen?

Welche Haltung und Gesinnung (welches Denken und Handeln) führen zum Aufbau eines Systems der Unfreiheit für die meisten Menschen? Wer verteidigt mit welchen Mitteln die Demokratie und ihre Säulen der Freiheit, Gleichheit und des Rechtsstaates? Geschichte nutzen zu können, bedeutet, erkennen zu können, wann und durch wen eine Haltung (Denken und Handeln) zu Freiheit oder Unfreiheit, zum respektvollen Umgang miteinander oder zur Unterdrückung vieler durch wenige führen! Geschichte spiegelt sich wieder in nachprüfbaren Fakten, Informationen von Zeitzeugen (z.B. von Überlebende des Holocaust) und in der Aufklärung von Kriegsverbrechen, weil zwischen Fakten und Meinungen/Propaganda/Behauptungen unterschieden werden kann! 

Meinungen sind keine Fakten! Redefreiheit enthält keine Berechtigung zum Lügen und zur Verbreitung von Behauptungen! TikTok ist kein Wahrheitsportal, noch beruhen die dort verbreiteten Inhalte auf korrekten Recherchen. Influencer sind keine Journalisten, die Sachlichkeit und Nachprüfbarkeit der Neutralität für ihre Informationen zugrunde legen!

Ergänzung und Vertiefung 

Demokratie und Journalismus – Hambacher Schloss (Demokratie Forum)

Der einführende Text des SWR-Beitrags vom 29.10.2025 lautet wie folgt:

„… besonders brisant ist der Aufstieg antidemokratischer, rechtsextremer und rassistischer Bewegungen. Wie soll der Journalismus damit umgehen? Wie können Medien informieren, aufklären und einordnen, ohne diesen Kräften eine Bühne zu bieten? Michel Friedman diskutiert zum Thema „Demokratie und Journalismus -Verantwortung in Zeiten des Wandels“ beim SWR Demokratieforum auf dem Hambacher Schloss mit Anette Dowideit, Chefredakteurin des Medienhauses Correctiv, Peter Müller, ehemaliger Verfassungsrichter und früherer Ministerpräsident des Saarlandes, und Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.“

Haltung gegenüber den Feinden der offenen Gesellschaft ist in Zeiten des Angriffs auf die Demokratie eine Verantwortung, der sich niemand entziehen kann und sollte, egal ob jung oder alt, Jugendlicher oder Erwachsener. Haltung entsteht als Ergebnis aus eigener Verantwortungsübernahme für die Unterstützung der Demokratie als Staatsform und Gesellschaftsvertrag mit der Konsequenz, zu prüfen, wer die Freiheit bewahren will oder wer Mittäter wird bei der Zerstörung der Demokratie. 

Recht und Unrecht zu unterscheiden, das können auch schon Vorschulkinder. Wer ungerecht behandelt wird, ob in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder auf der Arbeitsstelle als Auszubildender, Arbeiter oder Angestellter, das wissen sowohl die Benachteiligten wie auch diejenigen, die sich als Täter, Mitläufer oder als schweigende Mehrheit daran beteiligen.

Jeder dürfte in der Lage sein, darüber nachzudenken und beurteilen zu können, dass Gewalt gegen Menschen aufgrund von Hass und Lügen inakzeptabel ist, auch weil niemand akzeptieren würde, wenn er selber gefoltert würde oder gar vom Tod bedroht wird. Also ist jede Aufforderung von Anstiftern, mitzumachen und solche Taten auszuführen, abzulehnen und Unrecht zu vermeiden.

Das Nein-Sagen und Kritik zu üben in solchen Fällen ist gutes Recht und die Pflicht, auch wenn es in Familie, im Freundeskreis oder Verein sowie in Schule und Ausbildung und letztlich in Parteien ein moralisch verwerfliches, unerlaubtes, strafrechtlich relevantes Handeln ersichtlich wird. 

Und es dürfte jedem Nutzer – jung oder alt, Kind, Jugendlicher oder Erwachsener – klar sein, dass die Sozialen-Medien (TikTok, WhatsApp, Instagram, Twitter/X etc.) aufgrund ihrer Algorithmen, die manipulativ agieren und nur Stimmungs- und Meinungsverbreitung sind, somit als Informationsquelle ohne Überprüfung der Inhalte kaum geeignet sein, um als sachgerechte und faktenorientierte Wissensvermittlung dienen zu können. Denn Meinungen sind keine Tatsachen!

Journalismus wurde einmal als „vierte Gewalt“ im Reigen der Gewaltenteilung (neben Legislative, Exekutive und Gerichtsbarkeit) verortet. Die korrektive Kraft des Journalismus – und insbesondere des Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunks – hat durchaus Vertrauen verloren, nicht zuletzt weil die Einflussnahme von Politik und Lobbyismus – vor allem durch die Angriffe der rechtsextremistisch und antidemokratischen AfD auf diese Institution mit ihrer Flut von Anklagen und Anträgen (siehe im Beitrag ab Minute 36:00!) die Glaubwürdigkeit der Fernsehanstalten unterhöhlt haben.

Dass die Partei AfD sich orientiert an der Vorgehensweise Trumps in den USA, die Demokratie durch eine Autokratie zu ersetzen, ist belegbar. Die AfD bittet um Unterstützung bei Trump und den Republikanern, ihr bei der Schwächung der Demokratie in Deutschland zu helfen! Damit machen sich nicht nur die AfD Parteimitglieder und ihre Abgeordneten schuldig, sondern ebenso auch die Wähler dieser Partei. Wo bleiben sowohl der Journalismus mit aufklärender Berichterstattung, wie auch die Staatsanwaltschaften mit ihrer Strafverfolgung und die Politik mit ihrem Verbotsantrag für diese Partei, die damit berechtigten Zweifel belegen könnte, ob die AfD noch auf dem Boden des Grundgesetzes sich befindet. 

Die von Michel Friedman moderierte Runde debattiert gewinnbringend über die Handlungsmöglichkeiten bei der Verteidigung der Demokratie und im Bereich der im Text genannten Themen.

Version vom 15.12.2025 / 18:00 Uhr 

Wenn Geschichte sich fatal zu wiederholen droht

12. Mai 2026
von JvHS
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Zwischen Geschichte und Erinnerung: Freiheit + Menschenwürde in Zeiten der Willkür und Tyrannei

„Was wäre, wenn das Gegenteil von Vergessen nicht das Erinnern, sondern die Gerechtigkeit ist?“ Yosef Hayim Yerushalmi (jüdisch-amerikanischer Historiker)

Geschichte ist etwas anderes als Erinnerung! Geschichte vermittelt faktisches Wissen und Erkenntnisse über die Vergangenheit. 

Erinnerung bedeutet immer, dass Eingriffe erfolgen in das persönliche oder kulturelle Gedächtnis! Durch emotionale Ereignisse werden Erinnerungen eingebrannt und gespeichert und haben Auswirkungen auf Denken und Handeln. Sie wirken bestimmend für Gegenwart und Zukunft der Betroffenen – sowohl auf der Opfer- wie Täterseite. (Juden, die den Holocaust überlebt haben, sind für die Dauer ihres Lebens gezeichnet von den ihnen zugefügten Leiden durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Menschen, die Opfer von Kriegen, Verbrechen durch Menschenfeinde, aber auch von Auswirkungen ausbeuterischer Wirtschaftsverhältnisse oder durch physische und psychische Gewalt in Familie und Gesellschaft sind, erleiden Traumata, die die Gegenwart und Zukunft ihres Lebens massiv beeinflussen bis in die nachfolgenden Generationen!)

Geschichte gibt Vergangenes als erforschtes, verortetes und kategorisiertes Wissen wider unter Berücksichtigung der so bedingenden Quellen. (Es ist oft nur die Sichtweite der Herrschenden wiedergegeben, weil sie aufgeschrieben und festgehalten wurde. Selten jedoch finden sich Belege, die den Alltag aus der Sicht der Untergegebenen beschreiben!). 

Auch aktuell wird für die Person Donald Trump wieder bewiesen, dass die Machtinhaber alles daran setzen, Quellen zu verschleiern, zu vernichten oder umzudeuten, so dass möglichst nur die für sie zuträglichen Erzählungen übrig bleiben sollen! Dabei wird nicht an Lügen gespart, jedoch gleichzeitig jeder bedroht, der Transparenz und Aufklärung verlangt oder herbeiführt! 

Die Forderung nach: „Erinnert euch!“ bedeutet vor allem, dass nie vergessen wird, was in der Vergangenheit erfolgte und daraus abgeleitet werden kann. Alle Menschen haben Verantwortung und können dieser nur gerecht werden, wenn der Gerechtigkeit Raum eingeräumt wird. Verbunden damit ist, dass Ungerechtigkeit zukünftig vermieden werden soll. 

Wiedergutmachung ist eine notwendige Voraussetzung, um Verantwortung zu übernehmen für das Gelingen des friedlich miteinander auskommenden Zusammenlebens. Leider widerspricht das Verhalten in der Politik zurzeit dieser Forderung, weil die Schadensverursacher – von Jens Spahn (Maskenskandal in Mrd.- Höhe), über Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer (Maut-Vergehen und Schaden in Millionenhöhe für Deutschland) – durch dubiose Ausschüsse und ihre Beschlüsse – sich ihrer Verantwortung und Wiedergutmachung entziehen können! Gedeckt wird dieses Vorgehen durch Gesinnungsgenossen. 

Die radikale Alternative zum Vergessen ist neben der Verantwortungsübernahme und der Wiedergutmachung die Forderung: Frieden zu schaffen oder wiederherzustellen. Die Umsetzung der idealen Vorstellung des „Ewigen Friedens“ von Immanuel Kant wird somit auch als „Ursprung menschlicher Beziehungen, menschenfreundlicher Politik und der Menschenrechte“ gesehen! Das Erinnern wird erst positiv wirksam, wenn unbeirrbares Engagement für den Frieden Bestandteil des Erinnerungsprozesses wird. 

Immanuel Kants Schrift: „Zum ewigen Frieden“. 

Zitat: „Die Präliminarartikel stellen Bedingungen dar, die erfüllt sein sollten, damit Frieden zwischen Staaten dauerhaft und nachhaltig möglich ist. Sie sind als Verbotsartikel formuliert, die das Handeln der Staaten im Interesse des Friedens einschränken. Kant erläutert, dass die Präliminarartikel 1, 5 und 6 strikte und absolute Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens sind, während Artikel 2, 3 und 4 regulativ seien, deren Umsetzung und Einhaltung also erst mit dem Friedensschluss erfolgen muss und eine Verzögerung (etwa durch Abrüstung, Entlassung abhängiger Staaten in Autonomie mit bloßer Personalunion bei eigener Gesetzgebung und Rechtsprechung, Rückzahlung von Anleihen) oder sogar durch einen Bestandschutz eingeschränkt sind. Immanuel Kant: AA VIII, 347[4]
1. „Es soll kein Friedensschluss für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.“
2. „Es soll kein für sich bestehender Staat (klein oder groß, das gilt hier gleichviel) von einem anderen Staate durch Erbung, Tausch, Kauf oder Schenkung erworben werden können.“
3. „Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.“
4. „Es sollen keine Staatsschulden in Beziehung auf äußere Staatshändel gemacht werden.“
5. „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen.“
6.
„Es soll sich kein Staat im Kriege mit einem andern solche Feindseligkeiten erlauben, welche das wechselseitige Zutrauen im künftigen Frieden unmöglich machen müssen: als da sind, Anstellung der Meuchelmörder (percussores), Giftmischer (venefici), Brechung der Kapitulation, Anstiftung des Verrats (perduellio) in dem bekriegten Staat etc.“ Zitatende

Frieden zu schaffen, bedeutet eben nicht, durch ein „Dealer-Verhalten“ á la Donald Trump und Kumpane Frieden schließen zu können. Denn, Trumps „Dealer-Charakter“- Ansatz erweist sich nur als Pseudo-Friedensschaffung, die letztlich nur unter der Maxime steht, wie wird der größtmögliche Profit für MAGA-USA und Trump möglich sein! Die schändlichen Zugeständnisse an den Kriegsverbrecher Putin und Russland zeigt so erst ihre wahre Bedeutung. Sie stellen zudem einen Angriff auf die Menschenwürde dar. Diese Staaten, von zweifelhaften und willkürlich agierenden Subjekten geführt, schützen ihre Bürger und Staatsangehörige nicht. Die Menschen dort müssen verstehen, dass sie sich selber vor solche – durch Subjekte á la Trump und Putin vergiftete und abdriftende Staaten selber schützen müssen! 

Denn es ist für jeden Menschen sichtbar, dass diese Personen mit Affinität zu Tyrannei und Diktatur Systeme aufbauen, in denen Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Völkerrecht als Grundrechte verachtet, missachtet und abgebaut werden. Parteien, die gleiche Ziele haben, dazu gehören in Deutschland die AfD und ähnliche antidemokratische Parteien in Europa. 

Nur dort, wo Menschenwürde, Grundrechte und Friedenswillen geschützt werden, ist eine menschengerechte Zukunft möglich.

Version vom 25. Dezember 2025  – wieder eingestellt nach Serverumzug

Fortschrittskonzeption der westlichen Welt als einzige Grundlage zum Verständnis menschlicher Geschichte?

 

12. Mai 2026
von JvHS
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Eine Zeitreise durch die Geschichte mittels der Leica-Fotografie 1914-2025 – 111 Jahre Leica im Fokus: Das Leben

Leica IIIf Technik aus 1952 und eines der letzten Schraub-Anschluss-Gehäuse.

Im ablaufenden Jahr 2025 feierte das Unternehmen Leica Camera AG den Beginn ihres 100 Jahre dauernden Erfolges seit der 1925 produzierten Leica I, der ersten seriengefertigten Kleinbildkamera der Welt! Die Leica III f und die Leica III g sind die letzten Leicas mit Schraubgewinde. (Die jeweils mit weniger Ausstattungsmerkmale verbundenen Version II und If respektive IIg und Ig sind dabei
eingeschlossen!) Übersicht: Schraubleicas 

Foto (c) JWB / JvHS (Leica Schraubmodell IIIf mit Summaron /Lago Laprello)/Herbst 2011)

Innovationen führten jeweils zu neuen Erfolgen. 1954 wurde mit der M3 der Bajonett-Anschluss eingeführt, welcher einen schnelleren Objektiv-Wechsel ermöglichte. Zum technologischen Fortschritt dieser M-Modellreihe gehörte auch die Einführung eines integrierten  Messsuchers, der mittels wechselnder Rahmen im Sucher die vom jeweiligen Objektiv erfassten Bereiche kennzeichnete. Die M6 ist die letzte analoge Mess-Sucherkamera (Kleinbildfilm), bei der manuell die Belichtungsparameter (Blende/Zeiten) eingestellt werden müssen, die auch bis heute – in einer neuen Auflage – produziert wird. Die nachfolgende analoge M7 belichtete mit einer elektronischen Automatik. Übersicht:  M-Bajonett – Varianten 

Das System der Spiegelreflexkameras boten die Leitz-Werke deutlich später an als die Konkurrenz. Die Eigenlösungen aus Leicaflex (ohne TTL-Lichtmessung 1964) und die Weiterentwicklungen der Leicaflex SL 1968 und Leicaflex SL2 1974 mit Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL), jedoch komplett mit mechanischem Aufbau waren exzellente Produkte der feinmechanischen Kompetenz.

(c) Foto JWB/JvHS Wellen Lago (Leicaflex SL2)

Die technischen Entwicklungen der Leica-Modelle sind der eine Teil der Geschichte, gleichzeitig ermöglichten die Leica-Kameras (von den Schraubmodellen bis zur heutigen digitalen Fotografie) jeweils auch den Aufstieg der Printmedien durch immer bessere Kameras. Berühmte Fotografen wie Henri Cartier-Bresson, Ara Güler oder Joel Meyerowitz, die ihre Leica-Schraubgewinde-Kameras nutzten, um neue Sehweisen einzuführen und Fotos machten, die als Ikonen des Zeitgeistes schon in den dreißiger und vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts galten.

Das setzte sich in den Nachkriegszeiten fort mit Fotografinnen und Fotografen wie Barbara Klemm oder Thomas Hoepker, die mit ihren Leicas (von den M-Modellen bis zu den Leicaflex-Modellen) Reportagen über den Vietnamkrieg produzierten, sowie über Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg berichteten und mit eindrucksvollen Fotos ihre Artikel ergänzten. Weitere Themen wie die aufkommenden Proteste gegen die Atommüll-Fahrten durch Deutschland dokumentierten die zeitgeistigen Veränderungen in der Gesellschaft. Portraits mit der Leica zu machen über außergewöhnliche Menschen wie Muhammad Ali als überragenden Boxer Mitte der 1960er Jahre ermöglichten besondere Bilder, ebenso wie die Fotos über die Freilassung von Nelson Mandela oder vom gewaltlosen Widerstand gegen Unterdrückung und Armut als Bestandteil der Befreiungsanstrengungen von Erzbischof Desmond Tuto in Südafrika gegen das Apartheit-System. 

Leicas der M-Modell von der Leica M4 bis zur Leica M6 waren zuverlässige Arbeitsmittel. Sie begleiteten die Arbeit der Fotografen, die in den 1960er, -70er und -80er Jahre die Pop-Kultur von Andy Warhol oder Keith Haring fotografisch festhielten. 

Partners-Blick (c) JWB / JvHS ( Leica M6-Foto)

 

Den Einstieg in die digitale Fotografie verpasste Leica gegenüber den Wettbewerbern ein weiteres Mal wie schon bei den verspätet entwickelten Spiegelreflex-Reflex-Modellen der Leicaflex-Modellreihe. So kam erst 2006 mit der Leica M8 das erste digitale M-Modell auf den Markt! 

Wie der Fortschritt in diesem Segment sich bei Leica entwickelte, das lässt sich im Beitrag „Leica Zeitreise durch ein Jahrhundert“ verfolgen. 

Die Leica Camera AG stellt zum Ende des Jahres 2025 mit einer gelungene Mischung aus Firmen-Zeitgeschichte und technischem Fortschritt nicht nur einen unterhaltsamen Einblick in die letzten 100 Jahre von der Leica I (1924) bis zur digitalen Leica M11 dar, sondern verknüpft gesellschaftlich-politische Zeit- und Kulturgeschichte des gleichen Zeitraums miteinander und ermöglicht einen lehrreichen Einblick in die letzten 100 Jahre mit ihrem Beitrag: Eine „Leica Zeitreise durch ein Jahrhundert“ ! Ein vergnüglicher Genuss der Foto-Geschichte, mit dem Fokus auf  die Leica-Fotografie und ein positiver Rückblick in das Jahr 2025. 

Version vom 01.01.2026 – wieder eingestellt nach Serverumzug

11. Mai 2026
von JvHS
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„Aufrecht – Überleben im Zeitalter der Extreme“

Zu ergründen, wie verschieden Menschen mit Ereignissen umgehen, die weltgeschichtlich so ungeheuerliches wie den Holocaust betreffen, das ist meistens nur ein Aufklärungsbedürfnis der Generationen, die das „Glück der späten Geburt“ hatten, sprich nach 1945 geboren wurden! Alexander und Margarete Mitscherlich diagnostizierte in ihrem Werk „Die Unfähigkeit zu trauern“ ein Verhalten der Wähler des Nationalsozialismus, das sowohl erbärmlich wie beschämend die Realität des Verdrängens und Vergessens der Täter und  Mitläufer des Holocaust der Hitler-Diktatur beschrieb. 

Die Generationen sind jedoch zu differenzieren: einerseits die, die im Einflussbereich der Hitler-Diktatur aufwuchsen und mit vollem Bewusstsein der  vergifteten „Blut und Boden und Herrenmensch-Ideologie“ folgten; andererseits diejenige, die  im Dunstkreis der ´68er im Selber-denken-Alter waren und denen, die zur Wende-Zeit der 1990er mit einem anderem Zeitgeist in Berührung kamen. Zur Jahrtausendwende waren die meisten Täter der Zeit des „Nationalsozialismus“ der Gerechtigkeit schon entkommen und nur noch wenige überlebende Opfer des Holocaust kämpften gegen das Vergessen einen verzweifelten Kampf. 

Aufgrund dieser bis heute wirkenden Nichtaufarbeitung eines ganzen Volkes, bei dem der Fanatismus und Extremismus eines verbrecherischen Systems, des „Nationalsozialismus“, die mitmachende Begeisterung entzündete, entstand ein Strukturgerüst des Terrors und der Menschenfeindlichkeit, welches auch heute wieder bis 40 % Zustimmung findet. Eine durchgehende Linie der Fremdsteuerung von 1933 -1989 erlebten die Bewohner der DDR unter verschiedenen Namen des Systems, aber geprägt von gleichem systemisch autoritären und menschenunterdrückenden „Ungeist“  im Denken und Handeln. Und  nach den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausend wiederholte sich schleichend der Abbau der Demokratie. wenn auch neu aufgewärmt im Programm der  zum rechtsextremistischen Denken und Handeln gewanderten Teil der AfD. Was für Deutschland gilt, trifft auch für andere Länder in Europa zu.

Die Philosophin und Schriftstellerin Lea Ypi widmet dieser Thematik ihr neues Buch und beschreibt in ihrem Werk Aufrecht – Überleben im Zeitalter der Extremedas Leben ihrer Großmutter in Albanien im Zeitraum ab 1941 bis in die Neuzeit nach der Jahrtausendwende. „Lea reist an die Orte von Lemans Leben (Großmutter der Autorin!), um es Stück für Stück anhand von Archivalien, Akten und Anekdoten zu rekonstruieren. Gebannt folgt man ihr in die untergegangene Welt der osmanischen Aristokratie, an die Wiege der neuen Nationalstaaten auf dem Balkan und natürlich nach Albanien, erst unter faschistischer Besatzung, dann unter kommunistischer Herrschaft.“ 

Eine tiefgründende Reflexion des Lebens ihrer Großmutter und über die Zerbrechlichkeit von Wahrheit entlang der Realitäten in besonders extremen Zeiten. Eine zwar subjektive Erinnerlichkeit an Menschen und deren Versuch, Würde zu bewahren, als das „mit Stiefel getreten werden“ zur „Normalität“ des Alltags wurde! 

Ein exemplarisches Beispiel für den Umgang mit der heutigen Realität in vielen Ländern, in denen der Abbau der Demokratie und der Aufbau von Oligarchien und Diktatur zur neuen „Normalität“ von Unfreiheit, Unterdrückung und Missachtung der Menschenwürde sich entwickelt. 

Leseprobe-Link (c) Suhrkamp Verlag:  „Aufrecht – Überleben im Zeitalter der Extreme“ 

Meinungs-Blasen in den gesellschaftlichen Gruppen erschweren den Menschen die Einordnung der Ereignisse

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