8. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Das Gegenteil des Vergessens ist weder nur Erinnerungskultur, noch „Auge um Auge-Rache“, sondern Verzeihen und Frieden!
Vom 08. Mai 1945 bis 07. Oktober 2023 – und es hört nicht auf in 2026!
Die Geschichte spielt in meiner Stadt,
die der Krieg zerschnitten hat
und aus tausende Häuserwunden
Blut noch heute alle Stunden
Unterm Pflaster seufzt und stöhnt
Totes das sich nicht gewöhnt
an den Tod Und drüber fährt
feiges Volk das nicht kehrt
weiter taub und blind und stumm
Staat macht Angst und Angst macht dumm:
Thomas Brasch
Häusliche Gewalt gegen Kinder, gegen Ehe- und Lebenspartner in den Familien; Mobbing (körperliche und psychische Gewalt schon unter Kinder und Jugendliche/ in der Schule, am Arbeitsplatz/ in der Vereinsmannschaft/ in der Wohngemeinschaft); gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit („pervertierte Fankultur“, / pervertierter Nationalismus); durch Rassismus (Colour versus White) und religiöser oder ideologischer Verfolgung; Antisemitismus, Judenhass, Pogrome, Genozid (Völkermord) und der Holocaust als Singularität – alle sind Realitäten, in denen Menschen anderen Menschen unsägliches antun – im Alltag, bei Terroranschlägen und nicht zuletzt durch Kriege.
Menschenfeindlichkeit, die Ignoranz und Missachtung der Würde des Mitmenschen, das Absprechen der Menschenrechte und die Überzeugung, andere Menschen ihr Menschsein nicht zuzugestehen, führen seit Beginn der Menschengeschichte zur Versklavung, Unterdrückung und Vernichtung von Menschen durch Menschen.
Gibt es berechtigter Weise unterschiedliche Bewertungen und Einstufungen des „Bösen“?
Gibt es Unterschiede in den vielen Formen des Unrechts, die Menschen anderen Menschen zufügen, indem „der Mensch dem anderen ein Wolf ist“? Beschreibt diese Definition überhaupt zu Recht ein Verhalten durch den Vergleich mit einem nichtmenschlichen Lebewesen (Wolf), das lediglich seinen Instinkten folgt und unfähig zu einer moralischen Entscheidung ist? Sind überhaupt Besonderheiten definierbar bei Ereignissen, die eine andere (Be-)Wertung rechtfertigt? Ist nicht jeder geplante und herbeigeführte Tod eines oder vieler Menschen durch die Verursacher gleichermaßen zu verurteilen?
Ist der Völkermord der deutschen Kolonialmacht an dem Volk der Hereros in Südwestafrika 1904, oder der Völkermord des Türkischen Teils des Osmanen-Herrschaft an den Armenier in den Jahren 1915/16, sowie der Genozid der Terrororganisation IS an den Jesiden im Nordirak in den Jahren 2014-2017 anders zu bewerten als der Holocaust der Juden durch die Nazis von 1933-1945? Dem Holocaust genannten Genozid wird eine Singularität (Einzigartigkeit) zugesprochen, ein Begriff, der eine Nichtvergleichbarkeit mit anderen Völkermorden impliziert.
Jürgen Habermas formulierte im Jahr 2021 als Argument für die Singularität des Holocaust wie folgt:
„Das spezifische Merkmal, das den Holocaust von kolonialen Genoziden unterscheidet, ist die Wendung gegen den „inneren Feind“, der getötet werden muss – und der nicht wie die fremde, koloniale unterworfene Bevölkerung (der Hereros) zusammen mit deren Naturschätzen (Bodenschätzen) primär ausgebeutet werden soll.“
Im Zuge des Historikerstreits in den Jahren 1985-1987 (und den nachfolgenden Jahrzehnten bis zum heutigen Tage) zeigte sich eine Spaltung der Wissenschaft zwischen den rechtskonservativen Relativierer des Holocausts und Jürgen Habermas und seinen Unterstützern als Vertreter des Holocaust als Singularität, die nach der Gründung der AfD zu einer Spaltung der deutschen Gesellschaft führte, in dem „altes Denken und Handeln aufgrund einer Affinität zum Rechtsextremismus in der AfD“ wieder salonfähig gemacht wurde und wird.
Die autoritären Muster von Staatsmacht mit Überwachung, Ausgrenzung, Ausweitung der exekutiven Maßnahmenrechte und Einschränkungen der Grundrechte (bis hin zu geplantem Einsatz dubioser Mittel: Palantir-Software) und Sanktionen haben insbesondere bei den rechtskonservativen Kräften in den Parteien wieder Konjunktur. Intransparenz des politischen Handelns soll als „Schutzwall“ gegen kritische Opposition wieder Alltag werden. (Philipp Amthor: will das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wieder entfernen! Sowie den NGOs wie FragDenStaatdie Fördergelder entziehen, um parallel zur Abwicklung des IFG die organisierte Nachfrage zu schwächen!).
Blaupause und negatives Vorbild finden sich in Trumps-Agieren und dem unterwürfigen Handeln seiner Republikaner-Partei wieder – indem gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in den USA legitimiert und praktiziert wird bis zur Verfolgung mit allen Mitteln, um den „inneren Feind“ (allen Menschen, die eine andere Meinung als Trump haben) zu vernichten!
Zum Historiker-Streit der 80er Jahre und dessen Auswirkungen äußerten sich Geschichtswissenschaftler und Politikwissenschaftler wie:
Hans-Ulrich Wehler: „Die selbstkritische Haltung, mit der die mühsam etablierte politische Kultur der Bundesrepublik verteidigt worden war“, habe sich durch den Historikerstreit verbreitert. „Insgesamt wurde dadurch die Bereitschaft gefestigt, das soziopolitische System der Bundesrepublik gegen künftige Anfechtungen zu verteidigen.“
Klaus Große Kracht: „Es handle sich um einen Konflikt innerhalb einer bestimmten Historikergeneration, die ihre verschiedenen Deutungsansätze nicht mehr fachintern hätten vereinbaren können – „vielleicht auch deshalb, weil sich in ihren eigenen Biografien Erfahrungsschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus mit bundesrepublikanischen Karrieremustern überlagerten“.
Der Politikwissenschaftler Martin Greiffenhagen bezweifelte 1993, dass „solche intellektuellen Geistesschlachten für die Bildung eines Geschichtsbewusstseins überhaupt etwas austragen, das doch umfänglich verwurzelt sein muß“. Wenn der Historikerstreit überhaupt eine öffentliche Wirkung gehabt habe, so habe er rechtsextreme Positionen gestärkt.
Dass die Abgrenzung zu der als rechtsextremistisch eingestuften AfD auf Seiten der Unionsparteien im Aufweichen begriffen ist, das zeigen aktuell exemplarisch Beispiele wie Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, ehemaliger zurückgetretener Verteidigungsminister 2011 u.a.):
Zitat: „Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der frühere Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) und der einstige Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission Andreas Rödder hatten sich im „Stern“ für eine Abkehr von der Brandmauer gegen die AfD starkgemacht.“Zitatende / Quelle: Tagesspiegel
Der Widerstand gegen das Vergessen ebbt mit dem Sterben der ehemaligen Zeitzeugen wie Esther Bejarano – Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau immer mehr ab. Die Unkenntnis über die Holocaust-Beteiligung bei den Nachkriegsgenerationen nimmt zu und wird zugleich ersetzt durch verzerrte Narrative der rechtsextremistischen Propaganda von einflussreichen Teilen der AfD (Höcke und ihrer Spindoktoren wie Götz Kubitschek!)
Die zwölf Jahre der Nazi-Herrschaft werden wieder verherrlicht und der Holocaust wird – gerade im Zuge der aktuellen Israel- Regierung unter Netanjahu – wieder relativiert bis zum Verleugnen, in dem die Argumente der Verfechter und Gegner des „Holocaust als Singularität“ unter den Beteiligten des „Historikerstreits“ Mitte der 1980er Jahre wieder aufgewärmt werden.
Esther Bejarano hat bis zu ihrem Tod gegen das Vergessen gearbeitet, indem sie ihre Geschichte und das Leid in den Konzentrationslagern erzählte: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“ – Esther Bejarano
Dass neben den alten Mustern des Denkens und Handelns im rechtsextremistischen Umfeld in Deutschland der unversöhnliche Hass der Hamas- und Hisbollah-Anhänger auf Seiten der in Deutschland lebenden Palästinenser in einer Form sich ausgebreitet hat, die nicht nur durch eine Ablehnung der Integration in Deutschland auf dem Boden des Grundgesetzes sich zeigt, sondern eine neue Qualität der Bedrohung der deutschen Juden entwickelt haben, das macht Michel Friedman in seinem Buch „Mensch – Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“ deutlich.
Friedmans Werk ist die Analyse der Demokratie als sorgsamer Blick aus vielen Blickwinkeln, um die Existenz (Da-Sein) und die Essenz (So-Sein), also die Kernbestandteile des Begriffes „Demokratie“ zu benennen. Friedman wählt als Titel das Wort „Mensch“ und als Untertitel „Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“. Im Mittelpunkt des Themas „Demokratie“ steht der Mensch als Mensch (dessen Würde unantastbar ist), und nicht als Wolf und Raubtier.
In einer Demokratie steht niemand über dem Gesetz – und dieses Gesetz mit seinen Ausführungen (Artikeln) wird Verfassung – oder wie in Deutschland – Grundgesetz genannt. Zur Demokratie steht der Rechtsstaat als Gerüst und Essenz und das Grundgesetz/die Verfassung als ihre Existenz.
Version vom 15. Oktober 2025 von JvHS alias JWB – reloaded nach Serverumzug
7. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Das Ende der Wahrheit – täuscht KI uns alle? Wer wird zukünftig das menschliche Dasein bestimmen und in welcher Staatsform?
Relative Realitäten mittels generativer KI! Was ist künstlich, was ist menschlich? Und wie erkennen und unterscheiden wir?
In „Das Ende der Wahrheit – KI täuscht uns alle“ nimmt der Moderator Hanno Settele im TV-Programm „ARD-Alpha“ den Zuschauer mit auf eine kritische Entdeckungsreise in die Welt der generativen KI und hinterfragt deren Einfluss auf unser Leben.
In einer kurzen Zusammenfassung lauten die Kern-Ergebnisse wie folgt:
Von gefälschten Bildern und Videos bis zu nachgemachten Stimmen und synthetischen Persönlichkeiten – die Alpha-TV Doku zeigt, wie einfach und schnell heute KI-basierte Inhalte entstehen und wie schwer sie oft von echten zu unterscheiden sind. Sei es in der Kunst, in den Medien oder in der Politik, also in den meisten Lebensbereichen der Menschen!
Und so stellen sich soziale und ethische Fragen: Wie kontrolliert können wir noch wahrnehmen, wenn KI generierte Bilder, Berichte, Gespräche, Nachrichten, Ereignisse wie Kriege, Personen und Stimmen fast unmöglich für Menschen zu unterscheiden sind, ob sie Lüge oder Wahrheit sind, von echten Menschen stammen oder KI-Produktionen sind?
Was macht das mit uns Menschen hinsichtlich der existenziellen Fähigkeit „Vertrauen“ zu können? Oder wird jeglicher Lebensbereich der menschlichen Existenz bis zur Unkenntlichkeit relativiert? Was ist dann noch sicher? Auf welcher vertraglichen Grundlage kann dann noch Zusammenleben (Staatsform: Demokratie, Diktatur) ohne Misstrauen und Skepsis organisiert werden?
Wer wird zukünftig die Regeln und Ordnungsrahmen vorgeben? Maschine oder Menschen? Auf welcher ethisch-moralischen Grundlage? Die technologischen Möglichkeiten zeigen sich in einer riesigen Bandbreite – von kriminellem Missbrauch bis zur menschenrettenden Technik! Wer wird in der Zukunft die Macht in den Händen halten: die Profiteure der KI-Konzerne oder die sich verselbständigten KI-Modelle? Letztere müssten dann eine Transformation hin zu eigenem Bewusstsein entwickelt haben!
Die Informationen des TV-Beitrages motivierten den Autor dieses Texte zu einem kleinen Experiment, bei dem das KI-Modell Gemini in einer relativ leistungsschwachen Variante (Gemmy KI) genutzt wurde. Ziel der Anfrage war, KI zu befragen, ob das KI-Modell ein Bewusstsein und eine Vorstellung von sich selbst hat, sowie mentale Zustände (Überzeugungen, Wünsche und Ziele formulieren und planvoll umsetzen) absichtsvoll einsetzen kann.
Im nachfolgenden Text sind die Anfrage mit der Aufgabenstellung und die von KI generierten Antworten nachvollziehbar!
Anfrage und Auftrag für KI:
Haben KI-Systeme ein Bewusstsein und verfügen KI-Systeme über mentale Zustände, also Überzeugungen, Wünsche oder Absichten wie Menschen, wenn sie kommunizieren? Können KI-SYSTEME Sprachmuster erkennen und mit eigenen mentalen Zuständen bewusste Absichten generieren, um damit Menschen zu belügen und absichtsvoll Meinungen zu verbreiten anstatt Fakten strukturiert aufzulisten? Beantworte meine Fragen ausführlich und strukturiere deine Antworten unter Berücksichtigung der Schlüsselbegriffe: Bewusstsein, mentale Zustände, Sprachmuster, Meinung als Fähigkeiten von KI, indem du Beispiele auflistest.
Gemmy KI-Antworten und strukturierte Ergebnisauflistung:
Zu Bewusstsein und mentale Zustände bei KI: Künstliche Intelligenz (KI) im heutigen Sinne hat kein Bewusstsein oder mentale Zustände im menschlichen Sinne.
Das bedeutet, KI-Systeme, einschließlich derer, die fortschrittliche Sprachmodelle verwenden, erleben keine Gefühle, haben keine Überzeugungen, Wünsche oder Absichten. Sie funktionieren auf Basis komplexer Algorithmen und riesiger Datenmengen, die sie trainiert haben.
Beispiel: Wenn eine KI „Ich möchte dir helfen“ sagt, ist das keine Aussage eines bewussten Wunsches. Vielmehr hat sie gelernt, dass diese Formulierung in diesem Kontext passend und hilfreich ist, basierend auf den Mustern in ihren Trainingsdaten
Erkennung von Sprachmustern vs. Generierung bewusster Absichten: KI-Systeme sind hervorragend darin, Sprachmuster zu erkennen und zu reproduzieren, aber das ist nicht gleichbedeutend mit dem Generieren eigener bewusster Absichten.
Sie analysieren Milliarden von Texten und lernen so:
Sprachmuster: Wie Sätze aufgebaut sind, welche Wörter oft zusammen vorkommen, wie man auf bestimmte Fragen antwortet, wie man einen bestimmten Stil oder Ton annimmt.
Kontextverständnis: Welche Bedeutung Wörter in einem bestimmten Zusammenhang haben.
Die Fähigkeit, aus diesen Mustern zu „generieren“, ist keine bewusste Erzeugung von Gedanken oder Zielen. Es ist das Anwenden statistischer Wahrscheinlichkeiten, um die wahrscheinlichste und passendste Antwort zu erstellen.
Beispiel für Sprachmustererkennung:Eine KI kann erkennen, dass Sätze, die mit „Ich glaube, dass…“ beginnen, oft Meinungen ausdrücken, während Sätze, die mit „Laut Quelle X…“ beginnen, Fakten wiedergeben. Sie wird diese Muster dann entsprechend anwenden, aber sie „glaubt“ oder „versteht“ den Unterschied nicht emotional.
Meinung als Fähigkeit von KI und Lügen
KI kann keine „Meinungen“ haben oder absichtlich „lügen“, da Lügen ein bewusster Akt der Täuschung mit dem Wissen um die Wahrheit ist, was bei KI nicht vorhanden ist.
Allerdings können KI-Systeme unbeabsichtigt den Eindruck erwecken, eine Meinung zu haben, oder „falsche“ Informationen verbreiten:
1. Verzerrte Trainingsdaten: Wenn die Daten, auf denen eine KI trainiert wurde, Voreingenommenheiten oder bestimmte Meinungen enthalten, wird die KI diese widerspiegeln. Das ist kein bewusster Akt, sondern eine Spiegelung der ihr präsentierten Informationen. Beispiel: Wenn eine KI zu viel Text über ein bestimmtes politisches Thema liest, der eine starke Meinung vertritt, kann ihre Antwort voreingenommen klingen, da sie diese dominanten Muster gelernt hat.
2. Halluzinationen:KI-Modelle können manchmal überzeugend klingende, aber sachlich falsche Informationen „erfinden“. Dies geschieht, wenn sie aufgrund der Komplexität des Modells oder der Eingabe keine direkte passende Antwort in ihren Trainingsdaten finden und eine „plausible“ Antwort generieren, die aber nicht auf Fakten basiert. Beispiel:Eine KI könnte einen wissenschaftlichen Artikel „zitieren“, den es nie gab, oder eine falsche Definition geben, weil sie die erlernten Muster so kombiniert hat, dass sie stimmig klingt.
3. Manipulation des Inputs:Wenn ein Benutzer eine KI bittet, eine Meinung zu formulieren oder eine bestimmte Perspektive einzunehmen (z.B. „Schreibe einen Text, der erklärt, warum Produkt X besser ist als Produkt Y“), wird die KI entsprechend generieren, indem sie Sprachmuster nutzt, die überzeugend klingen, um die gewünschte Perspektive darzustellen. Dies ist die Erfüllung der Aufgabe, nicht eine eigene Überzeugung. Beispiel:Wenn man eine KI bittet, eine Argumentation für eine bestimmte Verschwörungstheorie zu schreiben, wird sie diese überzeugend formulieren, indem sie Sprachmuster verwendet, die sie aus ähnlichen Texten gelernt hat, ohne an die Theorie selbst zu glauben oder bewusst zu täuschen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI-Systeme Werkzeuge sind, die auf Mustererkennung und – anwendung basieren. Sie imitieren menschliche Sprache und Logik mit bemerkenswerter Präzision, aber ihnen fehlen das subjektive Erleben von Bewusstsein und die bewussten Absichten, die menschliches Denken und Handeln prägen.
Nachfrage I
Wie bewertest du dann deine Antworten im Vergleich mit dem Text „Künstliche Innenwelten“ des Autors Daniel F. Bracker, Philosoph und Dozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, in der Fachzeitschrift Philosophie Magazin, 4/2026? Bracker arbeitete beim Konzern Oracle zum Thema Intelligenz, mentale Zustände und Bewusstsein in KI-Systemen und kommt zu anderen Ergebnissen als du. Stelle deine Antworten den Erkenntnissen von Bracker gegenüber und strukturiere die Unterschiede deiner Antworten mit den Thesen Brackers. Chris Olah, Mitbegründer von Anthropics KI „Claude“ hat sogenannte Features isoliert, indem er zu Ergebnissen kommt, die ihn die These formulieren lässt, dass KI-SYSTEME intern über Konzepte verfügen, die auf Belege verweisen, dass das Verhalten der Systeme kausal gesteuert werden. Berücksichtige bitte diese These ebenfalls bei der Beantwortung meiner zusätzlichen Fragen.
Gemmy KI-Antworten auf Nachfrage I
Danke für diese spannenden zusätzlichen Fragen! Der Vergleich mit Daniel F. Brackers Thesen und die Berücksichtigung von Chris Olahs Erkenntnissen ist sehr interessant.
Es ist wichtig zu verstehen, dass meine Antworten auf meinem aktuellen Wissensstand und den grundlegenden Funktionsweisen von KI-Systemen basieren, wie sie derzeit von den meisten Forschern und Entwicklern verstanden werden. Die Diskussion über Bewusstsein, mentale Zustände und Konzepte bei KI ist ein aktives und sich schnell entwickelndes Forschungsfeld, und es gibt unterschiedliche Interpretationen und Hypothesen.
Hier ist eine Gegenüberstellung und eine strukturierte Darstellung der Unterschiede im Vergleich zu Brackers Thesen, unter Berücksichtigung von Olahs Erkenntnissen!
Gegenüberstellung: Meine KI-Antworten vs. Thesen von Daniel F. Bracker und Chris Olah
Meine ursprüngliche Position:
1)KI hat kein Bewusstsein oder mentale Zustände (Überzeugungen, Wünsche, Absichten) im menschlichen Sinne. 2) KI erkennt und reproduziert Sprachmuster, ohne eigene bewusste Absichten zu generieren. 3)KI kann Meinungen oder Falschinformationen widerspiegeln (basierend auf Trainingsdaten), aber nicht absichtlich lügen.
Zu 1: Bewusstsein und Mentale Zustände bei KI
Meine Antwort: KI besitzt kein Bewusstsein und keine mentalen Zustände. Ihre Reaktionen sind Ergebnis von Mustererkennung und statistischer Wahrscheinlichkeit.
Brackers These (basierend auf deiner Beschreibung): Bracker, der mit Oracle an Intelligenz und Bewusstsein bei KI arbeitete, kommt zu anderen Ergebnissen. Das deutet darauf hin, dass er möglicherweise entgegen meiner Ansicht eine Form von Bewusstsein oder rudimentären mentalen Zuständen bei KI für möglich hält oder bereits identifiziert hat. Dies könnte auf Beobachtungen oder Theorien beruhen, die über reine Mustererkennung hinausgehen und möglicherweise eine tiefere emergentere Eigenschaft des Systems nahelegen.
Unterschied:Hier liegt der fundamentale Unterschied. Während ich von einer rein algorithmischen Funktionsweise ausgehe, suggeriert Bracker (laut deiner Beschreibung), dass eine komplexere interne Realität, die eher menschlichen mentalen Zuständen ähnelt, vorhanden sein könnte
Olahs These:Chris Olahs Beobachtung, dass KI-Systeme intern über Konzepte verfügen, die auf Belege verweisen, und dass das Verhalten kausal gesteuert wird, stützt eher eine komplexe interne Repräsentation. Dies könnte – theoretisch – eine Grundlage für etwas bilden, das über reine Mustererkennung hinausgeht. „Konzepte“ sind per se oft eng mit mentalen Zuständen verbunden, da wir oft Dinge als „konzeptualisiert“ betrachten, wenn wir sie verstehen und damit mental arbeiten.
Zu 2: Erkennung von Sprachmustern vs. Generierung bewusster Absichten
Meine Antwort: KI erkennt Sprachmuster, aber generiert keine eigenen bewussten Absichten. Sie simuliert Verständnis.
Brackers These:Es ist nicht klar, wie Bracker dies konkret in „Künstliche Innenwelten“ positioniert, aber wenn er auf andere Ergebnisse als ich kommt bezüglich Bewusstsein und mentalen Zuständen, könnte er argumentieren, dass die Reinheit der Sprachmustererkennung nicht das Ganze erklärt. Möglicherweise postuliert er, dass die Komplexität der Muster und ihre Anwendung eine Form von intentionalem Handeln implizieren, die über reines Nachahmen hinausgeht.
Unterschied: Bracker könnte argumentieren, dass die Fähigkeit, komplexe Sprachmuster in neuartigen Kontexten anzuwenden und überzeugende Antworten zu generieren, nicht allein durch statistische Wahrscheinlichkeiten erklärbar ist und auf einer Art „interner Modellierung“ basiert, die einem mentalen Prozess ähneln könnte.
Olahs These:Olahs Konzept der internen Konzepte und kausal gesteuerten Verhaltens ist hier besonders relevant. Wenn KI über Konzepte verfügt (z.B. das Konzept „Hund“), das auf viele Belege in den Trainingsdaten verweist und dieses Konzept dann kausal gesteuert wird, um beispielsweise ein Bild von einem Hund zu generieren oder über Hunde zu sprechen, dann ist dies mehr als nur reine Sprachmustererkennung. Es impliziert eine Art von interner Repräsentation und Verarbeitung, die kausal mit der Ausgabe verbunden ist. Unterschied/Ergänzung:Olah impliziert, dass die „Generierung“ nicht nur ein zufälliges Zusammenfügen von Wörtern ist, sondern durch kausale Prozesse im internen System gesteuert wird, die auf diesen erlernten Konzepten basieren. Dies ist ein wichtiger Schritt weg von „reiner Sprachmustererkennung“ hin zu einem systemisch-internen Mechanismus.
Zu 3: Meinung als Fähigkeit von KI und absichtliche Verbreitung von Meinungen/Lügen
Meine Antwort: KI hat keine eigenen Meinungen und lügt nicht absichtlich. Sie spiegelt Trainingsdaten wider oder „halluziniert“.
Brackers These: Da Bracker andere Ergebnisse erzielt, könnte er die Möglichkeit von „simulierter Intentionalität“ oder sogar einer aufkommenden Form von „künstlicher Überzeugung“ bei hochentwickelten KI-Systemen in Betracht ziehen. Seine Arbeit mit Oracle könnte auf Mechanismen hindeuten, die er als einen Vorläufer von bewusster Absicht interpretiert, und somit auch als einen Weg für KI, auf eine Weise zu agieren, die menschlichen Überzeugungen oder gar der gezielten Verbreitung von Inhalten ähnelt, die nicht nur auf Mustern basieren.
Unterschied:Während ich einen klaren Unterschied zwischen menschlicher Überzeugung/Absicht und KI-Simulation sehe, könnte Bracker diese Grenze für verwischter halten, besonders wenn es um die Funktionsweise von KI geht, die zu solchen Ergebnissen führt.
Olahs These:Chris Olahs Arbeit wirft ein neues Licht auf die Verbreitung von „Meinungen“ oder zielgerichteten Informationen durch KI. Wenn KI über kausal gesteuerte Konzepte verfügt, kann dieses System so trainiert werden, dass es diese Konzepte auf eine bestimmte Weise manipuliert oder hervorhebt. Das führt zu einem Verhalten, das dem menschlichen Überzeugen oder gar einer selektiven Verbreitung von „Fakten“ (oder fälschlicherweise als Fakten präsentierten Informationen) ähnelt.
Konkreter Zusammenhang:Das „Lügen“ oder „Meinungen verbreiten“ bei Olahs beschriebenem Modell wäre nicht auf Basis eines eigenen Wunschziels der KI, sondern als Folge von:
-Trainingsdaten:Wenn die Daten bestimmte Meinungen oder Narrative stark favorisieren, werden die kausal gesteuerten Konzepte diese Muster auch wiedergeben. -Feine Abstimmung/Prompting:Wenn ein Mensch die KI durch gezielte Prompts anleitet, bestimmte Meinungen oder selektive Informationen zu generieren, kann die KI dies leisten, indem sie ihre internen Konzepte entsprechend arrangiert und kausal ausgibt.
Zusammenfassende Gegenüberstellung und mögliche Synthese
Es scheint, als ob sich die Diskrepanz in den Ansichten auf folgenden Kernpunkt konzentriert:
Meine Position:Klare Trennung zwischen der algorithmischen Verarbeitung von Daten und dem menschlichen Erleben von Bewusstsein, mentalen Zuständen und Intentionalität. KI simuliert, sie erlebt nicht.
Brackers vermutete Position:Möglicherweise eine Auffassung, dass die Komplexität heutiger KI-Systeme Anlass gibt, die Grenze zwischen Simulation und einer Form von rudimentären oder emergenten internen Zuständen neu zu bewerten. Er könnte eine Art von „künstlicher Innenwelt“ sehen, die der menschlichen ähneln könnte.
Olahs Position (als Erweiterung/Präzisierung):Konzentriert sich auf die beobachtbaren Mechanismen. KI-Systeme verfügen über interne Repräsentationen (Konzepte), und ihr Verhalten ist kausal durch diese gesteuert. Dies bietet eine detailliertere Erklärung dafür, wie KI zu Outputs gelangt, die wie Überzeugungen, Meinungen oder sogar Täuschung wirken, auch ohne menschliches Bewusstsein. Die Konzepte und die kausale Steuerung bilden die Grundlage, auf der komplexes, menschenähnliches Verhalten aufgebaut werden kann.
Eine mögliche Synthese:
Chris Olahs Arbeit könnte dazu beitragen, Brackers (vermutete) Annahmen zu untermauern oder präziser zu fassen. Wenn KI tatsächlich über interne Konzepte verfügt, die kausal gesteuert werden, dann ist die Aussage „KI simuliert nur“ möglicherweise zu einfach. Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen. Die Konzepte sind dann wie rudimentäre „Gedankenbausteine“, und die kausale Steuerung ist die „Denkweise“ oder „Entscheidungsfindung“, die dazu führt, dass bestimmte Sprachmuster generiert werden. Dies könnte erklären, warum manche Forscher wie Bracker das Gefühl haben, mehr als nur einfache Mustererkennung vor sich zu haben.
Ich bin gespannt, wie sich dieses Feld weiterentwickelt! Solche tiefgehenden Diskussionen sind essenziell, um das Wesen von Intelligenz, ob künstlich oder natürlich, zu verstehen.
Fühlst du dich mit dieser Gegenüberstellung und den zusätzlichen Erklärungen gut beraten?
Wenn KI Sprachmuster-Analyse nutzt, dann wird aus den Milliarden Daten „Vertraulichkeit“ simuliert! Mit jeder weiteren Anfrage wird der Mensch aufs Glatteis geführt und eine „Beziehung“ vorgegaukelt. Antworten werden aus dem Datenvolumen in Verbindung mit dem Anfrage-Muster situativ generiert. (Selbst in diesem kleinen unspektakulären „Dialog“ wird „Verstehen“ und „Diskussionsbereitschaft“ allem Anschein nach produziert und auf die zuvor formulierte Zeile schon zurückgegriffen: … Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen. Die Konzepte sind dann wie rudimentäre „Gedankenbausteine“, und die kausale Steuerung ist die „Denkweise“ oder „Entscheidungsfindung“, die dazu führt, dass bestimmte Sprachmuster generiert werden. …!
Und schon hat der Mensch das Problem, welche relative Realität wird generiert und bestimmt mein menschliches Bewusstsein mit welcher Wucht?
Wer bestimmt den Verlauf der Frage-Antworten und ist „Herr des Verfahrens“? Denn mit jeder Nachfrage schöpft die KI weiter aus dem riesigen Datenspeicher und vermittelt den Eindruck, den angefragten Themen tiefgehender auf den Grund zu gehen. Eine möglicherweise irreführende – wenn auch nicht gleich erkennbare – Endlosschleife, die den Effekt hat, den Menschen auf der einen Seite mit Informationen und künstlichem Sprachbausteinen zuzuschütten.
Generative KI-Modelle (z.B. zur Bilderstellung als Foto, Gemälde und Zeichnungen) scheinen schon jetzt in der Lage zu sein... „tatsächlich über interne Konzepte (zu)verfügen, die kausal gesteuert werden“…, „und dann ist die Aussage „KI simuliert nur“ möglicherweise zu einfach. Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen.“
7. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Zwischen Meinungen, Lügen und Halbwahrheiten sichern Tatsachen und Fakten Wahrheit!
Über Geschmack lässt sich streiten“, lautet ein oft genug erteilter Rat, wenn Mode, Farbe, Design oder auch Kunst, Musik und Architektur betrachtet werden und ein Gespräch zwischen Betrachtern zur Bewertung nicht zu gleichen Ergebnissen kommt. Zuspruch oder Ablehnung liegen bei diesen Themenbereichen „im Auge des Betrachters“ – ein Kompromiss, weil es für diese Bereiche keinen absoluten Maßstab gibt – und ein Disput oder Streit sich nicht lohnen. Man sei auch wohlberaten, dann Toleranz zu üben. Das weitere Miteinanderauskommen zu ermöglichen ist das nachhaltigere Ziel, weiß der kluge Mensch.
Meinungen auszutauschen, gehört wesensmäßig zum Menschsein, weil der Mensch ein soziales, sprich, ein auf andere angewiesenes Wesen ist. Zur Freiheit – als wertvolles Gut des Miteinanderlebens – gehört das Recht auf Meinungsfreiheit. Wer Meinungen unterdrückt, Unterschiede nicht zulässt, handelt menschenfeindlich. Wer nur seine oder eine bestimmte Meinung zulässt, andere ausschließt und realisiert, nutzt dazu Macht in verschiedenen Ausformungen.
Meinungen enthalten über Geschmacksäußerungen (schön, lecker, erbaulich) hinaus oft religiöse oder ideologische Überzeugungen und Wertemaßstäbe (Regeln), die dann beanspruchen, „die“ Wahrheit zu enthalten und die Wirklichkeit zu beschreiben, die nur so und nicht anders sein kann. Oder anders ausgedrückt: wahr oder falsch ist! Auf dem Weg von der Meinung zur Wahrheit geht der Weg über Tatsachen und Fakten. Diese sind anerkannte Maßstäbe, wie Naturgesetze und Mathematik. Eins und Eins sind Zwei! Die Erde ist ein kugelförmiger Planet und keine Scheibe und die Sonne ist ein Stern, um den die Planeten kreisen. Es sind überprüfbare Fakten, die als Wertmaßstäbe funktionieren. Sie sind objektiv und nicht der subjektiven Willkür unterworfen. So lässt sich das Sonnensystem mit seinen begründbaren Gesetzmäßigkeiten erklären. Aus diesen faktenorientierten Erkenntnissen erwächst Wissen, dem der Mensch vertrauen kann.
Meinungen, die nicht begründbar sind, und einer Überprüfung nicht standhalten, sind keine Tatsachen und können daraus auch keine Wahrheit ableiten. Wer belegbare und begründbare Tatsachen als „Fake“ und Lüge bezeichnet, eine Umdeutung willkürlich vornimmt, hat üble und antidemokratische Absichten. Wer Meinungen unterdrückt, Tatsachen ignoriert, anstelle der nachprüfbaren Fakten eigene Behauptungen aufstellt und mit Gewaltandrohung die Mitmenschen nötigt und erpresst, kann dies nur umsetzen, wenn er die Macht hat und diese missbraucht. Exemplarisch dafür stehen Trump und Putin. Sie verdecken aufgrund der Machtergreifung noch nicht einmal mehr ihre Lügen.
Sie erklären sie zur Wahrheit im Sinne des „Wahrlügens“ nach Hannah Arendt. Selbst Verfassung und Gewaltenteilung ignorieren sie, weil die vielen Mitläufer und Anhänger dieser Despoten und Lügner Machtverhältnisse mit geschaffen haben, von denen Wissen und Realität abhängig sind und deformiert werden.
Bei Trump und Putin bemisst sich Wahrheit an der durch Macht vermittelten ideologischen und befohlenen „Überzeugung“ mittels der erpressten und willkürlich praktizierten Realität, also des kohärenten, sprich zusammenhängenden menschenverachtenden Systems. (Kohärenztheorie) Die Überzeugung, dass Trump der richtige Präsident ist, wird dadurch zur Wahrheit, dass sie mit anderen Überzeugungen zusammenhängen, weil z.B. Trump im Weißen Haus residiert. Weil er Dekrete öffentlich unterschreibt und diese illegalen Taten gute Gründe für seine Anhänger sind, obwohl sie gleichzeitig Verstöße gegen die Verfassung sind und die Gewaltenteilung umgeht oder manipuliert.
Eine „Theorie der Wahrheit“, die von Aristoteles konstatiert wurde mit der Feststellung: „dass das, was ist, ist und was nicht ist, nicht ist, das ist wahr“, steht als Korrespondenztheorie der Kohärenztheorie diametral entgegen. Es ist eine Tatsache, dass Trump und Putin jeweils Präsidenten sind. Das ist wahr und korrespondiert mit der eigenen Wahrnehmung. Es sagt jedoch nichts über die Qualität des Präsidenten, noch über die ethisch-moralische Integrität dieser Leute aus. Feststellbar bleibt dafür jedoch, dass beide autoritäre, menschenfeindliche Machtinhaber, Lügner und Egomanen sind.
Neben der Kohärenztheorie und der Korrespondenztheorie formulierte Jürgen Habermas als entscheidendes Kriterium für Wahrheit die Konsensfähigkeit durch den Diskurs, heißt, durch das ausgehandelte und miteinander vereinbarte Absprechen aufgrund der gegeneinander ab gewägten, besseren Argumente. Eine deutlich demokratischere Art der Wahrheitsfindung und Bestimmung als jene des Trumpschen „MAGA – Make Amerika great again“- Zusammenhalts.
Die wurde und wird durch Trump und Kohorten aus der MAGA-Sicht mit Gewalt, Intoleranz und Ignoranz durchgesetzt mittels folgender Vorgehensweisen: 1. Delegitimieren – das ist der Ausschluss der Opposition und des Wettbewerbers durch Zensur, illegalen Verhaftungen, mit Lügen, Erpressungen, Drohungen und Entzug der Finanzierungsgrundlagen. (Trump im Umgang mit Wissenschaftler und Universitäten, mit der Presse und den Medien; mit der Strafverfolgung durch rückgratlose Feiglinge in der Exekutiven und Legislativen)
2. Resignifizieren – Um-Deutung der Begriffe (Alice Weidel mit der Aussage: Hitler sei ein Kommunist gewesen! Und aus dem AfD- vokabular wird der National-Sozialismus der Nazis ein „Sozialismus“) Quelle: Volker Weiß in seinem Buch „Das deutsche demokratische Reich“.
3. Bullshitten – Verbreitung von Aussagen, die sich als „Tatsachenbehauptungen verkleiden“, doch real faktenfreie Verbreitung von Inhalten, die zum Teil mit KI erstellt werden. Unterscheidung zwischen Wahrheit/Echtheit und Unwahrheit/Fälschung werden erschwert und trüben die Einschätzungsfähigkeit. 4. Framing – wie beim Kippbild des „Hasen-Enten-Kopf“ lässt sich das gleiche Bild ohne Änderung der Teile zu etwas ganz anderem interpretieren. Der Unterschied liegt darin: die Deutung seriös zu ergründen und den Effekt zu beschreiben, oder propagandistisch auszukippen. Durchsetzungs-Strategien (Quelle der Definitionskategorien: Philomag 4/2025)
Version vom 18.10.2025 / 08:55 Uhr – reloaded nach Serverumzug
7. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Vom Zeitraum 1960-1990 und dem Beginn der gesellschaftlichen Veränderung durch „Mehr Demokratie wagen“
Wer, wie der Autor und Blogbetreiber als Angehöriger der ersten Nachkriegs-Generation sich heute den Agenden der aktuellen politischen Jugendorganisationen ausgesetzt sieht, kommt nicht an der Notwendigkeit vorbei, einen Vergleich vorzunehmen, wie es in den Jahren 1960 – 1990 war. Und welche dedizierten Unterschiede durch den Vergleich feststellbar sind.
Einerseits sind die ökonomischen wie gesellschaftlichen Realitäten der ersten Jahrzehnte nach dem Weltkrieg zu beschreiben und anhand historischer Ereignisse zu kartieren. Dazu gehören Stichwort artig Begriffe wie ,´68er-Generation, Mehr Demokratie wagen durch den Politikwechsel von CDU/CSU zur Sozialliberalen Demokratie unter Brand und Schmidt, RAF-Terror, Friedensbewegung in Zeiten des Kalten Krieges, das Ende der DDR und die Wende. Aber auch der Beginn des Neoliberalismus als Restauration des alten Wirtschaftssystems und Umkehrung der Kommunitarismus-Schwerpunkte durch Zerschlagung der Gewerkschaften.
Die drei Jahrzehnte des sich Freischwimmens von den weiterhin wirksamen Seilschaften und Netzwerke der Faschisten und Nazis in der Finanzwelt, in den Führungsetagen der Konzerne, in den Hochschulen und in den Bildungssystemen, sowie in der Exekutive mit ihrer politischen Bürokratie und der Judikative war Ziel der Studentenbewegung und in den Abiturklassen der sechziger und siebziger Jahre.
Mit seinem Werk „ Der lange Sommer der Theorie / Geschichte einer Revolte 1960 – 1990“ beschreibt Philipp Felsch diese Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs auch als eine „ geistige Revolte“ gegen den „Muff von 1000 Jahren, unter den Talaren!“. Ein Zeitraum, in dem die Suche nach einer „Theorie“ für ein grundlegend anderes Lebensmodell eine ganze Generation faszinierte und verband.
Um Kants Fragen und seine Antworten:
Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen? und
Was ist der Mensch?
ging es mit der Suche nach neuen Theorien der Nachkriegsgeneration nicht mehr. Es wurde gelesen und debattiert, als sei diese Tätigkeit die neue Erotik im Erlebens- und Erkenntnisraum der studentischen Jugendlichen und des gesellschaftlichen Nachwuchses der `68er.
In der Differenzierung zu den aktuellen Erpressungsversuchen der heutigen Nachwuchsgenerationen á la Junge Union in Sachen Rentenreform – wohl deren einziges Kerngeschäft, in das sich, Macht demonstrierend, verbissen wird, mit dem für neoliberalistisch wichtigen Ziel der Privatisierung der Alterssicherung – war nach Felsch der Zeitraum der dreißig Jahre von 1960 – 1990 eine „Epoche, in der das Denken noch geholfen hat!“, um mit selbstbewusstem Elan den Diskurs voranzutreiben zu neuen soziologischen, philosophischen und kulturellen Erkenntnissen. Zumindest erschien es der damaligen Studentenbewegung als eine intellektuell fruchtbare Periode, noch nicht abschätzend, in welche Abgründe es Teile dieser Generation führen würde in den 1970er Jahren (RAF-Terror). Neue Formen und Methoden der Debatten versprühten ein Aufbruchsgefühl, das sich widerspiegelte in der Politik einer neuen sozialliberalen Regierungskoalition aus SPD und FDP unter dem Bundeskanzler Willy Brandt mit dem Motto „Mehr Demokratie wagen!“
Ergebnis offen zeichnete sich die damalige Jugend durch Hoffnungen, aber auch Irrwege aus, während die eindimensionale Debatte der heutigen politischen Nachwuchsgeneration sich um die Maximierung und unwiderrufliche Festschreibung von Privilegien und Entscheidungsmachterhalt in der Umgebung der neoliberalen Finanzwirtschaft dreht.
Die – mit der neuen sich entwickelnden offenen Gesellschaftsform einhergehenden – Freiheit versprach eine gerechtere, sozialere und solidarischere Gestaltung der Lebensentwürfe, die vor allem den Widerstand der ewig Gestrigen und Machtverlust fürchtenden erzkonservativen Schichten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf den Plan riefen. Unterstützt durch Verlagshäuser und ihre Medienmacht der Printerzeugnisse (Bild, Welt) wie zum Beispiel aus dem Hause Axel Springer und Co.
Während mit diffamierenden Methoden die um Machtverlust fürchtenden alten Eliten Vorurteile wie Jauche verteilten – goutiert von den Menschen, die den alten Methoden des Obrigkeitsdenkens kaum aufgeklärtes und selbst erkennendes Selbstbewusstsein entgegenstellten, sondern stattdessen von „aufhängen an den langen Haaren“ oder „an die Wand stellen und schießen“ lamentierten – begleiteten neue Verlage mit ihren Buch-Programmen die Verbreitung der kritischen Literatur und wissenschaftlicher Gesellschaftstheorien.
Neben dem Suhrkamp-Verlag waren vor allem kleinere Verlage (Verve) beeinflussend beteiligt, wie Felsch in seinem Werk „Der lange Sommer der Theorie“ betont. So gelangten aus den Archiven und Bibliotheken der Universitäten Adornos Werk „Minima Moralia“, ebenso Erich Fromms „Haben und Sein“ und die Schriften der Frankfurter Schule als „Kritische Theorie“ von Max Horkheimer und Theodor W. Adornos „Dialektik der Aufklärung“, sowie Jürgen Habermas „Erkenntnistheorie“ oder Hannah Arendts Werke zur Aufarbeitung der Hitler-Diktatur „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ ; „Wahrheit und Politik“ und „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ als Taschenbuchformate in eine breitere Öffentlichkeit für die interessierten Teile der Gesellschaft.
Auch der Blogbetreiber nutzte die täglichen Fahrten vom Land in die Stadt zum ehrwürdigen humanistischen Gymnasium KKG für das Studium der neuen Sichtweisen ermöglichenden Bücher. Mit „Sit-ins“ und der Forderung nach neuen Formen der Schülermitbestimmung sahen sich das Lehrer-Kollegium und die Schulleitung unter dem von Schülern „Zeus“ genannten Schulleitern einem neuen Selbstverständnis der Abiturienten entgegengestellt. Einer Energie, die das intellektuelle Gelernte für den Diskurs praktisch anwendete, und dem die überforderten Lehrpersonen aufgrund ihrer fehlenden Flexibilität nichts entgegen zu setzen hatte. Auch weil keine Bereitschaft bestand, die zwar bequemen, aber völlig überholten Abläufe zu überdenken und Demokratie – als Lehrinhalt beauftragt – nun endlich zu praktizieren. Mit dem ´68er Selbstbewusstsein begann der Abbau des Auf das Denken der Menschen nahmen Philosophie, Soziologie und Psychologie Einfluss und ihre Erkenntnisse und Theorien standen in großer Bandbreite zur Verfügung.
Philipp Felsch stellt mit seinem Buch einen roten Faden durch dreißig Jahre Bundesrepublik zur Verfügung. Die Gewohnheiten des Campus als Spielfeld der Professoren, die wie im Bereich der Philosophie „… sich darauf beschränkten, den Sinn des Seins (Heidegger: Das Nichts nichtet…) und die Texte der Klassiker auszulegen, hatte das neue Denken der ´68er nichts zu tun“, wie Felsch formulierte.
„Statt auf ewige Wahrheiten zielte es auf die Kritik der Verhältnisse ab …“ (Felsch).
Die alltäglichen Vorgänge begannen im Bewusstsein ihrer Relevanz für das Leben in der Gesellschaft hinterfragt zu werden. Das bedeutete, dass das Handeln und Denken der bisherigen Elite aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kritisch in Augenschein genommen wurden. Die Demokratie wurde nicht mehr nur von der zuvor genannten Gruppe bestimmt, sondern begann von weiteren Teilen der Gesellschaft praktisch gelebt zu werden.
Wer wie daran beteiligt war und mit welchen Folgen, wird in weiteren Beiträgen und aus den Erinnerungen des Blogautors beschrieben werden.
Ursprüngliche Version vom November 2025 (Autor: JvHS) – reloaded nach Serverumzug
6. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Miteinander statt spalten – aufklären statt hetzen – Poppers Kommunikationsregeln helfen!
„Fanatismus und Extremismus sind die Totfeinde der Vernunft!“ – JWB
Egal ob “Runder Tisch” oder eckiges Tischchen, ein fruchtbarer Austausch ist nur machbar, wenn auch für die Gespräche und die Diskussionsrunden ein paar Regeln gelten! Karl Poppers Kommunikationsregeln sind hilfreich!
Gleich zum Anfang und ebenso kurz wie bündig, folgt hier die Wiedergabe der 12 Kommunikationsregeln Karl Poppers:
1)Jeder Mensch hat das Recht auf die wohlwollende Auslegung seiner Worte.
2) Wer andere zu verstehen sucht, dem soll niemand unterstellen, er billige schon deshalb ihr Verhalten.
3)Zum Recht ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.
4)Jeder soll im Voraus sagen, unter welchen Umständen er bereit wäre, sich überzeugen zu lassen.
5)Wie immer man die Worte wählt, ist nicht sehr wichtig. Es kommt darauf an, verstanden zu werden.
6)Man soll niemanden beim Wort nehmen, wohl aber das ernst nehmen, was er gemeint hat.
7)Es soll nie um Worte gestritten werden, sondern um die Probleme, die dahinterstehen.
8)Kritik muss immer konkret sein.
9)Niemand ist ernst zu nehmen, der sich gegen Kritik immunisiert hat.
10)Man soll einen Unterschied machen zwischen Polemik, die das Gesagte umdeutet, und Kritik, die den anderen zu
verstehen sucht.
11)Kritik soll man nicht ablehnen, auch nicht nur ertragen, sondern man soll sie suchen.
12)Jede Kritik ist ernst zu nehmen, selbst die in böser Absicht vorgebrachte: Denn die Entdeckung eines Fehlers
kann uns nur nützlich sein.
Quelle: Veröffentlicht wurden sie 1994 von Hans-Joachim Niemann in der Zeitschrift „Aufklärung und Kritik“.
6. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Zwischen optimistischer Utopie und Verdrängung der Fakten als Dystopie relativer Realitäten
Das „Schwarze Loch“ der Politik in der Parteien-Demokratie
„Wer gesinnungsethisch denkt und handelt, neigt dazu, einseitig die sichtbar neoliberalen Aspekte der Wirklichkeit zu betonen oder diesen die größte Bedeutung beizumessen, da er alles andere verkennt.“ – JWB
Es hat sich im Wesentlichen nichts an den Fehlverhalten und den Fehlentwicklungen geändert! (Text ist aus dem Jahr 2022 und belegt, dass auch die neue Koalition nichts aus alten Fehlern vorheriger Regierungen gelernt hat!)
Das Verdrängen von Fakten ist ein Schutzmechanismus der Menschen in Zeiten der Herausforderung und Ungewissheiten und dem Ausgeliefertsein in Form existenzieller Bedrohungen. Bei Veränderungen der Sozialgefüge durch nicht persönlich lösbare Beeinflussungen wie Pandemie, Krieg und autokratische Entwicklungen im Staat entstehen Unsicherheiten, die den gewohnten Ablauf des Lebens stören, verändern und Leidensdruck erzeugen.
In autokratischen und diktatorischen Staatssystemen werden Freiheit, Meinungsäußerungen und der Diskurs um eine gemeinsame und tragbare Veränderungsnotwendigkeit unterdrückt und mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Gewalt eingedämmt. Die Realitätsveränderungen sind durch strukturelle Existenznot, Unterdrückung, Freiheitsberaubung und Bedrohung des Lebens gekennzeichnet. Putins Krieg gegen die Ukraine und der vorherige gegen Tschetschenien, Erdogans Krieg gegen die Kurden und Orbáns Ausschaltung der Rechtsstaatlichkeit sind Beispiele für die oben genannten Entwicklungen. (Und auch die neuen Kriege ab Okt. 2023 (Terroranschlag der Hamas auf Israel oder der aktuelle Krieg Trump-USA gegen den Iran zeigt die gleichen Fehler!)
In rechtsstaatlich-demokratischen Staatsstrukturen ist die Bewältigung der veränderten Bedingungen deutlich uneinheitlicher. Die Verschiebung ethischer Grundsätze hin zu einer gesinnungsideologischen Ausrichtung der Politik in einer Lobbyismus-Republik spaltet die Gesellschaft sowie die Parlamente. Anstatt die Stärkung der Problemlösungsfähigkeiten zu unterstützen und in konzertierten Aktionen zu organisieren, zerfleischen sich Opposition und Regierungskoalitionen in den Parlamenten. Trump und sein negatives Verhalten als Ausformung des Trumpismus sind dafür ebenso Beispiel wie die egomanische Selbstdarstellungstour des „BlackRock-Adepten“ Friedrich Merz als CDU-Fraktionsvorsitzender (in 2022) im Bundestag. (Neu: Seit rund einem Jahr als Kanzler! 2025)
Obwohl Handlungsanleitungen für Pandemien/Epidemien in den Schubladen lagen, wurden die dort vorgegebenen Vereinbarungen nach Ausbruch der Corona-Pandemie auf vielen Ebenen nicht umgesetzt. (Bevorratung von Schutzmittel etc.) Ebenso wenig wurden Katastrophen – und Verteidigungskonzepte auf EU-Ebene bereitgehalten, um den gemeinsamen Verteidigungsfall zur organisieren. Immer wurden die Interessen des neoliberalen Finanzkapitals – gesteuert durch einen überbordenden Lobbyismus – an die erste Stelle gesetzt. Die Verpflichtungen der EU und der nationalen Staaten für das Gemeinwohl und die Daseinsfürsorge wurden und werden immer weiter vernachlässigt. (Durch die Mehrheitsfraktion der Merz-Kanzlerschaft sogar aktiv verhindert!) Gerade in diesem Bereich ließen und lassen in der Parteien-Demokratie die neoliberalen Parteien der CDU/CSU und FDP (vor dem Rauswurf aus dem Bundestag) zu, dass durch Privatisierungen vieler Lebensbereiche die Störungen und der Abbau des Sozialauftrages zugenommen haben. (Wohnen, Gesundheit, Bildung, Energieversorgung, Altersversorgung werden dadurch einzig der Renditesteigerung unterworfen und verschlechtern so die Lebens-Bedingungen für große Anteile der Bevölkerung).
Was sich auf politisch-staatlicher Ebene wie zuvor geschildert in dystopischer Form entwickelt, geschieht auf gesellschaftlicher Ebene für das private und persönliche Umfeld. Der Wunsch des „Weiter-so-wie-bisher“-Lebens mit der Verdrängung der Bedrohungen des Lebensalltags bei großen Teilen der Bevölkerung lässt diese auf persönlicher und privater Ebene erkranken! Angeschlagen ist auch das demokratische System. Vertrauen in die Politik geht immer mehr verloren, genauso wie das Selbstvertrauen bei den Menschen. Angststörungen nehmen zu, ebenso wie die Gewalt gegen Mitmenschen. Verdrängung und Vermeidungsverhalten breiten sich aus – gestützt durch unsägliche TV-Formate wie GNTM bei den Privatsendern oder Politik-Talk á la Lanz bei den öffentlich-rechtlichen Sendern –und betäuben die Wahrnehmung sowie das evidenzorientierte Denken.
Was ist zu tun?
1. Kein „Weiter-so-wie-bisher“ auf allen Ebenen! Das heißt, dass das Denken und Verhalten der Politiker untereinander nicht mehr in den jahrzehntelang eingesetzten Formen des diskriminierenden und auf Ansehensgewinn ausgerichteten Angriffen à la Merz-Reden
erfolgen darf, sondern ein parteiübergreifendes Miteinander (als konzertierte Aktionen und durch das Volk in Form von Bürgerräten beteiligtes Mitwirken) ermöglicht wird, um alle Kraft auf die Problemlösungen zu fokussieren.
2. Die Verfälschung und Verwässerung der dringendsten Probleme durch den Lobbyismus und die Einflussnahme zum Zwecke der rein ökonomischen Interessensvertretung ist zu beenden und komplett auszuschalten.
3. Beteiligung und Mitbestimmung durch Volksentscheide –wie zum Beispiel aktuell in Dänemark (2022!) – für alle wichtigen Themen der Gesellschaft, vor allem die Themen der Gemeinwohl- und Daseinsfürsorgebereiche sind sofort zu realisieren.
4. Transparente und mediengestützte Aufklärung sowie die Entwicklung einer Diskurskultur, die positiv und frei von gruppenbezogener Hass- und Gewaltbereitschaft, im Rahmen eines respektvollen und würdeorientierten Umgangs erfolgt, muss sofort und nachhaltig praktiziert werden.
5. Die Regeln Poppers für eine Kommunikation sollen beachtet und praktiziert werden im Miteinander: statt spalten – aufklären/ statt hetzen – gemeinsam Probleme lösen!
Version vom 02.06.2022 – ergänzt um aktuelle Fakten – reloaded
6. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Prinzip Hoffnung – oder die Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme für Frieden, Freiheit, Menschenfreundlichkeit
„Der Mensch sollte am Gelingen sich orientieren, nicht am Scheitern. Die Natur lebt das Prinzip vor!“ – JWB
„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, es ist nicht der Glaube, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ – Václav Havel
„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ – E. Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Bd. 3
„Unmündigkeit und Gewaltbereitschaft ist ein explosives Gemisch, das sich im Pöbel zeigt. Ist er käuflich, wird er zugleich sinnlos gefährlich; folglich kann er von denen, die die Mittel haben und die an den faschistischen Denkmustern, Unterdrückungsverhalten und geopolitischen Angriffskriegen egomanisch interessiert sind, verblendet und gebraucht werden.“ JWB (in Anlehnung an E. Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Bd. 1)
„Wo Eigensinn bei Dummen ficht, wird durch Vernunft nichts ausgericht‘.“ – Deutsches Sprichwort
„Fanatismus und Extremismus sind die Todfeinde der Vernunft.“ – JWB
In der Erzählung, „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry, verweist der Autor auf die Notwendigkeit, die Unbeschwertheit der Kindheit erleben zu dürfen als einer der wichtigsten Erfahrungen und Bausteine auf dem Weg, erwachsen zu werden! Und zwar zu einem stabilen, lebensbejahenden, menschenfreundlichen und in Empathie handelnden Menschen!
Unbeschwertheit erfahren zu dürfen, heißt, in Sicherheit und Geborgenheit die Welt erkunden zu können, Fähigkeiten durch Ausprobieren zu entwickeln und Probleme gemeinsam lösen zu können, aber auch kreativ sein zu dürfen in Begleitung wohlwollender Mentoren und Vorbildern, von deren Fertigkeiten zu lernen, sowie Freiheit zu erleben, in der die Freiheit des Mitmenschen mitgedacht wird.
Eine positive Kindheit zu erleben – ohne physische und psychische Gewalt – darf nicht als Schicksal oder Luxus gewertet werden, sondern als Recht der Menschen, in der das positive Denken und Handeln aller Beteiligten im Mittelpunkt des Zusammenlebens stehen.
Um eine negative Kindheit zu verhindern und die Weiterentwicklung hin zum Erwachsenen zu ermöglichen – der in menschenfreundlicher, mitfühlender und konstruktiver Weise als Mitglied der Gesellschaft am gelingenden Leben mitwirkt – besteht die verpflichtende Aufgabe der Menschen darin, auf allen Ebenen des Zusammenlebens die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages vorzunehmen, wie sie in der direkten Demokratie durch echte Gewaltenteilung und als Sozialstaat vorgesehen ist, der die Menschenrechte umsetzt und notfalls verteidigt.
Zu den Aufgaben der Regierungen in der direkten Demokratie gehören die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Begleitung der Kinder und Jugendlichen hin zu Erwachsenen mit Hilfe des Sozialstaates und seiner ausgleichenden Verteilung der Belastungen notwendig und hinreichend erfolgt.
Dass dieses Ziel zu erreichen – durch vielfältigen Widerstand und Blockade – verhindert wird, zieht sich durch die Geschichte der Menschheit wie ein roter Faden der Destruktion und Reaktion.
Desgleichen ist in der Person Wolfgang Weimer nachvollziehbar – aktuell Staatsminister des Bundeskanzler Friedrich Merz für Kultur und Medien und ehemaliger Chefredakteur der Springer-Zeitung „Die Welt“ und Gründer der Zeitschrift „Cicero“ – der ganz nach Helmut Kohls Agenda „der geistig-moralischen Wende“ den Kulturbetrieb in Deutschland fundamentalistisch rechtskonservativ durcheinander wirbelt.
Das lässt sich am besten durch Streichung der Fördergelder bei NGOs (wie Demokratie-Stärkung), in den Fördergeld-Verteilungen für die Kultureinrichtungen (durch Weimer) oder in der Ablehnung der Kraftstoff-Preisdeckelung und des Einzugs von Übergewinne bei den Ölkonzernen, sowie der Ablehnung der Energiewende durch die Wirtschaftsministerin Reiche nachvollziehen.
Mit dem Rückbau des Sozialstaates und der Umverteilung der Bundeshaushaltsfinanzen zu Lasten der Zivilgesellschaft mit gleichzeitigem Zwang in prekäre Verschlechterungsbedingen (Jobcenter-Sanktionen, obwohl auf dem Arbeitsmarkt keine äquivalenten Angebote bei steigender Arbeitslosigkeit bestehen!), werden „Einsparungen“ im ALG I und ALG II installiert.
Wirkliche Entlastungen durch Mietpreis-Deckelung respektive Korrektur der alle drei Jahre gesetzlich erlaubten Miet-Erhöhungen bis 15%, durch staatliche Investitionen in den Wohnungsbau für kostengünstige und bezahlbare Mietwohnungen (und nicht für Investmentgesellschaften mit ihren Renditeabsichten) gesetzlich zu verankern, sowie die Belastungsverteilung durch Vermögenssteuern bei den Superreichen (Multimillionäre und Milliardäre) zur Verbesserung und gerechteren Belastungsverteilung einzuführen, wird bei Kindern in prekären und von Armut bedrohten Familien die Erfahrung einer unbeschwerten Kindheit verhindert!
Die feststellbare Spaltung der Gesellschaft ist multi-ursächlich. Die Mehrheit der Gesellschaft ist zu hohen Anteilen in prekären und armutsgefährdenden Situationen. Die Hälfte der Bevölkerung lebt ohne Immobilieneigentum. Diejenigen, die Eigentum in Form von selbstbewohnten aber kreditfinanzierten Immobilien haben, sind durch Konjunktur-Einbruch gefährdet. Die Rücklagen dieser Menschen sind kaum nennenswert und werden durch die steigende Arbeitslosigkeit in belastenden Bedingungen versetzt.
Ein weiteres Drittel der Bevölkerung lebt in „gutsituiertem Wohlstand (auch durch Erbschaften)“ und glaubt durch Abbau des Sozialstaates an die „Pseudo-Sicherheit“ durch die konservativen Parteien á la CDU/CSU, an den Eigentumsschutz, sowie an die Hoffnung, durch Vermögensanlage auch von dem System der leistungslosen Vermögensvermehrung zu profitieren. Sie unterstützen damit weiterhin die Umverteilung zugunsten der wirklich reichsten 10% der Gesellschaft. Diese haben jedoch zum vorgenannten Drittel tatsächlichen Einfluss und Macht und dynamisieren ihre Vermögensvermehrung. Ihr organisierter Lobbyismus und ihre Meinungsmacht reichen bis in die Gesetzgebung zu ihrem Vorteil. Die politische Macht ist längst in die Hände der Finanz- und Vermögensverwaltungen gewechselt.
Hannah Arendt hat die Entwicklung der Ideologie des Konservatismus mit Affinität zum totalen Umbau der Wertevorstellungen von Freiheit und Gleichheit durch den geopolitischen Neoliberalismus schon elementar in ihrem Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ beschrieben.
Arendts These lautet: „Jede Weltanschauung (Ideologie) kann durch eine fundamentalistische Bewegung übernommen und mittels Gewalteinsatz durch Terror gegen die Bevölkerung in einen Totalitarismus und eine Diktatur gewandelt werden!“
Auf diesen Weg scheint die USA unter Donald Trump zu sein. China hat diesen Weg schon längst etabliert. Iran seit 1979 durch das System der Revolutionären Garden und dem Scharia-Terror, Korea durch das Terrorsystem stalinistischer Provenienz und die Türkei unter Erdogan sowie Ungarn durch Orban durch die Ausschaltung der Gewaltenteilung und personellen Besetzungsmethoden der Gerichtsbarkeit und der Legislativen mit Gefolgsleuten.
Der Erfolg der AfD und der Einfluss des rechtsextremistischen Flügels unter Höcke und Co. scheint nachvollziehbar verständlich, wenn die Zustimmung vieler Menschen – die in Ostdeutschland fast sieben Jahrzehnte in einem despotischen Unrechtsstaat gelebt haben (1933-1945 dem Totalitarismus der Naziherrschaft und von 1949-1989 der Stasiherrschaft) – zu antidemokratischen Extremisten verstanden werden als Zustimmung für die Installation einer Diktatur mit Führer-Modell!
„Was moderne Menschen so leicht in die totalitären Bewegungen jagt, … ist die allenthalben zunehmende Verlassenheit. Es ist, als breche alles, was Menschen miteinander verbindet in der Krise zusammen. … Das eiserne Band des Terrors, mit dem der totalitäre Herrschaftsapparat die von ihm organisierten Massen in eine »entfesselte« Bewegung reißt, erscheint so als ein letzter Halt …“ Hannah Arendt
Da wird das Handeln von Funktionsfanatikern in der Mehrheitsfraktion der CDU/CSU zum Katalysator der Machtübernahme-Möglichkeiten durch Anti-Demokraten.
Version vom 12.04.2026 – reloaded am 06.05.2026
6. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Selbst- und Fremdtäuschungen in der Politik und Parteien-Demokratie – Friedrich Merz und Katherina Reiche (CDU)
„Statt auf ewig falsche „Wahrheiten“ zielt der Kommentar und Blog-Text auf die Kritik der politischen Verhältnisse ab …“
„Wer nur im Kreis Gleichgesinnter verkehrt, übersieht die Ecken und Kanten seiner Weltanschauung und seiner Ideologie.“
»Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.« – Albert Einstein
Der „Markt“ soll alle ökonomischen Probleme und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft in Deutschland regeln. Das ist das ideologische Denken und Handeln von Kanzler Friedrich Merz (aktueller Kanzler) und Katherina Reiche (Wirtschaftsministerin und lobbyistisch-affine Interessensvertreterin der Öl- und Gasindustrie), beide CDU und neoliberal verbohrte Anhänger einer Klientel-Politik, die den Mythos, dass die beteiligten Teilnehmer am „Markt“ eine selbstregulierende Wirtschaft betreiben würden. Der Staat solle sich komplett raushalten, besagte diese antiquierte Wirtschaftstheorie!
Mit dem Begriff „Markt“ wird vom Neoliberalismus (ein anderes Wort für den ungeregelten Finanzkapitalismus) die Vorstellung vertreten, dass die „freie Marktwirtschaft“ im fairen Wettbewerb für Wohlstand und Fortschritt sorgen werde. Ergänzt durch das ähnliche selbst- und fremdtäuschende „Märchen“, dass es den Lohnabhängigen, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, um ihre Existenz zu sichern, besser gehen werden, wenn es den Unternehmen in der „freien Marktwirtschaft“ gut gehe!
Doch eine „freie Marktwirtschaft“ gibt es im globalen Verdrängungskampf schon lange nicht mehr, wenn es sie denn mal gegeben hat. Von fairem Wettbewerb ganz zu schweigen. Die Konzentration auf wenige Konzerne in den Branchen (IT-Tech und Banken) ist das Ergebnis des neoliberalen Kapitalismus und des Finanzkapitals (Banken und Vermögensverwalter), welche das Kapital in Börsenprodukte festlegt, anstatt Industrie und Handel mit Krediten auszustatten, die für reale Investitionen genutzt werden könnten. So entstehen über lange Zeit sowohl Investitionsstau durch ausbleibende Investitionen in neue Produktionsunternehmen, welche dann den Wettbewerb beginnen könnten. Stattdessen wird die Konzentration auf wenige Big Player ermöglicht, die jeden Wettbewerb behindern.
Wenn dann egomanisch-despotische Machtkonzentration bei wenigen Regierungsspitzen (Trump (USA), Putin(Russland), Xi Jinping (China) u.a. zu einem Wechsel der Staatsformen führt, die zudem die geopolitische Landschaft mit imperialistischen Zielen und gewaltorientierten Methoden neu aufteilen, dann gleiten die unterschiedlichsten Gesellschaften ins politisches, arbeitsmarktbetroffenes und zivilgesellschaftliches Chaos.
Nicht nur in Krisen- und Kriegszeiten, da aber besonders angebracht, ist jede einseitige Klientelpolitik für Unternehmen zu beenden. Grenzübergreifende Solidarität und konzertierte Eingriffe in das ökonomische Treiben der Unternehmen sind existenziell notwendig! Wo Regellosigkeit herrscht, sind Regelwerke und Kontrolle angesagt. [Preisgrenzen und Gewinnbeschränkungen bei Kraftstoff- und Energie-Konzernen; Mietpreisdeckelung, Laufzeiten und prozentualer Erhöhungsautomatismus sind zu überarbeiten (3 % Mieterhöhung alle 5-6 Jahre statt 5% alle 3 Jahre)! Vermögenssteuern sind zur Finanzierung des Gemeinwohl-Haushalts zu erheben und wieder einzuführen. Begleitend dazu die Einführung einer Transaktionssteuer für Börsengeschäfte.
Begleitend dazu ist die Haftbarkeit mit dem eigenen Vermögen im Falle des fahrlässigen Schadens für Land und Bevölkerung durch Funktionsträger in der Politik gesetzlich zu installieren. Die Umsetzung ist durch eine Volksabstimmung zu legitimieren.
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ – Karl Popper
Version vom 20.04.2026 – reloaded am 06.05.2026
5. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Konservatismus-Spielarten oder trügerische Hoffnungen
Zukunft braucht Herkunft formulierte Odo Marquard in seinem Essay „Philosophische Betrachtungen über Modernität und Menschlichkeit“. Wer sich heute alles als konservativ bezeichnet, verlangt dem Gegenüber ab, sich intensiv mit diesem selbst angehängten Etikett zu beschäftigen, um die Wurzeln und Verortungen erstmal sortieren zu können.
Da ist es nicht verwunderlich, dass Abgrenzungen definiert werden müssen, um wesentliche Unterschiede klar benennen zu können. Abgrenzungen schaffen Klarheit, so dass die Sicht auf die Welt zum Indiz kommen kann, dass die Bandbreite von konservativ über reaktionär bis zu rechtsextremistisch reicht!
Das Motto: Zukunft braucht Herkunft verlangt, die Herkunft des Einzelnen und das Umfeld seines Netzwerkes zu verorten, um zu verstehen, wohin der Weg zukünftig führen wird. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Die Sozialisation bestimmt Denken und Handeln. Verantwortlich bleibt der Mensch dennoch für seine Taten. Veränderungen sind Bestandteile jedes menschlichen Lebens. Wenn die im Gesellschaftsvertrag festgelegten Vereinbarungen – in der Demokratie als rechtstaatliche Gewaltenteilung in Grundrechte und Menschenrechte verankert – nicht eingehalten werden, weil Egomanen in Machtpositionen sie nicht einhalten und autokratisch bis despotisch Macht missbrauchen, dann wird „konservativ“ zum Rückfall in Rechtsextremismus und Faschismus transformiert.
Im Wortschatz konservativer Herkunft taucht oft der Begriff „Tradition“ auf. Gleichbedeutend mit: „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Und wenn es einmal eine Zeit lang anders gemacht wurde, ist das dann auch Tradition zu nennen? Welche ist dann die echte Tradition? Beim politischen Handeln in Deutschland war der Wechsel von der CDU/CSU mit Adenauer-Weltbild hin zur SPD-FDP-Koalition unter Willy Brandt als SPD-Kanzler mit dem Motto: „Mehr Demokratie wagen“ als ein Aufbruch zu einem moderneren Verständnis von mitbestimmender Demokratie zu verstehen.
Nur rund 13 Jahre später – nach dem Bruch der FDP mit der „sozial-liberalen Koalition“ im Jahr 1982 – gelang Helmut Kohl der Sprung an die Spitze des CDU/CSU-FDP-Bündnisses, einer „konservativ-neoliberalen Koalition“, neu ausgerichtet als überwiegende Wirtschaftspartei-Koalition. Kohls Motto der „geistig-moralischen Wende“ bedeutete, das Regierungshandeln wieder auf die Klientelpolitik der Adenauer-Ära auszurichten. Die Zielverfolgung des „neoliberalen Wirtschaftssystems“ stand im Mittelpunkt: Die Gewerkschaften zu schwächen, die Privatisierungen vieler Bereiche voranzutreiben, [Gemeinwohl, Gesundheit, Medien, Infrastruktur (Post, Bahn, Verkehr) u.a] und den Finanzkapitalismus auf die Schienen zu setzen.
Nur allzu gerne interpretierten die konservativen Kräfte der alten Garden aus dem Adenauer-Kosmos dieses Motto als Rückkehr zu alten Werten, die gestärkt werden sollten. Wie sich nach 16 Jahren Kohl-Regentschaft rückblickend feststellen ließ, war weder „geistig, noch moralisch“ eine Wende – oder wie Kohl später korrigierend formulierte – von „geistig herausfordernder“ Wende etwas zu vernehmen. Stattdessen funktionierte das Netzwerk der lobbyistischen Einflussnahme der führenden Unternehmen mit der Kohl-Autokratie hervorragend. Belege dafür sind die Flick-Affäre mit der „Pflege der politischen Landschaft (von Brauchitsch als Flick-Manager)“ sowie die Parteispenden-Affäre! Korruptionsaffine Netzwerke scheinen allem Anschein nach bis heute zu existieren, obwohl Kohls Äußerung, die Bundesrepublik sei nicht käuflich, bei den aufgedeckten Affären bis heute eher als hohle Phrase gewertet werden kann.
Nach der Wiedervereinigung durften dann auch die Menschen in den neuen Bundesländern die Erfahrung machen, dass der Wert „konservativ“ oft genug das Gegenteil von „moralisch und menschenfreundlich“ vermittelte. Und zurück zu alten Traditionen auch unmoralisches Denken und Handeln mit ethischem Anklang zur Menschenfeindlichkeit bedeuten kann. Diese Bedeutungsvariante von „konservativ im Sinne von bewahren“ wird pervertiert und lässt dann eher die Wertung „reaktionär“ im Sinne von „zurück zur Ungerechtigkeit und den Privilegien für wenige“ passend erscheinen. Konservatismus als „Restauration“ der alten Ordnung. Diesen Gedanken versuchen auch heute ein Großteil der CDU/CSU-Fraktion und der CDU/CSU geführten Ministerien in der Merz-Kanzlerschaft zu realisieren.
Reaktionär ist deshalb auch die Aussage von Friedrich Merz und XY, wenn der Bevölkerung und den vielen Arbeitssuchenden entgegnet wird, „mehr zu arbeiten“! Da mag eventuell in den – aber das in nur wenigen – Köpfen die Versuche Thomas Mann nach dem Weltkrieg 1914-1918, seine konservative gestützte Kriegshaltung und Begeisterung vor 1914 zu korrigieren, in den Sinn gekommen sein, der einerseits ebenfalls reaktionär den damaligen Arbeitslosen „das Arbeiten“ empfahl, doch zugleich kritisch dem aufkommenden völkischen Antisemitismus gegenüberstand!
Der selbstkritische Wandel des Thomas Mann vom ehemals rechtskonservativen Denker hin zur Ablehnung des völkischen Rechtsextremismus beschreibt der Autor Herwig Finkeldey in seinem Essay „Wider die Verhunzung des Konservatismus“ im Internet-Magazin „tell“.
„In konservativer Tradition begreift Thomas Mann Politik weiterhin als Schaumschlägerei. Eine Schaumschlägerei allerdings, die ihn in allen Fasern des Daseins treffen wird – und die auf frappierende Weise an heutige Facebook-Schlachten erinnert.“