Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

22. Juni 2026
von JvHS
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Liberation und libertäre Eindimensionalität bestimmen das Denken und Handeln der Merz CDU/CSU bei den Reformen

Statt Gleichgewicht und staatliche Förderung der Eckpunkte einer neuen Wirtschaftspolitik verharrt die Merz CDU/CSU in anachronistischer Eindimensionalität und ungerechter Verteilung der Belastungen!

Über die neoliberale Springerpresse wie „Die Welt“ verkündet der CDU-Kanzler Friedrich Merz seine gesinnungsethische Weltsicht zum Thema Reformen:

Zitat: „Wir müssen der Bevölkerung erklären, dass Reformen kein Selbstzweck sind“, sagte der Kanzler. „Das machen wir ja nicht, weil wir Spaß daran haben, jetzt Dinge zu verändern. Sondern Veränderungen sind notwendig, damit vieles so bleiben kann, wie es ist.“ Zitatende (Quelle: Die Welt online)

Darauf kann der aufmerksame Leser nur antworten:

„Stimmt, Herr Merz, Reformen sind weder Selbstzweck, noch ein spaßiges Vergnügen. Nur fehlt in ihrer Aussage die Aufklärung der Bedeutung hinter den Begriffen, die Sie verwenden! Da ist vor allem der Teilsatz … damit vieles so bleiben kann, wie es ist…  und seine eigentliche Bedeutung, die darin liegt, dass Sie und ihre Unions-Parteien keine Vermögenssteuern erheben wollen, noch die Steuerschlupflöcher schließen. Die Privilegien der Vermögenden wollen Sie nicht anrühren! Die Prioritäten der Wirtschaft sollen erhalten bleiben. Die Kosten dieser Umverteilung von unten nach oben sollen nur die Teile der Bevölkerung tragen, die ihre Existenz durch Lohn-Einkommen sichern können am Arbeitsmarkt, den jedoch neoliberale Entscheider der Wirtschaft und des Finanzkapitals beeinflussen!

Zudem verweigern Sie und Ihr  Parteien-Bündnis CDU/CSU die Korrektur der Belastungsverteilung! Stattdessen sollten bei den „Reformen“ in den Bereichen: Rente, Gesundheit, Wohnen, Vermögenswachstum durch leistungslose Finanzanlagen diese neu organsiert werden, sowie die Sozialabgaben für alle Menschen und Tätigkeiten (Freiberufler, Unternehmen, KI- und Robotik-Produktivität) in die Sozialkassen neu und gerechter bestimmt werden! Aber Sie bleiben beim „alten Kaffee“ der eindimensionalen Weltsicht aus Adenauers Zeiten: „Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch den Arbeitern gut!“

Die Lösung für die Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise liegt dagegen in der Berücksichtigung der realen Welt der Zivilgesellschaft und des Teils der Bevölkerung, die ihre Existenzsicherung nur durch Arbeitseinkommen sichern können.  Weil die Reform-Kommissionsmitglieder diese gesellschaftsspaltende Inhalte, die als Reform vorgestellt wird, verteidigen und ihre Vorschläge phrasenartig „notwendige Reform“ nennen, schlagen die Experten aus Politik- und Wirtschaftswissenschaft berechtigter Weise der Regierung und Kanzler Merz das morgen vorzustellende Machwerk um die Ohren!

Herr Merz, werden Sie und ihre Regierungsmannschaft endlich der Aufgabe gerecht, die gesamte Bevölkerung in den Blick zu nehmen und nicht nur die eigene Klientel zufrieden stellen zu wollen!

Lösungsvorschläge sind nachstehend aufgelistet:

Lösungen – die diskutabel sein dürften – lauten:

1. Produktivitäts-Besteuerung und Sozialabgaben äquivalent der menschlichen Arbeit staatlich einziehen! Damit werden der Verfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts (Spaltung der Gesellschaft) und der Abbau von Solidarität verhindert!
2. Das bestehende Verständnis von Eigentum und dessen System gesetzlich verändern und die Produktionsmittel (Daten, Algorithmen, Server-Farmen, Plattformen der sozialen Medien und die KI-Programmier-Patente) dem Privateigentum entziehen und als Gemeingut rechtskräftig deklarieren.
3. KI gesteuerte Aneignung von Kompetenz (Wissen, Forschungsergebnisse und Erkenntnisse) ist ebenso zu verhindern und dem Zugriff der Geld-und Vermögensökonomie zu entziehen.
4. Eine begleitende Ethik zur KI-Ökonomie, die eine Verständnisverschiebung von Privateigentum hin zum Gemeingut betont und das Recht auf Allgemeingut über das des Privateigentums der Geldökonomie stellt, soll als gesetzliches Grundrecht definiert werden! Dieses neu formulierte Grundrecht ist eine notwendige Grundlage und Zielformulierung für den Erhalt der Demokratie.
5. Die Transformation der KI-Potenziale weg vom überholten Arbeitsbegriff hin zu einem Erhalt der Grundlagen des Lebens und dem Verständnis vom Sinn des menschlichen Lebens, welches im Hüten und Behüten der Demokratie und des Gleichgewichts von Ökologie und Ökonomie liegt, wäre ein Anpassungsleistung, die Blochs „Prinzip Hoffnung“ in eine neue – dem Wachstum der Geldökonomie entgegengesetzte – Richtung leiten würde. 

Zerstörung des Sozialstaates durch neolibertäres Denken und Handeln ist Gefährdung der Demokratie

KI-Realität – Auswirkungen auf: Arbeit, Sozialstaat, Wohlstand und Demokratie! Oder das Prinzip Hoffnung!

Magie der Makro-Ökonomie schwindet aufgrund der wackligen Eckpunkte Inflation und Arbeitsmarktkrise

 

21. Juni 2026
von JvHS
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Zerstörung des Sozialstaates durch neolibertäres Denken und Handeln ist Gefährdung der Demokratie

Die Zielsetzungen der Wirtschafts- und Sozialpolitik durch die CDU/CSU-Mehrheitsfraktion in der Regierung ignoriert die Vorgaben des „Magischen Vielecks“!

Die systematische Zerstörung des Vertrauens in die Seriosität der Mitarbeiter-Suchanzeigen durch Fake-Annoncen und „Geisterjobs“-Ausschreibungen weitet sich immer weiter aus.

Der Anstieg der nicht selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit verschiebt die Ungleichheit von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt hin zur strukturellen Arbeitslosigkeit und fördert die Sanktions-Systematik der „Grundabsicherung“ durch die Jobcenter.

Die „Problem-Lösungsprojekte“ der Mehrheitsfraktion CDU/CSU in der aktuellen Regierung ist dermaßen von Gesinnungsdenken und –handeln betroffen, dass sie die steigenden Kosten der Arbeitslosigkeit nur auf dem Rücken der Betroffenen und ihrer Familien und deren Kindern verteilen wollen. Das Instrument dafür ist die Zerstörung des Sozialstaates, die weiteren Einschränkungen der Arbeitnehmerrechte, die Schwächung der Gewerkschaften und durch Ausweitung der Willkür-Maßnahmen unseriöser Unternehmen.

Die Management-Fehler in den Unternehmen aufgrund von falschen Entscheidungen der Unternehmensführung sollten den Aktionären als Verteilung des Belastungsausgleiches aufgebürdet werden. Stattdessen  sollen diese Kosten den Teilen der Gesellschaft aufs Auge gedrückt werden, die als Lohnempfänger über Arbeitseinkommen ihre Existenzsicherung vornehmen müssen, in dem ihre Arbeitnehmerrechte zugunsten der Unternehmen eingeschränkt werden. Tägliche Arbeitszeiten sollen durch willküraffine Ausweitungen  ermöglicht werden.

So verkündet der „Lautsprecher“ der rechtskonservativen CSU, Markus Söder im Interview, durch die Reduzierung der „Grundsicherung/Bürgergeldkürzungen“ indirekt, dass es keine Steuer auf Vermögen geben werde. Gerade diese Besteuerung der Vermögensvermehrung durch leistungsloses Finanzkapital wäre die gerechtere Verteilung der Belastungen des Haushaltes. Eigentum und leistungslose Vermögensvermehrung werden in der Welt des Neoliberalismus belohnt und geschont. Nicht verschuldete Arbeitslosigkeit wird mit perfiden und verlogen begründeten Argumenten bestraft. Dass gerade im Arbeitsmarkt viele Unternehmen ein falsches und verlogenes Spiel in den Mitarbeiter-Suchannoncen betreiben, ist gesicherter Fakt.

Die Tragsäulen der Demokratie  Freiheit, Gleichheit, brüderliche Solidarität werden systematisch zerstört von der Parteien-Demokratie. Die Nutznießer sind die rechtsextremistischen Parteien á la AfD mit ihren Autokratie-Zielen.

Notwendige Maßnahmen in den Krisenzeiten wären: Die Kosten für das Grundbedürfnis „Wohnen“ reduzieren, in dem Investment-Modelle wie „Deutsche Wohnen“ untersagt werden oder gekoppelt an Bedingungen, dass Sozialer Neubau verpflichtet wird, im gleichen Verhältnis wie der Aufkauf von hunderttausenden Mietwohnungen stattfindet! Schon realisierte Investment in Mietwohnungen müssen gleichzeitig durch einen Mietpreisdeckel vor weiteren Mietsteigerungen geschützt und dies gesetzlich umgesetzt werden. Volksabstimmungen zu diesem Thema (Berlin!) sind mit sofortiger laut dem Ergebnis umgesetzt werden!

Subventionen für Unternehmen müssen mit Vorgaben verbunden werden, die der sozialen Allgemeinheit zugutekommen. Zugleich sind „Übergewinne“ des „Tankrabatts“ bei den Energie- und Treibstoff-Unternehmen sofort gesetzlich festzulegen und gesichert werden!

Vermögenssteuern sind wieder eingeführt werden. Nur so ist Gerechtigkeit als Basisbaustein der Demokratie gesichert.

KI-Realität – Auswirkungen auf: Arbeit, Sozialstaat, Wohlstand und Demokratie! Oder das Prinzip Hoffnung!

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20. Juni 2026
von JvHS
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Macht – oder die Kunst des Scheiterns akzeptieren und dennoch aufstehen gegen Autokratie

Solidarität als Fremdheit

„Die Kunst des Scheiterns basiert auch auf dem Wissen darüber, was in der größten Krise zählt: Die Erinnerung an die Liebe und Menschlichkeit, die man erfahren und weitergegeben hat.“ (jwb)

Die Kunst des Scheiterns beruht darauf, bei der Überwindung des Scheiterns auch die Fähigkeit zu entwickeln, zu akzeptieren, das Ungewisse nicht ändern zu können und die Fähigkeit zu entwickeln, das Unfassbare als Teil des Lebens zuzulassen.
Das Neue kommt und ist anders als erwartet. Ambiguität und Ambivalenz sind Bestandteile der menschlichen Lebensentwürfe. Das Ringen um Klarheit ebenfalls. Menschlichkeit, Würde und Liebe sowie Empathie sind Leitfäden und Handlungsrahmen für das Ringen um Klarheit und Erkenntnis.

Gewalt, Hass, Ausgrenzung (Faschismus, Rassismus, völkisches Gebrabbel) sind Ausdruck von Unmenschlichkeit, Empathieunfähigkeit und Unverstand. Das letztere Verhaltensweisen nicht überwiegen und zur neuen Normalität wird – diese Gefahr ist aktuell sehr real – sind die Gefährdungspotenziale zu benennen und zu reduzieren durch Widerstand der Zivilgesellschaft.

Macht ist der Versuch, das Scheitern zu verhindern, die Kontrolle als Leitfaden des Lebens zu installieren und diese Mittel zu heiligen. Ein exemplarisches Beispiel dafür finden wir wieder aktuell bei Erdogan. Macht umfasst das Handeln, welches Max Weber definierte: 

„Macht bedeutet, jede Chance zu nutzen, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“. – Max Weber

Macht ist mit Funktionen und Institutionen verbunden und realisiert sich für das Subjekt in der Besetzung und Ausgestaltung derselben. Resultat der Machtanwendung ist die Beschränkung von Freiheit, der eigenen wie die der Anderen. Um die Beschränkung / Einschränkung oder den Wegfall der Freiheit zu begründen, werden Normen, Regeln, Rituale oder Code genutzt und gleichzeitig verschleiert.
Der Machtausübende ängstigt sich vor der Ungewissheit. Energien werden gebunden zur Sicherung der Macht. Der Schritt zur Sicherung der Macht mittels Gewalt und Unterdrückung ist in einem Staatsgefüge nicht weit. Transparenz zu verhindern (CETA, TTIP, TiSA oder Lobbyismus) wird zur beherrschenden Begleitform. Überwachung wird großgeschrieben. 

Kommunikation wird manipuliert oder verhindert. Netzwerke dienen nur noch zur Stärkung der eigenen Interessen und zur Unterdrückung der anderen Interessen. 

Diktaturen sind seit jeher Beispiele für diese Form der Machtsicherung. Autokratien ebenfalls. Sie unterscheiden sich lediglich in der Qualität und Form der Gewalt. Machtausübung – egal ob in Unternehmen, in Staaten oder sonstigen denkbaren strukturellen Institutionen – ist immer der Versuch der Konzentration auf ein Zentrum. Machtzentrierung ist das Ziel, entweder in einer Person oder in einem Zirkel. Die Kontrolle über und die Besetzung des Machtzentrums ist somit Ausdruck des Machtinhabers, egal ob es in Form einer Landnahme, einer Fusion oder Übernahme geschieht. Reduziert sich Macht auf Gewalt, dann schwindet jede Form von Nächstenliebe (christliches Moment) oder Gastfreundschaft (muslimisches Moment), die in jeder Ausprägung nach Nietzsche: „das Feindliche im Fremden verhindert“.
Wer Feindbilder generiert (AfD, Pegida, Rassisten u.a.), verhindert Vertrauen und Anstand, verhindert und beschränkt ebenso Ressourcen zur Problemlösung. Nur die Stärkung des Selbstvertrauens ermöglicht Wandel und Entwicklung. Veränderungen hin zur Machtteilung statt Machtzentrierung, Stärkung des Selbstvertrauens, Vertrauensentwicklung, Anstand und Empathie ermöglichen ein gewaltfreieres Zusammenleben in Freiheit. Befragungen, Controlling der Beziehungsstrukturen und Rankings, Bonibeteiligungen und Anreizsysteme sind dagegen Ursachen für Würdeverlust. 

Bildung ist der Weg zur Veränderung; Propaganda und Wissenskontrolle sind die Feinde der Bildung. 

Unternehmensführung ohne Ethik und Moral ist der Versuch zur Fremd- und Selbsttäuschung. Das Merkmal des Erfolgs als einzige Handlungsberechtigung der Unternehmensführung ist ein exemplarisches Beispiel für fehlende Wahrhaftigkeit, weil jegliche Ethik und Moral dem Erfolg unterworfen wird und zum Mittel verkommt. 

Die Beurteilung dieses Modells kann nur die Antwort erhalten mit Adornos: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen!“

Netzwerke der Macht: Lobbyismus 1

Lobbyismus – Thomas Leif 2

Mittlerweile gibt es nach langem Druck der Zivilgesellschaft das Lobbyregister im Bundestag.

Rückblick auf die Text-Version vom 26.04.2027  wieder neu eingestellt nach Serverumzug und mit aktuellen Fakten verbunden.

 

20. Juni 2026
von JvHS
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Lyrik – oder vom Sprechen und Schreiben im Rhythmus II

Hanns Dieter Hüsch:Be- und Erkenntnisse 

Mensch, du armes Lebewesen
Heil´ges Schwein von Gottes Gnaden
Sklave deiner eig´nen These
Liebesschwüre Hetz-Tiraden

Ausgewaschen deine Wunden
Deine Narben überschminkt
Hast den Himmel dir erfunden
Dass er die Erlösung bringt

Lebst mit wunderbaren Sprüchen
Lässt Dir Zukunft prophezeien
Zweigestirn und Zweigebein
Anderntags in Einbauküchen
Spülmaschinen-Litaneien.

Säugetier und Sozialismus
Außenwelt und Eingeweide
Sisyphos mit Katechismus
Mal in Sumpf und mal in Seide

Fliegst Du über Endmoränen
Bis sich All und Nichts begegnen
Suchst nach Trost für Deine Tränen
Lässt verfluchen dich und segnen

Spielst den Herrn und spielst die Dame
Stirbst wie jedes Tier allein
Zweigestirn und Zweigebein
Mensch genannt welch schöner Name
Wir wolln deinesgleichen sein.
________________________________________

Wilhelm Busch – ein Meister der Charakter-Beschreibung mit den Mitteln der Lyrik

Ihr kennt ihn doch schon manches Jahr,
Wißt, was es für ein Vogel war;
Wie er in allen Gartenräumen
Herumgeflattert auf den Bäumen;

Wie er die hübschen roten Beeren,
Die andern Leuten zugehören,
Mit seinem Schnabel angepickt
Und sich ganz lasterhaft erquickt.

Nun hat sich dieser böse Näscher,
Gardinenschleicher, Mädchenhäscher,
Der manchen Biedermann gequält,
Am Ende selber noch vermählt.

Nun legt er seine Stirn in Falten,
Fängt eine Predigt an zu halten
Und möchte uns von Tugend schwatzen.

Ei, so ein alter Schlingel!
Kaum Hat er ’nen eignen Kirschenbaum,
So schimpft er auf die Spatzen.

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

Unbequem

Ernst und dringend folgt mir eine
Mahnung nach auf Schritt und Tritt:
Sorge nicht nur für das Deine,
Sondern für das andre mit.

Demnach soll ich unterlassen,
Was mir von Natur genehm,
Um das Gute zu erfassen?
Ei, das ist mal unbequem.

Nicht artig

Man ist ja von Natur kein Engel,
vielmehr ein Welt- und Menschenkind,
und ringsumher ist ein Gedrängel
von solchen, die dasselbe sind.

In diesem Reich geborner Flegel,
Wer könnte sich des Lebens freun,
Würd‘ es versäumt, schon früh die Regel
Der Rücksicht kräftig einzubläun.

Es saust der Stock, es schwirrt die Rute.
Du darfst nicht zeigen, was du bist.
Wie schad, o Mensch, daß dir das Gute
Im Grunde so zuwider ist!
Wilhelm Busch

Erich Kästner

„Der Zweck sagt ihr, heiligt die Mittel?
Das Dogma heiligt den Büttel?
Den Galgen? Den Kerkerkittel?
Fest steht trotz Schrecken und Schreck:
Die Mittel entheiligen den Zweck!“

Artem Zolotarov

Der Rest ist Schweigen 

Ergebenheit in milden Zügen
Verloren-Sein im Lebenstraum
Die Tage streifen grell vorüber
Die Klänge flüstern scharfe Klingen.

Vergebung, Nachsicht, Offenheit
Rastlose Wärme – augenscheinlich
Das Warten wundet freundlich kühl
Der Schmerz wird wertvoll mit der Zeit.

So faszinierend diese Welt ist
Sie scheint so uferlos entgleist
Unsäglich fern in Beinahworten
Und doch so nah, wenn sie nur schweigt.

Lyrik – oder vom Sprechen und Schreiben im Rhythmus

Version vom 10.08.2025 / 16:50 Uhr  wieder neu eingestellt.

20. Juni 2026
von JvHS
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Lyrik – oder vom Sprechen und Schreiben im Rhythmus

Lyrik – ist die Versprachlichung der neuronalen Gewitter im limbischen System. Ist zudem die Gestaltung der Erinnerung erlebter Emotionen als Wiedergabe der kondensierten Erkenntnisse des präfrontalen Cortexes.

Am 09. November 2019 veröffentlichte ich einen Text unter dem Titel: „November III – Das Elend und die Kontemplation“. Darin einleitend ein lyrischer Text, der sich auf Thomas Braschs „Der schöne 27. September“ bezog.

Die Handlungen und Gefühlserlebnisse in der neuen Ausprägung der Brasch-Zeilen als „Der kalte 09. November“ können sich angesichts der aktuellen Ereignisse (Trump, Putin und Konsorten) an jedem Tag wiederholen!

Doch scheinen sie ebenso passend und synonym zu stehen für die Radikalität des Abbaus des Sozialstaates durch die Mehrheitsfraktion CDU/CSU und durch Teile der SPD in der Schwarz-Roten – Koalition mit ihrem gesinnungsethischen, rechtskonservativen Weltbild.

Der kalte 09. November!

Ich habe keine Zeitung gelesen – mich nur mit ihr zugedeckt.
Ich habe keiner Frau nachgesehen – denn sie gingen abgewandt an mir vorbei.
Ich habe den Briefkasten nicht geöffnet – ich besitze keinen solchen.
Ich habe keinem einen Guten Tag gewünscht – ich hatte selber schon lange keinen mehr.
Ich habe nicht in Spiegel gesehen – ich schämte mich zu sehr.
Ich habe mit keinem über alte Zeiten gesprochen – es wäre zu schmerzlich gewesen.
und mit keinem über neue Zeiten – mir fehlte die Hoffnung.
Ich habe nicht über mich nachgedacht – ich suchte das Vergessen.
Ich habe keine Zeile geschrieben – meine arthritischen Finger verweigerten dies.
Ich habe keinen Stein ins Rollen gebracht – denn ich lag mangels bezahlbarer Wohnungsmieten auf denselben.

(Ich bediente mich seines Werkes – es wurde zum “Der kalte 09. November”. Es gehört zur interpretatorischen Bandbreite, dass andere Menschen dies als Missbrauch empfinden mögen. Vielleicht ist es jedoch auch der Blick auf die andere Seite der Medaille des  Zusammenlebens der Menschen in Zeiten des Umbruchs.)

Neu wieder eingestellt und an den Zeitgeist der Umverteilung von „Arm nach Reich“ ergänzend angepasst.

19. Juni 2026
von JvHS
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Kraft der Kreativität im Widerstreit mit den realen Begebenheiten – Philosophie, Fotografie + bildende Künste

Mit dem Hinweis auf meinen Text, den ich 2015 als Blogbeitrag schrieb, nehme ich Bezug auf den Fotografen Sebastião Salgado, den der bekannte Filmemacher Wim Wenders zum Mittelpunkt seines Films „Das Salz der Erde“ machte.

Es ist Zeit, nochmals die Skepsis wieder stärker zu beleben, was Politik betrifft. Die These, dass unsere Demokratie am Abgrund steht, ist nicht von der Hand zu weisen. Im Film von Wim Wenders Das Salz der Erde“ (in Zusammenarbeit mit Salgados Sohn, Juliano) über Sebastião Salgado, einen bekannten Fotografen, sagte jener im Vorfeld zum Film:

«Ich glaube inzwischen, unsere wahre Bestimmung ist es, dass wir uns bewaffnen. Und dass wir uns gegenseitig töten bis zum Ende», sagte Salgado in einem «Spiegel»-Interview. Bei seiner Arbeit in Kriegsgebieten habe er unvorstellbare Brutalität erlebt. «Dieses Wissen über uns Menschen, das ich durch mein Leben als Fotograf erlangt habe – ich sage Ihnen, dieses Wissen ist kaum auszuhalten. Ich habe den Glauben an uns verloren.» 

Soweit ist die Skepsis beim mir noch nicht gediehen, aber dass ein solches Fazit am Ende des Arbeitslebens gezogen werden kann, ist nachvollziehbar, wenn auch nicht nachzueifern. Manchmal hilft dann der Rückzug in das Studium der Philosophen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen für ein Leben nicht durch Kriege und Oligarchien diktiert werden.

Es hat sich am damals beschriebenen Zustand nichts verbessert. Und so manches Mal ergibt sich die Situation zu fragen, ob das Schreiben gegen die Zustände eine Veränderung bewirken kann. Diese Skepsis gegenüber dem eigenen Tun ist berechtigt. Dennoch ist es weiterhin notwendig, den Blick nicht abzuwenden von der Erkenntnis, dass es „kein richtiges Leben im falschen“ geben kann 

Den Glauben an die Menschen nicht verlieren 

Den Glauben an die Menschen nicht ganz zu verlieren – obwohl Typen wie Trump, Putin, Erdogan, XiJinping und wie sie alle sich  gleichen bei der Praktizierung der Unmenschlichkeit, der Menschenfeindlichkeit und ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit genügend Anlass dazu geben würden – dazu sind einerseits die Erkenntnisse der Philosophen ebenso Hoffnung gebend, wie auch das Wissen um die Kraft der Kreativität in der bildenden, schreibenden und Musik machenden Kunst. 

In lockerer Reihenfolge werden deshalb Bezüge zur Fotografie und bildenden Kunst gezogen. Wobei für mich in Sebastião Salgado Fotografie die sozialdokumentatorischen Porträts des Lebens der Menschen und des Lebens der Natur sich vereinen. Themen wie Klimaschutz, Armut und Reichtum und Krieg, die aktuell den Menschen auf der Seele brennen. In der bildenden Kunst sind die Pendants nicht zuletzt Gerhard Richter und quer durch die Kunstgeschichte bekannte Künstler für mich Anregung sowie ihre Werke ästhetischer Genuss. 

Fotografie als Kunst und kreatives Mittel 

Fotokunst ist eine eigenständige Kunstproduktion und Ausdrucksform wie sie zugleich auch eingebettet ist in die Entwicklung der verschiedenen Kunststile. Die Technik der Fotografie und ihre Gestaltungsmittel sind dabei die Grenzen des Mediums, egal ob auf die durchaus vorhandenen Unterschiede von analoger und digitaler Fotografie sich bezogen wird. 

Die Kooperation zwischen Fotografie, grafischer und malerischer Darstellungsmittel lässt sich schon in der Frühzeit der Fotografie nachvollziehen. So diente die Fotografie als „Skizze“ ebenso für die Landschaftsmalerei wie für die Collage. Die gemeinsamen Schnittmengen vereinigen sich in der Technik der Collage und Montage, in der das Gesamtwerk nur durch Fotografien und/oder schon digital veränderten Fotos erstellt wird. Stilmittel und Technik fließen ineinander und ergeben ein eigenes Sujet. 

Während in der Zeit der analogen Fotografie noch die Fotos als „Schnipsel“ der Collage und Montage einen Abzug notwendig machten, ist durch die digitale Fotografie mit ihren Verfremdungsfiltern und Farb- und Kontrastanpassungen das kreative Arbeiten deutlich flexibler und variabler ermöglicht worden.

Mit der Fotografie – die in ihrem Ursprung das Festhalten einen Augenblicks und die Reduktion auf ein zweidimensionales Sehergebnis ist, das zudem mit der Begrenzung des Seh- und Wiedergabewinkels einer Gestaltungsform unterworfen ist, die gestalterisch genutzt werden kann – wird das Einfrieren eines Ausschnitts der Realität praktiziert. Dieser Ausschnitt ist einerseits die Chance auf die Konzentration eines Teils einer sehr begrenzten Realität, so dass Fotografie erst in der Serie den Zusammenhang von Raum und Zeit zeigt.

 Subjektivität und Objektivität der Fotografie 

„In jedem Bild gibt es zwei Personen: Den Fotografen/Künstler und den Betrachter.“ – Ansel Adams

Ob dieser Ausschnitt einer Wirklichkeit auch einen historisch objektiven Bezug repräsentiert, darüber lässt sich trefflich streiten. Denn die Deutung und Bedeutung des im konkreten Foto gezeigten Ausschnitts hat sowohl subjektive wie kulturelle Ausformungen. Und vor Manipulation und Fälschung ist auch dieses Medium nicht gefeit.

Die streng formalen Zeitdokumente industrieller Architektur von Bernd und Hilla Becher – ( ein Teil ihrer Schüler aus der von ihnen gegründeten „Düsseldorfer Photoschule“ mit dem Gruppennamen „Struffsky“ umfassen die Fotokünstler Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth) – sind von ebenso bestechender Ästhetik wie Salgados Fotografie

Street or not Street – that´s the question II 

Struffsky(*) oder andere Schulen der Fotografie

19. Juni 2026
von JvHS
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Das Vertrauen der Menschen in die Regierungen versinkt im Sumpf der hohlen Phrasen

Nachfolgend ein Text, der im Jahr 2020 nach Ausbruch der Corona-Pandemie am 02. Mai 2020 veröffentlicht wurde. Vor rund 6 Jahren gab es ebenfalls eine schwarz-rote Koalition, jedoch waren andere Köpfe in staatlicher Verantwortung zu sehen.[Einige dieser Köpfe sind auch heute wieder im Amt (Alexander Dobrindt (CSU und Mautskandal) sowie Jens Spahn (CDU und Mrd.-Schaden durch Maskenskandal) und agieren weiterhin gesinnungsträchtig und Klientel orientiert, obwohl sie für den Schaden, den sie Deutschland zugefügt hatten, nie zur Verantwortung gezogen wurden!]

Demokratie basiert auf Vertrauen in die Menschen, denen die Macht temporär übertragen wird. Demokratie funktioniert nur so lange, wie dieses Vertrauen nicht verloren geht und in dem auf dem Boden der Verfassung/des Grundgesetzes die in diesem Geist formulierte Aufgabenerfüllung durch die Gewählten praktiziert wird.

Das Vertrauen ist durch mannigfaltiges Fehlverhalten der Exekutive und Legislative, durch die Ablösung der parlamentarischen Demokratie und den Übergang in eine Parteiendemokratie und durch die einseitigen Lobbyisten-Beeinflussungsstrukturen verloren gegangen.

Zu viele Beispiele legen davon Zeugnis ab. Dieser Zwiespalt, der Vertrauensverlust auf der einen Seite, Zustimmung und Sympathie für Entscheidungen der Regierungsmitglieder und für bestimmte Parteien auf der anderen Seite führen zur Spaltung der Gesellschaft. Im Diskurs spiegelt sich dies auch in den Foren und den dort hinterlassenen Kommentaren wider.

Es wird schon wieder nach Konjunkturunterstützung in Form von staatlich finanzierten Kaufprämien für neue Automobile der bekannten Autokonzerne lobbyiert und im neoliberalen Umfeld hinausgeschrieben. Wem wird dieses Geld zugutekommen? Sicherlich nicht denjenigen, die im Niedriglohnsystem stecken. Ebenso wenig wird des die Facharbeiterschaft erreichen, die gerade mit ihrem Einkommen in den urbanen Zonen ihren Unterhalt decken können. Es werden wieder diejenigen sein, die genügend Geld und Vermögenswerte haben, um sich einen Neuwagen leisten zu können. Anstatt also die möglichen steuerfinanzierten Kaufprämien für die Gutsituierten zu verteilen, sollten die Gelder in Form von einmaligen Finanzspritzen an alle Haushalte, die ein bestimmtes Jahresnettogehalt nicht überschreiten (Grundlage: Steuerbescheide) als direkte Zahlung auf deren Girokonto erfolgen.

Zur Rettung der Konzerne sind zunächst die Aktienbesitzer aufgefordert, die dort erzielten Dividenden einzusetzen. Durch Aktiensplittung kann neue Liquidität in die Kassen fließen. Kurzarbeitergeld der Dax-notierten Unternehmen ist durch die Überschüsse, die für kommende Dividenden geplant sind,  zurück zu zahlen an den Staat. Ebenso sind zugesagte Boni für diese Begleichung zu verwenden, solange bis alle Unterstützungsbeträge ausgeglichen sind. Besondere Zeiten verlangen auch besondere Maßnahmen. Hier muss das Aktiengesetz hinter dem Grundgesetz zurücktreten und dem Ausnahmezustand in Form von entsprechenden Notstandgesetzen und Verordnungen unterworfen werden. Die korrekten gesetzlichen Formulierungen sind den Fachleuten überlassen.

Wenn die Regierungsparteien solche Maßnahmen umsetzen würden, könnte das Vertrauen der Bevölkerung in eine gerechtere Politik  zurückgewonnen werden.  (Ende des Textes vom 05. Mai 2020)

Auch zu diesem Zeitpunkt der Unwissenheit, wie mit dem tödlichen Corona-Virus rechtsstaatlich umgegangen werden muss, bestand das Dilemma, dass die Frage gesellschaftlich unbeantwortet war: Welche Bereiche sollen einer Demokratisierung unterworfen werden? Und wie kann die Zivilgesellschaft als Öffentlichkeit ihr Recht auf direkte Demokratie und Beteilung an der Gesetzgebung festigen? Zum Beispiel durch Volksabstimmung (Enteignung der Wohnungsbaugesellschaften), deren Ergebnis die Exekutive dann umzusetzen haben! Im Fall der Weigerung, den Beschluss umzusetzen, wie seit Jahren in Berlin, bedurfte und bedarf ein Recht der Öffentlichkeit, dass auch die Exekutive dem Rechtsstaat untersteht.

Status quo für den gesetzgeberischen Prozess war, damals wie heute dass diese nur der repräsentativen Demokratie, sprich den Parteien und dem Parlament vorbehalten war. Doch längst war die repräsentative Demokratie und die Gewaltenteilung in Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (rechtssprechende Gewalt und unabhängiger Rechtsstaat) einem Wechsel ausgesetzt, in dem die Demokratie sich zur Parteien-Demokratie verändert hatte. Diese Parteien-Demokratie entwickelt Schrittweise eine Realität, in dem die Gewaltenteilung entmachtet wird und Parteien und ihre Funktionäre räumen sich rechtsstaatliche Sonderrechte ein.

Damit werden die Schlussfolgerungen Karl Poppers ignoriert:

Die Frage, wer herrschen solle – ein Diktator, eine Elite oder das Volk – ist falsch gestellt. Stattdessen müsse man fragen: Gibt es Regierungsformen, die es erlauben, eine verwerfliche oder auch nur inkompetente Regierung loszuwerden?“ (Karl Popper) 

Ja, diese Form kann es geben, wenn die Parteien-Demokratie wieder mehr der Kontrolle und Korrektur durch die Öffentlichkeit unterworfen werden! Der Vertrauensverlust in die Politik ist eine Folge der Umwandlung unserer Demokratie in die Parteien-Demokratie. Zurzeit herrscht eher der Vertrauensverlust in die Politik, weil:

Das politische System so weit erstarrt ist, dass die von der Bevölkerung losgelösten Berufspolitiker noch nicht einmal mehr so zu tun brauchen, als verträten sie das Gemeinwohl. Sie leben in ihrer eigenen Welt. Sie sind eine politische Kaste für sich, die sich weitgehend von der breiten Bevölkerung losgelöst hat. (Zitat aus: Wolfgang J. Koschnick „Demokratie am Abgrund“)

Denn es reicht nicht mehr, dass die Öffentlichkeit in Form der  Zivilgesellschaft in einem demokratischen Rechtsstaat nur für die allgemeine Meinungsbildung zuständig sein soll und nicht einmal aufgrund des grundgesetzlichen Rechts durch Volksabstimmungen in existenziellen Bereichen direkten Einfluss durch Mitbestimmung nehmen zu können.

Das Vertrauen in Politik und in die Unternehmen kann nur wieder hergestellt werden, wenn  in einer rechtsstaatlichen Demokratie die Bereiche Ökonomie und Politik nicht über, noch außerhalb des Grundgesetzes stehen! Das Aktien-Gesetz und das GmbH-Gesetz, noch das Parteien-Gesetz stehen über dem Grundgesetz!   Diese Gesetze durch Volksabstimmung zu korrigieren, ist ein weiteren Baustein zum Erhalt der Demokratie.

Die Menschen in einer Demokratie müssen sich gegenseitig grundlegende Kategorien von Rechten zugestehen, vor allem die Rechte gleicher Beteiligung am demokratischen Gesetzes-Prozess und der Meinungsfreiheit. Habermas hat mit dieser Gleichstellung von öffentlicher wie privater Freiheit und der Gleichheit von Zivilgesellschaft, Politik und Ökonomie die Entscheidung, wer Priorität haben soll, vermeiden wollen! Denn nur wenn alle Beteiligten sich auf diese Wertung einlassen, wird es gelingen, die Demokratie und den demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen und zu erhalten! (siehe: Habermas: „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“).

Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren“ (Karl Popper)

Am beschriebenen Zustand – in 2020 und den Jahren davor  – des Vertrauens der Menschen in die Politik (zu den Berufspolitikern) und zum Zusammenspiel der Wirtschaft mit den Parteien hat sich wenig verändert respektive ist hinsichtlich der aktuellen Regierung eher noch eine Radikalisierung der Gesinnung gegenüber den Menschen erfolgt. Diese ist ablesbar an der weiteren Benachteiligung der Mehrheit der Menschen zu Gunsten der etablierten Einflussnehmern aus dem Gesellschaftsteil der Vermögenden. So blockiert die Mehrheitspartei CDU/CSU in der Regierung weiterhin die Vermögenssteuer, die Reform der Erbschaftssteuer und die Einführung der Transaktionssteuern (Steuern auf jede Transaktion an der Börse).

Unverschuldete Arbeitslosigkeit steigt; am Arbeitsmarkt steigt die Nachfrage der Arbeitnehmer bei gleichzeitig sinkenden Arbeitsangeboten der Arbeitgeber. Diesem Problem begegnet die aktuelle Regierung mit verstärkten Sanktionen und den Plänen, dass die betroffenen Familien ihre wenigen Ersparnisse zur Mitfinanzierung einbringen müssen. Kosten für das Grundbedürfnis „Wohnen“ werden nicht gesetzlich gedeckelt (Mietpreisdeckel). Die Mittel für die Aufstockung (staatliche Unterstützung aus Steuereinahmen) des nicht ausreichenden Einkommens, obwohl einer Arbeit nachgegangen wird. werden dennoch gekürzt.

So wird das nichts, wenn weiterhin deliberative Ansätze verteufelt und autoritären Methoden Tür und Tor geöffnet werden.

 

18. Juni 2026
von JvHS
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Verteidigung der Demokratie und Abwehr der Feinde der offenen Gesellschaft

So wirkmächtig angeblich die Philosophie-Größen wie der kürzlich verstorbene Jürgen Habermas für die Entwicklung der demokratischen Republik Deutschland gewesen seien und ihre Kritik an den Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte in Teilen der Bevölkerung wahrgenommen und bejaht wurde, sie haben nicht verhindern können, dass in den letzten 14 Jahren der Rechtsruck bis hin zum Rechtsextremismus die autoritären System-Ansätze  wieder etabliert und das Denken und Handeln  der Nazis und Faschisten in Form der AfD gewaltigen Zulauf bekommen haben.

Das Prinzip der medialen Präsenz dieser Koryphäen in Presse und TV, um über diese Form der Einflussnahme das Gewissen der Politik zu aktivieren,  hat heutzutage kaum mehr Wirkung.

Wenn jedoch das Beharrungskorsett in der Politik – die eigenen Pläne gegen jegliche Vernunft und Alternativen stur durchzusetzen –  weiterhin bestehen bleibt, dann ist es nicht verwunderlich, dass der Respekt für die Regierungsmitglieder abnimmt und das Vertrauen in die Politik gegen Null geht.

Selbst Jürgen Habermas sei es schwer gefallen, hoffnungsvoll zu bleiben, weil die Verhältnisse immer dunkler wurden und sein geografischer Bezugspunkt, die USA, so ruinös die eigene US-Demokratie zerstört hatte (Trump als Präsident), wie Axel Honneth, Professor der Kritischen Theorie und ehemals Assistent von Habermas, in einem Interview anmerkte.

Wenn also die ehemaligen „Leuchttürme“ der Republik heute nur noch schwer die Richtung weisen können, ja zum Teil nicht einmal mehr wahrgenommen werden, welche Wege bleiben dann noch, die Demokratie zu verteidigen nicht von den „Feinden der offenen Gesellschaft“ zerstören zu lassen?

Ein Ansatz wurde schon genannt: Die Zivilgesellschaft zu aktivieren und Gruppierungen zu unterstützen, denen der Erhalt der Demokratie am Herzen liegt.

re:publica 2026 – Stärkung der Zivilgesellschaft als Gegenmacht zur konservativ-antidemokratischen Wende

Obwohl die rechtskonservativen und neoliberal agierenden Teile der CDU/CSU gerade diese in Vereinen und NGOs organsierten Verteidiger der Demokratie das Wasser abzugraben versuchen, weil die Fördergelder für die Verteidigung der Demokratie eingefroren, eingeschränkt und verweigert werden, sind gerade diese aktiven Gruppen deutlich wirksamer mit ihren Projekten als die einzelnen „Lichtkegeln des intellektuellen Mahnertums“ á la Habermas.

Zu diesen aktiven zivilgesellschaftlichen Gruppierungen, welche die Grundwerte der Demokratie (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) verteidigen,  gehören FragDenStaat, Re:Publica, Finanzwende  (Cum Cum + Cum-Ex) und viele mehr.

Unabhängiger Journalismus, wie er durch das Krautreporter-Magazin und seine Mitarbeiter umgesetzt wird, ist ein weiterer Baustein,  um die Demokratie zu erhalten.

Sie alle tragen bei zu einer deliberativen Qualität im Gesellschaftsvertrag durch Aufklärung, Informationsfreiheit und Stärkung der Demokratie in vielen Lebensbereichen. Die deliberative Demokratie betont die Notwendigkeit der öffentlichen Diskurse, die Teilnahme an Entscheidungen der Bürger durch direkte Demokratie und Elemente der Mitbestimmung.

Das Gegenteil wird praktiziert in den  vertraulichen und vor der Öffentlichkeit verborgenen Treffen der Demokratie-Ablehner (wie den Investor Peter Thiel – Entwickler der Überwachungssoftware Palantir ), an denen ausgewählte Personen  nach Einladung durch Thiel teilnehmen. Dazu gehört auch seit Jahren der aktuelle Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Bundestagfraktion, Jens Spahn. Er war auch zum Zeitpunkt Teilnehmer des Treffens,  in dem er als verantwortlicher Gesundheitsminister der Republik den Mrd. – Schaden durch den Corona-Masken-Skandal bescherte!

Und aktuell sind wieder fast 350 Mill. Euro dazu gekommen, die durch Spahns Fehlverhalten Deutschland bezahlen muss, weil die bestellten Masken bisher nicht bezahlt wurden! Aber dafür  gehört der Herr Spahn  zu einem Netzwerk, den der Investor Thiel geknüpft hat, der öffentlich verkündete:

„Freiheit (gemeint ist die unternehmerische Freiheit, alles zu tun, was die Gewinnmarge steigert und sichert, und wo der Staat keine Einflussnahme nehmen soll!) und Demokratie sind nicht vereinbar.“ 

Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass jegliche staatliche Einflussnahme unterlassen werden soll. Das gelingt am besten in Autokratien, in den die Zivilgesellschaft nichts zu sagen hat. Notfalls soll diese Vorgabe mit autoritären Mitteln durchgesetzt werden.

Wer wie Jens Spahn erkennen lässt, dass diese Weltsicht möglicherweise auch die seinige ist, der hat in Funktionen mit Macht in einer Demokratie nichts zu suchen. Eine Entlassung und Entfernung aus seiner Position als Teil der Legislative im Bundestag ist eine notwendige Maßnahme!

18. Juni 2026
von JvHS
Kommentare deaktiviert für Die Demokratie-Gefährdung und Aufweichung des Rechtsstaates beginnt mit der Ignorierung des Völkerrechts und der Menschenrechte

Die Demokratie-Gefährdung und Aufweichung des Rechtsstaates beginnt mit der Ignorierung des Völkerrechts und der Menschenrechte

Wenn das Elend einer Figur, ausgestattet mit emotionaler Ungezügeltheit, unkontrollierten Impulsen und Gewaltmöglichkeit aufgrund seiner Funktion (Präsident), dann ist Donald Trump ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit zu definieren: Was ist der Mensch- und zwar in seiner jeweiligen epochalen Ausgestaltung?

Was ist der Mensch? Ein Frage, an deren Beantwortung Immanuel Kant sich schon versuchte. Seine Annäherung an die grundsätzliche Antwort im Rahmen des Erkenntnisstandes seiner Epoche gründete Kant auf die Erforschung der Teilfragen: Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie – „Kritik der reinen Vernunft“). Was soll ich tun? (Ethik – „Kritik der praktischen Vernunft“). Sowie: Was darf ich hoffen? (Ästhetik – „Kritik der Urteilskraft“).

Unter welchen Bedingungen ist also Erkenntnis überhaupt möglich? Oder – wie Kant es formuliert –: Was sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?

Nach Kant erkennt der Mensch zwar aufgrund seiner eigenen persönlichen Erkenntnisfähigkeit, weiß zugleich nicht, ob seine Vorstellung von Erkenntnis tatsächlich eine Entsprechung in der Außenwelt hat.

Zitat: Die Außenwelt, wenn wir sie als die Gesamtheit der Erscheinungen verstehen, ist dabei bereits eine „subjektive“ Vorstellung. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. (versus Wahrnehmung) Raum und Zeit aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Sie sind reine Formen der menschlichen Anschauung und gelten nicht für Gegenstände an sich. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d. h. alles was für uns in Raum und Zeit ist.“ Quelle: Kant)

Das zu ignorieren, das ist ein Anzeichen von Unmündigkeit, wenn das offensichtliche Fehl-Verhalten von Figuren wie Donald Trump nicht kritisiert, sondern ignoriert und ihm zugestimmt wird.

Zitat: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Zitatende (Immanuel Kant)

Unterscheidungen: Wahrnehmungen 

Psychologisch: Gemäß dieser Definition sind also nicht alle Sinnesreize Wahrnehmungen, sondern nur diejenigen, die kognitiv verarbeitet werden und der Orientierung eines Subjekts dienen. Wahrnehmung ermöglicht sinnvolles Handeln und, bei höheren Lebewesen, den Aufbau von mentalen Modellen der Welt und dadurch antizipatorisches und planerisches Denken. Wahrnehmung ist eine Grundlage von Lernprozessen.

Biologisch: Wahrnehmung ist enger gefasst und bezeichnet die Fähigkeit eines Organismus, mit seinen Sinnesorganen Informationen aufzusuchen, aufzunehmen und zu verarbeiten.

Philosophisch: Die Begriffe kommen aus dem Verstand, der diese spontan durch die produktive Einbildungskraft nach Regeln bildet. Hierzu bedarf es des transzendentalen Selbstbewusstseins als Grundlage allen Denkens. Das reine, d. h. von allen sinnlichen Anschauungen abstrahierte Bewusstsein des „Ich denke“, das man auch als die Selbstzuschreibung des Mentalen bezeichnen kann, ist der Angelpunkt der Kantischen Erkenntnistheorie. Dieses Selbstbewusstsein ist der Ursprung reiner Verstandesbegriffe, der Kategorien. Quantität, Qualität, Relation und Modalität sind die vier Funktionen des Verstandes, nach denen Kategorien gebildet werden. (Quelle!)

Zurück zu Trump und Konsorten: Wo politische oder wirtschaftliche Macht aufgrund von Funktionen enorme Auswirkungen haben, ist grundsätzlich der „Denk- und Handlungs-Kompass“ wichtig, welcher die Machtausübung steuert! Dabei ist der persönliche respektive individuelle Handlungsimpuls dem grundsätzlichen Denk- und Handlungsimpuls zu unterwerfen, welche durch die Kategorien „Demokratie + Rechtsstaat“ getragen werden. Ein Selbstverständnis, das – wie bei Trump – mit seinem Auftritt beim G7-Treffen nicht mit einem „Guten Tag“, sondern mit „Ich bin der Boss“ zum Ausdruck gebracht wird, disqualifiziert diese Figur für jede Führungsposition.

So ist es nicht verwunderlich, dass er völlig ohne Impulskontrolle und Verstand ein Abkommen unterzeichnet, zu dem er absolut nicht berechtigt ist.

Diese Handlungen entsprechen weder der Rechtsstaatlichkeit in den USA, noch der Verfassung der USA. Sie sind Beleg für Trumps Selbstverständnis und seinen illegalen Angriff auf die US-Demokratie und den Wechsel hin zur Dekret-Diktatur.

Die Auswirkungen dieser egomanisch-destruktiven und menschenfeindlichen Handlungen Trumps, die von seinen Kumpanen in den Ämtern der legislativen, der exekutiven bis hin zu den judikativen Positionen mitgetragen werden, ist mit der Abkehr vom Völkerrecht und der Missachtung der Menschen eine weltweite politische und gesellschaftliche Vergewaltigung der Menschen und ihrer Demokratien durch die Figur Donald Trump.

Demokratische Gesellschaften sind dann gefährdet, wenn Populismus und politisch-egoistische Ziele mit ihren Affekten und Emotionen Aufklärung ersetzen und Vernunft unterdrücken.

So wie Gauner als Gauner zu bezeichnen sind, so ist Missbrauch im Amt als Missbrauch aufzudecken. Egal, ob der Funktionsinhaber Präsident eines Staates ist, der Verfassungsbruch begeht, oder ob es ein Minister im Amt des Innenministers ist, der gegen geltendes und übergeordnetes  EU-Recht verstößt, wie es Alexander Dobrindt mit seiner Überwachung der Bevölkerung gegen jeglichen Wissens praktiziert.

Der verstorbene Philosoph Jürgen Habermas hat in seinen Werken „Erkenntnis und Interesse“, „Theorie des kommunikativen Handelns“, „Faktizität und Geltung“ sowie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ auf den Missbrauch von Macht und den möglichen Motiven von aktuellen Amtsinhabern der politischen und wirtschaftlichen Positionen dazu hingewiesen.