
Die systemischen Auswirkungen von asymmetrischer Macht für die Beteiligten (Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Politik, Agentur für Arbeit/Arbeitsamt, Jobcenter u.a. Einflussnehmer) im Lebenskomplex von Arbeit und Einkommen beeinflussen massiv – und im hohen Maße mit Ungerechtigkeit verbunden – die Existenz der Menschen, die von Lohnarbeit leben müssen.
Asymmetrische Machtverteilung impliziert die Möglichkeit des Machtmissbrauchs und die Ignoranz der Bedürfnisse der Untergebenen durch die Machtinhaber und bestimmt die Atmosphäre des Miteinanderumgehens ebenso, wie die Lösungsvarianten der Probleme, die sich aufgrund der unterschiedlichen Positionen und damit korrespondierender Sicht auf die Welt (moralisch/ethische Wertemaßstäbe) ergeben.
Wertemaßstäbe gestalten die Rahmenbedingungen und Orientierungen für Machtgebrauch oder Machtmissbrauch, aus denen verantwortungsethische Entscheidungen (Beachtung der Menschenwürde, der Menschenrechte und des Völkerrechts) oder gesinnungsgeprägte Ziele (Egoismus, Gewinnmaximierung, Ausbeutung, Verteidigung der Privilegien, Vermögensverteilung, De-Akzeptanz der Grundrechte, Aktiengesetz über die Menschenrechte stellen und Börsen als Zockerplattform) erwachsen.
Die systemische Gestaltung des Arbeitsmarktes bestimmt letztlich, wohin sich Gesellschaften entwickeln: Sozialstaatlichkeits-Elemente als Bestandteile des demokratischen Rechtsstaates berücksichtigen oder Variationen der unkontrollierten Ausbeutung der Menschen und der globalen Ressourcen im Rahmen der Willkür des Finanz- und Vermögenskapitalismus Raum greifen lassen?
Der Arbeitsmarkt ist Teil einer Wirtschaftstheorie, die zur Ausgeglichenheit zwischen Ökonomie und Ökologie führen und für das gelingende Leben menschlichere Voraussetzungen schaffen kann.
Dass der aktuelle Arbeitsmarkt die Fehlentwicklung eines Systems der unheiligen Allianz von oligarchischem Unternehmertum (Amazon, Vermögensverwaltungen, Machtkonzentration auf einzelne Personen á la Musk) und einer a-demokratischen Partei-Politik widerspiegelt, das lässt sich auch aus statistischen Modellen ablesen.
Eindringlicher aber sind die Erzählungen der Arbeitssuchenden aus der wachsenden Anzahl unverschuldet arbeitslos gewordener Mitmenschen. (siehe: Spiegel online) Vor allem unterstützen die Analysen statistischer Daten die Erzählungen und machen die gesamten Versagensbereiche von Politik und Arbeits- respektive Arbeitslosigkeits-Verwaltung sichtbar!
Funktionärs-Tunnelblick sowie Managementfehler als Ursache für den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Konzerne
Das Fazit: Nein, Herr Merz und Partei- und Verbandsfunktionäre, die deutschen Arbeitnehmer sind weder arbeitsscheu, noch ein faules Volk, welches sich des Sozialstaates ausbeuterisch bedient! Es stehen einfach keine ausreichenden und angemessenen Arbeitsstellen für die Menschen zur Verfügung. Dieser Anteil der der Arbeitslosen, die den Sozialstaat betrügen, ist im einstelligen Prozentbereich anzusiedeln!
(Individuelle Beispiele zeigen Erkenntnisse zum Arbeitsmarkt und belegen, dass innerhalb von 10 Monaten rund 190 Bewerbungen stattfanden, wobei der Berufs-Lebenslauf und die vorhandenen Qualifikationsnachweise nicht die Ursachen für die Nichteinstellung sind!
Der überwiegende Teil der Arbeitsplatz-Angebote über Plattformen und Anzeigen besteht nur aus Fake-Angebote! Das ist nachvollziehbar, weil diese Anzeigen immer wieder seit Monaten neu geschaltet werden! Darüber hinaus werden ein ebenso großer Anteil der Anzeigen durch Lohn- und Gehaltsvorstellungen des Arbeitgebers geprägt, die weder der geforderten Leistung entsprechen – und nicht selten die „Aufstockung durch den Staat“ einkalkulieren – oder durchblicken lassen, dass illegal gegen gesetzliche Vorschriften der Arbeitszeit verstoßen werden soll.)
Das weiß die „Agentur für Arbeit“ ebenso, wie es die Jobcenter-Leitungen und Mitarbeiter wissen, die den unmenschlichen exekutiven Arm der politischen Gesinnungsmaximen darstellt, welche die verantwortungsethische Lösung des Arbeitsmarkt-Problems verdrängt hat. Dass der Mehrheit der Arbeitssuchenden damit eine Leidenshölle beschert wird, der die Arbeitssuchenden ebenso betrifft, wie die Mitarbeiter der Jobcenter, das ist eine weitere schäbige Folge der „Reformen“ und des Abbaus des Sozialstaates zugunsten der „Verbrüderung“ der Politiker mit Unternehmen, die nur an der Fortsetzung und Ausweitung ihrer Machtstrukturen interessiert sind.
Ein weiterer Aspekt der Machtausdehnung der Arbeitgeber besteht in der Zerstörung des Kündigungsschutzes für Arbeitnehmer! Der Angriff auf diesen wichtigen Baustein der Arbeitnehmerrechte läuft aktuell als konzertierte Aktion von Unternehmerverbänden, libertärer Gesinnung in der Politik und der neoliberalen konservativen Presse ab. Propagandistisch erfolgt die Argumentation für die Machtausweitung nach dem Vorbild der US-amerikanischen Zustände unter Trumps-Willkür-Aktionen.
Die Änderungsabsichten der Wirtschaftsverbände hinsichtlich des Kündigungsschutzgesetzes sollen zur Stärkung der Firmengründer-Szene und der großen Konzerne existenziell notwendig sein. Die bisherigen Arbeitnehmer-Schutzeffekte würden Innovationsbarrieren sein, die Start-up Firmen an der Entfaltung ihrer Potenziale hindern würden.
Zwang und Kontrolle sowie freie Hand bei der Arbeitszeitgestaltung durch Arbeitgeber statt Kooperation und Motivationsstärkung durch Überzeugung
Dabei setzen die „Strategen“ der Unternehmerverbände auf die Einschränkung der Arbeitnehmerrechte, auf Machtzuwachs der Unternehmer, willkürlich Arbeitszeiten zwanghaft ausweiten zu können und auf eine Neugestaltung des Kündigungsschutzgesetzes als flankierende Maßnahme durch die neoliberal konservativen Regierungsmitglieder der Unionsparteien. Zugleich wird auf das Ziel fokussiert, die Arbeitnehmervertretungsrechte (Betriebsräte) zu schwächen. Diese Eindimensionalität der Veränderung wird so jedoch die systemischen Schwachpunkte der neoliberalen deutschen Unternehmenskultur nicht wirklich beseitigen.
Statt einseitige Machtausweitung für die Unternehmerseite zu verfolgen, sollte die „Innovations-Mängelbeseitigung“ besser den Fokus auf die Kooperation mit der Arbeitnehmerschaft setzen, um so über Motivationsstärkung die Innovations-Wettbewerb-Stärkung der Start-up-Unternehmen und Konzerne zu bewirken. Der Abwärtstrend der Startup-Firmengründer wird zudem beschleunigt, wenn deren Lösung darin besteht, die Flucht ins Ausland vorzunehmen.
Die Fähigkeit, sich unabhängig zu machen von negativen Entwicklungen im globalen Wettbewerb (Erpressung als Vertragsgrundlage nach Trump´scher Provenienz!), wird nicht durch Beschränkung der Arbeitnehmerrechte zu erreichen sein! Die negativen Ergebnisse dieser Strategie bedingen Fehleinschätzungen, die besonders an den Zuständen in den USA abgelesen werden können. Sie einfach nachzuahmen, können kaum die wirklichen Probleme des Standortes Deutschland beheben! Wer auch immer Beratungen in diese Richtung einfließen lassen darf, wird nicht das Wohl der deutschen Unternehmen und der deutschen Arbeitnehmer im Blick haben. Dagegen wohl die eigenen Gewinnmargen!
Verantwortungsethische Politik sieht deswegen völlig anders aus, als das was bisher als Reform-Vorschläge und geplante Gesetzesänderungen im Umfeld der Arbeitsmarkt-Politik wahrzunehmen ist!
Version vom 01.07.2026 / 18:30 Uhr nach Korrekturen und Präzisierungen!

