Die Geschichte der Politiker-Skandale vermittelt vordergründig eine unendliche und nicht vermeidbare zu sein, egal in welcher Epoche und in welcher Staatsform die Skandal-Geschichte zu verzeichnen ist. Der aktuelle Skandal um die Person Jens Spahn wird nicht der letzte Skandal gewesen sein, jedoch nach längerer Zeit derjenige, der zum Rücktritt und zum Verlust der Macht geführt hat. (Die Skandale des Jens Spahn in den letzten 10 Jahren wurden noch nach „alter Tradition“ mit Tricks und Unverfrorenheit bisher abgewiegelt. Doch mit dem letzten Fehltritt – auch aus der Arroganz der Macht heraus – war das Fass voll. So dass die letzte Aktion Spahns – sich selten Regel basiert zu verhalten – mit der Leihmutter-Affäre der letzte Tropfen fiel, der das Fass überlaufen ließ.)
Auch wenn es den Anschein hat, dass Skandale, Fehlverhalten und Schadensverursachung für Land und Leute zur politischen „Normalität“ gehören, weil Politiker eben Menschen seien mit allen menschlichen Schwächen, so ist diese Annahme keineswegs zu akzeptieren. Denn mit der Stellung des Politikers in der Gesellschaft ist die mit Macht verbundene Sonderstellung zu beachten. An den Politiker sind besondere Anforderungen zu stellen! Sie stehen mit der exekutiven und legislativen Tätigkeit als Politiker in einer besonderen ethisch-moralischen Vorbildhaltung.
Die in der parlamentarischen Demokratie mit der Wahl verbundene temporäre Machtübertragung kann nur in dem vorgesehenen Maße gelingen, wenn diese nicht missbraucht wird und das Vertrauen in die zugesagte Vertretung wachsen kann, und im Sinne des Wohls für alle Staatsbürger gesorgt wird. Letztere aber wird durch die Parteien-Demokratie ad absurdum geführt, weil diese die Sorge jeweils nur für eine gesellschaftliche Gruppe garantiert und realisiert, die sie als Klientel vertritt.
Ist diese Klientel mit Finanzkraft und Einflussnahme-Potenzial ausgestattet, erfolgt eine „giftige“ Verbindung mit dieser Partei – seit Jahrzehnten für die konservativ-wirtschaftsnahe und neoliberale Union aus CDU/CSU zutreffend – zum Nachteil der übrigen Gesellschaftsgruppen. Jens Spahn war nicht nur in der CDU/CSU bestens vernetzt, sondern auch mit den lobbyistischen Netzwerken des Kapitals verbunden. Das trifft zudem für den Kanzler Friedrich Merz als BlackRock Inc.-Adepten zu, wie auch dessen CDU/CSU Ministerauswahl für seine Mehrheitspartei in der Regierung belegt.
Dass Merz seinen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn fallen lies, liegt in der Tatsache begründet, dass er als Kanzler wie auch als Vorsitzender der CDU seine Kanzlerschaft und seine Partei vor weiteren Schaden bewahren musste. Andere Gründe, wie die Schwerpunkte der bisherigen Klientel – Arbeit zugunsten der Sorge für die Mehrheit der Bevölkerung zu verschieben, sind nicht anzunehmen!
Aus dieser Einschätzung heraus, wird auch die nächste Personalie und Nachfolge für den CDU/CSU – Fraktionsvorsitz keine relevante Veränderung erwarten lassen. Es wird kaum ein Abweichen von der bisherigen Klientel-Politik der Unionsparteien geben. Merz wird eher seine Position festigen wollen durch Personalien in den vakanten Ämtern, die weniger gefährlich sein werden, als es Jens Spahn für Merz war.
Erwartungen, wie sie von der Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner mit:
Zitat: „Der Bundeskanzler habe jetzt die Chance, sich zu befreien „im Kabinett von allen, die da handwerkliche Schwächen haben und von jenen, die ideologisch verbohrt sind“. Zitatende
geäußert wurden, dass es ein Abweichen von der bisherigen Klientel-Politik der Unionsparteien geben wird, unterliegen falscher Hoffnung. Es wird weiterhin die Skandale der Unionsparteien geben. Sie werden in Umfeld der wachsenden Macht der AfD – die noch wesentlich Skandal affiner ist – bei der Union schneller auftauchen als gedacht! Diese AfD weiterhin agieren zu lassen und keinen Verbotsantrag zu stellen, ist ein unverzeihliches Versäumnis und letztlich ein Skandal, der ggfs. den des Jans Spahn übertreffen wird.
Der Vertrauensverlust in Regierungen und Parteien wird von der anti-demokratischen AfD weiterhin geschürt werden, um mit diesem Mittel der Beschädigung der Demokratie zu punkten.
Der Rücktritt des Jens Spahn – Chance für Neuausrichtung oder „alles bleibt“, nur ein wenig anders?
Version vom 19.07.2026 / 19:50 Uhr
