Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

36.000 Jahre moderne Kunst

Miro und Höhlenmalerei: Prähistorische Graffiti und Transformation bei Miró

Anlässlich der Ausstellung „Préhistoire, une énigme moderne“  (2018) im Pariser Centre Pompidou:

Manuelle Blancs Dokumentation zeigt, wie etwa jahrtausendealte Höhlenmalereien einige der größten Künstler des 20. Jahrhunderts inspirierten. Außerdem ging sie der Frage nach, aus welchen Gründen auch zeitgenössische Künstler wieder urgeschichtliche Werke in der Gegenwartskunst aufgreifen.

Das frühe 20. Jahrhundert zählt gleich zwei Meilensteine der Kunstgeschichte: „den Beginn der Moderne und die Entdeckung der prähistorischen Kunst. Picasso, Soulages, Miró, Brassaï, De Staël und Penck waren von Höhlenmalereien und anderen künstlerischen Ausdrucksformen der Urgeschichte fasziniert. Die Dokumentation zeigt, wie jahrtausendealte Zeichnungen einige der größten Künstler der Moderne inspirierten. Das künstlerische Talent der ersten Menschen begeistert Künstler bis heute, wie den italienischen Bildhauer Giuseppe Penone, den spanischen Maler Miquel Barceló oder den französischen Fotografen Raphaël Dallaporta. Die Dokumentation offenbart überraschende Zusammenhänge zwischen prähistorischer, moderner und zeitgenössischer Kunst. Zum einen lässt sie die jahrtausendealten Höhlenmalereien in ganz neuem Licht erscheinen, zum anderen bietet sie eine neue Lesart der Gegenwartskunst.“

Regie : Manuelle Blanc
Land : Frankreich
Jahr : 2018
Herkunft : ARTE TV

Nachfolgende Filme auf ARTE-TV bereiteten die Ergebnisse der Ausstellung von 2018 auf in den unten aufgeführten Fimbeiträgen.

Filme:

  1. Die Höhle von Lascaux  (Frankreich – rund 18.000 Jahre alt)  „Die Serie spinnt die Fäden zwischen großen Meisterwerken und deren Aneignungen durch andere Künstler quer durch die Jahrhunderte. Künstler von heute sind Meister im Kopieren, Bezugnehmen, Zitieren und Verfremden. Klassische Werke, die zu Meilensteinen im unaufhörlichen Fluss des künstlerischen Schaffens geworden sind, erlangen so den Status von Ikonen. Doch um sie herum ändern sich im Laufe der Zeit und mit den Künstlern, die sie aufgreifen, ästhetische Positionen, neue bildliche Umsetzungen und politische Diskurse.“ 
  2. Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèche-Tal  (Frankreich – etwa 36.000 Jahre alt)  „Mit Hilfe aller wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.“
  3. Sulawesi Am Anfang war die Höhlenmalerei  (Indonesien – mindestens 67.800 ) „Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass die ersten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte vor etwa 40.000 Jahren in Europa entstanden. Neuerdings stellen jedoch auf der indonesischen Insel Sulawesi entdeckte Höhlenmalereien diese Annahme infrage. Dank einer neuen Datierungsmethode zeigte sich: Eines der Felsbilder ist mindestens 67.800 Jahre alt.“
  4. Abenteuer Archäologie – Die Felsmalereien des San-Volkes (Südafrika – ca.30.000 Jahre)  „Im Südosten Südafrikas haben Archäolog*innen die weltweit größte Ansammlung von Felsbildern entdeckt: 35.000 Zeichnungen! Angefertigt wurden die Bilder, deren älteste Exemplare vor etwa 30.000 Jahren und die letzten im 19. Jahrhundert entstanden, von den San, einem Volk von Jägern und Sammlern.“ 

Abdrucke der menschlichen Hand finden sich weltweit als Motiv bei den entdeckten Höhlen-Malerereien

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Picasso

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