Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

Der Mensch zwischen Quantentheorie und Relativitätstheorie – oder der Blick über den Tellerrand des kleingeistigen Agierens

Bildzitat aus Beitrag: Lord Rees of Ludlow – „Kleine Geschichte der Kosmologie“ in der TV-Reihe Tele-Akademie

„Im Sumpf des Elends wird der Mensch kein Mensch.“ – Johann Heinrich Pestalozzi

Positiver Handel in Form des Austauschs des Wissens, der Sicherung der Bedürfnisse der Menschen (Wohnen, Essen, Trinken, rechtsstaatliche Ordnung und Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Kultur) zur Reduzierung und Minimierung der sozialen Abstände ist die Voraussetzung von Frieden. 

Negativer Handel, der der Maximierung der Profite und als System der Börse und dem leistungslosem Einkommen dient, der die Monopolisierung vorantreibt, und damit die Konzentration auf die Macht und Verfügungsgewalt der Rohstoffe und Gewinne bedeutet, schafft riesige soziale Unterschiede, die vor allem die Zivilisation gefährden, besonders, wenn Krankheiten in den Metropolen und auf dem Weg des globalen Austauschs sich extrem schnell verbreiten und zur Pandemie sich entwickeln. Ein derart gestalteter Handel schafft Unfrieden, Verteilungskämpfe, Zunahme der Gewaltbereitschaft und Kriege. 

Statt das Potenzial des Wissens und der Erkenntnisse zu nutzen, um die entstehenden Probleme der Krankheitsausbreitung, der sozialen Verwerfungen, der Klimakatastrophen und ihre Folgen zu lösen, wird zivilisiertes Verhalten ins Gegenteil verkehret und die ethisch-moralische Ordnung der Kulturen, sowie Empathie und Solidarität werden zurückgedrängt. Wenn diese Entwicklungen zu den unsozialen Verhaltensweisen nach dem Motto: die empathielose Gewalt und „das Unrecht des körperlich Stärkeren“ setzen sich
mit ihrem Weltbild durch, dann bedeutet dies den Beginn des Zerfalls einer Zivilisation. 

Die einhergehende Ignoranz gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Ausbreitung des Verhaltens „Gewinne privatisieren und Kosten vergesellschaften und sozialisieren“ und „Ich zuerst“ sowie „nach mir die Sintflut“ schaffen ein Klima der Verantwortungslosigkeit und führen in der Konsequenz auch zur Klimakatastrophe. 

Den Blick über den Tellerrand unseres Planeten zu richten, darüber berichtete Lord Rees of Ludlow schon 2010 in seinem Beitrag „Kleine Geschichte der Kosmologie“ in der TV-Reihe Tele-Akademie. Auf einem Planeten zu leben, auf dem eine Biosphäre entstanden ist, welche  erst das Leben ermöglicht, das sich in vier Mrd. Jahren evolutionär entwickelt hat und den Menschen als komplexes Wesen hervorbrachte, und das aufgrund der bisherigen Erkenntnisse nochmals bis zu sechs Mrd. Jahren über die jetzige Form des Menschen sich hinaus in der Evolution weiter entwickeln könnte, wird genau durch die Lebensform Mensch in seiner Existenz gefährdet.

Den Klimawandel hin zur Klimakatastrophe hat der Mensch – vor allem das ökonomische System des Neoliberalismus – zu verantworten. Die sozio-ökonomischen Bedingungen des Kapitalismus neoliberaler Ausformung haben innerhalb einer kürzesten Zeitspanne von wenigen Dekaden die Selbstzerstörung bis nahe an den Punkt gebracht, dass eine Umkehrung nicht mehr möglich ist. 

Viele Regionen und Lebensräume auf dem Planeten sind schon darüber hinaus. Die Konsequenz daraus ist die Flucht von Millionen von Menschen. Obwohl schon mit den ersten Untersuchungsergebnissen des Club of Rome Anfang der 1970er Jahre die Gefahr der Klimakatastrophe aufgezeigt wurde, agieren Konzerne seitdem einzig nach dem Prinzip des ewigen Wachstums und der Profitmaximierung auf Teufel komm raus. Und Staaten mit ihren in die Irrationalität abdriftenden Regierungen führen Kriege um geopolitische Verteilungsstrukturen und befeuern sowohl die Beschleunigung des Klimawandels einerseits, wie auch das Leid der Menschen durch Zerstörung der Infrastruktur und den Tod andererseits.

Zivilisationen und Kulturen sind in der kurzen menschlichen Geschichte schon immer dann untergegangen, wenn Kriege, Krankheiten, Klimawandel (natürlicher Ursachen), Tyrannei, Unterdrückung und negativer Handel raumgreifen konnten. Statt aus den destruktiven Rahmenbedingungen zu lernen und diese zukünftig zu vermeiden, nutzen die derzeitigen „Herren der
Staatsfinanzen und Regierungsführungen“ ihre Positionen, um kleingeistig ihr Gesinnungsdenken zu praktizieren! Zudem ist anscheinend die Seilschaftsverpflichtung gegenüber den Konzern-Chefs wichtiger  – weil in dieser Beziehung scheinbar das Motto herrscht: „eine Hand wäscht die andere“ – als die wirklich notwendigen Finanzierungsmaßnahmen durch gerechtere Steuerbeteiligung (Vermögenssteuern, Transaktionssteuern etc.) zu bewerkstelligen. 

Die Kaste der Politiker-Lobbyisten ist so unnütz wie ein Kropf und so schädlich für die Demokratie wie ein krankmachendes Virus.

Text aus 24. Juli 2022 – wieder eingestellt! Denn es hat sich nichts geändert zum Besseren!

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