
Das radikal Böse ist affin zum radikal Dummen – und umgekehrt. Beispiele dafür zeigen sich in verschiedenen Ausformungen
„Die Philosophie ist der Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.“ (Ludwig Wittgenstein)
„AdG“ oder „AdF“ sind Kürzel für den Sammelplatz der marktschreierisch verbreiteten Phrasen des national-ökologischen und national-konservativen Gedankenguts. Sie dienen als „Dünger“ für das Neoliberale und Rechtsradikale, sind nicht selten auch der ideologische Kompost für das faschistische Weltbild – vom Fehlschluss bis zur Abwesenheit von Vernunft.
Faktisch sind sie die Zusammenrottung derjenigen, die auf der Suche nach Halt in Zeiten der Veränderung sind und dabei die Methoden des Voreiligen und der Selbst- und Fremdtäuschung nutzen. Diejenigen, die auf dem virtuellen Marktplatz der „AdG“ sich schreibend äußern, verraten in der diskriminierenden Nutzung von Sprache ihre Phobien ebenso, wie diejenigen, die auf dem von einer Partei strukturierten Sammelplatz der „Armseligkeit für Deutschland“ sich vom „Ich“ zum „Wir“ einfinden und die Definition des „Wir“ den ideologischen Hetzern á la Höcke und Konsorten überlassen.
Bei beiden Sammelbewegungen ist der Eindruck nicht zu vermeiden, dass der im dunklen Haus verlorene „Schlüssel der Vernunft“ auf dem Marktplatz gesucht wird, weil dort das Licht der Brandstifter und Feuerleger mit ihren Brandherden und offenen Feuern mehr „Helligkeit“ verspricht.
Warum die Menschen in die Fänge der Ideologen geraten, hat nicht selten damit zu tun, dass das Regierungshandeln an den Bedürfnissen eines großen Teils der Menschen vorbei geschieht. Die Fragestunden der Plenarsitzungen im Bundestag sind ein exemplarisches Beispiel für die sprachlich basierte Abwehr und Vernebelung zu den Versäumnissen der Regierung durch falsches Regierungshandeln. Wer nur die Antworten der parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, Parl. Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sich anschaut, (siehe hier! ), weiß um die zutreffende Belegführung hinsichtlich der Bedrohung durch die Kernkraftwerke an den deutsch-belgischen und deutsch- französischen Grenzen, dass die für die Menschen schützenden und notwendigen Maßnahmen zu spät, zu wenig nachdrücklich, zu uninspiriert und aus Unwissenheit vernachlässigend gearbeitet wurde.
Welches Ausgeliefertsein den Menschen umgibt, wird an der Verbalabwehr der Staatssekretärin sichtbar. Wenn zur Begründung auf rechtsstaatliche Normen als Hemmnis für das Handeln verwiesen wird, scheint die Durchsetzung notwendiger Veränderungen durch die Rechtsstaatlichkeit innerhalb der EU unter Konstruktionsfehler zu leiden. Oder es ist schlicht und einfach „kein Wollen“ gemeint.
Das Beharren auf den Föderalismus ist durchschaubar und verkümmert zum Mittel der einseitigen Umsetzung der wirtschaftlichen Interessen des Kernkraftbetreibers. Die Personalunion durch das ehemalige Vorstandsmitglied der Betreiberfirma als Vertreter der Regulierungsbehörde einerseits und die Interessensvertretung seiner weltanschaulichen Verbundenheit zur Atomkraft andererseits, reduzieren das Gefährdungspotential nicht. In einer solchen Situation muss es Handlungsbefugnisse von außerhalb geben (z.B. der EU-Gerichtshof als übergeordnete Einheit), die das Interesse der gefährdeten Bevölkerung über die Unternehmensinteressen stellt und zur schnellen Aktion führt. Im Falle von Aixtron demonstrierte die USA als Staat dies zur Genüge, obwohl diese Interessensvertretung und Einflussnahme sicherlich andere Inhalte hat.
Die Begriffe „dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen“ bedürfen einer Neuausrichtung. Sie sind neu zu bewerten, wobei der Schutz des Menschen als wichtigstes Kriterium zu beachten ist und das daraus resultierende Ergebnis diesbezüglich zu gestalten ist.
Diese Aufgabe ist eine vordergründige der Regierung und – soweit das Parlament seine Kontrollfunktion noch ernst und wahr nimmt – auch die der Abgeordneten. Erst recht jener, die diese Region NRWs als Abgeordnete vertreten. Die fehlende Moralität ist in die Phase der realen Mortalität übergegangen.
„Politik ist das Einlullen unseres Verstandes durch die Verbalabwehr berechtigter Forderungen innerhalb der parlamentarischen Gewohnheiten.“ (jwb)
Update vom 14.12.2016
Ein Hinweis und eine Sichtweise, die auf die Sprache der Schreiberlinge dieses Sammelplatzes eingeht. Scholz & Friends (Werbeagentur) waren wohl das Schlagloch, an dem sich die „Achse des Guten“ („AdG“) einen Achsenbruch holte.
Wieder Einstellung des Beitrags vom 12.12.2016