
Zusammenhalt als Mittel der Gestaltung menschlich bedingter Ästhetik

Natur bedingte Ästhetik
Ästhetik als Mittel wie auch als Ort der Artikulation des zeitgeistigen menschlichen Selbstverständnisses.
Zwei der auch philosophischen Menschheitsfragen haben ihren Ort seither immer wieder auf dem Boden der Ästhetik gehabt: die Frage nach dem Anteil der Sinnlichkeit innerhalb unseren Erfahrungen aller Art, die sich auf die ästhetische Wahrnehmung richtet, und die gleichermaßen praktische Frage nach dem Status und Wert des von Menschen Gestalteten in der Welt der Kunst, Musik und Architektur.
Zugleich erfolgt die Definition des Begriffs „Ästhetik“ im Spannungsfeld von „Ästhetik als Theorie der ästhetischen Erfahrung „und „Ästhetik als Bestandteil der Theorie der Kunst“.
„Die Aufklärung steht im Wechselverhältnis mit der Bewegung, in der die Künste, insbes. Literatur und Musik, sich von den Normen der traditionellen Regelwerke emanzipieren und zu jener Autonomie finden, durch die sie dem Selbstbewusstsein des modernen Menschen zur Darstellung verhelfen.“ (Zitat aus Enzyklopädie Philosophie)
Ästhetik und Ethik – Gefühl und Verstand, oder sinnliche Wahrnehmung und bewusstes Denken im Dienste von Mensch und Gesellschaft
Die Entwerfer des modernen Designs halten sich auch an die bei Platon metaphorisch ausgedrückte Einsicht, schöne Eindrücke seien gutes, hässliche Eindrücke dagegen schlechtes Futter für die menschliche Seele. Neben dem Schönen, dessen grundlegende Bedeutung für die ästhetische Erfahrung die Klassiker der modernen Ästhetik bestätigen, spielt bei Schiller wie bei Kant – und generell in der Ästhetik des jeweiligen Zeitgeistigen – der Begriff des Erhabenen bis heute eine wichtige Rolle. Was die Menschen als „erhaben“ empfinden, ist jedoch schnellen zeitgeistigen Wechseln unterworfen.
Gefragt wird überall mit zunehmender Eindringlichkeit nach der Rolle der Bedeutung des Sinnlichen anstelle der Vernunft für die Gestaltung eines gelingenden menschlichen Lebens. Ebenso wird die produktive Einbildungskraft geschätzt als Fähigkeit für Schriftsteller wie für Designer von Kleidung oder Möbel. Zur Geltung kommt diese Fähigkeit auch beim Geschmacks-Urteil von Weinen während der Weinverkostung oder bei der Beurteilung der Ergebnisse von Arbeit, um diese als die eines Genies zu bewerten. Doch nur dem Bauchgefühl zu vertrauen, um Schönes und Erhabenes in Natur und Kunst zu verorten und die Vollkommenheit der Gestalt(ung) zu erkennen, ist es stattdessen hilfreicher, der Bedeutung des reflektierten Gefühls mehr Gewicht zu verleihen, um zu einer stabilen Entwicklung eines vernünftigen Selbstverständnisses zu kommen.
„Kunst ist das sinnliche Scheinen der Idee“ – Georg Wilhelm Friedrich Hegel über Ästhetik
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