Wenn das Elend einer Figur, ausgestattet mit emotionaler Ungezügeltheit, unkontrollierten Impulsen und Gewaltmöglichkeit aufgrund seiner Funktion (Präsident), dann ist Donald Trump ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit zu definieren: Was ist der Mensch- und zwar in seiner jeweiligen epochalen Ausgestaltung?
Was ist der Mensch? Ein Frage, an deren Beantwortung Immanuel Kant sich schon versuchte. Seine Annäherung an die grundsätzliche Antwort im Rahmen des Erkenntnisstandes seiner Epoche gründete Kant auf die Erforschung der Teilfragen: Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie – „Kritik der reinen Vernunft“). Was soll ich tun? (Ethik – „Kritik der praktischen Vernunft“). Sowie: Was darf ich hoffen? (Ästhetik – „Kritik der Urteilskraft“).
Unter welchen Bedingungen ist also Erkenntnis überhaupt möglich? Oder – wie Kant es formuliert –: Was sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?
Nach Kant erkennt der Mensch zwar aufgrund seiner eigenen persönlichen Erkenntnisfähigkeit, weiß zugleich nicht, ob seine Vorstellung von Erkenntnis tatsächlich eine Entsprechung in der Außenwelt hat.
Zitat: Die Außenwelt, wenn wir sie als die Gesamtheit der Erscheinungen verstehen, ist dabei bereits eine „subjektive“ Vorstellung. Solche aus einzelnen Elementen zusammengesetzten empirischen Anschauungen nennt Kant Empfindungen. (versus Wahrnehmung) Raum und Zeit aber werden als reine Formen der sinnlichen Anschauung den Empfindungen (der Materie) hinzugefügt. Sie sind reine Formen der menschlichen Anschauung und gelten nicht für Gegenstände an sich. Dies bedeutet, dass Erkenntnis immer vom Subjekt abhängig ist. Unsere Realität sind die Erscheinungen, d. h. alles was für uns in Raum und Zeit ist.“ Quelle: Kant)
Das zu ignorieren, das ist ein Anzeichen von Unmündigkeit, wenn das offensichtliche Fehl-Verhalten von Figuren wie Donald Trump nicht kritisiert, sondern ignoriert und ihm zugestimmt wird.
Zitat: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Zitatende (Immanuel Kant)
Unterscheidungen: Wahrnehmungen
Psychologisch: Gemäß dieser Definition sind also nicht alle Sinnesreize Wahrnehmungen, sondern nur diejenigen, die kognitiv verarbeitet werden und der Orientierung eines Subjekts dienen. Wahrnehmung ermöglicht sinnvolles Handeln und, bei höheren Lebewesen, den Aufbau von mentalen Modellen der Welt und dadurch antizipatorisches und planerisches Denken. Wahrnehmung ist eine Grundlage von Lernprozessen.
Biologisch: Wahrnehmung ist enger gefasst und bezeichnet die Fähigkeit eines Organismus, mit seinen Sinnesorganen Informationen aufzusuchen, aufzunehmen und zu verarbeiten.
Philosophisch: Die Begriffe kommen aus dem Verstand, der diese spontan durch die produktive Einbildungskraft nach Regeln bildet. Hierzu bedarf es des transzendentalen Selbstbewusstseins als Grundlage allen Denkens. Das reine, d. h. von allen sinnlichen Anschauungen abstrahierte Bewusstsein des „Ich denke“, das man auch als die Selbstzuschreibung des Mentalen bezeichnen kann, ist der Angelpunkt der Kantischen Erkenntnistheorie. Dieses Selbstbewusstsein ist der Ursprung reiner Verstandesbegriffe, der Kategorien. Quantität, Qualität, Relation und Modalität sind die vier Funktionen des Verstandes, nach denen Kategorien gebildet werden. (Quelle!)
Zurück zu Trump und Konsorten: Wo politische oder wirtschaftliche Macht aufgrund von Funktionen enorme Auswirkungen haben, ist grundsätzlich der „Denk- und Handlungs-Kompass“ wichtig, welcher die Machtausübung steuert! Dabei ist der persönliche respektive individuelle Handlungsimpuls dem grundsätzlichen Denk- und Handlungsimpuls zu unterwerfen, welche durch die Kategorien „Demokratie + Rechtsstaat“ getragen werden. Ein Selbstverständnis, das – wie bei Trump – mit seinem Auftritt beim G7-Treffen nicht mit einem „Guten Tag“, sondern mit „Ich bin der Boss“ zum Ausdruck gebracht wird, disqualifiziert diese Figur für jede Führungsposition.
So ist es nicht verwunderlich, dass er völlig ohne Impulskontrolle und Verstand ein Abkommen unterzeichnet, zu dem er absolut nicht berechtigt ist.
Diese Handlungen entsprechen weder der Rechtsstaatlichkeit in den USA, noch der Verfassung der USA. Sie sind Beleg für Trumps Selbstverständnis und seinen illegalen Angriff auf die US-Demokratie und den Wechsel hin zur Dekret-Diktatur.
Die Auswirkungen dieser egomanisch-destruktiven und menschenfeindlichen Handlungen Trumps, die von seinen Kumpanen in den Ämtern der legislativen, der exekutiven bis hin zu den judikativen Positionen mitgetragen werden, ist mit der Abkehr vom Völkerrecht und der Missachtung der Menschen eine weltweite politische und gesellschaftliche Vergewaltigung der Menschen und ihrer Demokratien durch die Figur Donald Trump.
Demokratische Gesellschaften sind dann gefährdet, wenn Populismus und politisch-egoistische Ziele mit ihren Affekten und Emotionen Aufklärung ersetzen und Vernunft unterdrücken.
So wie Gauner als Gauner zu bezeichnen sind, so ist Missbrauch im Amt als Missbrauch aufzudecken. Egal, ob der Funktionsinhaber Präsident eines Staates ist, der Verfassungsbruch begeht, oder ob es ein Minister im Amt des Innenministers ist, der gegen geltendes und übergeordnetes EU-Recht verstößt, wie es Alexander Dobrindt mit seiner Überwachung der Bevölkerung gegen jeglichen Wissens praktiziert.
Der verstorbene Philosoph Jürgen Habermas hat in seinen Werken „Erkenntnis und Interesse“, „Theorie des kommunikativen Handelns“, „Faktizität und Geltung“ sowie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ auf den Missbrauch von Macht und den möglichen Motiven von aktuellen Amtsinhabern der politischen und wirtschaftlichen Positionen dazu hingewiesen.