
(c) Foto: Gerda Brünoth – Natur-Ästhetik
„Der Gedanke ist die unsichtbare Natur, die Natur der sichtbare Gedanke.“ – Heinrich Heine
Der Begriff „Natur“ bedeutet im Sinne Alexander von Humboldts, dass der Planet Erde ein Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten in der Geologie, der Flora und der Faune bildet. Alles ist mit allem verbunden – nicht im esoterischen Sinne, sondern im naturwissenschaftlichen Sinne. Veränderungen – auch menschengemachte (Klimawandel) – sind sowohl Ursache wie sie auch Folge in Form von Störungen und Zerstörungen sein können.
„Es gibt zwei Arten, aus der Politik einen Beruf zu machen.
Entweder: man lebt für die Politik, – oder aber von der
Politik.“ – Max Weber
Menschengemachte Veränderungen mit ihren Folgen für das planetarische Netzwerk haben Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen und werden bestimmt durch die Art und Weise des Denkens und Handelns, welche zwischen den gegensätzlichen Polen von Verantwortungsethik und Gesinnungsethik wirksam wird! (Max Weber in: Politik als Beruf)
Erstere (Verantwortungsethik) orientiert sich für menschliche Handlungen als ein politisch-ethisches Prinzip daran, dass die Verantwortung für die Ergebnisse und Folgen eines politischen, ökonomischen und ökologischen Handelns übernommen werden muss, in dem der andere Mensch immer zu berücksichtigen ist und in dem Menschenrechte und Würde nicht verletzt werden dürfen. Die Verantwortung für die Folgen des Handelns für die Gesellschaft, für die Natur im Rahmen der menschlich ausgelösten Veränderungen und für das Netzwerk des Systems Erde sind in der Verantwortungsethik der alles bestimmende Maßstab.
Letztere (Gesinnungsethik) dagegen stellt eine Ideologie (Neoliberalismus, Fundamentalistische Religion, Oligarchie als Herrschaftsform) mit entsprechender Staatsform (Autokratie, Diktatur) und Persönlichkeitstypus (Egomane mit Machtgier) unter Ignoranz der Menschenrechte als Maßstab in den Mittelpunkt des Handelns.
Es gibt die Formel, dass sich „Geschichte nicht wiederholt“. Hinter dieser Bestimmtheit ist jedoch ein Fragezeichen zu setzen. Dahinter steht eher der Wunsch, dass im Gesellschaftsvertrag, den Menschen für das Zusammenleben auf diesem Planeten miteinander aushandeln, ein Handeln, welches zu negativen Folgen und Leiden geführt hatte (Kriege, Pogrome, Genozide (Holocaust), menschenfeindliches Verhalten) sich nicht mehr wiederholen würde. Das aber ist zu kurz gedacht. Denn dann müssten die Menschen aus den Fehlern gelernt haben.
Die Geschichte aber zeigt, dass genau das in der Politik nicht geschieht.
Denn obwohl, oder vielmehr: gerade weil Macht das unvermeidliche Mittel und Machtstreben daher eine der treibenden Kräfte aller Politik ist, gibt es keine verderblichere Verzerrung der politischen Kraft, als das parvenümäßige Bramarbasieren mit Macht und die eitle Selbstbespiegelung in dem Gefühl der Macht, überhaupt jede Anbetung der Macht rein als solcher. – Max Weber
Beispiele dafür gibt es genügend. Aktuell sind es Typen wie Aiwanger, die mit ihrer Gesinnung eine Gefährdung für den Gesellschaftsvertrag „Demokratie“ darstellen. Er reiht sich damit ein in die Reihe der „Gefährder für die Demokratie“ á la Höcke und die rechtsextreme AfD. Es sind Figuren, wie Putin, die mit ihrem Machtanspruch und geopolitischen Ideologien wieder einen Angriffs-Krieg als Mittel der Zielerreichung einsetzen. Es sind auch Typen wie Trump, der die (US)-Demokratie gefährdet und beschädigt und zu dem die Figuren Erdogan (Türkei) und Orban (Ungarn) sich gesellen.
„Die Maximen der Menschen verraten ihre Gesinnung.“ – Luc de Clapiers – franz. Philosoph
Aber nicht zuletzt wird Gesinnung (neoliberale Ideologie) auch durch den aktuellen Finanzminister Christian Lindner praktiziert. Ein Haushalt, der durch seine Sparmaßnahmen und fehlenden Investitionen in Bildung und Ausbildung, für einen weiteren Ruck der Gesellschaft nach Rechtsaußen die Verantwortung trägt. Die Fehler der konservativ-ökonomischen Entscheidungen zum Ende der Weimarer Republik, welche den Hitler-Faschismus stärkte, wiederholen sich. Anstatt die fehlenden Haushaltsmittel endlich durch notwendige Steuererhebungen in den Bereichen Vermögenssteuern, Transaktionssteuern für Börsengeschäfte und eine reformierte Erbschaftssteuer zu beschaffen, agiert FDP-Lindner korruptionsaffin ideologisch und gesinnungsethisch im Sinne seiner Klientel, aber zu Lasten des Sozialstaates. (So zeigte sich der Zustand in der „Ampel-Koalition im September 2023! Doch auch in der Merz Koalition ist im Mai 2026 keine Veränderung und kein positiver Zustand feststellbar!)
Dass die Sozialabgaben-Erhöhungen eine verstärkende Negativwirkung beinhalten, muss nicht extra betont werden. (Wie das Handelsblatt im September 2023 schrieb.)
„Wer Politik überhaupt und wer vollends Politik als Beruf betreiben will, hat sich jener ethischen Paradoxien und seiner Verantwortung für das, was aus ihm selbst unter ihrem Druck werden kann, bewusst zu sein. Er lässt sich … mit den diabolischen Mächten ein, die in jeder Gewaltsamkeit lauem.“ – Max Weber