„Nein“ zu sagen im Sinne von Widerspruch respektive Einspruch bedeutet, lebendige Demokratie zu praktizieren. Widerspruch und Einspruch sind immer begründet und basieren auf Argumente und Fakten. Wer den Einspruch wagt, handelt dann positiv, wenn seine Einwände konstruktiv, mitmenschlich geprägt und frei von ausgrenzenden, verfolgenden, unterdrückenden, rachsüchtigen und übervorteilenden Absichten sind. Ein Einspruch erfolgt dann zu recht, wenn despotische Ziele, verfassungsignorierende und die Gewaltenteilung umgehende Absichten erkennbar sind.
Mitläuferpositionen verwandeln ihre Ablehnung – aufgrund der Übernahme von Papageien-Nach-Geplappere der gesellschaftlichen Brandstifter – in die Verfolgung der Einspruch-Akteure mit ihrer berechtigten Kritik. Sie nutzen Unterdrückung, Hass und Gewalt als Mittel der Zielerreichung. Mitläufer praktizieren damit lediglich blindes und gedankenloses Befolgen.
Ein solches Verhalten – leider viel zu oft vorzufinden in weltweit vorhandenen Gesellschaften – ist das Gegenteil von Nonkonformismus im Sinne von selbstbestimmten Denken und Handeln. Populistische Machtinhaber lehnen den Diskurs und Dialog ab, weil sie ihre Absicht realisieren wollen, nicht die beste Lösung für Probleme finden zu wollen, sondern lediglich ihre Ideologie durchsetzen wollen. Das „selbst- und fremdtäuschende Verhalten“ gibt vor, diese Ziele seien der richtige Weg! Real wird allerdings die Demokratie geschwächt und ihrer Essenz von Freiheit, Gleichheit und Solidarität beraubt! Die Zerstörung der Demokratie und die Einführung einer autoritären Staatsform sind das „Endziel“ der „ selbsternannten Patrioten“!
Mit dem Strom der Rechtsextremisten und Faschisten zu schwimmen, ist aktuell „en Vogue“! Es vermittelt ein trügerisches Gefühl von Macht, von dem die Mitläufer selbst betrügerisch glauben, davon zu profitieren. Real aber liefern diese Menschen sich einer manipulierten und von Despoten gelenkten Wirklichkeit aus. Das Selbstdenken wird verlernt. Die Übernahme des Vor- und Fremd-Gedachten wird zur „Normalität“ und erfolgt bald nur noch als Reflex – suchtmäßig bedingt durch die Flut der TikTok, WhatsApp und Co.-Sprachfetzen. Das „Schubladen“-Denken und Ordnen hat wieder Konjunktur. Darin passen aber nur die „Ergebnisse“ von Vorurteilen, Ressentiments und Hetze, die ohne Reflexion produziert werden und schablonenhaft dem feindlichen Anderen übergestülpt werden. Die Eindimensionalität hält wieder Einzug im Umgang mit den „Neinsagern“. Nur die Vorstellungen der Machtinhaber werden durchgesetzt.
Allem Anschein nach scheint Geschichte sich doch zu wiederholen. Die Spaltung der politischen Realität der Weimarer Republik aus den 1930er Jahre blinkt in das Mecklenburg-Vorpommern der Gegenwart herüber. Das Zurück in die Herrenzimmer-Weltsicht und die Rigorosität der Anhänger des Konservatismus in Ökonomie und Politik hat wieder Oberwasser erhalten. Dabei wird jegliche Moral in Arroganz ertränkt. Und die Kultur der Toleranz wird gleich mit fortgeschwemmt! Das Personal der Mehrheitsfraktion CDU/CSU in der Regierung leistet durch ihre Gesinnung die Vorarbeit für die Antidemokraten der AfD.
„Neue Umfragen zeigen auch, dass politische Bewegungen wie das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Chancen haben, in den Landtag einzuziehen. Die politische Landschaft wird zunehmend fragmentiert, was die Bildung stabiler Regierungskoalitionen erschwert. Experten erwarten, dass die kommenden Jahre von schwierigen Verhandlungen geprägt sein werden, um tragfähige Bündnisse zu schmieden.“, lautete ein Beitrag am 25. September 2025, ansässig auf Cypern und als KI-Portal erkennbar. Dass die Führung dieser Partei auch nicht davor zurückschreckt, die AfD im Falle eines Wahlsieges zu tolerieren und zu unterstützen, ist nicht nur ein besonders schändliches Vorhaben, sondern verortet diese Partei sehr nahe an antidemokratische Ziele.
Wer auch immer sich hinter dem KI-Portal versteckt, begleitet wird der zuvor benannte Artikel durch einen Beitrag aus dem Dunstkreis der fließenden Grenze von nationalkonservativ-neoliberalen Umfeld zum Rechtsextremismus in der Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“, einem Sprachrohr der „Neuen Rechten“, ebenfalls vom 25. September 2025!
In rund 4 Monaten droht bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 die Übernahme der politischen Macht – eventuell in Form eine absoluten Mehrheit – durch die AfD. Günter Grass würde sich im Grab rumdrehen, wenn er die Entwicklung des heutigen Deutschlands wahrnehmen würde. Wo bleiben die literarisch verpackten Erkenntnisse des Hineinschlitterns in die Zerstörung der ersten deutschen Demokratie und in das Elend der Hitler- und Nazi-Diktatur, von Grass eindringlich erzählt in seinem Roman „Blechtrommel“ . Oder auch die schleichende Entwicklung des Mitläufertums in Zeiten einer despotischen Entwicklung der deutschen Gesellschaft, ebenso eindringlich erzählt von Siegfried Lenz in seinem Roman „Deutschstunde“.
Es fehlen die „Nein-Sager“ in diesem Land, die aus den leidvollen Erlebnissen des Hitler- und Nazi-Regimes eine anderen Sicht auf die heutigen fatalen gesellschaftlichen Veränderungen entwickelt haben, um dem weiteren Erstarken der despotisch rechtsextremistischen Weltsicht einer AfD und der egomanischen Mittäterschaft neoliberaler Unternehmer-Netzwerke Widerstand entgegenbringen zu können.
Die Regierungs-Koalition aus CDU/CSU-Union und SPD hat eine Schlagseiten-Realität eingenommen, die Freiheit, Gleichheit und soziale Verantwortung gefährden. Nicht zuletzt, weil sie Personen in Positionen gebracht haben, die das Wohl der Mehrheit der
Menschen in unserem Land aus den Augen verloren haben.
Und immer wieder leitet die Sorge um unser Land seit rund 180 Jahren viele nachdenklichen Menschen dazu, Heinrich Heine zu zitieren: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht…“ Heines Vers-Epos zum Zustand Deutschlands.
Und noch ist nicht Frühling, der Winter hat noch nicht ausgedient. So mag auch der Gedanke an Heines „Deutschland- Ein Wintermärchen“ naheliegend sein. Heines „Nein sagen“ zum Zustand des Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Ein Auszug aus dem Vers-Epos:
Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew’gen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
Verse, die dazu auffordern, die Demokratie gegen die Feinde der offenen Gesellschaft zu verteidigen und die Wahl der rechtsextremistisch affinen AfD in den Landtagswahlen diesen Jahres zu unterlassen!
Text vom 12. März 2026 – wieder eingestellt nach Serverumzug!