Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

Die gespaltene Welt und die Wahrnehmung in Politik und Gesellschaft – wir darben doch alle, oder?

Wer sich umschaut, zuhört und wahrnimmt, was so alles an Meinungen durcheinander schwirrt, der kann schon was erleben in diesen Tagen. Während die einen ein paar tausend Meilen weiter westlich am heutigen Tag ihre 250 Jahre US-Geschichte unter der (Schirm)-Herrschaft des „GröLaZ“ (Größten Lügner aller Zeiten) auf die ein oder andere Weise feiern, mühen sich hier in Deutschland die Menschen und die Leute aus den verschiedenen Gesellschaftsschichten ab! Neben putzen, kochen, Klopapier auffüllen, Kinder beglücken, bügeln und mal eine Kaffeepause einzuwerfen,  auch die Folgen des Reform-Schlamassel der Merz-Regierung zu verstehen!

Und wer sich unbedacht auf ein Interview einlässt und seine Weltsicht hinausposaunt, bleibt auch beim anschließenden Champagner-Frühstück unzufrieden, weil der Wind die teure Frisur durcheinander gewirbelt hat. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Wir darben doch alle in diesen Zeiten! Die einen kämpfen um ein bisschen Existenz, die anderen können sich beim Genießen ihrer „Leistungsfrüchte“ nicht richtig entspannen, weil sie nicht unbehelligt bleiben können von den Leiden und den Existenznöten der anderen.

Da plappern Frau und Mann – als ältliches Ehepaar im Partnerlook in Hamburg beim  Interview mit extra3-Reportern  (ab min. 17:50) auf der Promenade des „Walk of Shame“ – über die vereinbarten Reformen  der aktuellen Koalition und lassen dabei tief blicken in die Abgründe von Unverstand, gepaart mit der immanenten Arroganz der sogenannten gutsituierten Club-Gesellschaft.

Zitat der Frau in Pink: „Es kann ja nicht sein, dass die Leute alle ernährt werden von uns, von den Steuerzahlern, ohne keine Leistung zu erbringen… das geht einfach nicht mehr! Die guten Zeiten sind vorbei. Die Gewerkschaften wollen immer mehr Gehaltserhöhungen. Wer soll das alles bezahlen…Wo soll denn das alles herkommen?“

Beim Stichwort „Vermögenssteuer“ kommt die Plapperei ins Stocken.  Da greift der Ehemann ins Gespräch ein: „In der Regel ist das Vermögen ja erarbeitet worden, auch vererbt worden… vorher auch schon versteuert worden.“ Nachfrage: „Vermögen erarbeitet?“… Ergänzung Mann: „Doppelt versteuert … (wäre das ja…) und ist eine typische SPD-Forderung!“

Und bei anderen Gesprächspartnern zum Thema Vermögenssteuer kommt aus dem 150000 €  -Sportwagen heraus die besondere Logik-Argumentation: „Wenn ich Geld verdiene, zahle ich Steuern… wenn ich viel Geld verdiene, zahle ich viel Steuern…“ und dem Einwand des Interviewers „…und wer sehr viel Geld verdient, zahlt keine Steuern…“  wird ein breites Grinsen entgegengebracht!

Die besonderen Leistungserbringer in der Gesellschaft darben in den heutigen Zeiten ebenso wie andere und zehren von der leistungslosen Vermögensvermehrung ihrer Finanzinvestments. Zocken an der Börse ist nun mal eben kein erfassbares Verbrechen, aber kostet manchmal Nerven.

So weiß denn die Vermögens-Gemeinschaft, dass sie sich auf die Merz-CDU und Söder-CSU verlassen kann, dass weder Vermögenssteuer-Erhebung, noch Erbschaftssteuer-Veränderungen drohen oder zum Gegenstand der Reforminhalte werden könnten!

Denn das „Klientel-Banner“ der Union „Mit uns wird es keine Vermögenssteuer geben“ verbindet ewiglich! So kann authentisch weiter gelebt werden und was auf der Dior-Tüte steht ist auch in der Tüte drin! Und so geht´s eben nach Marbella ins Luxus-Spa-Hotel statt per Tagesausflug auf den Brocken oder in der 35-40 ° heißen Wohnung unter dem Dach ans Schreiben von X-Bewerbungen nach der unverschuldeten Kündigung.

Der „darbende“ Teil der vermögenden Gesellschaft bleibt sich und ihrem politischen Unions-Arm von CDDU/CSU treu! Wer mag da noch von fehlender Solidarität sprechen dürfen. Sie wird weiterhin gelebt und geliebt. Denn Eigentum verpflichtet, einander zu bewahren! Zumindest in der gleichen Clique.

Na dann weiterhin: Prösterchen und Stößchen mit Crémant de Loire und Asti Spumante.

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