Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

Den Blick werfen auf das Handeln des pervertierten Konservatismus

In der Erzählung,  „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry,  verweist der Autor auf die Notwendigkeit, die Unbeschwertheit der Kindheit erleben zu dürfen als einer der wichtigsten Erfahrungen und Bausteine auf dem Weg, erwachsen zu werden! Und zwar zu einem stabilen, lebensbejahenden, menschenfreundlichen und in Empathie handelnden Menschen!

Unbeschwertheit erfahren zu dürfen, heißt, in Sicherheit und Geborgenheit die Welt erkunden zu können, Fähigkeiten durch Ausprobieren zu entwickeln und Probleme gemeinsam lösen zu können, aber auch kreativ sein zu dürfen in Begleitung wohlwollender Mentoren und Vorbildern, von deren Fertigkeiten zu lernen, sowie Freiheit zu erleben, in der die Freiheit des Mitmenschen mitgedacht wird.

Eine positive Kindheit zu erleben – ohne physische und psychische Gewalt – darf nicht als Schicksal oder Luxus gewertet werden, sondern als Recht der Menschen, in der das positive Denken und Handeln aller Beteiligten im Mittelpunkt des Zusammenlebens stehen.

Um eine negative Kindheit zu verhindern und die Weiterentwicklung hin zum Erwachsenen zu ermöglichen – der in menschenfreundlicher, mitfühlender und konstruktiver Weise als Mitglied der  Gesellschaft am gelingenden Leben mitwirkt – besteht die verpflichtende Aufgabe der Menschen darin, auf allen Ebenen des Zusammenlebens die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages vorzunehmen, wie sie in der direkten Demokratie durch echte Gewaltenteilung und als Sozialstaat vorgesehen ist, der die Menschenrechte umsetzt und notfalls verteidigt.

Zu den Aufgaben der Regierungen in der direkten Demokratie gehören die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Begleitung der Kinder und Jugendlichen hin zu Erwachsenen mit Hilfe des Sozialstaates und seiner ausgleichenden Verteilung der Belastungen notwendig und hinreichend erfolgt.

Dass dieses Ziel zu erreichen – durch vielfältigen Widerstand und Blockade – verhindert wird, zieht sich durch die Geschichte der Menschheit wie ein roter Faden der Destruktion und Reaktion.

Aktuell erlebt Deutschland den Abbau der sozialstaatlichen Verantwortung durch eine Regierung, in der sich ein Konservatismus übelster Art ausbreitet und in dem die Restauration traditioneller Vorstellung der Staatsräson versucht wird, das ist exemplarisch nachvollziehbar am Beispiel des Handelns der Wirtschaftsministerin Reiche, welches gekennzeichnet ist von  lobbyistisch-affiner Agitation.

Desgleichen ist in der Person Wolfgang Weimer nachvollziehbar – aktuell Staatsminister des Bundeskanzler Friedrich Merz für Kultur und Medien und ehemaliger Chefredakteur der Springer-Zeitung „Die Welt“ und Gründer der Zeitschrift „Cicero“ – der ganz nach Helmut Kohls Agenda „der geistig-moralischen Wende“ den Kulturbetrieb in Deutschland fundamentalistisch rechtskonservativ durcheinander wirbelt.

Ebenfalls sichtbar beim – in jungen Jahren schon nostalgiesüchtigen – Philipp Amthor in Sachen „Wertekommission“-Handeln, der mit der Umsetzung der erzkonservativen Machtvorstellung  von Politik hausieren geht.  Denn Aufklärung und Transparenz sind weder bei der CDU/CSU noch bei der AfD erwünscht.

Das lässt sich am besten durch Streichung der Fördergelder bei NGOs (wie Demokratie-Stärkung), in den Fördergeld-Verteilungen für die Kultureinrichtungen (durch Weimer) oder in der Ablehnung der Kraftstoff-Preisdeckelung und des Einzugs von Übergewinne bei den Ölkonzernen, sowie der Ablehnung der Energiewende durch die Wirtschaftsministerin Reiche nachvollziehen.

Mit dem Rückbau des Sozialstaates und der Umverteilung der Bundeshaushaltsfinanzen zu Lasten der Zivilgesellschaft mit gleichzeitigem Zwang in prekäre Verschlechterungsbedingen (Jobcenter-Sanktionen, obwohl auf dem Arbeitsmarkt keine äquivalenten Angebote bei steigender Arbeitslosigkeit bestehen!), werden „Einsparungen“ im ALG I und ALG II installiert.

Wirkliche Entlastungen durch Mietpreis-Deckelung respektive Korrektur der alle drei Jahre gesetzlich erlaubten Miet-Erhöhungen bis 15%, durch staatliche Investitionen in den Wohnungsbau für kostengünstige und bezahlbare Mietwohnungen (und nicht für Investmentgesellschaften mit ihren Renditeabsichten) gesetzlich zu verankern, sowie die Belastungsverteilung durch Vermögenssteuern bei den Superreichen (Multimillionäre und Milliardäre) zur Verbesserung und gerechteren Belastungsverteilung einzuführen, wird bei Kindern in prekären und von Armut bedrohten Familien die Erfahrung einer unbeschwerten Kindheit verhindert!

Die feststellbare Spaltung der Gesellschaft ist multi-ursächlich. Die Mehrheit der Gesellschaft ist zu hohen Anteilen in prekären und armutsgefährdenden Situationen. Die Hälfte der Bevölkerung lebt ohne Immobilieneigentum. Diejenigen, die Eigentum in Form von selbstbewohnten aber kreditfinanzierten Immobilien haben, sind durch Konjunktur-Einbruch gefährdet. Die Rücklagen dieser Menschen sind kaum nennenswert und werden durch die steigende Arbeitslosigkeit in belastenden Bedingungen versetzt.

Ein weiteres Drittel der Bevölkerung lebt in „gutsituiertem Wohlstand (auch durch Erbschaften)“ und glaubt durch Abbau des Sozialstaates an die „Pseudo-Sicherheit“ durch die konservativen Parteien á la CDU/CSU, an den Eigentumsschutz, sowie an die Hoffnung, durch Vermögensanlage auch von dem System der leistungslosen Vermögensvermehrung zu profitieren. Sie unterstützen damit weiterhin die Umverteilung zugunsten der wirklich reichsten 10% der Gesellschaft. Diese haben jedoch zum vorgenannten Drittel tatsächlichen Einfluss und Macht und dynamisieren ihre Vermögensvermehrung. Ihr organisierter Lobbyismus und ihre Meinungsmacht reichen bis in die Gesetzgebung zu ihrem Vorteil. Die politische Macht ist längst in die Hände der Finanz- und Vermögensverwaltungen gewechselt.

Hannah Arendt hat die Entwicklung der Ideologie des Konservatismus mit Affinität zum totalen Umbau der Wertevorstellungen von Freiheit und Gleichheit durch den geopolitischen Neoliberalismus schon elementar in ihrem Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ beschrieben.

Arendts These lautet: „Jede Weltanschauung (Ideologie) kann durch eine fundamentalistische  Bewegung übernommen und mittels Gewalteinsatz durch Terror gegen die Bevölkerung in einen Totalitarismus und eine Diktatur gewandelt werden!“

Auf diesen Weg scheint die USA unter Donald Trump zu sein. China hat diesen Weg schon längst etabliert. Iran seit 1979 durch das System der Revolutionären Garden und dem Scharia-Terror, Korea durch das Terrorsystem stalinistischer Provenienz und die Türkei unter Erdogan sowie Ungarn durch Orban durch die Ausschaltung der Gewaltenteilung und personellen Besetzungsmethoden der Gerichtsbarkeit und der Legislativen mit Gefolgsleuten.

Der Erfolg der AfD und der Einfluss des rechtsextremistischen Flügels unter Höcke und Co. scheint nachvollziehbar verständlich, wenn die Zustimmung vieler Menschen – die in Ostdeutschland fast sieben Jahrzehnte in einem despotischen Unrechtsstaat gelebt haben (1933-1945 dem Totalitarismus der Naziherrschaft und von 1949-1989 der Stasiherrschaft)  – zu antidemokratischen Extremisten verstanden werden als Zustimmung für die Installation einer Diktatur mit Führer-Modell!

„Was moderne Menschen so leicht in die totalitären Bewegungen jagt, … ist die allenthalben zunehmende Verlassenheit. Es ist, als breche alles, was Menschen miteinander verbindet in der Krise zusammen. … Das eiserne Band des Terrors, mit dem der totalitäre Herrschaftsapparat die von ihm organisierten Massen in eine »entfesselte« Bewegung reißt, erscheint so als ein letzter Halt …“ Hannah Arendt

Da wird das Handeln von Funktionsfanatikern in der Mehrheitsfraktion der CDU/CSU zum Katalysator der Machtübernahme-Möglichkeiten durch Anti-Demokraten.

Version vom 12.04.2026 – reloaded am 06.05.2026

 

 

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