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Zur Lage der Demokratie im Bundesland NRW – Dritter Demokratiebericht NRW veröffentlicht

Nach 2021 und 2023 ist aktuell der dritte Demokratiebericht 2025 zur Lage der Demokratie und der politische Bildung in NRW veröffentlicht worden. Herausgegeben wird die Studie von der Landeszentrale für politische Bildung NRW (LpB). Sie ist vergleichbar mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), die Informationen für Gesamtdeutschland in vielfältiger Form für die Menschen in Deutschland zur Verfügung stellt.

Die Studien untersuchen im bevölkerungsreichsten Bundesland mittels wissenschaftlich fundierter Methoden, was die Menschen über die Demokratie denken, welchen Wissensstand sie über die Demokratie haben, wie sie gesellschaftlich-politisch handeln und welche Folgen ihr Handeln für die Demokratie hat. Die Befunde zum Stand der Demokratie in Nordrhein-Westfalen stehen als Studie zum Download zur Verfügung.  

Jahrgänge 14-18 und 19-29 Jahre und ihr Demokratie-Verhältnis

Der Bericht verdeutlicht die Untersuchungsergebnisse durch grafische Darstellungen, benennt die Untersuchungskriterien und vergleicht die Ergebnisse mit dem 2023 veröffentlichen Daten! Der Vergleich 2023 mit 2026 macht die Veränderungen im Denken und Verhalten sichtbar. Die Analyse der Daten lässt Schlussfolgerungen zu, die – so die RP (Rheinische Post) – schmerzhaft und schockierend sind! Vor allem die Altersjahrgänge von 14 bis 29 Jahre äußern ihre Ablehnung der Demokratie und sehen in antidemokratischen Strukturen eine Alternative.

Soziale Medien und Influencer-Plattformen

Der wachsende Einfluss durch die „sozialen Medien“, die als verkürzte Informationsfetzen zwar Stimmungen mit manipulationsaffinen Methoden verbreiten, die allerdings fast immer oberflächlich und vorurteilshaft geformt sind, vermitteln lediglich Meinungen, jedoch selten Tatsachen. Auf diesem Feld sind vor allem die „AfDInfluencer“ aktiv, die die Plattform „TikTok“ nutzten. Die Schnelligkeit der bei den jugendlichen beliebten Plattformen kann sich schon längst wieder geändert haben.

Die Selbsttäuschung macht sich vor allem in der Diskrepanz durch die Vorliebe für „Diktatur und einem starken Führer an der Spitze“ als reales antidemokratische Denken und Handeln und an tatsächlicher Demokratiezustimmung einerseits, und andererseits an der Selbstwahrnehmung, welche Fertigkeiten und Fähigkeiten sie denken im Bildungssystem (Schule, Ausbildung und Studium) erworben zu haben! (Hier bezogen auf die Altersgruppen 14 – 25 Jahre!)

Mit insgesamt 73 % stimmt die große Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Nordrhein-Westfalen der Aussage zu: „Ich habe in der Schule viel über die Demokratie in Deutschland und wie sie funktioniert gelernt.“ Das ist ein Rückgang von 7 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2023! Und in Bezug zu: Ihre Unzufriedenheit wird sichtbar als „totaler Einbruch“ innerhalb der letzten 2 Jahre! Von 77 Prozent Zustimmung zur Demokratie zu nur noch 47 Prozent bei den 14-18 Jährigen, und von 65 Prozent zu 51 Prozent bei den 19-29 Jährigen! bleibt der krasse Widerspruch nicht auflösbar, es sei denn hier wurde Selbst- und Fremdtäuschung durch die Befragten betrieben! 

Kompetenz in Gesamtbevölkerung

Zitat aus der Studie: „Um einen Eindruck von den Einschätzungen zur politischen Kompetenz in der Gesamtbevölkerung zu erhalten, haben wir zudem unabhängig von der politischen Bildung in der Schule zwei Fragen gestellt, die ähnlich wie die Urteilsfähigkeit und Handlungsfähigkeit Aufschluss darüber geben, wie die politische Selbstwirksamkeit wahrgenommen wird (Abbildung 61)“ Am Ende des Demokratieberichts 2025 findet der Leser eine Aufzählung an  Anregungen, wie die Menschen in NRW sich aktiv einbringen  können, um die Demokratie zu verteidigen und in die Gespräche und Diskurse mit den Menschen und Wählern der AfD zu kommen!

An dieser Stelle ist der Hinweis angebracht, dass in der Studie durch die Autoren darauf hinweisen, dass die Demokratieberichte NRW korrespondieren mit den Mitte-Studie der FES (Friedrich Ebert Studien) korrespondieren. Auf die drei letzten Mitte-Studien der FES sei an dieser Stelle verwiesen.


Mitte-Studie FES 2021 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020/21)
Mitte-Studie FES 2022/2023 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2022/23)
Mittel-Studie FES 2024/2025 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25)

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