Nicht mit den Augen der Unbeteiligten auf dem Sofa in der warmen Wohnung, an der Bar, beim Stammtisch oder der Teilnehmer in den diversen Theoriezirkeln und der Demonstranten auf der Straße zu schauen, sondern mit den Augen der Betroffenen zu sehen – die von dem jeweiligen Aggressor, welcher unterjocht, erobert und annektiert – das ist die einzige erbarmungslose Erkenntnis und Beschreibung der Realität der Angriffskriege, der Terroranschläge und der Vernichtung und begründet den Widerstand gegen diejenigen, die Zivilisten und friedliche Mitmenschen abschlachten! Terroranschläge und Angriffskriege á la Hamas und Russland
haben keine Berechtigung. – JWB
Der Zynismus der Hamas, sich der eigenen Zivilbevölkerung und der wichtigen Infrastruktur (Krankenhäuser, Post und Verwaltung) als Schutzschild zu bedienen, um jeden Angriff darauf als Kriegsverbrechen Israels zu diskreditieren, zeigt zugleich auch die Skrupellosigkeit dieser Terrorgruppe. Sie opfern ihr eigenes Volk, und beschießen die eigenen Flüchtlingsrouten. Die so entstandenen Tötungen kann nicht einmal „friendly fire“ genannt werden. Denn die Hamas ist nicht der Freund der palästinensischen Zivilbevölkerung. Dass diese sich nicht dagegen wehrt, ist wohl der Propaganda zu verdanken.
Es bleibt in der Tat ein Dilemma für Israel und seine rechtskonservative orthodoxe Regierung, weil sie ohne die Gewalt und das Leid gegen die Zivilbevölkerung keine Beendigung des Terrors erreichen können. Leider wird dieser Fakt von der arabischen Welt und ihre Unterstützer allem Anschein nach nicht bei der Kritik an Israel zur Sprache gebracht! Auch die Finanziers des Terrors in den arabischen Staaten machen sich dieser Gesinnung mitschuldig.
Es gibt historisch mal wieder die fatale Entwicklung in den Gesellschaften Europas und der Welt, die dazu neigen, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.
Ereignisse wie der Börsencrash von 1929 (*) mit dem brutalen Absturz der Anlegervermögen, den zusammenbrechenden Märkten des Kapitalsystems und der folgenreichen Armutswelle und Arbeitslosigkeit – begleitet von den hilflosen Aktionen der Regierungen über ein halbes Jahrzehnt lang – trieb große Teile der gespaltenen Gesellschaft in die Arme von faschistischen und diktatorischen Autokraten wie Hitler und seine zwölf Jahre dauernde Diktatur des „Dritten Reichs“ in Deutschland.
Nicht überzeugend gemanagte Ereignisse wie die Corona-Pandemie oder Kriege wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und der aktuelle Terror der Hamas gegen Israel und den Folgen durch die Kriegsereignissen um Gaza sind jeweils Auslöser von Wellen an Leid sowie der Ausbreitung von wirtschaftlichen Störungen bis zu weltweiten Hunger und Armutsausweitung.
Bis heute hin sind in solchen Zeiten Muster zu erkennen, dass für die Fehler der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen ein „Schuldiger“ gesucht wird, der letztlich aus den Vorurteilen, den Hass, die Verleumdung generiert wird. Der Aufruf zur Vernichtung oder Vertreibung folgt auf dem Fuß. Diesem Muster folgen große Teile der Gesellschaft, die den Lügen der Brandstiftern mit ihren „Sündenbock“-Erzählungen naiv und ungeprüft folgen. Die äquivalente Wiederholung des Sündenbock-Prinzips beim Umgang mit den politischen Gegnern erleben wir mit den Lügenmärchen von Trump, Putin, Erdogan, Orban bis zur AfD und ihren Gefährdungen der Demokratie. Immer wieder steht die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Form von Antisemitismus, Rassismus und „den heiligen Kriegen“ im Mittelpunkt der Fehlverhalten.
Eine „Erholung“ der Wirtschaft und die Senkung der Arbeitslosigkeit durch Waffenproduktion und die Vorbereitung auf Kriege, sowie die Ausbreitung des neuen Kommunikationsmittels, des „Rundfunk-Empfängers“ diente den Nazis als Propagandaplattform. Heute sind die sogenannten „sozialen Medien“ die Verbreitungsmittel für Vorurteile, Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Waffenproduktion und militärische Aufrüstung sind weltweit wieder im Aufschwung. Diese wirtschaftliche Belebung geschieht zu Lasten der Bereiche der Daseinsfürsorge: Wohnungsbau, Bildung, Abbau der Armut.
Was in der Hitlerzeit die Zentralisierung der Informationsverbreitung durch den Rundfunk in den Händen der Diktatur-Struktur betraf, wiederholt sich mit einer noch verheerenderen Wirkung durch die Zentralisierung der Plattformen der sozialen Medien in den Händen der privaten Besitzer á la Elon Musk und Zuckerberg, die außerhalb der staatlichen Struktur eine private Macht aufgebaut haben, die unkontrollierbar erscheint. Die Steigerung des Profits und die Ausweitung der eigenen Macht sind die einzigen Ziele. Sie dienen nicht den Menschen in Demokratien.
Alles, was Menschen tun zu Lasten des Allgemeinwohls, ist immer auch vermeidbar. Alles, was Menschen tun, sind eigene Entscheidungen, ihre Handlungen, ihre Fehler, ihre Dummheiten, ihre Illusionen – nicht die der anderen Menschen. Deshalb liegt die Verantwortung für ihr Denken und ihre Taten bei jedem selbst! Dieser Verantwortung werden sie sich alle einmal stellen müssen!
Denn Menschen haben immer eine Wahl hinsichtlich dessen, was sie denken und tun! Und es gibt einen universellen Maßstab für das Denken und Handeln: das sind die Grund- und Menschenrechte. Keine Ideologie, keine Religion, keine Staatsräson, die Menschen zwingt, die Grund- und Menschenrechte zu brechen – sei es eine politische oder ökonomische Ideologie, eine Religion, eine politische Staatsmacht oder die Finanzmacht der neoliberalen Agenda – um auf dieser Grundlage die Menschen zu unterwerfen (mit Gewalt, Folter, Freiheitsberaubung, Tod oder „Gesetze“ und wirtschaftliche Abhängigkeit), ist erstrebenswert und darf in jeder Hinsicht abgelehnt werden.
Es muss nur rechtzeitig geschehen!
(*) Der große Börsencrash von 1929 – ein Beispiel für die Veränderung der Welt zum Negativen
24. Oktober 1929: Die New Yorker Börse bricht zusammen und stürzt das Land in seine größte wirtschaftliche Krise. Die „Goldenen Zwanziger“, die für Aufschwung und Reichtum standen, enden abrupt. Die immanente Destruktion des Finanzkapitalismus entfaltete sich in Form von Diktaturen á la „Drittes Reich der Nazis“ und führte die Welt ins Verderben.