Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

Diätenerhöhung für die Bundestagsabgeordneten – wird der Automatismus unterbrochen?

Kommentar

Es wäre instinktlos, wenn in diesen Zeiten gestiegener, nicht selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit und Kürzungen des ALG II als Sanktionsmittel durch die Jobcenter die Abgeordneten sich eine Erhöhung der Diäten (welche Sprachwitz, eine Vermehrung als Diät zu bezeichnen!) genehmigen würden.

Laut Spiegel-Bericht soll in einem Gesetzentwurf, der noch eingebracht und im Parlament verabschiedet werden muss, auf die diesjährige Erhöhung verzichtet werden.

Im anderen Fall wäre der Verweis auf Heinrich Heines lyrische Kritik am staatlichen Handel wie in seinem Versepos „Deutschland – ein Wintermärchen“ zutreffend gewesen:

Deutschland – immer wieder mal ein politisches Wintermärchen 

CAPUT I – Heinrich Heine (Auszug)

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen

Politik und Machtgier und ein Märchen aus uralten Zeiten … Ungleichzeitigkeit und Vergesslichkeit

 

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