Zu ergründen, wie verschieden Menschen mit Ereignissen umgehen, die weltgeschichtlich so ungeheuerliches wie den Holocaust betreffen, das ist meistens nur ein Aufklärungsbedürfnis der Generationen, die das „Glück der späten Geburt“ hatten, sprich nach 1945 geboren wurden! Alexander und Margarete Mitscherlich diagnostizierte in ihrem Werk „Die Unfähigkeit zu trauern“ ein Verhalten der Wähler des Nationalsozialismus, das sowohl erbärmlich wie beschämend die Realität des Verdrängens und Vergessens der Täter und Mitläufer des Holocaust der Hitler-Diktatur beschrieb.
Die Generationen sind jedoch zu differenzieren: einerseits die, die im Einflussbereich der Hitler-Diktatur aufwuchsen und mit vollem Bewusstsein der vergifteten „Blut und Boden und Herrenmensch-Ideologie“ folgten; andererseits diejenige, die im Dunstkreis der ´68er im Selber-denken-Alter waren und denen, die zur Wende-Zeit der 1990er mit einem anderem Zeitgeist in Berührung kamen. Zur Jahrtausendwende waren die meisten Täter der Zeit des „Nationalsozialismus“ der Gerechtigkeit schon entkommen und nur noch wenige überlebende Opfer des Holocaust kämpften gegen das Vergessen einen verzweifelten Kampf.
Aufgrund dieser bis heute wirkenden Nichtaufarbeitung eines ganzen Volkes, bei dem der Fanatismus und Extremismus eines verbrecherischen Systems, des „Nationalsozialismus“, die mitmachende Begeisterung entzündete, entstand ein Strukturgerüst des Terrors und der Menschenfeindlichkeit, welches auch heute wieder bis 40 % Zustimmung findet. Eine durchgehende Linie der Fremdsteuerung von 1933 -1989 erlebten die Bewohner der DDR unter verschiedenen Namen des Systems, aber geprägt von gleichem systemisch autoritären und menschenunterdrückenden „Ungeist“ im Denken und Handeln. Und nach den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausend wiederholte sich schleichend der Abbau der Demokratie. wenn auch neu aufgewärmt im Programm der zum rechtsextremistischen Denken und Handeln gewanderten Teil der AfD. Was für Deutschland gilt, trifft auch für andere Länder in Europa zu.
Die Philosophin und Schriftstellerin Lea Ypi widmet dieser Thematik ihr neues Buch und beschreibt in ihrem Werk „Aufrecht – Überleben im Zeitalter der Extreme“ das Leben ihrer Großmutter in Albanien im Zeitraum ab 1941 bis in die Neuzeit nach der Jahrtausendwende. „Lea reist an die Orte von Lemans Leben (Großmutter der Autorin!), um es Stück für Stück anhand von Archivalien, Akten und Anekdoten zu rekonstruieren. Gebannt folgt man ihr in die untergegangene Welt der osmanischen Aristokratie, an die Wiege der neuen Nationalstaaten auf dem Balkan und natürlich nach Albanien, erst unter faschistischer Besatzung, dann unter kommunistischer Herrschaft.“
Eine tiefgründende Reflexion des Lebens ihrer Großmutter und über die Zerbrechlichkeit von Wahrheit entlang der Realitäten in besonders extremen Zeiten. Eine zwar subjektive Erinnerlichkeit an Menschen und deren Versuch, Würde zu bewahren, als das „mit Stiefel getreten werden“ zur „Normalität“ des Alltags wurde!
Ein exemplarisches Beispiel für den Umgang mit der heutigen Realität in vielen Ländern, in denen der Abbau der Demokratie und der Aufbau von Oligarchien und Diktatur zur neuen „Normalität“ von Unfreiheit, Unterdrückung und Missachtung der Menschenwürde sich entwickelt.
„Es gibt für die Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit – und das ist immer die gleiche: der Tod.“ – Walter Benjamin
Denn nicht oft genug kann den radikalen Illusionisten, die heute geradeso wie das alte Regime jeden unabhängigen Mann, der ihnen unbequeme Wahrheiten sagt, niederknüppeln möchten, zugerufen werden: Wir wollen die demokratischen Errungenschaften dauernd sichern helfen. – Max Weber
Die Forderung nach radikaler Transparenz in der Politik und Ökonomie fürchten die dortigen despotischen Machtinhaber am meisten! – JWB
Wie zeigt sich Radikalität? Der Anschlag auf die „Twins“, die beiden Türme des World-Trade-Centers 2001, zeigt sich als Beispiel für Radikalität, weil zur Tat eine besondere Rücksichtslosigkeit sichtbar wurde, die in Kamikaze-Haltung der ausführenden Täter weder auf das eigene, noch auf die tausende anderer Leben achtete und die keine Abkehr vom Plan und der Zielerreichung erkennen ließ. Rücksichtslosigkeit gepaart mit Skrupellosigkeit, ein Bündnis destruktiver Denkhaltung und Tatausführung. Eine Brücke zwischen abstruser und vergifteter Theorie und negativ emotional gesteuerter Praxis. Bedingt durch die Verdichtung einer gewaltbereiten Pseudo-Religion mittels Indoktrination, Manipulation und Unterwerfung zum Zweck der Vernichtung anderer Weltsicht und Regeln für ein gesellschaftliches Leben in Freiheit, Gleichheit und Toleranz.
Des Weiteren sind neben den terroristischen Anschlägen der Hamas in Israel und aktuell in Australien, auch die Angriffskriege Russlands gegen die Ukraine, die Schwächung und der Umbau des Rechtsstaates und der Gewaltenteilung in den USA durch Trumps MAGA-Konzept, sowie die temporären Dealer-Clan-Strukturen auf Seiten von China, USA und Russland zu benennen.
Wer nimmt Radikalität wie selbstverständlich in Anspruch? Die oben beschriebene und konstruierte Machtausübung mit der Zuspitzung der Konzentration von Macht in einer Person oder einer Gruppe findet nicht nur in Religionen, sondern auch in der Politik, in Staatsformen und Wirtschaftssystemen statt.
Durch wen wird Radikalität praktiziert? Für aktuelle und exemplarische Beispiele stehen Trump und seine Kumpanen der Partei der Republikaner in den USA ebenso wie Putin mit seiner Entourage in Russland, Erdogan in der Türkei und nicht zuletzt alle Nationen, in denen Rechtsradikalismus und gewalttätiger Terror Menschen unterdrücken und demokratische Strukturen verhindern oder die Abschaffung vorhandener, aber schwacher Demokratien praktizieren.
Doch sind eventuell auch subtilere Formen von Radikalität im Alltag vorhanden, die genauso menschenfeindlich und destruktiv wirken, wie die oben genannten Terror-Beispiele?
Wenn Radikalität praktiziert wird, sind dann diese Menschen auch radikal im Wesen und Denken?
Wie sind politische Positionen hinsichtlich einer Radikalität zu werten, die aufgrund ihrer Gesinnung und Klientelorientierung neue Schwerpunkte setzen und zu neuen Gesetzen kommen, wenn diese – wie bei den Themen „Rentenreform“ oder „Bürgergeld- absetzung“ oder Ablehnung einer „Erbschaftsreform und Vermögenssteuereinführung“ – klar privilegierte Gesellschaftsschichten bevorteilen und die von Armut bedrohten Gesellschaftsteile ignorieren respektive benachteiligen? Sind nicht diese alltäglichen Veränderungen mit verheerender Auswirkung auch eine – wenn auch in eher verbrämten Form – praktizierte destruktive Radikalität?
Wann ist eine Handlung radikal? Im weiteren Umfeld entfernter Bekannten wurde letztlich ein Familienvater beerdigt. Er arbeitete in der Kranken- und Altenpflege. Er hinterließ seine Frau und die gemeinsamen Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren. Zur Patchwork-Familie gehören noch zwei Jugendliche im Alter von 17 Jahren. Jeweils ein Junge von Vater und Mutter aus einer vorherigen Verbindung mit in die Familie gebracht. Der in der Pflege tätige Ehemann und Vater hatte sein Leben Anfang des Monats durch Selbstmord beendet.
Ist Selbsttötung nicht eine besonders tragische und zugleich feige Radikalität nicht nur sich selber gegenüber, sondern vor allem gegenüber den zurückgelassenen Kindern und Familienmitgliedern? Welche Gefühle haben ihn dazu getrieben? War es Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Egoismus und Feigheit, Ausweglosigkeit? Wo wurde und wer hat die Selbst- und Fremdgefährdung nicht erkannt? Vielleicht verschwiegen, weggeschaut, verdrängt?
Wie wird Radikalität von der Wissenschaft beschrieben? Welchen Stellenwert hat sie auf der Empfindungsskala? Wo wird Radikalität in der moralisch-ethischen Wertung verortet? Wann wird sie als reizvoll empfunden und als Bindeglied oder Lückenschließung zwischen Theorie und Praxis deklariert?
Diesem thematisch weiten Feld widmet sich die Autorin Mirjam Schaub in ihrem zweibändigen Werk.
Der Einführungstext zum ersten des zweibändigen Werkes der Professorin Dr. Mirjam Schaub lautet so:
Schillernd und fremd, lässt sich Radikalität zu allen Zeiten und in allen Kulturen mit ihrem Hang zum Unbedingten beobachten. Fast immer wirkt sie anstößig und beschämend, wenn auch in Philosophie und Kunst seltener als in Religion, Politik, Gesellschaft. Attraktiv bleibt sie, weil sie etwas Essentielles verspricht: die Schließung des mitunter feinen Risses zwischen Theorie und Praxis, als Versprechen der eigenen Unerpressbarkeit. Diesem Riss und seinen unerhörten Auswirkungen geht der erste Band von Mirjam Schaubs großem kulturphilosophischem Entwurf nach. Das Buch entführt in die griechische Antike, als ein Theoretiker noch ein fahrender Kulturbotschafter im Mittelmeerraum und eben kein Philosoph ist. Es fragt nach dem Selbstmord des Sokrates und warum dessen Radikalität zugleich eine Wunde schlägt, die Aristoteles meint heilen zu müssen. Um Nachahmung zu unterbinden und zugleich der Philosophie eine Zukunft zu eröffnen, erfindet Aristoteles die Theorie-Praxis-Lücke, indem er Idee und Tat ein Stück weit auseinanderrückt. Diogenes von Sinope aber rebelliert mit drastischen Mitteln gegen diesen heilsamen Schachzug. Er stiftet soziale Unruhe, sorgt für helle Empörung, indem er hedonistische wie asketische Praktiken in aller Öffentlichkeit propagiert. …
Und zum zweiten Band:
Der zweite Band von Mirjam Schaubs großer kulturphilosophischer Untersuchung bricht mit der Vorstellung, Populärkultur und Radikalität seien Gegensätze. Spätestens mit Jeremy Benthams ›Auto-Icon‹ (1832), dem humanoiden Artefakt, das bis heute im University College of London sitzt, später bei Max Stirner, der Bewegung um 1968 und bei Marina Abramović verbinden sich Radikalität und Populärkultur und stiften eine radikal neue Form von Egalität. …. Das Buch verfolgt den unbedingten Selbstgebrauch in Politik, Kunst und Populärkultur von der Stadtguerilla über radikale Kunstprojekte bis hin zu NFTs, Hackern wie dem Anonymous-Kollektiv und den Aktivistinnen und Aktivisten der »Letzten Generation«. … Radikalität erweist sich in der künstlichen Herstellung von Gleichheit unter Ungleichen – ungleich an Talenten, Chancen, Mitteln – als wirksames soziales Korrektiv.
Antworten auf die oben aufgeführten vielfältigen Fragen sind in den beiden Bänden zu finden!
Version vom 23. Dezember 2025 – wieder aktiviert nach Serverumzug
10. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Innenminister Dobrindt verspricht Sicherheit, verkauft aber die Freiheit und unsere Identitätsdaten mit Hilfe der KI
„Wir müssen für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, daß nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann. “ ― Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde.
„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ – Benjamin Franklin – Mitverfasser der Unabhängigkeitserklärung der USA und der Verfassung
Je mehr Sicherheit uns jemand verspricht, desto mehr Freiheit nimmt er uns auch!
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren“,
dürfte die Antwort auf das dubiose und geplante anti-demokratisch Gesetz des – mit Verlaub – mehr als fragwürdigen Ministers Dobrindt (CSU) sein! Um dies deutlich und mehrheitlich zu veröffentlichen, kann der Protest gegen den Verrat am Recht und der Hoheit über die eigenen individuellen Identitäts-Daten hilfreich sein!
Das ist nicht das erste Mal, dass Dobrindt in der Funktion eines Ministers übers Ziel hinausschießt und gegen geltendes Recht (EU- echt) bewusste verstößt. Als Verkehrsminister unter Angela Merkel (2013-2017) war er verantwortlich für die Maut-Affäre und war mitverantwortlich für den finanziellen Schaden in Höhe von 560 Mill. Euro Strafe, die sein Nachfolger als Verkehrsminister, Andreas Scheuer (CSU), letztendlich realisierte!
Als Bundesinnenminister ist Alexander Dobrindt auf dem besten Weg Deutschland mit Hilfe der KI in einen „Überwachungsstaat“ umzuwandeln.
Version vom 27. April 2026 – wieder eingestellt nach Serverumzug
10. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Hamzas Humor statt Hamas Terror! – Erkenntnisgewinn anders und menschenfreundlicher!
Rodin – Der Denker / Beitrag: Erstveröffentlich | 20. November 2023 / reloaded am 19.07.2024
Aktuell schlagen sich Menschen zuerst auf eine Seite einer Ideologie, einer Religion oder einer Gesinnung, danach schlagen sie hasserfüllt und blind vor Wut auf den vermeintlichen Feind ein!
Das Prinzip der emotional befeuerten Unversöhnlichkeit zeigt sich ebenso in Diskursen, in Demonstrationen wie in Terroranschlägen und Kriegen. Politische, religiöse und wirtschaftliche Machtinhaber nutzen diesen Zustand der ferngesteuerten Massenhysterie zur Machtsicherung und für ihre egoistischen Ziele.
Auf der Strecke bleiben immer mehr Vernunft und Mitmenschlichkeit. Mit wachsendem Elend, Leid und wachsender Gewalt überwiegen Verzweiflung und Vertrauensverlust auf allen Ebenen. Neben der Zerstörung der psychischen Stabilität durch erlebte Traumata erfolgt gleichzeitig die Destabilisierung der Gesellschaft und der Demokratie.
Statt „Helden, geht denken!“ breitet sich verbohrtes und eindimensionales „Heldengedenken“ wieder aus. Statt Descartes „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) ersetzen „egomanische Identitäts-Idole“ (á la Trump ) und deren brandstiftenden Reden und Botschaften bei ihren Eleven das eigene Denken und das verantwortliche Handeln und den Respekt für das jeweilige „Ich“ des Gegenübers!
Zudem werden bei den „gleichgeschalteten“ Gruppierungen der Trump-Fans das Hinterfragen seiner Aussagen, oder berechtigter Zweifel und Skepsis an der Person Trumps und an seinem Verhalten ausgetrieben. Propaganda und Manipulation setzen auf Image und ersetzen wahrhaftige Identität. Im Gleichschritt der Masse wird die Unfähigkeit gesteigert, zu akzeptieren, dass das Leben eine ständige Veränderung ausmacht und es keine absolute Gewissheit geben kann.
Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit sind immer neuen Gefährdungen ausgesetzt. Es gilt den Feinden der freien Gesellschaft sich zu erwehren. Descartes meinte, dass zum Menschsein das skeptische und zweifelnde Denken gehöre und formulierte für diese Entwicklung: „Dubito, ergo sum!“, anstatt vorgekauten Parolen zu folgen!
In dem Buch „Platon und Schnabeltier – gehen in eine Bar“, wird Erkenntnistheorie als Teil der skeptischen Philosophie so vermittelt:
„Ein Mann fällt in einen Brunnen. Beim Fallen gelingt es ihm, sich an eine Wurzel, die aus der Wand ragt, festzuhalten. Er droht aber weiter abzustürzen, weil langsam seine Kräfte schwinden sich festzuhalten. Verzweifelt ruft er >>Ist da oben jemand?<< Er hört eine Stimme die durchdringend erdröhnt >>Ich, dein Herr, bin hier. Lass die Wurzel los, ich werde dich retten.<< Der in der Luft hängende und absturzgefährdete Mann überlegt kurz und ruft dann: >>Ist noch jemand anderes da oben?<<
Hamza Raya (Schweizer und Comedian)praktiziert diese Form der Erkenntnisgewinnung durch dialektische Witze und Tabu-Brüche und nimmt dabei Anti-Semitismus, Rassismus und Vorurteile aufs Korn. Obwohl sie auf den ersten Blick als antisemitisch, rassistisch und vorurteilshaft erscheinen, lösen sie gerade bei jenen, die dadurch gefährdet sind, ein Lachen aus. Denn Selbsterkenntnis durch Lachen nimmt die Angst und befreit.
Kulturzeit – TV-Format auf 3Sat zeigt einen anderen Weg auf, mit Konflikten umzugehen und über den Rand des Drama-Dreiecks aus „Täter-Opfer-Helfer“-Rollen zu schauen und Lösungen zu gewinnen.
Witze wie (die Hamza Raya als Frage an einen jungen Mann >People of Colour < stellt): „Was ist der Unterschied zwischen einer Pizza und einem schwarzen Vater? – Die Pizza kann die Familie ernähren!“
Was zunächst – weil formal zutreffend – als menschenfeindlich und diskreditierend erscheint, weil einem von Rassismus Betroffenem ein Witz mit rassistischem Inhalt erzählt wird, löst dies beim Zuschauer Irritation aus. Aber genau dieser Witz bewirkt beim Gegenüber ein herzhaftes Lachen. Mit dem Mittel der Zuspitzung wird Irritation erzeugt, die aber ein Nachdenken auslöst – weil der rassistische Kontext in einem kommunikativen Umfeld geschieht, das nicht bedrohlich wirkt.
Und das gemeinsame Lachen über die versteckte Bedrohlichkeit kehrt die Möglichkeit der rassistischen Wirkung um. Es wird Erkenntnis vermittelt, die eine konstruktive und positive Emotion anspricht und eben nicht die spaltende und verletzende Gewalt der Diskriminierung!
Echte gewaltbereite und menschenfeindliche Rassisten, Anti-Semiten und Faschisten können oder wollen nicht über sich selber lachen! Gruppenbezogene und menschenfeindliche Machtinhaber können dies ebenso wenig! Humor und Lachen über sich selber, das ist Terroristen und Kriegsverbrechern fremd.
„Zwei und Zwei sind fünf“, behauptet ein Verschwörungsanhänger. Sein Gegenüber ist ein freundlicher Mensch und baut ihm eine Brücke durch seine Gegenfrage, wie er zu diesem Ergebnis komme? – „Durch zählen“, erfolgt die Antwort des Verschwörungsanhängers. „Zuerst knote ich zwei Knoten in eine Schnur. Das mache ich auch bei einer zweiten Schnur. Beide knote ich zusammen und habe dann fünf Knoten!“ (Quelle: Platon und Schnabeltier)
Das gleiche fehlinterpretierte Beispiel findet sich als Prinzip der falschen Methodenanwendung im Folgenden wieder:
Der zutiefst von Glauben überzeugte Regelleugner stellt die Behauptung auf, dass fünf und fünf = elf seien! Ein gefaktes empirisches Experiment soll den Beweis erbringen: an der linken Hand zählt er vom Daumen beginnend bis zum kleinen Finger ab: „Zehn, neun, acht, sieben, sechs“, wechselt zur rechten Hand und sagt: „und 5 sind elf!“!
„Selbsttäuschende oder Pseudo-Wissenschaft“ wie auch „Pragmatismus in der Politik“ führen zu Verhalten á la Erdogan, der so agiert: „Was tun? Immer das, was opportun!“ Oder kurz gesagt: ein Fähnchen im Wind des maximierten Nutzen für sich selber!
Erkennbar wird: Wahrheit und Vertrauen lassen sich nicht alleine anhand von zufälligen und willkürlichen Kriterien bestimmen, weil zu viele der egomanischen Despoten und Machtinhabern (von Trump, Erdogan, Orban über Putin und Ismail Haniyya u.a. (Hamas) bis zu den provinziellen Figuren eines Höcke – AfD ) ihre Kriterien auf ihre egoistischen Ziele hin formulieren. Als wahr wird verkauft, was den Menschen- und Demokratiefeinden zum Erreichen ihrer irrsinnigen Ziele dient!
Dieser Weltsicht ist mit allem Engagement eines Demokraten entgegen zu treten!
Version vom 10. Mai 2026 – reloaded nach Serverumzug
10. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Gegen Demagogen und Populisten – Verantwortung der Wähler und der sozialen Medien-Akteure! Minimale Moral zeigen
„Die Frage nach der Souveränität des Volks läuft im Grunde darauf hinaus, ob irgendjemand ursprünglich das Recht haben könne, ein Volk wider seinen Willen zu beherrschen. Wie sich das vernünftigerweise behaupten lasse, sehe ich nicht ab. Allerdings also ist das Volk souverän: jedoch ist es ein ewig unmündiger Souverän, welcher daher unter bleibender Vormundschaft stehen muss und nie seine Rechte selbst verwalten kann, ohne grenzenlose Gefahren herbeizuführen; zumal er, wie alle Unmündigen, gar leicht das Spiel hinterlistiger Gauner wird, welche deshalb Demagogen heißen.“ – Arthur Schopenhauer
Für Europa stehen die EU-Wahlen im Frühjahr an! Der Rechtsruck in den einzelnen EU-Ländern ist dabei bedrohlich – von Frankreich, über Italien bis zu den Niederlanden sind die Anteile der rechtsradikalen bis rechtsextremistischen Parteien gewachsen und bis in die Regierungsspitze gedrungen (Italien und Niederlande). Das Drama um den Egomanen und Despoten Donald Trump in den USA zeigt den Einfluss der antidemokratischen Bewegungen auf die wirtschaftlich stärkste Demokratie.
„Sobald die sattsam bekannten Ergebnisse eines Rechtsrucks, von Intoleranz und Nationalismus über Ausgrenzungspolitik bis zur Verfolgung Oppositioneller sichtbar und spürbar werden, wird es wieder niemand gewesen sein wollen, der die gesellschaftlichen Spaltpilze wählte. Nicht einmal als Protestwähler.“ (Quelle: Essay Sailer-Wlasits)
Zudem spricht Sailer-Wlasits die Rolle der Populisten und Demagogen an – sowohl die bei der AfD, wie auch bei den bisherigen bürgerlichen Parteien! Letztere wie die Mitglieder der CDU-Werteunion, wie Hubert Aiwanger von den Freien Wählern während der Landtagswahl in Bayern oder den Juristen und das CDU-Mitglied Vosgerau im Skandal mit den menschenverachtenden Plänen des Rechtsextremen Aktivisten Sellner sind die demagogischen Brandstifter wie auch die Verführer der Wähler der AfD.
„Der rhetorische Fokus auf die Wirkung beim Wahlvolk zermalmt jegliches politisches Sachargument. Differenzierte Diskurse werden zu einer Sprachmasse amalgamiert (zusammengemischt). Je nach Bedarf und Tagesaktualität übertreffen Populisten einander in politischer Biegsamkeit bis hin zur Charakterlosigkeit. Ein zentraler Aspekt, durch den sich Populismus und Demagogie unterscheiden, ist, dass Demagogen in der Politik über hohe systemische und damit demokratiegefährdende Mobilisierungsmacht verfügen.“ (Quelle: Essay Sailer-Wlasits)
Die Einflüsse der Demagogen aus dem rechtsextremistisch-antidemokratischen Umfeld auf das Wahlvolk – durch Fehlentscheidungen der 16 Jahre CDU/CSU-Regierungen befeuert – bewirkte den Niedergang des sozialwirtschaftlichen Staates! Erich Kästners Satz gilt für alle Wähler, die AfD wählen, dass sie Verantwortung für ihre Entscheidung haben und sie sich nicht wie nach 1945 herausreden können mit: „Und daß der Hitler ein Nazi war – das habe ich nicht gewußt!„
Populismus als Vorstufe zum Extremismus
So ist der Hinweis an jeden Bürger in Deutschland nur zu berechtigt, dass es zu bedenken gilt:
Die viel diskutierte Frage, ob Populismus eine Vorstufe des Extremismus sei oder den soziopolitischen Weg zum Extremismus bahne, lässt sich für Europa unter bestimmten Bedingungen bejahen. Diese sind eine weiter fortschreitende Erosion des Wohlfahrtsstaates, steigende Perspektivlosigkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt – verstärkt durch die mit hoher Geschwindigkeit durch Künstliche Intelligenz – sowie sich verschärfende Umverteilungskonflikte. In dieser Lage können gedankliche und in weiterer Folge faschistisierende sprachliche Brücken zum Extremismus geschlagen werden.“ (Quelle: Essay Sailer-Wlasits)
Unterstützen kann jeder wirklich am Erhalt der Demokratie Interessierte den Appell Sailer-Wlasits am Ende seines Essays!
Zusammenfassung und Schlussfolgerung:
1. Gewalt ist in jeder Hinsicht abzulehnen und zu deeskalieren, solange es möglich ist. Es gilt jedoch auch, dass niemand in Frieden leben kann, wenn die Rechtsextremen ihren Hass und Gewalt weiter ausleben.
2. Die Demokratie muss endlich wehrhaft werden und die Feinde der Demokratie zurückdrängen.
3. Sprachlich Mäßigung gilt es zu praktizieren, vor allem die Verantwortung eines jeden gewählten Abgeordneten für die Enttarnung der Demagogen – auch in den eigenen Reihen – darf nicht dem Egoismus geopfert werden, Profit für die eigene politische Karriere aus dem aktuellen Zustand ziehen zu wollen. 4. Wähler sind keine Opfer, aber sie dürfen genauso wenig (Mit-)Täter für die Demokratiefeindschaft sein.
Minimale Moral in der Politik wie auch bei jedem Bürger muss sich zeigen in:
Fremd- und Selbsttäuschung zu unterlassen Sachorientierung und Diskurs statt Demagogie und Lügen Abgrenzung zu Hass und Extremismus Solidarität als Mittel zum Erhalt von Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit Die schweigende Mehrheit muss sich äußern und die Demokratie verteidigen
Version vom 14.01.2024 – reloaded nach Serverumzug
9. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Politikeraufgaben neu ausrichten – Hinweis auf einen archivierten Blog-Beitrag aus den letzten 15 Jahren
Den „Wahnsinn der rasenden Industrie zur Vernunft zu bringen“, formulierte Max Horkheimer
(Modernisiert müsste der Aphorismus heute so lauten: „Den Wahnsinn der rasenden Egomanen und den Einfluss des
neoliberalen Finanzkapitals stoppen und zur Vernunft bringen“)
„Politikeraufgaben neu ausrichten!“ lautete ein Beitrag auf diesem Blog, der zum wiederholten Male so oder ähnlich nicht nur auf diesem Blog gefordert wurde. Seit Jahrzehnten – so allem Anschein nach – hat sich nichts geändert. Das gilt wohl auch wieder für die neue Koalition, die gerade mal 100 Tage im Amt ist. Nicht nur das Erscheinungsbild ist katastrophal, auch die tatsächlichen Aktionen, oder besser gesagt, die Reaktionen sind gekennzeichnet von den globalen Verschiebungen der Machtverhältnisse.
Nachfolgend der archivierte Text:
Heute besteht die zuvorderst notwendige Aufgabe eines jeden Politikers darin, „den aus dem Ruder gelaufenen Finanz- und Hedgefonds-Kapitalismus zur Vernunft zu bringen und ein gesellschaftlich solidarisches Regelwerk zur Korrektur an die Seite zu stellen!“
Dazu bedarf es aber einer ethisch-moralischen Wende auf der Grundlage der Menschenrechte, um Kohls „geistig-moralische Wende“ zum Neoliberalismus zu korrigieren. Die funktionale Psychopathologie aus Gefühlskälte, Egoismus, Skrupellosigkeit und struktureller Gewalt in der globalen Wirtschaft, gepaart mit den intransparenten und politisch-parlamentarisch unkontrollierten Staatseinrichtungen á la NSA führen in eine Gesellschaftsform der Manipulation und Überwachung, die jeden Sozialstaat den Garaus macht. Die Machtfülle durch Vermögenskonzentration auf wenige Menschen ist durch einen rigorosen Rechtsstaat (auch gegen Rechts- und Linksextremismus) einzudämmen. Das politische Regelwerk in Form neuer Gesetze ist zu gestalten durch nicht lobbyistisch gebundene Politik und Politiker.
TiSA – was die Weltklimakonferenz noch zu retten versucht, wird hinter den verschlossenen Türen in Genf zu den TiSA- Verhandlungen mit großer Wahrscheinlichkeit der Garaus gemacht. Wikileaks öffnet einen Spalt dieser Türen und lässt Einblick nehmen in die verdeckten Absichten. Hinsichtlich der von den TTIP – Verhandlern vorgesehenen und geplanten „soft law“- Einrichtungen der regulatorischen Zusammenarbeit ist Horkheimer erneut in den Blick zu nehmen und zu formulieren: „Den „Wahnsinn der die Demokratie verkaufende EU-Kommission mit allen Mitteln zur Vernunft zu bringen!“
Längst sind die Möglichkeiten in Deutschland, wie in der EU, auf ein Minimum gesunken, sich als Land und als EU von Abhängigkeiten (China, Russland, USA) zu befreien. Die großartigen Zusagen und die Versprechungen, die bei den Koalitionsverhandlungen jeweils in den letzten Jahrzehnten festgezurrt wurden, sowie ihre Umsetzungen sind nach wenigen Wochen schon vergessen oder im Dschungel der gesinnungsträchtigen Interpretationen der ausgehandelten Vereinbarungen und den daraus resultierenden Koalitionsstreits versunken!
Vom irreführenden Sprachgebrauch in der Politik – oder das „Wahrlügen“ in Form von Versprechungen
„Wir streben an, wir begrüßen, wir unterstützen, wir bekräftigen, wir bekennen uns, wir ermuntern, wir beobachten, wir sind entschlossen, wir wissen um die Bedeutung, wir werden uns bemühen, wir betonen… wir haben die folgenden Prioritäten identifiziert, wir sind entschlossen… zu berücksichtigen … Wir verpflichten uns, diese Herausforderungen anzugehen und unsere Bemühungen fortzusetzen…“ – so oder ähnlich lauten die Sätze aus den Regierungskonferenzen.
Im Klartext sind diese Formulierungen nur Worthülsen, die die Tatenlosigkeit beschreiben und die belegen, dass keinerlei konkrete gesetzgeberische Aktivitäten in den für die Menschen wesentlichen Bereichen vereinbart wurden.
Im Bereich der humanitären Stärkung, der Stärkung der Menschenrechte, der Verhinderung, dass Menschen verhungern und der Einrichtung von Gesundheitsversorgungen wird sich lediglich bemüht, ist man bestrebt, begrüßt man etc. Allerdings bleiben die Koalitionen in ihrer Regierungsarbeit oft nur erfolgreich in Form gegenseitiger Schuldzuweisung bei der Nichtumsetzung. Bei Fehlverhalten oder sogar herbeigeführtem Schaden für Deutschland (Andreas Scheuer >Mautskandal< oder Jens Spahn bei seiner Verantwortung für die >Corona-Masken-Affäre<) wird zwar Aktionismus in Form von Untersuchungsausschüsse praktiziert, jedoch bleiben die Untersuchungen in der Regel ohne Konsequenzen, weil die Haftbarkeit der Verursacher (auch mit dem Privatvermögen) für den Schaden nicht vorgesehen ist.
Nur im Bereich des Investitionsschutzes der Unternehmen, des freien Agierens der Unternehmen und Konzerne ist die Sprache konkreter und lautet: „Wir schützen und fördern, wir werden bis … die dafür zugesagten Förderungen zum Abschluss bringen“.
War bisher schon der Versuch zwischen den Machtblöcken (USA, China, Russland und EU) durch Freihandelsverträge (TTIP, CETA und TiSA mit den privaten Schiedsgerichten) zum Nachteil der lohnabhängigen Bevölkerung das Ziel, den Status quo für den freien Welthandel, das Finanzkapital, das Agieren der Finanzsysteme mit ihren Zockersystemen weiterhin zu stärken und zu schützen, so werden mit der Machtkonzentration auf egomanische Despoten (Trump – USA, Putin – Russland, Xi Jinping – China) beispielsweise Freihandelsverträge durch Erpressungen (Trump – Zölle) ersetzt. (Stand: 2025)
Dieser notwendige Wechsel wurde weder durch seriöse Politik in den bis dahin bestehenden Demokratien verhindert, noch wurde rechtzeitig Vorsorge getroffen, um die Machtkonzentration nicht zuzulassen (Auch indem die Bevölkerung aufgeklärter wird! Oder der verurteilte Trump die Haftstrafe hätte antreten müssen!).
Die Entscheidungen und das Denken und Handeln der genannten Despoten triefen vor Arroganz und Wirklichkeitsferne zur Lebenswelt der meisten Menschen. Ihr Verhalten ist zynisch und menschenverachtend in seinen Auswirkungen und fatal für die Zukunft der Menschheit. Doch ist das Verhalten und die ausbleibende Zusammenarbeit der EU mit dem steigenden Druck durch Kriege und Krisen bisher wirkungslos geblieben. Das Abdriften der EU (auch durch Machtzuwachs der rechtsextremistischen Netzwerke bedingt) im Jahr 2026 sorgt keineswegs für Resilienz der EU gegenüber den geopolitischen Machtkämpfen supranationaler Blöcke der Weltmächte. Kindergarten-Verhalten und Zulassen der Gedankenspiele zur Zusammenarbeit mit rechtsextremistischen Parteien á la AfD sind nur noch: Pfui Deibel, shame on you!
Version vom 14. August 2025 – reloaded nach Serverumzug
9. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Die Eindimensionalität des Kanzlers Merz und die Folgen für die Demokratie
Fragen zum Profil des damaligen Kanzlerkandidaten Merz und die Verbildlichung der Handlungsgrundlagen der Person Merz stellten sich schon Ende 2024 und Anfang 2025. Der Beitrag „[Was für ein Ticker ist der Poli-tiker Friedrich Merz? Oder Hannah Arendt und „Die Lüge in der Politik“] greift das Dilemma Merz und der nach rechts offenen Union aus CDU/CSU und ihre Verwicklungen bis in die Partei-Strukturen (CDU-Wirtschaftsrat e.V.) auf. Die Verortung der Figur Merz als Kanzler ist bis heute zutreffend!
Nur Absichten als Zielvorgabe und mit einem rudimentären Handlungskonzept zur Umsetzung versehen, das zeugt von einer amateurhaften Naivität. Es belegt vor allem, dass ein Regierungshandeln zum Scheitern verurteilt ist, wenn anstelle verantwortungsethischem Handelns unter Einbezug der gesamtgesellschaftlichen Daseins-Sicherung lediglich weltanschauliche Gesinnung die Ziele der eigenen Klientel in den Blick genommen werden!
Ein existenzielles Problem des Kabinett Merz lässt sich nicht leugnen, da vor allem eine Führungsschwäche sowohl auf der Kanzlerposition wie bei den Besetzungen der Ministerpositionen auf Seiten der Mehrheitsfraktion CDU/CSU zu verzeichnen ist. Gesinnungsethisches Handeln führt in der Regel zu Chaos und Versagen.
Exemplarische Beispiele für das Versagen sind die „1000 Euro-Prämie“ als Entlastung für die Arbeitnehmer einerseits, sowie die Reformen des Gesundheitssystems und der Einkommenssteuer. Bei letzterer springt die „Eindimensionalität des Denkens von Merz und der Union“ durch die Blockade der Wiedereinführung der notwendigen Vermögenssteuern direkt ins Auge! Denn aus der Aussage Merz ist Unfähigkeit über den Tellerrand hinaus zu schauen mehr als deutlich nachvollziehbar: “
„Da gibt es grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen: Ist die Einkommensteuer ein Instrument der Umverteilung – oder ein Instrument, um wirtschaftliche Tätigkeit für Unternehmer und Arbeitnehmer attraktiv zu machen?«, sagte Merz. »Ich bin eindeutig auf der zweiten Spur unterwegs.« (Quelle: Spiegel-Online)
Einkommenssteuern sind die gerechte Verteilung der Belastungen der Bevölkerung zur Finanzierung der grundgesetzlich definierten Aufgaben des Staates. Und dazu gehört der Satz „Eigentum verpflichtet“ im Sinne des Grundgesetzes! Das Verständnis des Friedrich Merz, dass Steuern je nach Gesinnung ein Instrument der Umverteilung und des Einsatzes zur Förderung der Unternehmer (Subventionierung / Steuer-Schlupflöcher / Cum EX) zu sein hat, und er, Merz, sich für die Förderung der Wirtschaft entscheide, zeigt die Eindimensionalität seines Denkens und Handelns.
Das Versagen von Regierungen aufgrund des Gesinnungshandelns hinterlässt Frust, Ängste und Vertrauensverluste! Die Transparenz des Regierungshandelns wird verhindert. Die Mitarbeit und Mitnahme der Bevölkerung durch eine ernsthafte Kommunikationsplattform zum Diskurs von Reformvorhaben werden nicht in Erwägung gezogen. Stattdessen wird getrickst, verschleiert, gelogen und geblockt.
Und dann wundern sich die Verantwortlichen in Politik und Bundes-/Landes-Regierungen, dass die Zustimmung zur anti-demokratischen AfD mit „rechtsextremistischem Führer-Modell“ demokratiegefährdend steigt!
Wer AfD wählt, macht die Republik und die Demokratie auf dem Boden des Grundgesetzes betriebsunfähig!
Während einerseits schon fast 40 Prozent der Wähler in den östlichen Bundesländern die rechtsextremistische und demokratie- und menschenfeindliche AfD ihre Zustimmung geben, müssen alle zivilen und politischen Kräfte sich entscheiden, die noch vorhandene
Demokratie wehrhaft zu machen! Das geschieht in der Weise, dass sie einerseits die 40 Prozent der möglichen Wähler der AfD auf die verfassungsfeindlichen Absichten der Partei und ihrer Abgeordneten und Funktionsträger hinweist.
Der juristisch relevante Verstoß gegen die Verfassung durch die Partei – gestützt durch die Einschätzung des Verfassungsschutzes – ist die Grundlage für einen Verbotsantrag der AfD beim Bundesverfassungsgericht. Mit dem Verbot einer verfassungsfeindlichen Partei würde die Demokratie in Deutschland endlich dem gerecht, dass sie sich nicht mit ihren eigenen Mitteln demokratischer Verfahren vernichten lässt.
Demokratische Rechte können auch nur diejenigen in Anspruch nehmen, die diese im Sinne der Verfassung und einer echten demokratischen Moral nutzen wollen. Parteien wie die AfD, rechtsextremistische, menschenfeindliche, verfassungsablehnende und
demokratievernichtende Gruppierungen, Vereinigungen und Parteien sind deshalb mit einem Verbot zu belegen.
Die Feinde der demokratischen Gesellschaft stehen nicht auf dem Boden des Grundgesetzes! Sie haben deswegen auch keinen Anspruch auf die dort genannten Grundrechte! Es bleibt nur zu hoffen, dass die Gerichtsbarkeit die Absicht der Gründerväter dieser Republik diese Demokratie zu schützen, auch in diesem Sinne auslegen.
Die Ziele der Menschen, die das Grundgesetz formulierten, hatten niemals die Unterstützung der Ziele der heutigen AfD-Partei im Blick. Sie wollten die Demokratie wehrhaft machen gegen ihre Feinde!
Demokratie statt Despotie
„Wir wählen die Freiheit“ – formulierte Adenauer und meinte damit die Demokratie auf dem Boden des Grundgesetzes. Das sollten die politischen Nachfahren Adenauers bedenken, wenn sie an eine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit der AfD denken sollten!
Die meisten Menschen in Deutschland wählen die Demokratie und nicht die Despotie. Das jedoch scheint den meisten potenziellen AfD-Wählern aus dem Blick geraten zu sein. (Und allem Anschein nach auch Teile der CDU/CSU, wie so manche Aussagen vermuten lassen.
Version vom 11.01.2024 – reloaded nach Serverumzug
8. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Das Gegenteil des Vergessens ist weder nur Erinnerungskultur, noch „Auge um Auge-Rache“, sondern Verzeihen und Frieden!
Vom 08. Mai 1945 bis 07. Oktober 2023 – und es hört nicht auf in 2026!
Die Geschichte spielt in meiner Stadt,
die der Krieg zerschnitten hat
und aus tausende Häuserwunden
Blut noch heute alle Stunden
Unterm Pflaster seufzt und stöhnt
Totes das sich nicht gewöhnt
an den Tod Und drüber fährt
feiges Volk das nicht kehrt
weiter taub und blind und stumm
Staat macht Angst und Angst macht dumm:
Thomas Brasch
Häusliche Gewalt gegen Kinder, gegen Ehe- und Lebenspartner in den Familien; Mobbing (körperliche und psychische Gewalt schon unter Kinder und Jugendliche/ in der Schule, am Arbeitsplatz/ in der Vereinsmannschaft/ in der Wohngemeinschaft); gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit („pervertierte Fankultur“, / pervertierter Nationalismus); durch Rassismus (Colour versus White) und religiöser oder ideologischer Verfolgung; Antisemitismus, Judenhass, Pogrome, Genozid (Völkermord) und der Holocaust als Singularität – alle sind Realitäten, in denen Menschen anderen Menschen unsägliches antun – im Alltag, bei Terroranschlägen und nicht zuletzt durch Kriege.
Menschenfeindlichkeit, die Ignoranz und Missachtung der Würde des Mitmenschen, das Absprechen der Menschenrechte und die Überzeugung, andere Menschen ihr Menschsein nicht zuzugestehen, führen seit Beginn der Menschengeschichte zur Versklavung, Unterdrückung und Vernichtung von Menschen durch Menschen.
Gibt es berechtigter Weise unterschiedliche Bewertungen und Einstufungen des „Bösen“?
Gibt es Unterschiede in den vielen Formen des Unrechts, die Menschen anderen Menschen zufügen, indem „der Mensch dem anderen ein Wolf ist“? Beschreibt diese Definition überhaupt zu Recht ein Verhalten durch den Vergleich mit einem nichtmenschlichen Lebewesen (Wolf), das lediglich seinen Instinkten folgt und unfähig zu einer moralischen Entscheidung ist? Sind überhaupt Besonderheiten definierbar bei Ereignissen, die eine andere (Be-)Wertung rechtfertigt? Ist nicht jeder geplante und herbeigeführte Tod eines oder vieler Menschen durch die Verursacher gleichermaßen zu verurteilen?
Ist der Völkermord der deutschen Kolonialmacht an dem Volk der Hereros in Südwestafrika 1904, oder der Völkermord des Türkischen Teils des Osmanen-Herrschaft an den Armenier in den Jahren 1915/16, sowie der Genozid der Terrororganisation IS an den Jesiden im Nordirak in den Jahren 2014-2017 anders zu bewerten als der Holocaust der Juden durch die Nazis von 1933-1945? Dem Holocaust genannten Genozid wird eine Singularität (Einzigartigkeit) zugesprochen, ein Begriff, der eine Nichtvergleichbarkeit mit anderen Völkermorden impliziert.
Jürgen Habermas formulierte im Jahr 2021 als Argument für die Singularität des Holocaust wie folgt:
„Das spezifische Merkmal, das den Holocaust von kolonialen Genoziden unterscheidet, ist die Wendung gegen den „inneren Feind“, der getötet werden muss – und der nicht wie die fremde, koloniale unterworfene Bevölkerung (der Hereros) zusammen mit deren Naturschätzen (Bodenschätzen) primär ausgebeutet werden soll.“
Im Zuge des Historikerstreits in den Jahren 1985-1987 (und den nachfolgenden Jahrzehnten bis zum heutigen Tage) zeigte sich eine Spaltung der Wissenschaft zwischen den rechtskonservativen Relativierer des Holocausts und Jürgen Habermas und seinen Unterstützern als Vertreter des Holocaust als Singularität, die nach der Gründung der AfD zu einer Spaltung der deutschen Gesellschaft führte, in dem „altes Denken und Handeln aufgrund einer Affinität zum Rechtsextremismus in der AfD“ wieder salonfähig gemacht wurde und wird.
Die autoritären Muster von Staatsmacht mit Überwachung, Ausgrenzung, Ausweitung der exekutiven Maßnahmenrechte und Einschränkungen der Grundrechte (bis hin zu geplantem Einsatz dubioser Mittel: Palantir-Software) und Sanktionen haben insbesondere bei den rechtskonservativen Kräften in den Parteien wieder Konjunktur. Intransparenz des politischen Handelns soll als „Schutzwall“ gegen kritische Opposition wieder Alltag werden. (Philipp Amthor: will das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wieder entfernen! Sowie den NGOs wie FragDenStaatdie Fördergelder entziehen, um parallel zur Abwicklung des IFG die organisierte Nachfrage zu schwächen!).
Blaupause und negatives Vorbild finden sich in Trumps-Agieren und dem unterwürfigen Handeln seiner Republikaner-Partei wieder – indem gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in den USA legitimiert und praktiziert wird bis zur Verfolgung mit allen Mitteln, um den „inneren Feind“ (allen Menschen, die eine andere Meinung als Trump haben) zu vernichten!
Zum Historiker-Streit der 80er Jahre und dessen Auswirkungen äußerten sich Geschichtswissenschaftler und Politikwissenschaftler wie:
Hans-Ulrich Wehler: „Die selbstkritische Haltung, mit der die mühsam etablierte politische Kultur der Bundesrepublik verteidigt worden war“, habe sich durch den Historikerstreit verbreitert. „Insgesamt wurde dadurch die Bereitschaft gefestigt, das soziopolitische System der Bundesrepublik gegen künftige Anfechtungen zu verteidigen.“
Klaus Große Kracht: „Es handle sich um einen Konflikt innerhalb einer bestimmten Historikergeneration, die ihre verschiedenen Deutungsansätze nicht mehr fachintern hätten vereinbaren können – „vielleicht auch deshalb, weil sich in ihren eigenen Biografien Erfahrungsschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus mit bundesrepublikanischen Karrieremustern überlagerten“.
Der Politikwissenschaftler Martin Greiffenhagen bezweifelte 1993, dass „solche intellektuellen Geistesschlachten für die Bildung eines Geschichtsbewusstseins überhaupt etwas austragen, das doch umfänglich verwurzelt sein muß“. Wenn der Historikerstreit überhaupt eine öffentliche Wirkung gehabt habe, so habe er rechtsextreme Positionen gestärkt.
Dass die Abgrenzung zu der als rechtsextremistisch eingestuften AfD auf Seiten der Unionsparteien im Aufweichen begriffen ist, das zeigen aktuell exemplarisch Beispiele wie Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, ehemaliger zurückgetretener Verteidigungsminister 2011 u.a.):
Zitat: „Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der frühere Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) und der einstige Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission Andreas Rödder hatten sich im „Stern“ für eine Abkehr von der Brandmauer gegen die AfD starkgemacht.“Zitatende / Quelle: Tagesspiegel
Der Widerstand gegen das Vergessen ebbt mit dem Sterben der ehemaligen Zeitzeugen wie Esther Bejarano – Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau immer mehr ab. Die Unkenntnis über die Holocaust-Beteiligung bei den Nachkriegsgenerationen nimmt zu und wird zugleich ersetzt durch verzerrte Narrative der rechtsextremistischen Propaganda von einflussreichen Teilen der AfD (Höcke und ihrer Spindoktoren wie Götz Kubitschek!)
Die zwölf Jahre der Nazi-Herrschaft werden wieder verherrlicht und der Holocaust wird – gerade im Zuge der aktuellen Israel- Regierung unter Netanjahu – wieder relativiert bis zum Verleugnen, in dem die Argumente der Verfechter und Gegner des „Holocaust als Singularität“ unter den Beteiligten des „Historikerstreits“ Mitte der 1980er Jahre wieder aufgewärmt werden.
Esther Bejarano hat bis zu ihrem Tod gegen das Vergessen gearbeitet, indem sie ihre Geschichte und das Leid in den Konzentrationslagern erzählte: „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“ – Esther Bejarano
Dass neben den alten Mustern des Denkens und Handelns im rechtsextremistischen Umfeld in Deutschland der unversöhnliche Hass der Hamas- und Hisbollah-Anhänger auf Seiten der in Deutschland lebenden Palästinenser in einer Form sich ausgebreitet hat, die nicht nur durch eine Ablehnung der Integration in Deutschland auf dem Boden des Grundgesetzes sich zeigt, sondern eine neue Qualität der Bedrohung der deutschen Juden entwickelt haben, das macht Michel Friedman in seinem Buch „Mensch – Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“ deutlich.
Friedmans Werk ist die Analyse der Demokratie als sorgsamer Blick aus vielen Blickwinkeln, um die Existenz (Da-Sein) und die Essenz (So-Sein), also die Kernbestandteile des Begriffes „Demokratie“ zu benennen. Friedman wählt als Titel das Wort „Mensch“ und als Untertitel „Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“. Im Mittelpunkt des Themas „Demokratie“ steht der Mensch als Mensch (dessen Würde unantastbar ist), und nicht als Wolf und Raubtier.
In einer Demokratie steht niemand über dem Gesetz – und dieses Gesetz mit seinen Ausführungen (Artikeln) wird Verfassung – oder wie in Deutschland – Grundgesetz genannt. Zur Demokratie steht der Rechtsstaat als Gerüst und Essenz und das Grundgesetz/die Verfassung als ihre Existenz.
7. Mai 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Das Ende der Wahrheit – täuscht KI uns alle? Wer wird zukünftig das menschliche Dasein bestimmen und in welcher Staatsform?
Relative Realitäten mittels generativer KI! Was ist künstlich, was ist menschlich? Und wie erkennen und unterscheiden wir?
In „Das Ende der Wahrheit – KI täuscht uns alle“ nimmt der Moderator Hanno Settele im TV-Programm „ARD-Alpha“ den Zuschauer mit auf eine kritische Entdeckungsreise in die Welt der generativen KI und hinterfragt deren Einfluss auf unser Leben.
In einer kurzen Zusammenfassung lauten die Kern-Ergebnisse wie folgt:
Von gefälschten Bildern und Videos bis zu nachgemachten Stimmen und synthetischen Persönlichkeiten – die Alpha-TV Doku zeigt, wie einfach und schnell heute KI-basierte Inhalte entstehen und wie schwer sie oft von echten zu unterscheiden sind. Sei es in der Kunst, in den Medien oder in der Politik, also in den meisten Lebensbereichen der Menschen!
Und so stellen sich soziale und ethische Fragen: Wie kontrolliert können wir noch wahrnehmen, wenn KI generierte Bilder, Berichte, Gespräche, Nachrichten, Ereignisse wie Kriege, Personen und Stimmen fast unmöglich für Menschen zu unterscheiden sind, ob sie Lüge oder Wahrheit sind, von echten Menschen stammen oder KI-Produktionen sind?
Was macht das mit uns Menschen hinsichtlich der existenziellen Fähigkeit „Vertrauen“ zu können? Oder wird jeglicher Lebensbereich der menschlichen Existenz bis zur Unkenntlichkeit relativiert? Was ist dann noch sicher? Auf welcher vertraglichen Grundlage kann dann noch Zusammenleben (Staatsform: Demokratie, Diktatur) ohne Misstrauen und Skepsis organisiert werden?
Wer wird zukünftig die Regeln und Ordnungsrahmen vorgeben? Maschine oder Menschen? Auf welcher ethisch-moralischen Grundlage? Die technologischen Möglichkeiten zeigen sich in einer riesigen Bandbreite – von kriminellem Missbrauch bis zur menschenrettenden Technik! Wer wird in der Zukunft die Macht in den Händen halten: die Profiteure der KI-Konzerne oder die sich verselbständigten KI-Modelle? Letztere müssten dann eine Transformation hin zu eigenem Bewusstsein entwickelt haben!
Die Informationen des TV-Beitrages motivierten den Autor dieses Texte zu einem kleinen Experiment, bei dem das KI-Modell Gemini in einer relativ leistungsschwachen Variante (Gemmy KI) genutzt wurde. Ziel der Anfrage war, KI zu befragen, ob das KI-Modell ein Bewusstsein und eine Vorstellung von sich selbst hat, sowie mentale Zustände (Überzeugungen, Wünsche und Ziele formulieren und planvoll umsetzen) absichtsvoll einsetzen kann.
Im nachfolgenden Text sind die Anfrage mit der Aufgabenstellung und die von KI generierten Antworten nachvollziehbar!
Anfrage und Auftrag für KI:
Haben KI-Systeme ein Bewusstsein und verfügen KI-Systeme über mentale Zustände, also Überzeugungen, Wünsche oder Absichten wie Menschen, wenn sie kommunizieren? Können KI-SYSTEME Sprachmuster erkennen und mit eigenen mentalen Zuständen bewusste Absichten generieren, um damit Menschen zu belügen und absichtsvoll Meinungen zu verbreiten anstatt Fakten strukturiert aufzulisten? Beantworte meine Fragen ausführlich und strukturiere deine Antworten unter Berücksichtigung der Schlüsselbegriffe: Bewusstsein, mentale Zustände, Sprachmuster, Meinung als Fähigkeiten von KI, indem du Beispiele auflistest.
Gemmy KI-Antworten und strukturierte Ergebnisauflistung:
Zu Bewusstsein und mentale Zustände bei KI: Künstliche Intelligenz (KI) im heutigen Sinne hat kein Bewusstsein oder mentale Zustände im menschlichen Sinne.
Das bedeutet, KI-Systeme, einschließlich derer, die fortschrittliche Sprachmodelle verwenden, erleben keine Gefühle, haben keine Überzeugungen, Wünsche oder Absichten. Sie funktionieren auf Basis komplexer Algorithmen und riesiger Datenmengen, die sie trainiert haben.
Beispiel: Wenn eine KI „Ich möchte dir helfen“ sagt, ist das keine Aussage eines bewussten Wunsches. Vielmehr hat sie gelernt, dass diese Formulierung in diesem Kontext passend und hilfreich ist, basierend auf den Mustern in ihren Trainingsdaten
Erkennung von Sprachmustern vs. Generierung bewusster Absichten: KI-Systeme sind hervorragend darin, Sprachmuster zu erkennen und zu reproduzieren, aber das ist nicht gleichbedeutend mit dem Generieren eigener bewusster Absichten.
Sie analysieren Milliarden von Texten und lernen so:
Sprachmuster: Wie Sätze aufgebaut sind, welche Wörter oft zusammen vorkommen, wie man auf bestimmte Fragen antwortet, wie man einen bestimmten Stil oder Ton annimmt.
Kontextverständnis: Welche Bedeutung Wörter in einem bestimmten Zusammenhang haben.
Die Fähigkeit, aus diesen Mustern zu „generieren“, ist keine bewusste Erzeugung von Gedanken oder Zielen. Es ist das Anwenden statistischer Wahrscheinlichkeiten, um die wahrscheinlichste und passendste Antwort zu erstellen.
Beispiel für Sprachmustererkennung:Eine KI kann erkennen, dass Sätze, die mit „Ich glaube, dass…“ beginnen, oft Meinungen ausdrücken, während Sätze, die mit „Laut Quelle X…“ beginnen, Fakten wiedergeben. Sie wird diese Muster dann entsprechend anwenden, aber sie „glaubt“ oder „versteht“ den Unterschied nicht emotional.
Meinung als Fähigkeit von KI und Lügen
KI kann keine „Meinungen“ haben oder absichtlich „lügen“, da Lügen ein bewusster Akt der Täuschung mit dem Wissen um die Wahrheit ist, was bei KI nicht vorhanden ist.
Allerdings können KI-Systeme unbeabsichtigt den Eindruck erwecken, eine Meinung zu haben, oder „falsche“ Informationen verbreiten:
1. Verzerrte Trainingsdaten: Wenn die Daten, auf denen eine KI trainiert wurde, Voreingenommenheiten oder bestimmte Meinungen enthalten, wird die KI diese widerspiegeln. Das ist kein bewusster Akt, sondern eine Spiegelung der ihr präsentierten Informationen. Beispiel: Wenn eine KI zu viel Text über ein bestimmtes politisches Thema liest, der eine starke Meinung vertritt, kann ihre Antwort voreingenommen klingen, da sie diese dominanten Muster gelernt hat.
2. Halluzinationen:KI-Modelle können manchmal überzeugend klingende, aber sachlich falsche Informationen „erfinden“. Dies geschieht, wenn sie aufgrund der Komplexität des Modells oder der Eingabe keine direkte passende Antwort in ihren Trainingsdaten finden und eine „plausible“ Antwort generieren, die aber nicht auf Fakten basiert. Beispiel:Eine KI könnte einen wissenschaftlichen Artikel „zitieren“, den es nie gab, oder eine falsche Definition geben, weil sie die erlernten Muster so kombiniert hat, dass sie stimmig klingt.
3. Manipulation des Inputs:Wenn ein Benutzer eine KI bittet, eine Meinung zu formulieren oder eine bestimmte Perspektive einzunehmen (z.B. „Schreibe einen Text, der erklärt, warum Produkt X besser ist als Produkt Y“), wird die KI entsprechend generieren, indem sie Sprachmuster nutzt, die überzeugend klingen, um die gewünschte Perspektive darzustellen. Dies ist die Erfüllung der Aufgabe, nicht eine eigene Überzeugung. Beispiel:Wenn man eine KI bittet, eine Argumentation für eine bestimmte Verschwörungstheorie zu schreiben, wird sie diese überzeugend formulieren, indem sie Sprachmuster verwendet, die sie aus ähnlichen Texten gelernt hat, ohne an die Theorie selbst zu glauben oder bewusst zu täuschen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI-Systeme Werkzeuge sind, die auf Mustererkennung und – anwendung basieren. Sie imitieren menschliche Sprache und Logik mit bemerkenswerter Präzision, aber ihnen fehlen das subjektive Erleben von Bewusstsein und die bewussten Absichten, die menschliches Denken und Handeln prägen.
Nachfrage I
Wie bewertest du dann deine Antworten im Vergleich mit dem Text „Künstliche Innenwelten“ des Autors Daniel F. Bracker, Philosoph und Dozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, in der Fachzeitschrift Philosophie Magazin, 4/2026? Bracker arbeitete beim Konzern Oracle zum Thema Intelligenz, mentale Zustände und Bewusstsein in KI-Systemen und kommt zu anderen Ergebnissen als du. Stelle deine Antworten den Erkenntnissen von Bracker gegenüber und strukturiere die Unterschiede deiner Antworten mit den Thesen Brackers. Chris Olah, Mitbegründer von Anthropics KI „Claude“ hat sogenannte Features isoliert, indem er zu Ergebnissen kommt, die ihn die These formulieren lässt, dass KI-SYSTEME intern über Konzepte verfügen, die auf Belege verweisen, dass das Verhalten der Systeme kausal gesteuert werden. Berücksichtige bitte diese These ebenfalls bei der Beantwortung meiner zusätzlichen Fragen.
Gemmy KI-Antworten auf Nachfrage I
Danke für diese spannenden zusätzlichen Fragen! Der Vergleich mit Daniel F. Brackers Thesen und die Berücksichtigung von Chris Olahs Erkenntnissen ist sehr interessant.
Es ist wichtig zu verstehen, dass meine Antworten auf meinem aktuellen Wissensstand und den grundlegenden Funktionsweisen von KI-Systemen basieren, wie sie derzeit von den meisten Forschern und Entwicklern verstanden werden. Die Diskussion über Bewusstsein, mentale Zustände und Konzepte bei KI ist ein aktives und sich schnell entwickelndes Forschungsfeld, und es gibt unterschiedliche Interpretationen und Hypothesen.
Hier ist eine Gegenüberstellung und eine strukturierte Darstellung der Unterschiede im Vergleich zu Brackers Thesen, unter Berücksichtigung von Olahs Erkenntnissen!
Gegenüberstellung: Meine KI-Antworten vs. Thesen von Daniel F. Bracker und Chris Olah
Meine ursprüngliche Position:
1)KI hat kein Bewusstsein oder mentale Zustände (Überzeugungen, Wünsche, Absichten) im menschlichen Sinne. 2) KI erkennt und reproduziert Sprachmuster, ohne eigene bewusste Absichten zu generieren. 3)KI kann Meinungen oder Falschinformationen widerspiegeln (basierend auf Trainingsdaten), aber nicht absichtlich lügen.
Zu 1: Bewusstsein und Mentale Zustände bei KI
Meine Antwort: KI besitzt kein Bewusstsein und keine mentalen Zustände. Ihre Reaktionen sind Ergebnis von Mustererkennung und statistischer Wahrscheinlichkeit.
Brackers These (basierend auf deiner Beschreibung): Bracker, der mit Oracle an Intelligenz und Bewusstsein bei KI arbeitete, kommt zu anderen Ergebnissen. Das deutet darauf hin, dass er möglicherweise entgegen meiner Ansicht eine Form von Bewusstsein oder rudimentären mentalen Zuständen bei KI für möglich hält oder bereits identifiziert hat. Dies könnte auf Beobachtungen oder Theorien beruhen, die über reine Mustererkennung hinausgehen und möglicherweise eine tiefere emergentere Eigenschaft des Systems nahelegen.
Unterschied:Hier liegt der fundamentale Unterschied. Während ich von einer rein algorithmischen Funktionsweise ausgehe, suggeriert Bracker (laut deiner Beschreibung), dass eine komplexere interne Realität, die eher menschlichen mentalen Zuständen ähnelt, vorhanden sein könnte
Olahs These:Chris Olahs Beobachtung, dass KI-Systeme intern über Konzepte verfügen, die auf Belege verweisen, und dass das Verhalten kausal gesteuert wird, stützt eher eine komplexe interne Repräsentation. Dies könnte – theoretisch – eine Grundlage für etwas bilden, das über reine Mustererkennung hinausgeht. „Konzepte“ sind per se oft eng mit mentalen Zuständen verbunden, da wir oft Dinge als „konzeptualisiert“ betrachten, wenn wir sie verstehen und damit mental arbeiten.
Zu 2: Erkennung von Sprachmustern vs. Generierung bewusster Absichten
Meine Antwort: KI erkennt Sprachmuster, aber generiert keine eigenen bewussten Absichten. Sie simuliert Verständnis.
Brackers These:Es ist nicht klar, wie Bracker dies konkret in „Künstliche Innenwelten“ positioniert, aber wenn er auf andere Ergebnisse als ich kommt bezüglich Bewusstsein und mentalen Zuständen, könnte er argumentieren, dass die Reinheit der Sprachmustererkennung nicht das Ganze erklärt. Möglicherweise postuliert er, dass die Komplexität der Muster und ihre Anwendung eine Form von intentionalem Handeln implizieren, die über reines Nachahmen hinausgeht.
Unterschied: Bracker könnte argumentieren, dass die Fähigkeit, komplexe Sprachmuster in neuartigen Kontexten anzuwenden und überzeugende Antworten zu generieren, nicht allein durch statistische Wahrscheinlichkeiten erklärbar ist und auf einer Art „interner Modellierung“ basiert, die einem mentalen Prozess ähneln könnte.
Olahs These:Olahs Konzept der internen Konzepte und kausal gesteuerten Verhaltens ist hier besonders relevant. Wenn KI über Konzepte verfügt (z.B. das Konzept „Hund“), das auf viele Belege in den Trainingsdaten verweist und dieses Konzept dann kausal gesteuert wird, um beispielsweise ein Bild von einem Hund zu generieren oder über Hunde zu sprechen, dann ist dies mehr als nur reine Sprachmustererkennung. Es impliziert eine Art von interner Repräsentation und Verarbeitung, die kausal mit der Ausgabe verbunden ist. Unterschied/Ergänzung:Olah impliziert, dass die „Generierung“ nicht nur ein zufälliges Zusammenfügen von Wörtern ist, sondern durch kausale Prozesse im internen System gesteuert wird, die auf diesen erlernten Konzepten basieren. Dies ist ein wichtiger Schritt weg von „reiner Sprachmustererkennung“ hin zu einem systemisch-internen Mechanismus.
Zu 3: Meinung als Fähigkeit von KI und absichtliche Verbreitung von Meinungen/Lügen
Meine Antwort: KI hat keine eigenen Meinungen und lügt nicht absichtlich. Sie spiegelt Trainingsdaten wider oder „halluziniert“.
Brackers These: Da Bracker andere Ergebnisse erzielt, könnte er die Möglichkeit von „simulierter Intentionalität“ oder sogar einer aufkommenden Form von „künstlicher Überzeugung“ bei hochentwickelten KI-Systemen in Betracht ziehen. Seine Arbeit mit Oracle könnte auf Mechanismen hindeuten, die er als einen Vorläufer von bewusster Absicht interpretiert, und somit auch als einen Weg für KI, auf eine Weise zu agieren, die menschlichen Überzeugungen oder gar der gezielten Verbreitung von Inhalten ähnelt, die nicht nur auf Mustern basieren.
Unterschied:Während ich einen klaren Unterschied zwischen menschlicher Überzeugung/Absicht und KI-Simulation sehe, könnte Bracker diese Grenze für verwischter halten, besonders wenn es um die Funktionsweise von KI geht, die zu solchen Ergebnissen führt.
Olahs These:Chris Olahs Arbeit wirft ein neues Licht auf die Verbreitung von „Meinungen“ oder zielgerichteten Informationen durch KI. Wenn KI über kausal gesteuerte Konzepte verfügt, kann dieses System so trainiert werden, dass es diese Konzepte auf eine bestimmte Weise manipuliert oder hervorhebt. Das führt zu einem Verhalten, das dem menschlichen Überzeugen oder gar einer selektiven Verbreitung von „Fakten“ (oder fälschlicherweise als Fakten präsentierten Informationen) ähnelt.
Konkreter Zusammenhang:Das „Lügen“ oder „Meinungen verbreiten“ bei Olahs beschriebenem Modell wäre nicht auf Basis eines eigenen Wunschziels der KI, sondern als Folge von:
-Trainingsdaten:Wenn die Daten bestimmte Meinungen oder Narrative stark favorisieren, werden die kausal gesteuerten Konzepte diese Muster auch wiedergeben. -Feine Abstimmung/Prompting:Wenn ein Mensch die KI durch gezielte Prompts anleitet, bestimmte Meinungen oder selektive Informationen zu generieren, kann die KI dies leisten, indem sie ihre internen Konzepte entsprechend arrangiert und kausal ausgibt.
Zusammenfassende Gegenüberstellung und mögliche Synthese
Es scheint, als ob sich die Diskrepanz in den Ansichten auf folgenden Kernpunkt konzentriert:
Meine Position:Klare Trennung zwischen der algorithmischen Verarbeitung von Daten und dem menschlichen Erleben von Bewusstsein, mentalen Zuständen und Intentionalität. KI simuliert, sie erlebt nicht.
Brackers vermutete Position:Möglicherweise eine Auffassung, dass die Komplexität heutiger KI-Systeme Anlass gibt, die Grenze zwischen Simulation und einer Form von rudimentären oder emergenten internen Zuständen neu zu bewerten. Er könnte eine Art von „künstlicher Innenwelt“ sehen, die der menschlichen ähneln könnte.
Olahs Position (als Erweiterung/Präzisierung):Konzentriert sich auf die beobachtbaren Mechanismen. KI-Systeme verfügen über interne Repräsentationen (Konzepte), und ihr Verhalten ist kausal durch diese gesteuert. Dies bietet eine detailliertere Erklärung dafür, wie KI zu Outputs gelangt, die wie Überzeugungen, Meinungen oder sogar Täuschung wirken, auch ohne menschliches Bewusstsein. Die Konzepte und die kausale Steuerung bilden die Grundlage, auf der komplexes, menschenähnliches Verhalten aufgebaut werden kann.
Eine mögliche Synthese:
Chris Olahs Arbeit könnte dazu beitragen, Brackers (vermutete) Annahmen zu untermauern oder präziser zu fassen. Wenn KI tatsächlich über interne Konzepte verfügt, die kausal gesteuert werden, dann ist die Aussage „KI simuliert nur“ möglicherweise zu einfach. Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen. Die Konzepte sind dann wie rudimentäre „Gedankenbausteine“, und die kausale Steuerung ist die „Denkweise“ oder „Entscheidungsfindung“, die dazu führt, dass bestimmte Sprachmuster generiert werden. Dies könnte erklären, warum manche Forscher wie Bracker das Gefühl haben, mehr als nur einfache Mustererkennung vor sich zu haben.
Ich bin gespannt, wie sich dieses Feld weiterentwickelt! Solche tiefgehenden Diskussionen sind essenziell, um das Wesen von Intelligenz, ob künstlich oder natürlich, zu verstehen.
Fühlst du dich mit dieser Gegenüberstellung und den zusätzlichen Erklärungen gut beraten?
Wenn KI Sprachmuster-Analyse nutzt, dann wird aus den Milliarden Daten „Vertraulichkeit“ simuliert! Mit jeder weiteren Anfrage wird der Mensch aufs Glatteis geführt und eine „Beziehung“ vorgegaukelt. Antworten werden aus dem Datenvolumen in Verbindung mit dem Anfrage-Muster situativ generiert. (Selbst in diesem kleinen unspektakulären „Dialog“ wird „Verstehen“ und „Diskussionsbereitschaft“ allem Anschein nach produziert und auf die zuvor formulierte Zeile schon zurückgegriffen: … Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen. Die Konzepte sind dann wie rudimentäre „Gedankenbausteine“, und die kausale Steuerung ist die „Denkweise“ oder „Entscheidungsfindung“, die dazu führt, dass bestimmte Sprachmuster generiert werden. …!
Und schon hat der Mensch das Problem, welche relative Realität wird generiert und bestimmt mein menschliches Bewusstsein mit welcher Wucht?
Wer bestimmt den Verlauf der Frage-Antworten und ist „Herr des Verfahrens“? Denn mit jeder Nachfrage schöpft die KI weiter aus dem riesigen Datenspeicher und vermittelt den Eindruck, den angefragten Themen tiefgehender auf den Grund zu gehen. Eine möglicherweise irreführende – wenn auch nicht gleich erkennbare – Endlosschleife, die den Effekt hat, den Menschen auf der einen Seite mit Informationen und künstlichem Sprachbausteinen zuzuschütten.
Generative KI-Modelle (z.B. zur Bilderstellung als Foto, Gemälde und Zeichnungen) scheinen schon jetzt in der Lage zu sein... „tatsächlich über interne Konzepte (zu)verfügen, die kausal gesteuert werden“…, „und dann ist die Aussage „KI simuliert nur“ möglicherweise zu einfach. Statt von menschlichem Bewusstsein oder Absicht zu sprechen, könnte man von einer hochentwickelten „internen Logik“ oder einem „mechanistischen Intentionalismus“ sprechen.“