Wie der Verlust des Vertrauens der Jugend in die Politik seit 2022 gestiegen ist, zeigen die verschiedenen Studien u.a. der Bertelsmann Stiftung von 2024. Vertrauen in die Demokratie ist zu diesem Zeitpunkt jedoch mehrheitlich vorhanden, im Gegensatz zur Politik! Wie die ARD-Tagesschau resümierte.
Unter dem Titel „Jugendliche in Deutschland im Spiegel der Gesellschaft“ vermittelt der Text des Autors Mathias Albert in der Reihe APuZ „Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de“ eine Übersicht zur Einstellung der Jugend (14-29 Jahre) unter Hinweis auf etablierte Jugendstudien wie die „Shell Jugendstudie“, die „SINUS-Jugendstudie“ und der Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung.
Zitat:
„Diese Beobachtung ist der Ausgangspunkt der folgenden Ausführungen, die sich der Jugend in Deutschland im Jahre 2025 auf zwei Ebenen nähern: zum einen mittels empirischer Daten, wie sie insbesondere in der Shell Jugendstudie erhoben werden, um gegenwärtige Einstellungen mit den Stimmen der Jugendlichen selbst zu vermessen und diese in einen langfristigen Trendverlauf einordnen zu können; zum anderen mittels einer eher theoretischen Reflexion darüber, was die Beobachtung von Jugend über deren Einbettung in einen gesellschaftlichen Kontext aussagt.“
Zitatende (Creative Commons Lizenz „CC BY-NC-ND 3.0 DE – Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“ Mathias Albert)
Mathias Albert legt Wert darauf, dass zum Begriff „Jugend“ differenzierter dessen Bedeutung bedacht wird. Zur Differenzierung dienen die Kategorien „Generationszusammenhang“ und „Generationseinheit“ nach der Soziologie Karl Mannheims.
„Generationseinheiten bezeichnen (ähnlich dem Begriff des Milieus) innerhalb eines Generationszusammenhangs ähnliche Einstellungen und Wertmuster, und letztlich sind Anzahl und Ausprägung dieser Generationseinheiten innerhalb eines Generationszusammenhangs die prägenden Merkmale einer Generation. Die Unterscheidung zwischen Generationszusammenhang und Generationseinheiten erschwert sicherlich eine medial anschlussfähige und häufig gebrauchte Bezeichnung der jungen Generation mit einem einzigen Begriff. Sie liefert aber den Schlüssel dafür, um die junge Generation als eigenständigen, gleichzeitig aber intern stark differenzierten Generationszusammenhang in der Gesellschaft in einem spezifischen historisch-kulturellen Kontext zu beschreiben“.
In der Einstellung zur Politik kommt M. Albert zur Feststellung, dass der Anteil der männlichen Jugend zwischen 2019 und 2024 nach rechts von 16 auf 25 Prozent angestiegen sei. Die bei der weiblichen Jugend nur von 10 auf 11 Prozent. Dafür bezeichnen sich die weiblichen Jugendlichen eher als „links“ verortet, wie der Anstieg von 2019 bis 2024 von 44 auf 51 Prozent nahelegt.
Zugleich bewahrten die Jugendlichen – trotz widrigerer Rahmenbedingungen (Pandemie/Kriege/Arbeitsmarkt) und vieler Ängste – eine „pragmatische und optimistische Grundhaltung“.
Dennoch seien „die Vorbehalte gegenüber den verschiedenen Gruppen bei Jugendlichen im Osten Deutschlands fast durchgehend stärker ausgeprägt als im Westen, und bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus islamisch geprägten Ländern seien die Vorbehalte gegenüber einer jüdischen Familie oder einem homosexuellen Paar deutlich höher als bei anderen.“
Die von der Politik dazu anders dargestellte Wunschrealität – insbesondere der konservativen Jugendorganisationen „Junge Union“ und ihre Thesen hinsichtlich der Rentenreform und behauptete Vertretung der jungen Generationen – haben angesichts der in den Studien beschriebenen Grundhaltung eher keine reale Grundlage und sind was sie sind: Propaganda der neoliberalen Gesinnung der Jungen Union und letztlich also Klientelpolitik.
Diese verzerrte Selbstdarstellung der „Jungen Union“ und der CDU/CSU-Fraktion, dürfte jedoch ein weiterer Baustein der wachsenden Skepsis und des wachsenden Vertrauensverlustes in die Regierung sein!