21. März 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für „Supernatural“ – oder Carlos Santanas Reise und seine Musik von der jugendlichen Explosion zur Weisheit im Alter
„Im Garten einen Baum mit unvorstellbarer Zahl an Monarch-Falter, als würde er diese ausbrüten. Die Erdenzeit sei eine Illusion und ehe ich mich versehe, werde ich bei ihnen sein.“ – Carlos Vater kurz vor seinem Tod.
Carlos Santana ist in Mexiko 1947 geboren, aufgewachsen in einer Kultur und in einer Familie, in der Musik Teil ihrer Identität war und ist. Jede Kultur hat ihre eigene Entwicklungsgeschichte. Die mexikanische Kultur entwickelte sich über Jahrhunderte von den indigenen Einflüssen der Maya und Azteken als präkolumbianische Geschichte hin zu den kolonialen Beeinträchtigungen durch die spanischen Eroberungen.
In jeder Kultur sind negative und positive Merkmale und Spuren zu finden. Welche Merkmale sich durchsetzen, bestimmen die Gegebenheiten für die Menschen, die nach dem Verständnis erfolgt: Das Sein bestimmt das Bewusstsein! Bei Carlos Santana hatte die Musik in der Familie eine innere Kraft entwickelt, die das positive Momentum der geschichtlichen Kulturen bündelte und – über die Rückschau von Carlos individueller Entwicklung – zu seiner Musik mit dem unverwechselbaren Stil geführt hat. Einer Musik – vor allem seiner Spätzeit – die in seinen Zuhörern Empathie anstoßen kann und Mitmenschlichkeit zum Tragen bringt.
Carlos Santana generiert einen Mehrwert für die Mitmenschen, während in dem Unmenschen Donald Trump das Gegenteil wirksam wird. Trump ist der Prototyp des Negativen und das exemplarische Beispiel des Neoliberalismus, der für eine A-Kultur der Manipulation, Unterdrückung, Erpressung, Egoismus und Gier steht, welche die Welt ins Chaos und Leid führt. Am deutlichsten sichtbar geworden in seiner Aufputsch-Rede vor einem Mob am 06. Januar 2021, die zur „Erstürmung des Kapitols“ führte, um die Ernennung des gewählten neuen Präsidenten Joe Biden durch den Kongress zu verhindern. Eine Straftat, für die Trump unter anderem durch die Grand Jury vor Gericht gestellt werden sollte. Für weitere Straftaten wurde Trump am 30. Mai 2024 von den Geschworenen in allen 34 Anklagepunkten in erster Instanz schuldig gesprochen.
Legendär war Santanas Auftritt beim Woodstock Festival 1969, noch wild und explosiv (sein Beitrag: „Soul Sacrifice“) und doch enthielten seine Stücke schon wesentliche Elemente einer Musik, die später als „Latin Rock“ – eine Verbindung lateinamerikanischer Rhythmen mit Jazz, Blues und Rock´n`Roll – kategorisiert wurde. Im Filmbeitrag „Carlos: Santanas Reise“ auf Arte fügen sich die persönlichen Aussagen und die seiner Familienmitglieder zu einem passenden Puzzle seiner musikalischen und charakterlichen Persönlichkeit.
Bei der Verleihung des Bill Board Century Awards 1996, sagte der Moderator: „Er ist ein Mensch, der Integrität, Würde und Mut gezeigt hat, wie man zu seinen Überzeugungen und sich selbst steht. Und das mit einer Familie, die bedingungslos hinter ihm steht.“
Die Aufnahme von Carlos Santana 1996 in die „Rock´n´Roll Hall of Fame“ war ein Höhepunkt für Santanas Musikkarriere: „Wir hörten Jimmy Hendrix, John Coltrane und Carlos Santana“… formulierte der Laudator.
1999 produzierte Santana sein Album „Supernatural“ mit anderen Musikern, für das er im Jahr 2000 acht Grammys erhielt. Für seine Musik, nun weiterentwickelt zu einem „runden, harmonischen und faszinierenden Gesamteindruck!“
Es war zudem noch „Rundfunk tauglich“ und verband in seiner Hörbarkeit die musikalischen Vorlieben der Generationen der letzten 50 Jahre! Die Verbindung des Musikstyle und der Spieltechnik Santanas erreicht die hedonistische Seite bei den Menschen, welche Freude, Genuss und Vergnügen auf der emotionalen Ebene auslöst. Alle Sinnenfreuden auszufüllen, das ist ein für die Menschen in der heutigen Zeit notwendiger Ausgleich zur Vernunft, um das Gleichgewicht herzustellen und um hinreichende Resilienz aufzubauen.
Carlos Santanas Musik – für den Autor dieser Zeilen besonders in seiner späten Musik gelungen – enthält diese Kraft zu überzeugen und den Menschen Mitmenschlichkeit zu vermitteln. Elemente seines Spiels, welche die Menschen berühren, benannte Carlos Santana mit:
„Wenn man ein Gitarren-Solo spielt, muss man Melodie, Rhythmus, Intonation, Tempo, Emotionen, Leidenschaft und Feuer in Einklang bringen!“ – Carlos Santana
Jahrgänge 14-18 und 19-29 Jahre und ihr Demokratie-Verhältnis
Der Bericht verdeutlicht die Untersuchungsergebnisse durch grafische Darstellungen, benennt die Untersuchungskriterien und vergleicht die Ergebnisse mit dem 2023 veröffentlichen Daten! Der Vergleich 2023 mit 2026 macht die Veränderungen im Denken und Verhalten sichtbar. Die Analyse der Daten lässt Schlussfolgerungen zu, die – so die RP (Rheinische Post) – schmerzhaft und schockierend sind! Vor allem die Altersjahrgänge von 14 bis 29 Jahre äußern ihre Ablehnung der Demokratie und sehen in antidemokratischen Strukturen eine Alternative.
Soziale Medien und Influencer-Plattformen
Der wachsende Einfluss durch die „sozialen Medien“, die als verkürzte Informationsfetzen zwar Stimmungen mit manipulationsaffinen Methoden verbreiten, die allerdings fast immer oberflächlich und vorurteilshaft geformt sind, vermitteln lediglich Meinungen, jedoch selten Tatsachen. Auf diesem Feld sind vor allem die „AfDInfluencer“ aktiv, die die Plattform „TikTok“ nutzten. Die Schnelligkeit der bei den jugendlichen beliebten Plattformen kann sich schon längst wieder geändert haben.
Die Selbsttäuschung macht sich vor allem in der Diskrepanz durch die Vorliebe für „Diktatur und einem starken Führer an der Spitze“ als reales antidemokratische Denken und Handeln und an tatsächlicher Demokratiezustimmung einerseits, und andererseits an der Selbstwahrnehmung, welche Fertigkeiten und Fähigkeiten sie denken im Bildungssystem (Schule, Ausbildung und Studium) erworben zu haben! (Hier bezogen auf die Altersgruppen 14 – 25 Jahre!)
Mit insgesamt 73 % stimmt die große Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Nordrhein-Westfalen der Aussage zu: „Ich habe in der Schule viel über die Demokratie in Deutschland und wie sie funktioniert gelernt.“ Das ist ein Rückgang von 7 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2023! Und in Bezug zu: Ihre Unzufriedenheit wird sichtbar als „totaler Einbruch“ innerhalb der letzten 2 Jahre! Von 77 Prozent Zustimmung zur Demokratie zu nur noch 47 Prozent bei den 14-18 Jährigen, und von 65 Prozent zu 51 Prozent bei den 19-29 Jährigen! bleibt der krasse Widerspruch nicht auflösbar, es sei denn hier wurde Selbst- und Fremdtäuschung durch die Befragten betrieben!
Kompetenz in Gesamtbevölkerung
Zitat aus der Studie: „Um einen Eindruck von den Einschätzungen zur politischen Kompetenz in der Gesamtbevölkerung zu erhalten, haben wir zudem unabhängig von der politischen Bildung in der Schule zwei Fragen gestellt, die ähnlich wie die Urteilsfähigkeit und Handlungsfähigkeit Aufschluss darüber geben, wie die politische Selbstwirksamkeit wahrgenommen wird (Abbildung 61)“ Am Ende des Demokratieberichts 2025 findet der Leser eine Aufzählung an Anregungen, wie die Menschen in NRW sich aktiv einbringen können, um die Demokratie zu verteidigen und in die Gespräche und Diskurse mit den Menschen und Wählern der AfD zu kommen!
An dieser Stelle ist der Hinweis angebracht, dass in der Studie durch die Autoren darauf hinweisen, dass die Demokratieberichte NRW korrespondieren mit den Mitte-Studie der FES (Friedrich Ebert Studien) korrespondieren. Auf die drei letzten Mitte-Studien der FES sei an dieser Stelle verwiesen.
Mitte-Studie FES 2021 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020/21) Mitte-Studie FES 2022/2023 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2022/23) Mittel-Studie FES 2024/2025 (Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25)
15. März 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Jürgen Habermas ist tot! Er hinterlässt die Botschaft: Am Anfang der Kommunikation steht das Gespräch, nicht Gewalt oder Krieg!
Am Anfang war das Wort, so lautet der Einstieg in den biblischen Text…und es klingt wie: Am Anfang ist das Gesetz! Und die aktuellen Despoten á la Trump praktizieren diese Transformation, in dem sie bestehende Gesetze ignorieren, umgehen oder sich selber neue Gesetze nach ihrem Weltbild machen!
Jürgen Habermas – so scheint mir – verfolgte eine andere Botschaft: am Anfang stehe das Gespräch und nicht Gewalt und Unterdrückung! Und eingebunden darin ist der Diskurs, sofern die auszutauschenden Standpunkte diametral entgegengesetzt vertreten werden oder als Dialog, wenn Toleranz die Möglichkeit der Verständigung einbezieht, immer jedoch als Schwerpunkt der menschlichen Kommunikation und als Gegenpol zum Ausschluss und zur Unterdrückung und mit dem Ziel der Verständigung zu Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Diskurs und Dialog sind wissenschaftlich geprägt durch Vernunft als Methode und sind zugleich Ausdruck der freien und offenen Gesellschaft, in welcher die Erkenntnisse respektiert werden als Leitplanke auch zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie. Angesichts der Zerstrittenheit der EU und des schleichenden Fortschritts der Zerfledderung dieses Verbundes entfernt sich eine politische Institution von der Vorstellung eines Europas der Habermas-Provenienz, in der sich die Diskurstheorie des kommunikativen Handelns mit dem politischen Denken der Sozialphilosophie verbindet und der EU zu einem Profil verhilft, die Feinde der offenen Gesellschaft zurück zu drängen.
Zum Schluss seines Lebens, so schien es dem Schriftsteller und Professor für Kulturgeschichte Philipp Felsch in seinem Buch „Der Philosoph. Habermas und wir“ aus 2024, dass er – Felsch – bestürzt gewesen sei, wie resigniert dieser eigentlich „letzte Idealist“ auf ihn gewirkt habe: „Europa, der Westen, die kommunikative Vernunft, die Überwindung des Krieges als Mittel der Politik – alles, wofür er gekämpft habe, gehe nun „Schritt für Schritt“ verloren, so Habermas. Treten Vernunft und Wirklichkeit, die er als weitgehend versöhnt betrachtet hatte, wieder auseinander?“ (Quelle: Philomag)
Warntöne, die im Habermas Buch „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“ von 2022 schon anklangen, als er sich ein weiteres Mal mit der Rolle der Öffentlichkeit für die Bestandssicherung des demokratischen Gemeinwesens beschäftigt. „Kernstück des Buches ist ein Essay, in dem er sich ausführlich mit den neuen Medien und ihrem Plattformcharakter beschäftigt, die traditionelle Massenmedien – maßgebliche Antreiber des »alten« Strukturwandels – zunehmend in den Hintergrund drängen. Fluchtpunkt seiner Überlegungen ist die Vermutung, dass die neuen Formen der Kommunikation die Selbstwahrnehmung der politischen Öffentlichkeit als solcher beschädigen. Das wäre ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit, mit gravierenden Konsequenzen für den deliberativen Prozess demokratischer Meinungs- und Willensbildung.“ (Quelle: Suhrkamp)
In 2019 erschien sein Alterswerk „Auch eine Geschichte der Philosophie“. Neben der Schilderung, wie Philosophie sich aus ihrer Gebundenheit der Religion gelöst hat und zur selbständigen Disziplin entwickelte, beschreibt Habermas die Dispute, Einschnitte und Veränderungen in der Philosophie entlang der Geschichtszeitachse und die so ausgelösten Umgestaltungen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Habermas verstarb am 14. März 2026 in Starnberg. Eine gewichtige Stimme der Vernunft und der Notwendigkeit der Gespräche als Mittel der Kommunikation zur Stärkung der Demokratie wird seit gestern nicht mehr zu vernehmen sein. Doch über den gestrigen Tag hinaus bleiben seine Werke eine existenzielle Quelle für die Ausgestaltung der inhaltlichen Struktur des Gesellschaftsvertrages: rechtsstaatliche Demokratie.
Bargeld – in Münzen oder in Scheinen gehört zum Alltag der Menschen. Mit der Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel war die Grenze zum Nachbarsland bei vielen Ländern im Euro-Raum keine Barriere mehr, weil die gemeinsame Währung keinen Umtausch mehr verlangte. Mal eben beim Bäcker (bakker in den Niederlande, bageren in Dänemark, boulanger in Belgien oder Frankreich, fornaio in Italien) ein Brot, Gebäck oder eine Torte zu kaufen und mit Bargeld zu bezahlen, wird zukünftig nicht mehr möglich sein, wenn die EU-Kommission sich mit ihren Plänen durchsetzen kann, Bargeld abzuschaffen und durch virtuelles E-Geld auszutauschen. Was bequem ist, lässt Befürchtungen schnell zur Realität werden, dass im Gegenzug im Krisenfall diese Technologie zur Falle werden kann.
Beim Nachdenken über diesen Plan, das Bargeld abzuschaffen, wird der Eindruck immer zutreffender, dass bestimmte Gruppierungen die Weichen so setzen wollen, dass einerseits die Kontrolle der Menschen und die Einflussnahme auf Geldflüsse im Falle einer Finanzkrise leichter möglich sein soll und – in Erinnerung an Griechenlands Staatsschuldenkrise mit drohendem Bankrott des Staates – lässt sich die Umverteilung und der Abgang großer Summen zum Vorteil der institutionellen Anleger noch besser realisieren und zugleich die Lasten auf die Mehrheit der Bevölkerung verteilen, die -wie 2010/2011 in Griechenland – temporär keinen Zugriff auf ihre Konten hatten. Wer Bargeld in Reserve hatte, war zumindest in der Lage, die alltäglichen Notwendigen einkaufen zu können!
Und wenn die Großeltern zu Besuch kommen, dann ist die Aufbesserung des Taschengeldes der Enkeln leicht zu realisieren mit einem 5-Euro-Schein oder ein paar Euro-Münzen fürs „Sparschwein“.
Bedenken gegen Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel bestehen, wenn durch Schwarzarbeit dem Staat Steuereinnahmen und Beiträge der Sozialabgaben vorenthalten werden. Dem ist nichts entgegen zu setzen und dieses Schlupfloch zu schließen, ist berechtigt. Es bleiben aber Fragen übrig, wieso der Staat dann einer bestimmten Gesellschaftsschicht nicht mit gleicher Entschiedenheit entgegentritt und Vermögenssteuern erhebt, oder eine gerechtere Erbschaftsbesteuerung durchführt? Mit der gesetzlichen Regelung, Schwarzgeldzahlungen zu unterbinden, bedeutet der Verzicht auf Vermögenssteuern eine deutliche Ungleichbehandlung!
Was für den Normalbürger zum Nachteil gerät, kommt den Einsparungen für die Bargeldverwaltung im Finanzsektor den Banken und Unternehmen zum Vorteil. Die Geschäftsmodell krimineller Täter im Umfeld von Bargeldgeschäften würde einschneidenden Veränderungen erfahren, sofern das Bargeld verschwindet. Zugleich geraten ab die Befürworter des Bargeld in Generalverdacht, weil sie mit den Machenschaften der organisierten Kriminalität in einen Korb gesteckt werden! Wer sich der Einschränkung erwehren will, hat die Möglichkeit, sicher an einer Petition gegen die Pläne EU-Kommission zu beteiligen und zu widersprechen:
Von der epidemischen Ausbreitung rechtsradikaler Ideologien und dem brutalen Aktivismus neoreaktionärer Superreichen (Peter Thiel, Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Konsorten) bis zum verzerrten „Macht- und Freiheitsbegriff“ in Form der rechts- und verfassungsbrechenden Willkür eines Donald Trump zeigt sich ein neuer Faschismus, der über die Merkmallisten und Definitionen des „ewigen Faschismus“ Umberto Ecos hinausreicht.
Die promovierte Autorin, Eva von Redecker, setzt in ihrem neuen Buch „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus“ den Fokus auf die Erforschung der autoritativen Bewegungen (AfD und Identitären in Deutschland / MAGA-Ideologie in Trumps US- merika) mit dem Ziel, eine Theorie des neuen Faschismus zu definieren. Sie untersucht die netzwerkende Beziehung von Faschismusideologie mit dem Weltbild des neoliberalistischen reaktionären Kapitalismus.
Auf dem Boden der „Kritischen Theorie“ seziert sie neue Faschismus-Formen und bringt mit ihrem Begriff „Phantombesitz“ eine neue Kategorie faschistischer Handlungen in den Diskurs „Was ist Faschismus?“ An welchen Kategorien Faschismus definierbar wird, hat Umberto Eco in seinem Werk „Der ewige Faschismus“ aufgeführt. Dem fügt Eva von Redecker eine weitere Kategorie hinzu, die vor allem den Besitzanspruch und die Verfügungsmacht über Menschen und ihre ausbeuterische Verwertung anspricht. Unter dem Begriffs-Schirm des Menschenrechts und der Menschenwürde lässt sich subsummieren, dass niemand Besitz an einem Mitmenschen haben kann. Zu Recht kann dies als ein wesentliches Merkmal zivilisierter Regelwerke der Demokratie und des Rechtsstaates verstanden werden.
„Phantombesitz“ (*) nennt von Redecker das aus faschistischer Ideologie entstandene Anspruchsdenken der aktuellen Faschisten, die über die Arbeitskraft von Menschen in Produktionsabläufe ebenso verfügen wollen (als Kriegsgefangene, die von den Nazis als Zwangsarbeiter in den Produktionen von Kriegswaren, in der Landwirtschaft etc. eingesetzt waren), wie über die Kampfkraft als Soldaten, die in Militäreinheiten gedungen werden (aktuell in Russlands Truppen durch Zwangseinberufung, oder durch Abordnung fremder Soldaten für Kriegseinsätze im Ukrainekrieg wie durch Korea) und denen keine Wahl gelassen wird, sich gegen diese Verwendung wehren zu können.
Die Ungleichbehandlung farbiger Menschen und die Nicht-Anerkennung des Menschenrechts gesellschaftlicher Gruppen durch Faschisten ist ein weiterer Baustein, der zudem durch das vermeintliche Recht auf „Verfügungsmacht“ nach faschistische Weltsicht noch abartiger realisiert werden kann, in dem ein Pseudorecht konstruiert wird, nicht nur die Arbeitskraft nach Gutdünken zu verwenden, sondern noch pervertierter, in dem Gegner und Kritiker als „Feinde“ der Faschisten (Migranten, Linke, Klimaschützer)
benannt werden, in dem sie ausgegrenzt, verhaftet, vertrieben und getötet werden.
Dehnbare Gesetze, die einen Ausnahmezustand konstruieren, um die verfassungsmäßigen Rechte der Menschen außer Kraft zu setzen. (Beispiel: USRegierungspraxis unter Trump; ICE-Einsatz). Die „Willkürfreiheit“ dieser TrumpRegierung lässt sich nicht einmal mehr vom Urteil des Supreme Court (höchstes Gericht der USA) als Kontrollmacht der Verfassungstreue bremsen. Das ist Verfassungsbruch und ein Verbrechen und Selbstermächtigung!
Diese aber ermöglicht dann die Umsetzung von Menschenrechtsverletzungen aufgrund des neuen faschistisch-ideologischen Selbstverständnisses der Gesetzesverbrecher und mittels einer konzertierten Aktion des Netzwerkes zwischen Politik und Wirtschaft die Zerstörung des demokratischen Regelwerkes (Verfassung, Gewaltenteilung und Rechtsstaat). Die faktisch faschistische Regierungs-Clique unter Trump praktiziert einen „rechtsbrechenden Liberalismus“ (*), weil die vernunftgeleitete Selbstkontrolle zur Rücksichtnahme auf andere Menschen beiseitegeschoben wird!
Wenn zum Erkennen des Faschismus der Kriterienkatalog von Umberto Eco wie von Eva von Redecker genutzt werden kann, muss das Etikett „Faschismus“ nicht genutzt werden, um Verhalten, Denken und Zielformulierungen desselben eindeutig als menschenverachtend, bösartig und gesellschaftsvergiftend bezeichnen zu können. Wer aber will in solchen Verhältnissen leben wollen, außer diejenigen, die Faschisten sind! Die aber praktizieren gruppenbezogen Menschenfeindlichkeit in ihrem Wahn!
(*) Begriffe aus: Eva von Redecker „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus“!
6. Februar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Der Abbau des Sozialstaates durch die Mehrheitsfraktion CDU/CSU in der Merzregierung
Die weltweiten Macht-Netzwerke in den Nationen reichen von den politischen Regierungsspitzen (Donald Trump –USA / Thorbjoern Jagland – Norwegen) und nationalen Repräsentanten (Kronprinzessin Mette-Marit- Norwegen/ Ex-Prinz, nach Titelverlust nur noch Andrew Mountbatten-Windsor – England), über die wirtschaftlichen Führungspersonen in den Konzernen (Elon Musk, Bill Gates u.a.) und Lobby-Institutionen (Weltwirtschaftsforum/World Economic Forum – WEF) bis zu den reichen Erben (Marius Borg Høiby – Norwegen). Sie offenbaren Verhaltensweisen, die erschreckenden Missbrauch der Macht, Respektlosigkeit gegenüber Mitmenschen und das Abgleiten in kriminelle Machenschaften dokumentieren, wie der Skandal um den Sexualtäter Jeffrey Epstein darlegt, der als Strippenzieher bis in die oben genannten Macht-Netzwerke agierte.
Während diese Netzwerke im Sumpf ihrer Begierden und Respektlosigkeiten sich verstrickten und die beteiligten Personen sowohl erpressbar wurden oder Erpressung als Mittel ihres Umgangs miteinander nutzten, verbreitet sich der klientelorientierte Machtmissbrauch in der Welt der Politik und Wirtschaft.
Auch die Politiker und Wirtschaftsführer, die nicht zum Jeffrey-Kosmos gehören, agierten und agieren in ihren Funktionen zum Nachteil der Nationen und Menschen, die außerhalb der Macht-Netzwerke den Erschwernissen der Existenzsicherung sich durch Lohnarbeit stellen. Im Zuge der größer werdenden Arbeitslosenzahlen – bedingt durch die Handlungen und Taten á la Trump oder den Fehlentscheidungen vieler Wirtschaftsführer sowie den Kriegen (Ukraine Krieg, GAZA-Krieg) – sind die nicht privilegierten Menschen genau diesen genannten Subjekten der politischen und wirtschaftlichen Macht ausgeliefert.
Das geschieht seit Anfang 2025 auch vermehrt und verstärkt in Deutschland. Dass die konservativ-neoliberalistische Haltung und das unsolidarisch-egomanische Weltbild nicht nur im Netzwerk des Jeffrey Epsteins-Kosmos überwiegt, sondern auch beim politischen und wirtschaftlichen Führungspersonal außerhalb der Jeffrey EpsteinsKosmos dominant verbreitet ist, das zeigen vor allem die wirtschaftshörigen und lobbyistischen Institutionen in der CDU/CSU-Spitze um die Regierungsmannschaft von Friedrich Merz und seinen CDU/CSU-Ministern!
Rentenreform und Umbau des bisherigen solidarischen Rentensystems zur Privatrente;
die gesetzliche Rahmengebung zur Stützung der Klientel-Interessensvertretung;
Verhinderung von Transparenz und der aktiven Mitwirkung an der Gestaltung der Gesellschaft (Bürgerräte)
Umverteilung zugunsten der privilegierten und leistungslosen Vermögensvermehrung;
mit der Folge der Vertiefung der gesellschaftlichen Spaltung von Reich und Arm durch Verhinderung der Vermögenssteuern und der Erbschaftssteuer-Reform
Jobcenter und Rückentwicklung des Bürgergeld-Gedankens
Zahnarztleistungen nicht mehr durch Krankenkassen-Bezahlung, sondern als Privatleistung aus eigener Börse zu bezahlen!
Teilzeitarbeit als „Lifestyle“
Als exemplarisches Beispiel für diese unsolidarische Haltung der Klientel-Politiker steht der Junge Union-Vorsitzende Johannes Winkel mit seiner „lobbyistischen Agententätigkeit“ in Sachen Sozialstaatsabbau.
31. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Meinungs-Blasen in den gesellschaftlichen Gruppen erschweren den Menschen die Einordnung der Ereignisse
Als Einstieg in dieses Thema wird auf die ICE-Aktionen (Sonder-Eingriffstruppen der Trump US-Autokratie im Rahmen des dortigen Staatsumbaus) der letzten Tage verwiesen. Die brutale, unmenschliche Vorgehensweise dieser dubiosen Institution wird von dem prominenten US-Musiker Bruce Springsteen in seinem Song lyrisch aufbereitet und kritisch vorgetragen. Ein exemplarisches Beispiel für die Verteidigung der Demokratie, die von der eigenen Trump-Regierung beschädigt wird. Der Song ist veröffentlicht durch Springsteen auf YouTube. ( Achtung: Nach dem Song werden weitere Bruce-Springsteen YouTube-Videos abgespielt. Stoppen durch manuelle Beendigung!)
Deutsche Gegenwart im Griff der geopolitischen Veränderungen
Es wird nicht einfacher, die Komplexität der gesellschaftlichen Veränderungen zu durchdringen. Einflussnehmer auf die öffentliche Meinung sind wie Sand am Meer wahrnehmbar. (Letztlich gehört auch dieser Beitrag dazu, in dem ich allerdings als Autor versuche, seriös und faktenorientiert die Beiträge der Einflussnehmer zu verorten und auf sichtbare Widersprüche hinzuweisen respektive auf Beiträge anderer kritischen Stimmen zu verlinken!)
An einem Beispiel des ambivalenten TV-Formats (Markus Lanz vom 18.12.2025 zum Thema Sozialstaat und Rentenreform) kann nachvollzogen werden, wie notwendig es für den beobachtenden Mitbürger ist, die jeweilige Verortung von Meinungsmachern vorzunehmen, in dem die Funktion dieser Personen im gesellschaftlichen System verstanden wird, um die so entstehende Meinungsmacht und Meinungsmache und ihre Wirkungen einschätzen zu können.
Bei jedem gesellschaftlichen Diskurs-Thema geht es auch um Machtverhältnisse, ihre Durchsetzung und dass die Machtinhaber daran festhalten, in dem sie Toleranz, Solidarität und Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft ignorieren. Um diese Entwicklung und Auswirkungen der Machpositionen durch Personen und Institutionen stoppen und zurückdrehen zu können, müssen die Egoismen und die skrupellose Rücksichtlosigkeit auf allen Ebenen der zwischenmenschlichen Beziehungen hinterfragt und aufgearbeitet werden.
Die herumwabernden Meinungsblasen, die zur weiteren Spaltung der Gesellschaft (ver)-führen, wirken auf allen Ebenen. Ihre Analyse durch Beiträge von Menschen, die sich sachkundig mit dem Sozialstaat (z.B. beim Thema Rentenreform und der von den neoliberalen Meinungsmachern gewollten Verteidigung der Privilegierten und ihren Interessen) auseinandersetzen, das lässt sich an folgendem YouTube-Beitrag nachvollziehen: „Soziologe enthüllt die wahre Ursache des Rentenproblems!“)
Machen Sie sich selber ein Bild, welcher Argumentation sie mehr vertrauen. Am Aphorismus Karl Poppers kommt auch in diesen Zeiten der Parteien-Autokratie niemand vorbei:
“Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.” – Karl Raimund Popper
28. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, Symbol für Terror und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Wie gelangt der Holocaust wieder in das Bewusstsein der Menschen – vor allem derjenigen, die wieder Parteien mit gleicher Gesinnung des Faschismus wählen, wie die der SS und den Nazi-Tätern mi ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit?
Zeitzeugen als Überlebende der Konzentrationslager – befreit von den Armeen der Stalin-UdSSR, der Engländer und vor allem der US-Amerikaner vor 81 Jahren – haben ihr Leben lang Aufklärung durch die Erzählungen und Vorträge über die Untaten geleistet. Hohe Glaubwürdigkeit ist mit den Überlebenden verknüpft, wenn sie den Holocaust beschrieben: den Terror der Erniedrigung und der Willkür des Lager-Wachpersonals, die Würdelosigkeit des Dahinsiechens, die Erbarmungslosigkeit des Töten durch Gaskammern, die Beseitigung der Leichen, die im Todeskampf ihre Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen verloren und der Zwang anderer Gefangener, die Leichen in den Verbrennungsöfen zu entsorgen.
Zeitzeugen aber sterben und werden immer weniger. Sie können nicht ersetzt werden. Doch mittels neuer Technologien werden interaktive Kommunikationen mit verstorbenen Zeitzeugen und ihren Aussagen ermöglicht und ausprobiert. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Holo-Voices. Seit dem 27.01.2026 in Dortmund, auf dem Gelände des „UNESCO-Welterbe Zollverein“ in Halle 8 für die Öffentlichkeit nutzbar. In einer Pressemitteilung sind weitere Informationen über das Projekt erhältlich. (Download als PDF-Datei!)
Klaus-Paier: Nie-wieder-Krieg
Eine Erinnerungskultur, die hilft, sich gegen die aktuellen Entwicklungen zu wappnen, in dem das Gefühl und die Erkenntnis „Nie wieder“ direkt nach der Befreiung vom Terror des Nazireichs am 08.Mai 1945 präsent bleibt, um die Demokratie in Deutschland gegen ihre Feinde – exemplarisch dafür stehend die AfD – zu verteidigen. Der Versuch, die langsam schwindenden Zeitzeugen zu ergänzen.
Opfer sind jedoch darüber hinaus auch weltweit jene Menschen in den Ländern, die Rassismus, Faschismus und Intoleranz praktizieren, sowie die Ausgrenzung der friedfertigen Kulturen mit ihren freiheitsfordernden Menschen propagieren und diese durch
Vorurteile, Hass, Gewalt, Verfolgung und Tötung auslöschen und vertreiben wollen.
Version vom 28.01.2026 / 16:25 Uhr – wiedereingestellt nach Serverumzug
21. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Regelbrüche á la Trump durch Missachtung von Verfassung und Nichteinhaltung von Verträgen ist mit Widerstand zu begegnen!
Umbau der US- Demokratie führt zur weltweiten Kernschmelze von Freiheit und Sicherheit
Das Einhalten von Regeln, eine notwendige Grundlage für das Zusammenleben der Menschen im Zivil- wie im Forschungs- und Wirtschaftsbereich, wird von Gruppierungen und einzelnen Personen – die politische oder finanzielle Macht erlangen – immer häufiger missachtet und gebrochen. Die regelbasierten Vereinbarungen – wie sie die UNO oder die WHO vertraglich festgehalten haben für die Ebene des zwischenstaatlichen Umgangs miteinander und die Lösung entstehender und entstandener Konflikte auf dem Weg der Diplomatie und nicht der Kriege zu finden – werden systematisch durch Typen wie Trump, Putin, Xi Jinping und andere egomanische Figuren zerstört!
Die so entstehenden Vorgehensweisen bringen Unterdrückung, Leid und Verluste in die Welt, töten Millionen Menschen durch Kriege und begehen Menschenrechtsverletzung, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die Motivation und Haltung für diese Handlungen sind Machtgewinn und Machterhalt in Form von Finanzmacht und politischer Macht. Dabei werden die Regeln (Verfassungen, Menschenrechte, Verträge zwischen den Staaten und Verbünde) missachtet und der Rechtsstaat – gekennzeichnete durch die demokratische Gewaltenteilung – ersetzt durch Diktaturen! Die Durchsetzung des Unrechts erfolgt durch militärische oder wirtschaftliche Gewalt. Sie dient zur Umstrukturierung der Einflussbereiche und nimmt weltweit keinerlei Rücksicht auf Natur und Menschen.
Diese Umwandlung der Welt ist in vollem Gange. Es hinterlässt Spuren in jeder Gesellschaft. Der Vertrauensverlust breitet sich aus, die Unsicherheit bei den Menschen wächst, die Bereitschaft zum kulturfernen, barbarischen Verhalten des „Unrecht des Stärkeren“ nimmt zu, Angst und Orientierungslosigkeit greifen um sich. Gewissheiten die bisher „Frieden in Sicherheit“ brachte, sind der Willkür und der Ausbereitung von Chaos ausgesetzt. Die bisherige Zivilisation wird verändert.
Wenn im Kolonisieren die Ausbeutung der Menschen das zentrale Ziel ist, verweben sich damit in den aktuellen Umbruchszeiten Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und Rechtsextremismus. Zugleich werden die Gesellschaften in dem immer mehr entstehenden, irrlichtenden Chaos an Weltanschauungen und Lebensweisen gespalten. Die sozialen Medien wirken als Katalysator und verstärken die Orientierungslosigkeit der Menschen, die das eigene Denken und Handeln aufgegeben haben. Gesucht werden Halt und Orientierung in diesem Konglomerat aus Unvernunft und Irrsinn innerhalb der Influencer-Szene, die wie Pilze aus dem Boden gewachsen sind.
Selbst pseudo-religiöse Themen der christlichen oder islamischen Influencer bedienen sich dieses Mediums zur methodischen Informationsbeeinflussung. Rückwärtsgewandte und extreme konservative Ausgrenzungstendenzen á la evangelikaler-reaktionärer Weltbilder sind Inhalte der Influencer-Propaganda, und findet großen Zuspruch unter den Trump-und MAGA-Begeisterten. Die Vorgehensweise fundamentalistischer Extremisten findet auch in Deutschland statt. Dabei wird ohne Skrupel die Ästhetik der Poster- Girls und Influencer kopiert, die gekennzeichnet ist als: jung, stylisch, vorurteilsbehaftet und engstirnig, aber radikal und mit Affinität zur rechtsextremistischen AfD, die Anklang bei der nachfolgenden Generation privilegierter Kreise findet.
Toleranz ist nicht mehr hipp, stattdessen aber das Mobbing der Mitmenschen und die Verfolgung und Ausgrenzung der andersdenkenden. Das Sündenbockprinzip hat wieder Konjunktur und bestimmt verstärkt das Handeln der „Feinde der offenen und demokratischen Gesellschaft“! Die Flucht in die pseudo-metaphysischen Angebote ist zugleich Nährboden wie auch Folge der Verhaltensweisen, sich den Figuren um Trump und Co. zu unterwerfen. Mit dem St. Floriansprinzip, uns/mich soll es nicht treffen und jeder ist sich selbst der Nächste, wird der Angriff auf die Freiheit aller nicht abgewehrt.
Und das Mitläufertum – welche sich in Form der dynamischen, neoliberalen Ausbeutung der sogenannten Leistungsträger und ihrer Selbstausbeutung in der Freizeit widerspiegelt – wird nichts an dem Missbrauch der egomanischen Machtinhaber ändern! Eine Politik der konservativen Kräfte á la Merz CDU und Söder CSU propagiert weiterhin, dass die Menschen in Deutschland wieder länger und mehr Arbeiten müssen.
Lohnarbeit sei die erste Pflicht des Bürgers und der Sinn des Lebens. Und mit dem Umbau der Philosophie der Jobcenter-Vorgaben, durch Druck und Bestrafung werden die Menschen in ein Abwärtsspirale gedrängt. Dabei steigt die Arbeitslosigkeit, weil die Unternehmen Arbeitsplätze abbauen. Diesem Widerspruch von Realität und Management der Arbeitsverwaltung weiß die verantwortliche Regierung nichts Angemessenes entgegen zu setzen. Dass durch KI (Künstliche Intelligenz) ein noch dynamischeres Wachstum der Arbeitslosigkeit droht, wird allem Anschein nach von der Politik verdrängt.
Dabei sind die Fragen, wie kann und muss Arbeit neu bewertet und gestaltet werden, nur gesamtgesellschaftlich und unter Beteiligung der Betroffenen gelöst werden. Welche Modelle an Verteilung und angemessener Beteiligung der Kosten dieser notwendigen Veränderungen sind vorzubereiten, z.B. in Form der Besteuerung der Produktivität und der Mehrwertschöpfung durch KI! Und als Zwischenschritt ist auch die Erbschaftssteuer-Reform, die Erhebung der Transaktionssteuern an den Börsen und die Wiedereinführung der Vermögenssteuern zu realisieren und nicht zu blockieren!
Version vom 21.01.2026 / 19:15 – reloaded nach Serverumzug
17. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für KI-Realität – Auswirkungen auf: Arbeit, Sozialstaat, Wohlstand und Demokratie! Oder das Prinzip Hoffnung!
Veränderungen haben das Leben der Menschen schon immer Anpassungsdruck beschert. Veränderungen, wie die der KI-Entwicklung, welche tiefgreifenden Einfluss auf den einzelnen Menschen wie auf die Form des Zusammenlebens genommen haben. Die Menschen, die in Deutschland und in der EU in den letzten acht Jahrzehnten zusammen wohnten und arbeiteten, gemeinsam feierten und durch ihr Engagement die Gesellschaft mitgestalteten, konnten dies in langen Jahrzehnten des Friedens tun. Das Arbeitsleben war in diesem Zeitraum eingebettet in einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Für Deutschland erlebten die Menschen im Zeitraum von rund 40 Jahren nach dem zweiten Weltkrieg getrennte Wirtschaftssysteme – Westdeutschland in kapitalistisch-neoliberaler und Ostdeutschland (DDR) in zentralwirtschaftlicher Ordnung. Der Sozialstaat heutiger Provenienz durchlebte in beiden Teilen und erst recht nach der Vereinigung stets Schwierigkeiten, seinem Anspruch gerecht zu werden. In beiden Teile galt stets: die Menschen überlebten, in dem sie gezwungen waren, Arbeit gegen Lebensunterhalt anzubieten.
Die Ungleichheit hatte wie immer schon Bestand und war durch die vorherrschenden Rahmenbedingungen beeinflusst. Im Westen – und später nach dem Zusammenschluss und Wiedervereinigung auch für den Osten – hatte der durch Arbeit erzielte Mehrwert und die Verteilung dieses Wertes keine adäquate Aufteilung. Wer das Eigentum an den Produktionsmitteln oder den immateriellen Werten (Wissen und Patente) hatte, konnte den größten Anteil des Mehrwertes für sich in Anspruch nehmen. Auch wenn diese Werte durch die Arbeitnehmer geschaffen wurden, ließ das System diese Ungleichheit zu. In Wellenbewegungen schwankten dabei die Nachfrage oder das Angebot von Arbeit im Arbeitsmarkt. Das war auf dem Industrie- und Dienstleistungsmarkt vergleichbar. Tarifvertragspartnerschaften waren über die ersten Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg ein probates Mittel, einen Ordnungsrahmen zu erstellen, der ein Mindestmaß an Wohlstandsteilnahme für die Mehrheit der Menschen am Arbeitsmarkt ermöglichte. Die Demokratie als Staatsform hatte damit eine Basis.
Die ersten Erschütterungen dieser sich langsam festigenden Staatsform „Demokratie“ in Deutschland erfolgten durch die Konzepte des Neoliberalismus Ende der 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre. Beginnend in den USA durch die „Chicago Boys“, schwappte die Gewinnmaximierungswelle nach England unter Thatcher über. In Westdeutschland etablierte ab 1982 Kohl als Kanzler mit seiner „geistig-moralischen Wende“ den Kern der Gewinnmaximierung: die Privatisierung aller Lebensbereiche – von der Infrastruktur des Verkehrs- und Kommunikationssystems, über das Gesundheitswesen, den Abbau und die Schwächungsversuche des solidarisch-gesetzlichen Rentensystems bis zur Einflussnahme auf Bildung und Hochschule. Die Entwicklung der IT-Technologie (Digitalisierung und Algorithmisierung) und der Robotik in der Produktion und vor allem der technologische Fortschritt der Künstlichen Intelligenz (KI/AI) begründen den radikalsten Schnitt an der bisherigen Formel: Arbeit gegen Lebensunterhalt einzutauschen als Basis für die Existenz-Sicherung.
Die bisherige Form der Wirkmacht „Existenzsicherung für den Tausch von Arbeitskraft gegen Einkommen“ zu realisieren, funktioniert zukünftig nicht mehr. KI/AI entwertet die menschliche Arbeitskraft, weil KI und Robotik keine Müdigkeit kennt, nicht krank wird (technische Probleme zukünftig durch automatisierte Reparatur-Einheiten behoben werden), Personalkosten gegen Null verschiebt und die Sozialsysteme aushöhlt! Der Überschuss an menschlicher Arbeitskraft vermindert den Wert menschlicher Arbeitskraft enorm. Institutionen wie der Internationale Währungsfonds, sowie Studien der Gewerkschaften und der Finanz- unternehmen beziffern die durch KI betroffenen Berufsbereiche auf 40 – 60 % aller Arbeitsplätze weltweit! Übrig bleiben Beschäftigungsbereiche, die wenig Qualität und noch weniger Stundenlohn und Selbständigkeit ausmachen.
Vor allem aber implodieren die Sozialsysteme (Altersrenten, Gesundheitssysteme, staatliche Daseinsvorsorgebereiche etc.) des Sozialstaates, wenn nicht durch Politik aktive Gegensteuerung stattfindet, in dem die durch KI gesteuerte Produktivität sowohl besteuert wie auch bei KI-Wertschöpfungen äquivalente Sozialabgaben eingezogen werden. Parallel dazu sind die ungehemmten Ausdehnungen der wenigen globalen KI-Unternehmen zu regulieren und der Trend zur Monopolisierung zu stoppen. Menschen müssen erkennen und zum Ausdruck bringen, dass so schnell wie möglich Regierungen mit Personal entstehen, die daran gemessen werden, ob sie die Würde des Menschen, die Sicherheit der Bevölkerung und den Sinn des gesellschaftlichen Lebens in einer KI- geformten Welt ohne die Kopplung an Erwerbsarbeit (Tausch der menschlichen Arbeitskraft gegen geringes Einkommen) garantieren kann!
Einschätzungen aufgrund von Studien durch Experten sehen eine dynamische Entwicklung der KI in drei Stufen:
Zurzeit findet – von wenigen großen Playern aus der KI-Tech-Branche realisiert – die Phase der Optimierung (*) der KI-Systeme statt. Die bisherige grenzenlose und unkontrollierte Sammlung von Daten und der Zugriff auf diese Ressourcen – ohne dafür die Wertschöpfung zu teilen – und die nur zur Steigerung der unermesslichen Vermögen für wenige Privilegierte verwendet wird, ist zu stoppen. Diese Systematik ist schon in dieser Phase nicht akzeptabel.
Es wird die Phase der Konzentration (*) folgen, die durch die Monopolisten mit ihrer Marktmacht und dem stetig steigenden Vermögenspotenzial jeglichen Wettbewerb verhindern werden. Die Abschottung dieses neuen KI-Ökonomie-Systems wird dazu führen, dass die Abhängigkeit der Staaten und ihrer Regierungen von den wenigen Konzernen total sein wird. Viele Berufsgruppen und Sektoren der bisherigen Wirtschaft werden in die Abhängigkeit der KI-Plattformen rutschen und werden zu einem Anhängsel der KI-Konzerne. Damit werden sie der Willkür der KI-Plattform-Konzerne ausgesetzt sein.
In der letzten Phase der Desintegration (*) wird die Ungleichheit und die Handlungsunfähigkeit festgeschrieben, nur zu diesem Zeitpunkt dann in einem ungleich höheren prozentualen Anteil als dies im neoliberalen Wirtschaftssystem und des Finanz- und Vermögenskapitalismus schon der Fall ist. (* Quelle: Beitrag von Stefan Borst in Philomag 2/26)
Die Demokratie als Gesellschaftsform wird nicht überleben. Die Selbstbestimmung und Blochs Vorstellung von erwünschter Realität… :
„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ ( Ernst Bloch – Prinzip Hoffnung)
… wird sich nicht mehr erfüllen können, wenn nicht die Menschen in den jeweiligen Staaten sich den Fragen stellen, was können wir tun, wenn die KI-Realität die menschliche Arbeit nicht länger mehr als Grundlage von selbstbestimmten Sinn und Freiheit in der Demokratie zulassen wird?
Eine Lösung – die diskutabel sein dürfte- lautet:
1. Produktivitäts-Besteuerung und Sozialabgaben äquivalent der menschlichen Arbeit staatlich einziehen! Damit werden der Verfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts (Spaltung der Gesellschaft) und der Abbau von Solidarität verhindert!
2. Das bestehende Verständnis von Eigentum und dessen System gesetzlich verändern und die Produktionsmittel (Daten, Algorithmen, Server-Farmen, Plattformen der sozialen Medien und die KI-Programmier-Patente) dem Privateigentum entziehen und als Gemeingut rechtskräftig deklarieren.
3. KI gesteuerte Aneignung von Kompetenz (Wissen, Forschungsergebnisse und Erkenntnisse) ist ebenso zu verhindern und dem Zugriff der Geld-und Vermögensökonomie zu entziehen.
4. Eine begleitende Ethik zur KI-Ökonomie, die eine Verständnisverschiebung von Privateigentum hin zum Gemeingut betont und das Recht auf Allgemeingut über das des Privateigentums der Geldökonomie stellt, soll als gesetzliches Grundrecht definiert werden! Dieses neu formulierte Grundrecht ist eine notwendige Grundlage und Zielformulierung für den Erhalt der Demokratie.
5. Die Transformation der KI-Potenziale weg vom überholten Arbeitsbegriff hin zu einem Erhalt der Grundlagen des Lebens und dem Verständnis vom Sinn des menschlichen Lebens, welches im Hüten und Behüten der Demokratie und des Gleichgewichts von Ökologie und Ökonomie liegt, wäre ein Anpassungsleistung, die Blochs „Prinzip Hoffnung“ in eine neue – dem Wachstum der Geldökonomie entgegengesetzte – Richtung leiten würde.
Blochs Aphorismus würde dann – transformiert und unter Berücksichtigung der Punkte 1-5 und ihrer Bedeutungsänderungen – weiterhin lauten:
„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ ( Ernst Bloch – Prinzip Hoffnung)
Die Definition „der arbeitende, schaffende Mensch“ bedeutet dann: Wenn menschliche Würde und Wohlstand einst an Arbeit gebunden waren, müssen sie künftig an „Teilhabe, Kreativität, Fürsorge, Solidarität, Verteidigung und Behütung der Demokratie“ gebunden sein!
Und die Definition von „die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch“ bedeutet dann: Arbeit gegen Einkommen verliert seine Berechtigung und wird ersetzt durch „KI-Wertschöpfung wird zum Gemeingut, welches der demokratischen Kontrolle unterliegt“ und die Monopolisten und deren Privateigentum an der Produktivität werden abgeschafft.
Und die Definition von „Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet“ bedeutet: rechtsstaatlich gesichert ein Recht auf kostenlosen Zugang zu den KI-Potenzialen verankern, sowie den KI-geschaffenen Mehrwert als Gemeingut verwenden! Und das in einem Staat, in dem die aufgeklärten Bürger mit einer überwachten Regierung harmonieren und nach den Regeln Karl Poppers agieren:
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“ – Karl Popper