Statt Weitsicht – Bretter vor den Köpfen: Willkür-Realitäten unter Trump und Putin
„… immer war die Willkür fürchterlich.“ – Friedrich Schiller
„Die höchsten Güter der Menschheit sind menschlicher Willkür entzogen.“ – Seneca
In Memoriam: Robert Gernhardt
USA
„Es gibt kein gefährlicheres Beispiel, als wenn egomanische Figuren ihre Weltsicht mittels Willkür und Gewalt einführen.“ JWB
Trump sprach zu seinen Eleven: Ihr seid alle dabei gewesen! Trump droht allen fremden Wesen: Haut ab, lernt erstmal lesen. Trump verspricht den Europäern: Merkt es euch, ich werde mich nicht ändern.
Russland „Der Staat hat ihnen verboten zu schreiben, er verbietet, die Wahrheit zu sagen, das ist Willkür, aber sie sprechen anlässlich dieser Willkür unbekümmert von den Rechten und Prärogativen des Staates – und es will einem einfach nicht in den Kopf.“ – Anton Tschechow
Putin fordert in seinen Datschen: Ihr sollt nach jeder Rede klatschen! Putin warnte den Iran: Trump verspreche, ihr seid bald dran! Putin lamentiert im Irgendwo: Blinis isst man nicht mit Majo!
7. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für „Befehlsnotstand“ als Abwehr der Mitverantwortung für Verbrechen entlarven – Inhalte der Realpolitik neu bestimmen!
Die Mehrheit der Menschheit hat einen Traum… Inhalte der „Realpolitik“ mitbestimmen!
Niemand hat das Recht sich hinter der Konstruktion des „Befehlsnotstandes“ zu verstecken, wenn er mitmacht bei Verbrechen aufgrund von Befehlen! Das aktuell exemplarische Beispiel ist Trumps Befehl zum Angriff auf Venezuela und die Entführung des Präsidentenehepaars durch Spezialeinsatzkräfte. Der Bruch des Völkerrechts ist evident.
Der Schritt, das „banale Böse“ zu realisieren, ist dann zutreffend, wer mit Bereitwilligkeit, Hingabe, Zielstrebigkeit, ohne Hemmung oder „ohne eigene Überlegung in großer Eile“ unmoralische Anweisungen umsetzt! Einem Befehl zu folgen, fordert keinen bedingungslosen, sondern einen mitdenkenden Menschen und insbesondere die Folgen der Befehlsausführung berücksichtigende – gerade im Hinblick auf die Schranken des geltenden Rechts und die ethischen „Grenzmarken“ des eigenen Gewissens – bedenkende Bewertung eines verbrecherischen Befehls.
Eine erkennbare „Ideologie“ der Menschenfeindlichkeit oder die bewusste Umgehung einer demokratischen Verfassung, in dem ein Despot mit unlauteren Mitteln und pseudomäßiger Verfassungstreue sich als „Oberbefehlshaber“ geriert und Verbrechen gegen die Menschlichkeit befiehlt, macht alle teilnehmende Kräfte mitschuldig. Wer einer solchen „ideologischen Haltung“ zustimmt, kann dies auch nicht als pluralistische Meinungsfreiheit deklarieren. Es ist und bleibt eine menschenfeindliche und Völkerrechts brechende Aktion.
„Realpolitik“ verändern als von der Mehrheit der Menschheit in Freiheit und Selbstverantwortung gestaltete friedliche Koexistenz und Realität der Teilhabe am menschenwürdigen Leben
Am Vorgehen des Trumpschen Völkerrechtsbruchs in Venezuela entzündet sich unter anderem auch die Debatte über die Bedeutung des Begriffs „Realpolitik“. Auf dem weiten Feld der Bedeutungshoheit schleicht sich seit vielen Jahrzehnten immer wieder die Argumentation in den Vordergrund, „Realpolitik“ dürfe nicht nach moralisch-ethischen Merkmalen gewertet werden. Es sei eben so wie es ist! Übertragen heißt dies wohl, dass der Bruch des Völkerrechts, der Abbau der US-Demokratie, sowie Angriffskriege und Menschenrechtsverletzungen durch egomanisches, skrupelloses und machtgieriges Verhalten die Inhalte der „neuen Realpolitik“ seien, die man nicht ändern könne.
Die USA unter Trump und einer demokratisch abgedrifteten Partei der Republikaner agieren nicht anders, als die Konkurrenten China und Russland, die ihren Machteinfluss auf die übrigen Ländern behalten oder auszuweiten versuchen. Mit gleichen Mitteln wie Russland und China zu agieren – militärische Macht einzusetzen, finanzpolitische Erpressung zu nutzen, Verfügungsgewalt über instabile Regierungen herbeizuführen und geopolitische Einflussnahme auf die Rohstoffe in der Welt zu sichern – verändern das Denken und Handeln in extremer Weise. Anstatt Diplomatie und Partnerschaften vertragsmäßig als Ordnung weltweit zu stärken und den Rest der Welt von dieser Vorgehensweise zu überzeugen, geht die USA den Weg der Konfrontation gegen China und Russland.
Trumps „Dealer-Weltbild“ als Ersatz für Diplomatie und Vertragstreue versickert im „Sumpf der Großmachtträume Putin“, weil dieser Trumps „DealerMentalität“ ausnutzt und Trump von Russland in die Knie zwingenden Aktionen durch Täuschung abhält.
Trump und seine Republikaner sind gefangen in dem MAGA-Weltbild, dass jede Schwächung der EU und der NATO gut für sein MAGA-Ziel seien. Solange er Russland und Putin seine Spielchen über die Aufteilung der Welt gewähren lässt, wird er in selbst täuschender Überheblichkeit immer mit einem möglichen Verhältnis von 2:1 (Russland/China gegen die USA und einer geschwächten NATO) rechnen müssen, die seine MAGA-Welt demaskieren und verschwinden lassen werden.
Da längst von diesen drei Atommächten im Zuge ihrer Hybris von Despotie, Terror der Überwachung und Diktatur der Weg in die kriegerische Auseinandersetzung beschritten wurde, auch weil die Institutionen der UNO und das Völkerrecht schon als Grundlage einer friedlichen Koexistenz von jenen Veto-Mächten beschädigt wurden, können nur noch die Menschen selber jeweils in ihren eigenen Ländern dafür sorgen, dass Machtkonzentration auf einzelne skrupellos Egomanen oder Gruppierungen rechtzeitig verhindert wird. Die Kraft der Menschenfreundlichkeit, der Empathie, der Solidarität, Freiheit und Teilhabe am menschenwürdigen Leben für alle – und nicht nur für Privilegierte – sollten die Inhalte der „Realpolitik“ ausmachen! Die Beharrlichkeit eines Mahatma Ghandi, mit friedlichen Mitteln die Veränderung herbei zu führen, kann dafür Vorbild sein!
Martin Luthers Kings „I have a dream“-Bewegung lässt sich übertragen auf das Ziel: „Realpolitik“ nicht mehr durch die Struktur der Parteien-Dominanz als entfremdete und demolierte Demokratie hinnehmen, sondern sie zu retten durch die direkte Demokratie! Der Souverän sollte die Inhalte der politischen Realität durch Bürgerräte mitbestimmen können, so muss die Devise lauten!
Version vom 07.01.2026 / 12:10 Uhr – wiedereingestellt nach Serverumzug
4. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Sonnenaufgang II – Die zehn Gebote, das Völkerrecht und der Despot aus den USA
„Wenn militärische Gewalt ohne UN-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts.“ (CDU-Politiker Kiesewetter) Frankfurter Rundschau /FR vom 03.01.2026
Auf Befehl des US-Präsidenten Donald Trump – der schon innenpolitisch sich einen Dreck um die US-Verfassung und die Demokratie in den USA schert, sie mit Dekreten umgeht und missachtet und den Rechtsstaat schwächt und abbaut – wurde beim Angriff auf Venezuela das Völkerrecht missachtet und Rechtsbruch begangen. Was immer auch das venezuelische Präsidenten-Paar im eigenen Land getan hat, eine Entführung eines amtierenden Staatsoberhauptes – egal ob illegal und durch Missbrauch von Macht noch im Amt – durch gewaltsame kriegerische Aktionen seitens der Trumpschen-MAGA-US-Militär-Exekutive in die überfallartige Entführung umgesetzt, setzt jede internationale regel- und vertragsbasierte Ordnung willkürlich außer Kraft.
Nach dieser Unterwerfungs-Methodik müsste Trump und seine Entourage auch Putin und Co. behandeln. Dass dies nicht geschieht, hat was mit der Unmoral und Anti-Ethik der Handlungsmaxime des vor sintflutartigen „Un-Recht des Stärkeren“ zu tun, welches an die Stelle von Recht und Gesetz durch die MAGA-USA gestellt wird. Wer mit gleichem Gewalt-Potenzial des „Gleichgewicht des Schreckens“ zurückschlagen kann, wird von Trumps Kosmos nicht angegriffen!
Wo die Ordnung der Rechtsstaatlichkeit verloren geht, wo Rechtsstaatlichkeit nur vorgetäuscht wird, Verträge willkürlich missachtet werden, da herrscht Chaos, Willkür und Despotie! Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten, die Menschlichkeit unter Kriegsschutt begraben und der Rückfall in vor kulturelle Gewalt herbeigeführt, droht die Barbarei. Die Mitmachgefahr durch feiges Mitläufertum wächst – in jedem Staat – in der die Demokratie geschwächt oder abgeschafft werden soll!
Die Feinde der offenen Gesellschaft wollen – wie schon unter Hitler, Stalin oder den neuen Despoten – eine geschlossene, überwachte und repressive Gesellschaftsform. Wer sich widersetzt, wird ausgeschaltet.
Karl Poppers Warnungen zu beachten, wird immer dringender und gültiger im Zuge des um sich greifenden Machtmissbrauchs:
„Es gibt keine (einheitliche; Einfügung JWB) Geschichte der Menschheit, es gibt nur viele verschiedene Geschichten aus allen Aspekten des menschlichen Lebens. Eine davon ist die Geschichte politischer Macht.“
„Die Feinde der Freiheit haben ihre Verteidiger stets umstürzlerischer Absichten bezichtigt. Und fast immer glückte es ihnen, die Arglosen und Wohlmeinenden zu überreden.“
„Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.“
Und zur Geschichte der Menschen gehört leider auch die Erkenntnis und das Faktum der Ungleichzeitigkeit!
Version vom 04.01.2026 – wieder eingestellt nach Serverumzug
2. Januar 2026
von JvHS Kommentare deaktiviert für Carpe diem – Sonnenaufgang I
Carpe diem – nutze und genieße den Tag! Meinungsfreiheit hat der Mensch in Deutschland – nimmer mehr in den USA und Russland!
„Dum loquimur, fugerit invida aetas: carpe diem quam minimum credula postero.“- Horaz
Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang haben wir Menschen die Wahl und die Verantwortung dafür, ob Menschenfreundlichkeit oder Menschenfeindlichkeit das Leben bestimmt.
8. Dezember 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Hört auf, von „Rebellen“ zu faseln, die nur eine Demokratie gefährdende 18ner-Gruppe mit lobbyistischer Agenda ist!
Cirrus Wolken – synonym für die zerfledderte Republik stehend
Wo bleibt der berechtigte Hinweis auf die Verantwortungslosigkeit der kleinen 18köpfigen Gruppe selbstüberschätzender Vabanque-Spieler im Bundestag und die transparente Aufklärung darüber, dass dieses Grüppchen die Interessen weniger Privilegierter rücksichtslos vertretend sich verpflichtet sahen und bereit waren, die Demokratie zu gefährden und ihre Aufgabe als Abgeordneten ignorierten, Schaden vom Land und Volk abzuwenden. Sie als „Rebellen“ im Kampf für Rentengerechtigkeit zu erhöhen, kommt nicht einmal in die Nähe einer faktenbezogenen Wahrheit!
Zur Transparenz gehört, ihr Gefährdungspotenzial und ihre fremd- und selbsttäuschende Agenda zu benennen.
Es ist schon eine Anmaßung, sich als die Vertretung der nachkommenden Generation zu bezeichnen und daraus abzuleiten, dass alle zwischen 20 und 40 ihnen für ihr Verhalten zustimmend einen Freibrief ausgestellt hätten.
Es gibt keine Belege dafür, dass diese 18 Personen mit ihrer Agenda tatsächlich die „einzige und wahre Generationengerechtigkeit“ vertreten würden.
Ihre Behauptung, das Rentenniveau über 2031 hinaus zu halten, sei zu teuer, ist faktisch unrichtig. Die alternativen und real auch durchsetzbaren Möglichkeiten des Einbezugs weiterer Einzahler in die Rentenkassen wurden nicht in Augenschein genommen. Stattdessen wurde unter der Decke gehalten, dass Kürzungen der Renten ohne die zusätzlichen Einzahler geplant sein würden, also auch der zukünftigen Renten der Generation, die sie sich anmaßten zu vertreten.
Unberücksichtigt bleiben auch bei den – nunmehr gescheiterten – Blockierer, dass der Rentenbeitrag seit 2018 seit 8 Jahren bei 18,6 % liegt! Sowohl 1998 (bei 20,3 % unter Kohl (CDU) wie auch im Zeitraum 2007-2011 (bei 19,9 % unter dem Eindruck der Banken- und Finanzkrise). Langfristig sind also bis heute – trotz des steigenden Anteils der Altersrenten – die Rentenbeiträge stabil geblieben.
Das Rentenniveau in Deutschland, besonders für die vielen Geringverdiener, liegt zudem weit unter dem Niveau vieler EU-Staaten. Damit haben wir in Deutschland ein äußerst unausgewogenes Rentensystem, auch weil Unternehmer, Freiberufler und Vermögende keine Einzahlungen in die Rentenkasse leisten!
„Die Frage, die jetzt von der neuen Rentenkommission zu bearbeiten ist, kann daher unmöglich von einer weiteren Senkung der Leistungen handeln. Sie muss davon handeln, wie mit den bevorstehenden Veränderungen am Arbeitsmarkt so umzugehen ist, dass das System gerechter wird und Lasten gleichmäßiger verteilt werden!“(Quelle: TAZ)
Vor allem muss der zu erwartende Anteil weiterer Arbeitnehmer-Ausfallzahlen durch KI- und Robotik und deren sozialversicherungspflichtige Zahlungen in die Sozialversicherungssysteme mit bedacht werden! Auch dieses Belastungsmerkmal tauchte in der Agenda der 18 JU-Verweigerer nicht auf!
Zudem blinkten aus allen Lücken ihrer Argumentation die tatsächlichen Pläne hervor: in Zukunft die so entstehenden Lücken der Rentenkürzung nach dem alten Muster des Neoliberalismus zu schließen: private Vorsorge zu leisten. Dass diese nur oberhalb einer bestimmten Einkommensebene überhaupt möglich ist, dürfte mittlerweile selbst Viertklässler einsichtig sein.
Die erkennbaren Ziele dieser schon selbst als Privilegierte und Nutznießer staatlich finanzierter Einkommen (Diäten… etc.) lassen ihre Rolle als Vertreter der Arbeitgeberinteressen ersichtlich werden!
Gleichzeitig machen sie die Erbärmlichkeit der Führungsschwäche von Kanzler Merz und Fraktionsvorsitzender Jens Spahn sichtbar! Wohlwollend könnte man bei diesen Beiden ihr Versagen als verfehlte und fehlende Kommunikation in der eigenen Fraktion und Partei deuten.
Kommt auf die so beschädigte Partei und das verantwortungslose egoistische Verhalten und die Anbiederung der 18 Personen an die Unternehmerinteressen eine Schadensverantwortlichkeit zu, die nicht ohne Konsequenzen bleiben wird. Einerseits für das Ansehen der Regierung und den dadurch verursachten Vertrauensverlust, andererseits aber auch für die steigenden Zahlen auf Seiten der rechtsextremistisch und anti-demokratischen AfD.
So perfide wie auch erbärmlich ist zugleich der Versuch der Unions-Parteien (CDU/CSU), in der Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) den „Sündenbock“ zu installieren!
„Die drittgrößte Exportnation müsste dann allerdings dafür sorgen, dass Bildung und Ausbildung auch so funktionieren, dass ebenso qualifizierte Facharbeiter-Innen nachkommen, wie jetzt bald gehen. (Bezugs-Quelle: TAZ)
Sie (Die aktuelle Mehrheitsfraktion…)müsste sich eingestehen, dass das bisherige deutsche Erfolgsmodell – grob zusammengefasst: unter dem Schutz der USA, mit russischem Gas die Verbrenner-Autos für China bauen – jetzt am Ende ist. Es braucht neue, bessere Ideen für ein nachhaltiges und selbstverantwortliches und auf die EU bezogenes Wirtschaften. Dazu hört man von der Unternehmer-/Arbeitgeberseite leider ebenso wenig wie von der Jungen Union. Sie beherrschen nur den alten Song vom teuren Sozialstaat.“ (Bezugs-Quelle: TAZ)
Es wird Zeit, dass die Demokratie aktiv verteidigt wird, in dem endlich die gewählten Vertreter ihre Klientel-Scheuklappen ablegen und Politik für die gesamte Gesellschaft macht, entlang der Inhalte des Grundgesetzes und einer Verantwortungsethik, die den lobbyistischen Klüngel abschafft und die Parteien dominierende Demokratie wieder zurück in eine parlamentarische Republik führt, ergänzt durch Bürgerräte und ihre konstruktive Mitarbeit!
5. Dezember 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für 50ster Todestag Hannah Arndt (gest. 04. Dezember 1975) – Denkwerke zur politischen Theorie
Heute (04. Dezember 2025) jährt sich der Todestag der politischen Denkerin zum 50sten Mal – Hannah Arendt wird unterschiedlich vereinnahmt durch die Presse, je nach Verortung der Medienhäuser.
Bestimmte gesellschaftliche Gruppen sahen und sehen bis heute ihre Welt durch Hannah Arendts Schriften bedroht. Insbesondere jene, die die offene Gesellschaft und die Freiheit des Denkens ablehnen und stattdessen Autokratien und Diktaturen an die Stelle der Demokratie setzen. Denen galt Hannah Arendts Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft “, in der sie die Feinde der Demokratie analysierte und beschrieb. In den USA lehrte und schrieb sie seit ihrer Emigration und Flucht vor den Nazischergen und dem Holocaust, beobachtete die Funktionsweise von Lobbyismus, Parteidisziplin und politischer Konformität. Sie sah, dass Selbstschutz der Institutionen häufig Vorrang vor argumentativer Auseinandersetzung gewann– ein Phänomen, das sie in Deutschland wie in den USA als Bedrohung der Freiheit analysierte. Die McCarthy-Zeit des Antikommunismus war eine der extremistischen Aktionen Anfang der 1950er Jahre.
Hannah Arendt formulierte aus ihrer Erkenntnis über Politik, was das Ziel totaler Herrschaft sei: „… die Vernichtung menschlicher Individualität, der Spontanität (als Katalysator für Kreativität) und der Pluralität.“ (Arendt gab damit vorab schon eine Beschreibung, die zielgenau auf die AfD und ihre Gesinnung passt!)
Jene Auswirkungen, die Arendt für den Totalitarismus der Nazi- und Stalin-Diktatur beschrieb, aktuell aber in den geopolitischen Aktionen von Putin, Xi Jinping und anderer Diktatoren ebenso zu finden sind, wie in den ungebremsten Ego-Visionen eines Elon Musk, Jeff Bezos oder eines Larry Fink (CEO BlackRock) und den Investoren in KI.
Heute wird „Cancel culture“ betrieben, von rechts wie links, von konservativ bis kreativ. Wer außerhalb eines temporär populären und propagandistisch gepuschte Konsenses spricht, gilt nicht mehr als Gegenüber, sondern als Gefährder. Und an diesem Punkt angekommen, kann die bürgerlich-populistische der „Gleichmachung“ von Links- und Rechtsextremismus nicht wirklich weiterhelfen.
Hier ist jeder Demokrat an den Punkt angekommen, zu differenzieren, dass Rechtsextremismus daran zu erkennen ist, weil er die Vernichtung der Demokratie auf seine Fahnen geschrieben hat! (Umberto Eco – Ur-Faschismus …) Ihn zu verhindern ist Aufgabe einer wehrhaften Demokratie. Leider zeigt sich, dass Reichtum und Rechtsextremismus oft genug Verbindungen eingehen. Diese Gesinnungsbündnisse transparent aufzuzeigen, ist Bestandteil der Verteidigung der Demokratie.
Denn Verantwortung zu übernehmen in Krisenzeiten, entsteht dann, in dem reflektiert wird über das, was jeder tut und wie er plant zu handeln.
Arendt sah in der Verschiebung der Bedeutung und im Kapern der Begrifflichkeiten (INSM / Wirtschaftsrat der CDU) eine Gefährdung für die Menschen: Vom Streit über Positionen hin zur Kontrolle Informationen selbst. Das ist Realität und wäre Anlass für Hannah Arendt gewesen, auf die Entwicklung einer totalitären Herrschaft – auf politischer wie ökonomischer Ebene – hinzuweisen und zu rufen: „Haltet an, besinnt euch, denkt nach!“
Wenn nicht mehr gestritten, sondern nur noch abgegrenzt wird, wenn Dissens nicht mehr als notwendiges Moment der pluralen Öffentlichkeit begriffen wird, sondern durch Manipulation und Meinungsverbot die ersten schnellen Schritte hin zum Extremismus (á la Trumps-MAGA oder Putins Angriffskrieg) bedeuten, dann verliert die Demokratie ihren innersten Kern. Sie verkommt zu dem, was Arendt eine „Verhinderung des Politischen“ nannte. Die roten Lampen sollten dann aufleuchten, wenn die politischen Parteien, die temporär die Regierungsmehrheit haben, von Alternativlosigkeit faseln.
Angstfreies Leben muss erstritten werden, indem Ausbeutung von Menschen durch autoritäre Politik und Ökonomie verhindert werden.
Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit entwickeln sich in Gesellschaften dann, wenn mitmenschliches Verhalten und aufgeklärte Toleranz verdrängt werden.
Die reale Komplexität des Lebens lässt bei der Mehrheit der Menschen, die das eigene Denken verlernt haben, ihre Bereitschaft steigen, ihre Verantwortung für die Gesellschaft abzugeben und auf „Führerschaft“ verlagern. Die Abgabe der Verantwortung für das politische Denken und Handeln stärkt die extremistischen und fundamentalistischen Feinde der Demokratie. Das ist eine der Ursachen, warum die Zustimmung und Wählerzahlen für die rechtsextremistische AfD steigen.
Verantwortung für die eigene Existenzsicherung zu übernehmen, gestaltet sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Realität für jeden Einzelnen wesentlich schwieriger aufgrund der Hierarchien, dem Versagen der Unternehmensführungen und der hohen Entlassungszahlen!
Hannah Arendt formulierte gerade in diesem Zusammenhang: „Wir leben (in jeder Generation) in einer Welt, wie sie sich gerade darstellt. Wir müssen lernen, damit umzugehen!“
Die weltweite Abhängigkeit der meisten Menschen von ökonomischer und politischer Macht durch wenige Machtinhaber – [Putin, Trump, Erdogan, Orban u.a. stehen für die Politik, Zuckerberg (Meta, Facebook) , sowie Musk (Twitter, Tesla), Bezos (Amazon), Larry Fink (BlackRock Inc.), Sundar Pichai (Google), Tim Cook (Apple) u.a. stehen für die Wirtschaft] – ausgeübt, denen die Menschen nicht vertrauen können, ob sie der eigenen Verfassung und Demokratie folgen! Stattdessen erleben die Menschen jedoch den Umbau von Demokratien zu Autokratien und Diktaturen durch fundamentalistische Fanatiker und Egomanen á la Donald Trump oder Elon Musk.
Die Verhaltensweisen dieser Machtinhaber sind geprägt von Willkür und gewaltbejahender Sicht auf die Welt, in dem Denken und Handeln auf das Handlungsmuster „Dealen“ reduziert ist, und dies im schrecklisten Format – der Unfreiheit und Unterdrückung – umgesetzt wird. Zudem von Gier angetrieben, und über „Leichen“ gehend, jegliche Mittel (von Krieg, Erpressung, Überwachung bis zur Einschüchterung) einsetzen. Eine Gesinnung, in der jeder soziale Ansatz verloren gegangen ist! Es wird gehandelt im Ungeist einer menschenverachtenden Haltung!
Zurzeit befinden wir uns – in vielen westlichen Ländern nach einer 80 Jahre kriegsfreien Zeit – in einer rasant veränderlichen Welt wieder, die geprägt ist von einer Realität, in der die demokratischen Regeln (Gewaltenteilung) ignoriert werden. Die Freiheit des anderen Menschen nicht mehr mitzudenken, wenn von „Freiheit“ und „Förderung der Wirtschaft“ die Rede ist, wird ebenso erkennbar, wie der Verlust der Solidarität und des Respekts sich ausbreitet. Die Fähigkeit zu Konfliktlösungen geht auf allen Ebenen verloren.
Hannah Arendt vermittelt in ihren Werken, dass Politik, Ökonomie und Staatsform seit jeher von den drei „Ismen“ geprägt werden: Antisemitismus/Rassismus – Imperialismus – Totalitarismus!
Die USA waren einmal ein Staat, der aus Ureinwohner (die fast vollständig vernichtet wurden) und freien Bürgern bestand. Bürger heißen jene Menschen, die der Verfassung zustimmen und danach handeln. Das sei das Band, welche das Zusammenleben regelt und die Gesellschaft zusammenhält und nicht spaltet.
Denken funktioniert nach Arendt nur im Dialog und Austausch der Positionen, nicht jedoch in der Durchsetzung einer Gesinnung, in der keine Rücksichtnahme auf den Mitmenschen besteht. Freiheit bedeutet, die Freiheit der anderen mitberücksichtigen, die Gleichheit der Menschen zu akzeptieren und die Solidarität als Kit der Gesellschaft zu berücksichtigen. Die Realität in den USA ist jedoch weit entfernt von dieser Realisierung. Der Staat USA entwickelt sich unter Trump hin zum Totalitarismus. Korrumpierbarkeit ist Bestandteil der Ablehnung der Verantwortung für die Mitmenschen. Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist Bestandteil der heutigen Formen von Totalitarismus in den verschiedenen Regionen der Welt.
Hannah Arendt betonte, dass auch in einem solchen Staat jede Generation die Hoffnung haben kann. Der Gegenpol zum Totalitarismus sind weder Geheimbünde/Oligarchien oder Sektierertum, sondern Freundschaft, Menschenfreundlichkeit und Liebe.
Version vom 4. Dezember 2025 – wieder eingestellt nach Serverumzug
20. Oktober 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für A different Sound II – Martin Luther King: I have a dream
„Ich treffe meine eigenen Entscheidungen, überwiegend aufgrund von gesammelten Daten, und alle wissen das. Einige Fake- News-Medien lügen, um mich auszugrenzen“. – Donald Trump, am 06.02.2017 auf Twitter.
Was der größte Dealer aller Zeiten (GröDaZ) – Donald, the Trump, unter Fake News versteht:
Der immer gleiche Sound eines „vertrauensvollen Präsidenten“, das Hin-und-Her, das „entschlossene Handeln“ des „verlässlichen“ US-Machtinhabers mit den „aufrichtigen Redebeiträgen“ aufgrund von gesammelten Daten. Trump, der „hoffnungsgebende Friedensengel“ und mit seinen Botschaften á la „Und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt!“ Flexibel und Drehfreudig als Fahne im Wind. Wer könnte sich mit seinem Charisma messen? Wessen Redefluss und geniale Inhalte könnten wertvoller sein?
Vielleicht die Rede von Martin Luther King? – I have a dream!, gehalten am 28. August 1963!
7. Oktober 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Hamas-Terror am 07. Oktober 2023 löst mit ihrem Gewaltexzess unsägliches Leid aus!
Der 07. Oktober 2023 vor zwei Jahren war blindwütiger Terror und hasserfüllter Furor!
Das Töten, das Verschleppen und das Quälen der Entführten ist der Auslöser für das Leiden der eigenen palästinensischen Bevölkerung und ihrer Geiseln. Die Weltsicht der Hamas – wer auch immer als ideologischer oder religiöser Fanatiker diesen Anschlag auf feiernde Menschen zu verantworten hat – nahm keine Rücksicht auf die eigene Bevölkerung im Gaza-Streifen. Das Mühlrad des Rollengefängnisses „Täter-Opfer-Helfer“ zu sein und sich im Kreis zu drehen, wurde am 07. Oktober 2023 von der Hamas in Gang gesetzt.
Terror ist niemals ein Weg zur Freiheit
Terror als Handlungsanleitung zur archaischen Weltsicht des „Auge um Auge“ ist der Einstieg in die Blindheit für alle menschenwürdigen Belange. Denn wenn „Auge um Auge“-Rache praktiziert wird, dann dreht sich die Spirale der wechselnden RollenEinnahme von „Täter-Helfer-Opfer“ solange, bis alle blind sind und sie dennoch gefangen bleiben in diesem Drama-Dreieck des „mal Opfer sein- mal Täter sein – mal Helfer sein für das ewige Töten des Anderen!“
Wer in seiner Weltsicht gefangen bleibt, verlernt zu sehen und zu verstehen, dass der Andere ebenso ein Mensch ist, wie er selber. Wer das Gegenüber nicht mehr als Mensch respektiert und als ein Wesen, das die gleichen Rechte und Pflichten, die gleichen damit verbundenen Existenznöte hat wie er selber, der den anderen Menschen gegenüber das Menschsein abspricht, verliert damit die eigene Würde!
Das ist das Drama bei allen Gewaltausübungen, die auf Rassismus, Anti-Semitismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, auf Missachtung der Menschenrechte und Ignoranz der Menschenwürde sowie auf egomanische Ziele und Machtkonzentration als Despot und Diktator beruhen. Sie sind Auslöser für Unterdrückung, Ausschluss von den existenziellen Grundbedürfnissen, für Terror und Kriege.
Freiheit und Frieden ist nur möglich, wenn die eigene Freiheit auch die Freiheit des anderen Menschen einschließt, sowie den Frieden als Grundlage des gelingenden Lebens auch für den anderen Menschen mitdenkt und einhält.
Ergänzung Hamas-Hass und Hamas-Weltsicht äußern sich im schlimmsten Anti-Semitismus. Dieser ist nicht nur wieder ausgegraben worden durch die Anhänger des „ewigen Faschismus und Anti-Semitismus“ aufgrund der Erstarkung der rechtsextremistischen AfD, sondern wurde durch den islamistisch-palästinensischen Fundamentalismus nach Deutschland exportiert. Wer die hasserfüllten Aktionen und Demonstrationen dieser islamistischen Meinungsblasen betrachtet, die vor Gewalt gegen anders Denkende nicht zurückschrecken, der kann nur besorgt auf das Schweigen der meisten Menschen in Deutschland schauen!
Es gibt keine Deutsche jüdischen Glaubens, die sich zusammenrotten und ihre Hass erfüllten Parolen und Bedrohungsszenarien gegen palästinensische Menschen islamischen Glaubens zeigen und aufbauen.
Umgekehrt aber werden Bedrohungsszenarien und Angst durch die Unterstützer der Hamas verbreitet, die die alten Traumata der Juden in Deutschland wieder aufleben lassen. Lebensbedrohliche Angst und Ausgrenzung verspüren zu müssen, nur weil diese Mitbürger jüdischen Glaubens sind.
Wer sich an der Herstellung solcher Bedrohungskulissen und angstverbreitender Atmosphären für Mitmenschen in Deutschland beteiligt, geht einen Weg, der seinen Anspruch auf ein Leben in Deutschland in Frieden und Freiheit drauf und dran ist zu verspielen.
So wenig wie die arabischen Clanstrukturen mit ihrer Ablehnung der Integration in ein demokratisches Deutschland auf dem Boden des Grundgesetzes durch den Staat Raum gegeben werden darf, oder den rechtsextremistisch-antidemokratischen Zielen der AfD noch weiteren Boden zur Verfügung gestellt werden darf, so wenig darf sich die hasserfüllte, gewaltbereite islamistische Weltsicht der Hamas hier ausbreiten.
Es ist die Verpflichtung der aktuellen Regierung mit aller gesetzlichen Härte gegen diese Zersetzung unserer Demokratie vorzugehen. Unsere Demokratie und das freiheitliche Leben auf dem Boden des Grundgesetzes wird durch Feinde unserer offenen und liberalen (im ursprünglichen Sinne) Gesellschaft bedroht.
Michel Friedman
Und hier schließt sich der einführende Absatz des Publizisten und Autor Michel Friedman aus seinem Buch „Mensch – Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“ an:
Zitat: „Ich bin ein Verzweifelter. Verzweifelt, weil ich sehe, wie ein großer Teil der Menschen aus der Geschichte nicht lernt. Verzweifelt, wenn ich sehe, wie den Rechtspopulisten, den Islamisten, wie allen »- ismen« zu viele Menschen in die Arme laufen, während zu viele Demokratinnen und Demokraten in Gleichgültigkeit und Apathie versinken. Verzweifelt, weil ich mich auf die Garantie der Menschenwürde, die mir das Leben in diesem Land ermöglicht hat, möglicherweise nicht mehr verlassen kann.“ Zitatende
In diesem Buch wird der Blick auf den Gesellschaftsvertrag „Demokratie“ geworfen (d.h. wie Menschen zusammen leben wollen), und die Demokratie als bestmöglichen Gesellschafts-Vertrag im Vergleich zu anderen Formen des Staates wie Oligarchie, Despotie, Diktatur, Monarchie verortet.
Friedmans Werk ist die Analyse der Demokratie als sorgsamer Blick aus vielen Blickwinkeln, um die Existenz (Da-Sein) und die Essenz (So-Sein), also die Kernbestandteile des Begriffes „Demokratie“ zu benennen. Friedman wählt als Titel das Wort „Mensch“ und als Untertitel „Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“. Im Mittelpunkt des Themas „Demokratie“ steht der Mensch als Mensch (dessen Würde unantastbar ist), und nicht als Wolf und Raubtier.
In einer Demokratie steht niemand über dem Gesetz – und dieses Gesetz mit seinen Ausführungen (Artikeln) wird Verfassung – oder wie in Deutschland – Grundgesetz genannt. Zur Demokratie steht der Rechtsstaat als Gerüst und Essenz und das Grundgesetz/die Verfassung als ihre Existenz.
Friedman widmet sich den Formen der Respektlosigkeiten durch Anti-Demokraten in der Demokratie, die genau daran erkennbar werden. Praktizierte Formen der Respektlosigkeit sind zur Normalität im öffentlichen und privaten Umgang der Menschen mit anderen Menschen geworden und reichen von öffentlichen Lügen, faktenlosen Behauptungen, Willküraktionen (Trump), über Selbst-Inszenierung als „Fast Food-Esser“ (Söder) oder Kettensägen-Demonstration als Gewaltsymbolik (Musk) bis zur öffentlichen Diskreditierung anderer Staatspräsidenten (Trump gegenüber Selenskyj) oder die konzertierte Aktion radikaler rechtskonservativer Kräfte gegenüber der Verfassungsgerichtskandidatin Frauke Brosius-Gersdorf.
Version vom 07.10.2025 / 19:50 Uhr
26. September 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Aachener Kunstroute im Spannungsfeld von Kunst, Spätsommertag, Genuss und der Bürgermeister Stichwahl
Zwischen der Aachener Kunstroute 2024 und 2025 (vom 26.09. – 28.09.2025) liegen Zeit und Raum, in denen Ereignisse und Veränderungen, Machtwechsel und Beschädigung der Demokratien in Deutschland und den USA erfolgten.
Logik ist die Feindin der Kunst. Aber Kunst darf nicht die Feindin der Logik sein. – Oskar Wilde
Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte. – Kurt Tucholsky
Kunst, Niveau, Anständigkeit, Gesinnung – es ist nicht leicht! Daß es aber mit Geld allein nicht zu machen ist, darauf können Sie sich verlassen. – Kurt Tucholsky
Der Weg zu den Ausstellungsorten lässt den Blick auf Architektur und Stimmung in den Straßen rund um den Dom fallen. Das Flair eines Spätsommertages wird durch die Häuserfronten der Altstadt, durch die starken Kontraste der vollen Sonneneinstrahlung und nicht zuletzt durch die einladenden Sitzgelegenheiten im Außenbereich der zahlreichen gastronomischen Einrichtungen weltweiter Esskultur und ihren Spezialitäten betont.
Karlsbrunnen auf dem Marktplatz vor den Fassaden der Häuser gegenüber vom Rathaus
Prinzenhof-am-Leonhard-Gymnasium – Spiegelung der St. Michael griech.-orthodoxe Kirche
Dom und Dom-Umfeld
Dom – Katschhof Platz
Dom vom Münsterplatz aus sehen
Dom und Häuser-Ensemble aus der Sichtachse der Kleinmarschier-Straße
Ansicht des unvollendeten Doms Zustand 1853 (Bild Ausstellung im Centre Charlemagne)
Wie schon im letzten Jahr 2024 fand die Aachener Kunstroute 2025 mit einem Schwerpunkt an Ausstellern (Galerien, Museen und Werkstätten von Künstlergruppen) im Altstadtzentrum statt. Rund um Dom, Rathaus und Fußgängerstraßen war bei bestem Wetter das Genießen auf vielen Ebenen möglich: bei der Betrachtung der Kunstexponaten (Malerei, Druckgrafiken, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen), im Gespräch mit den Künstlern vor Ort und im Dialog mit den Kunstinteressierten vor Ort.
Statue Kaiser Karl des Großen im Centre Charlemagne
Wie immer an den Veranstaltungstagen der Kunstroute waren auch die Museen kostenfrei zu nutzen. Gleich am Katschhof das Centre Charlemagne, oder am Hühnermarkt nur wenige Schritte entfernt das Couven Museum.
Ausstellungsexponate in der Aula Carolina
Ausstellungsexponate in der Aula Carolina 2
Im gemeinsamen Ausstellungsraum Aula Carolina in der Pontstraße befand sich die Zentralausstellung Spektrum*25. Und wiederum ein Haus weiter das Zeitungsmuseum.
In der Aula Carolina war einer der Gründer der Galerie „TriebWerk8“, Günter Mainz, gefragter Ansprechpartner. Günter Mainz eröffnete seine Galerie vor Jahren mit einem Partner, um begabte weniger bekanntere Künstler und Künstlerinnen einen Ausstellungort zur Verfügung zu stellen. Eine Galerie, die regelmäßig Raum für Gespräche und Dialoge Kunstinteressierter mit den Künstlern bietet.
Pressekodex im Zeitungsmuseum (Internationales Zeitungsmuseum Aachen)
Version vom 26.09.2025 – wieder eingestellt nach Serverumzug
28. August 2025
von JvHS Kommentare deaktiviert für Kindergartenverhalten statt Diskursfähigkeit in den politisch-gesellschaftlichen Diskussionen – Meinungsmache statt Tatsachen
Meinungen sind keine Tatsachen und Propaganda ersetzt keine Fakten
Meinungen sind keine Tatsachen. Meinungsfreiheit ist dagegen ein Grundrecht in Deutschland. Mit dem Grundrecht ist zugleich aber auch die Verantwortung verbunden, seine Meinung daraufhin zu prüfen, inwieweit diese in ihrer Wirkung die Mitmenschen respektiert oder schädigen wird.
Meinungen sind subjektiv! Sie sind durch die nachfolgende Bandbreite gekennzeichnet: von selberdenkender und seriöser Hinterfragung der – mit bewusster Absicht geäußerten und weiterverbreiteten – Meinungsäußerung bis zur ungeprüften und fremdgesteuerten Übernahme einer durch Dritte vorgegebenen Meinung, also einer „Trittbrett-Meinung“!
Meinungen beeinflussen das Denken und Handeln nicht nur subjektiv, sondern wirken auch gesamtgesellschaftlich! Meinungen definieren und verschieben politisch-gesellschaftliche Schwerpunkte (z.B. indem im schleichenden Veränderungs-Prozess ein immer größer werdender Teil der Gesellschaft und Wählerschaft die demokratiegefährdenden Inhalte und Ziele der AfD als zutreffend und „normal“ einschätzen, obwohl die historischen Fakten über die menschenverachtenden Grausamkeiten der Kriegsverbrecher in der Hitler-Diktatur und ihre vergleichbaren Methoden, Ziele und Absichten bekannt sind!).
Disruption der Verortung „gesellschaftliche Mitte“
Und es steht zu befürchten, dass durch das unsägliche zeitgeistige Aufkochen der anachronistisch rechtsextremistischen und ultrakonservativen Gesinnung á la AfD diese anti-demokratische Partei weiteren Wählerzuspruch erhält! Dass auch die lange Jahrzehnte überdauernde, verborgene „Zuneigung“ zur „Adolf H.-Zeit des Dritten Reichs“ in den Familien durch rechtskonservative Kreise der Unions-Parteien salonfähig gemacht wurde, ist eine Ursache für den Zuspruch zur AfD. Zudem ist es ihr gelungen, diese Gesinnung als „Normalität, die dem gesunden Menschenverstand entspringe“ zu verkaufen und über die sozialen Medien in die Öffentlichkeit zu tragen. Insgesamt ein Katalysator für das Erstarkung der rechtsextremistischen AfD.
Die steigende Zustimmung zur Programmatik der AfD und der rechtskonservativen Kreise bayrischer Provenienz (z.B. durch die Netzwerke der rechtskonservativen Burschenschaften) erfolgt nicht nur aus diesem Umfeld! Es ist der AfD gelungen, die unbedarfte Naivität und die nicht vorhandenen Geschichtskenntnisse -(oder deren Ignorierung)- zum Themenfeld des Nationalismus, Rassismus und Anti-Semitismus in der Generation der 16-30 Jährigen über alle gesellschaftliche Gruppen hinweg zu nutzen und die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit des deutschen Faschismus als „Normalität“ zu verkaufen. Kritik an einer solchen Entwicklung wird gerne auch von der erzkonservativen und rechtsextremen Presse als „Cancel Culture“ bewertet. Obwohl statistisch nachvollziehbar ist (z.B. durch die erzielten Wahlergebnisse der AfD), dass die „Mitte“ der Gesellschaft nach rechts abgedriftet ist, wird diese Tatsache umgedreht mit der Behauptung der jungen Journalistin Julia Ruhs, die zur Rechts-Ikone stilisiert wurde (oder sich eventuell selber dazu gemacht hat?):
Zitat „Julia Ruhs erklärt, auch indem sie auf Bernhard Schlink verweist, dass ein sehr eng geführter gesellschaftlicher und politischer Mainstream zu einer Verschiebung der Mitte in den linksgrünen Bereich geführt hat. „… die Mitte hat sich kräftig verschoben. Linke haben sie für sich vereinnahmt. Und plötzlich stehe ich mit denselben Ansichten von früher rechts. Für manche sogar weit rechts. Oder, wie es manche nennen, im ‚Niemandsland‘. Total absurd. Doch genau darin liegt die Gefahr: Wenn alles rechts ist, was einmal Mitte war, dann gibt es keine echte Mitte mehr. Und ohne sie verliert die Gesellschaft in meinen Augen wirklich ihr Gleichgewicht.“ Zitatende (Quelle hier!)
Da passt es dem klammheimlichen Haltungs-Netzwerk der rechtskonservativen bis rechtsradikalen Kreisen ins Konzept, eine „Leuchtfigur á la Julia Ruhs“ zu fördern. Als Figur des Gegenentwurfs zum „grün linken Wokeness“ (gemeint ist damit die Verunglimpfung des soziales Bewusstsein und der Gerechtigkeits-Verteidigung) wird der freischaffenden jungen Journalistin und Populär-Schriftstellerin (Buch: „Links-grüne Meinungsmacht“ – J.Ruhs) – für ihr „normales Reden“ über jenes, was man mal wieder sagen dürfen muss – Raum für mediales Auftreten auch vom Bayrischen Rundfunk zur Verfügung gestellt.
Wahlen – das „beredte Schweigen“
Die nächsten Wahlen stehen vor der Tür – die Kommunalwahlen! Hier werden Menschen in Positionen gehievt, die direkt sich auswirkende Entscheidungen mitbestimmen können. Menschen, die in der gleichen Kommune als Nachbarn, Mitarbeiter, Vorgesetzte, Vereinsmitglieder und Dienstleister bekannt sind. Heißt „bekannt zu sein“ aber auch, die Kandidaten wirklich zu kennen? Zu wissen, wie sie ticken? Zu wissen, welche Motivation sie angetrieben haben, sich zur Wahl zu stellen? Welche Konfliktstabilität und Konfliktlösungsfähigkeiten sie besitzen? Werden Beschlüsse und Abstimmungen zukünftig von ihnen nur abgenickt, weil die Fraktionsführung sie vorgegeben hat? Warum stehen sie als Kandidaten zur Wahl? Weil die eigentliche Motivation, sich zur Wahl zu stellen, nur ein erhoffter Prestigegewinn beinhaltet? Oder weil die neue Ratsposition im Kreistag, im Stadtrat oder Gemeinderat als „Auge, Ohr und Stimme“ für die Bewohner stellvertretend zur Geltung gebracht werden soll?
Stammen die realpolitischen Miss-Stände (Investitionsstau in den maroden Schulen, für die die Kommunen zuständig sind?) nicht aus den politisch-geistigen „Todsünden“ und ihren daraus folgenden Konsequenzen? Auch weil oft – nicht immer, denn es gibt Ausnahmen – nicht einmal mehr eine „minimale Moral“ bei den gewählten Ratsmitgliedern als politische Kraft und den Verwaltungen vor Ort erkennbar wird? „Minimale Moral“ bewirkt somit oft den politische Stillstand, denen Politik und Verwaltungen teilweise aufgeliefert sind und als „Sachzwang“ verteidigt wird, unter dem gerade noch so viel Aktivität wahrzunehmen ist, um die „Macht“ zu erhalten. Der Einbezug der Bevölkerung in mitwirkende und mitbestimmende Kooperationen (wie Bürgerräte und direkte demokratische Abstimmungen durch die Bewohner!) erfolgt in der Regel nicht! Das Potenzial der Menschen zur gemeinsamen Bewältigung der Probleme, bleibt durch Abhängigkeit der kommunalen Institutionen (Politik und Verwaltung) von den übergeordneten Ebenen (Land und Bund) deshalb ungenutzt.
Das oft erlebte „Schweigen“ einerseits der kommunalen, politischen Verantwortlichen gegenüber den Mitbürgern, aber auch andererseits gegenüber den übergeordneten Ebenen in Form von ausbleibender Kritik an Bezirk, Land oder Bund ist mehr als beredt! Das „beredte Schweigen“ hat schon eine lange Tradition! Und ist seit den Griechen und auch bei den Römern bekannt. Die Römer – so Paul Sailer-Wlasits in seiner Streitschrift „Minimale Moral“ – seien garnicht zimperlich mit jenen umgegangen, die nicht Stellung bezogen hätten, und damit nur als Mitläufer versucht hätten, sich aus der Verantwortung zu stehlen. So habe Cicero in seiner Gerichtsrede für den Politiker Publius Sestius formuliert: „… durch Schweigen schienen sie zu sprechen, durch ihr Nicht-Leugnen zu gestehen“.
Zurzeit besteht der Eindruck, dass die konservative Gesinnung nicht nur wieder installiert werden soll, sondern dass die gespaltene Gesellschaft (jung gegen alt, arm gegen reich, tolerant gegen intolerant) wieder in Zeiten von vorurteiliger und intoleranter Gesinnung aufgrund anachronistischer Werte-Kehrwendung zurück gezwungen werden soll.