Blick auf die Welt

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18. April 2026
von JvHS
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Bargeldabschaffung – Ersatz durch den digitalen Euro als Währung… eine Finanzmittelsteuerung der totalen Art!

Bargeldverbote und Verfügungseinschränkungen entmündigen die Menschen ein Thema, das schon lange im
Diskurs steht!

Auf diesem Blog ist zum Thema Bargeld und Bargeldabschaffungs-Kampagnen mehrmals Stellung bezogen worden.  

Ein weiterer Beitrag verweist auf die Programm-Beschwerde an das ZDF, in dem der Sendebeitrag „Wie Angst vor einer Bargeld-Abschaffung geschürt wird“ vom 13.02.2026 gegen die ZDF-Programmrichtlinien verstoßen habe. Der Text nutze stellenweise ein diffamierendes Vokabular, das in Angeboten öffentlich-rechtlicher Sender nichts zu suchen habe. Fakten sind nüchtern, sachlich und wertungsfrei zu überprüfen. Der Beitrag ergreife einseitig Partei für die Politik der Bundesregierung. Die Aussagen … würden ebenso  wenig hinterfragt wie das Urteil namentlich ungenannter „Experten“, das die EU-Pläne zur Beschränkung des Bargelds unterfüttern solle.

Zitat:
Ein digitaler Euro kann die Zahlungsmittelpräferenzen von Wirtschaft und Bevölkerung verändern. Netzwerkeffekte beschleunigen dann den Rückgang des Bargelds. Im Klartext heißt das: Eine sinkende Akzeptanz von Bargeld reduziert erst seine Nutzung und anschließend seine Verfügbarkeit, was wiederum die Akzeptanz beeinträchtigt. Mit solchen „Netzwerkeffekten“ kalkuliert nicht  irgendjemand, sondern Mitarbeiter der EU-Kommission in einem Aufsatz über „ökonomische Konsequenzen von digitalen Zentralbankwährungen“.

Die Aussagen der Koalitionsparteien zum Bargeld werden ebenso wenig hinterfragt wie das Urteil namentlich ungenannter „Experten“, das die EU-Pläne zur Beschränkung des Bargelds unterfüttern soll.
Auf der anderen Seite jedoch heißt es in dem Beitrag, „Kritiker von digitalen Bezahlmodellen“ würden teils „Eigeninteressen“ verfolgen und mit „betrügerischen Geschäftsmodellen“ arbeiten. Die AntiBargeld-Kampagnen aus dem Finanzsektor dagegen fallen gänzlich unter den Tisch.“ 

„Dass es seriöse Warnungen vor einer weitgehenden Abschaffung des Bargelds gibt und wie sie begründet werden, erfährt das Publikum nicht. Im Endeffekt stehen alle Menschen, die vor dem Wegfall des Bargelds warnen und sich für seinen Schutz einsetzen, unter Generalverdacht.
Zitatende

In der Programm-Beschwerde an den ZDF-Intendanten Norbert Himmler kommen die Autoren zur Schlussfolgerung: Obwohl die Bundesregierung folgenden Koalitionsbeschluss festschrieb, handelt sie eher nicht zum Erhalt dieser Vereinbarung! 

Zitat: „Bundesregierung hält weiter am Bargeld fest[:] Die EZB, die Deutsche Bundesbank und auch die Bundesregierung bekennen sich weiterhin zum Bargeld. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag heißt es etwa: ‚Wir stellen sicher, dass jeder weiterhin selbst entscheiden kann, wie er bei Geschäften des Alltags bezahlt. Das Bargeld als gängige Zahlungsform erhalten wir.“ Zitatende

Dem Abbau der Bargeld-Infrastruktur (es gibt immer weniger Bargeld-Automaten; die Zulieferung von Bargeld an die Banken wird reduziert) wird nichts entgegengesetzt, obwohl das Bundesbankgesetz folgendes vorsieht: 

Zitat: Das Bundesbankgesetz hält weiterhin klar fest: ‚Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ Zitatende

Was geantwortet wird und wie auf die ZDF-Programmbeschwerde reagiert wird, darauf sollte die Menschen in diesem Land besonders achten!

16. April 2026
von JvHS
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Rückblick auf den am 14. März 2026 verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas – Nachrufe

„Die kognitive Kraft der gesellschaftlichen Arbeit [fungiert] als … Wurzel von Bildungsprozessen“

Bildung als Erfahrung

„Habermas verwies in seinem Essay auf seinen Kollegen und Freund Oskar Negt, der „als Lehrer seinen Zuhörern und Lesern  „beibringen“ wollte, nämlich: was es heißt, einen Bildungsprozess ebenso zu „erfahren“ wie zu „erarbeiten“. Bildung verändert das eigene Selbstverständnis mit dem Ergebnis, sich als ein Wesen zu verstehen, das von seiner vernünftigen Freiheit Gebrauch machen soll.“

Für Habermas verschiebt sich bei Oskar Negt der Begriff der Bildung  „… einerseits von Bereichen der Kultur zu denen der Gesellschaft und andererseits von den individuellen Lebensgeschichten zur sozialen Evolution.“ 

Bildungsvermittlung bleibt das zentrale Problem – auch der Lehrenden-  für die Schaffung einer freien, unmanipulierten und kritikstarken Gesellschaft, die sich von keinem der agierenden Gesellschaftsteilnehmern (Politik, Wirtschaft, Ideologen) ein X für ein U verkaufen lässt.

Auf dem sozialwissenschaftlichen Nachrichtenportal „Soziopolis“ wird ein Dossiers zum Tod von Habermas zur Verfügung gestellt. 

Axel Honneth

Roman Yos

Lutz Wingert

Sebastian Huhnholz

Version vom 16. April 2026 – reloaded

16. April 2026
von JvHS
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Vom politischen Straßentheater und der Unfähigkeit zur Problemlösung in Krisenzeiten durch die Mehrheitsfraktion

Die Menschen wollen, dass ihnen kein „X“ mehr für ein „U“ vorgemacht wird!

So ist die Realität der Politiker der Mehrheitsfraktion in der aktuellen Regierungs-Koalition: die temporär jeweiligen Funktionsinhaber bedient die Forderungen ihrer Klientel-Weltsicht. Und wenn die sozio-ökonomische Realsituation durch Kriege, Managementfehler der neoliberalen Wirtschaftsführer und durch geopolitische Machtspielchen von despotischen und egomanischen Regierungsspitzen aus dem Gleichgewicht gerät respektive ins Chaos abrutscht, dann zeigt sich mal wieder, in welchem Zustand die jeweilige politische Führung und Regierung sich befindet! 

Dann wird besonders deutlich, für welche Gesellschaftsgruppen die gesetzlichen Maßnahmen positive oder negative Folgen haben. Und dann wird seitens der Parteien agitiert, lamentiert, versprochen und gebrochen. Und die Parteien in der Koalition und der Opposition agieren wie ein Hühnerhaufen im Stall, in dem ein Fuchs eingebrochen ist.

Und bei der „Verkündigung ihrer Beratungsergebnisse“ wird lauthals wie die Marktschreier , aber ohne seriösen Plan, die „Hilfe“ wie die 1000 € Tank-Entlastung für Arbeitnehmer hinausposaunt. Und wenn dann dieser „Kommunikationsfehlschuss“ nach hinten losgeht, wird von den „Knechten“ á la Linnemann nach dem Sündenbocksystem ein solcher gesucht und dient auf den Nebenkriegsschauplätzen respektive beim politischen Straßentheater in den Medien als Ablenkmanöver von den berechtigten Forderungen nach tatsächlichen Notwendigkeiten, die da konkret wären:

  • Die gerechtere Verteilung der Belastungen mit der Notwendigkeit zu realisieren, die Einnahmeseite im klammen Staatshaushalt zu verbessern durch Vermögenssteuern, Übergewinn-Abgabe, Regulierung der Banken, der Vermögensverwalter und der Gefährdung durch Finanztransaktionen im „Moneyland“ der Zocker.
  • Durch gesetzliche Maßnahmen zu Preisobergrenzen bei den Mieten, den Kraftstoffen, bei den Energiekosten durch die Konzerne zu gelangen.
    Die Subventions-Wirklichkeit zu durchforsten, anstatt nach dem Verteilungs-Motto zu handeln: „Alles für die eigene Klientel, alles für den Erhalt des Systems der Gewinnmaximierung“!
    Die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen durch schnelle Beschlussfassung.
  • Geschwindigkeitskontrollen und Beschränkungen auf besonders Kraftstoff sparendes Fahren
    gesetzlich verankern!
    Haftung der Bank- und Vermögensführungen für Fehlentscheidungen und Praktizierung von
    Finanzmodellen á la Cum-Ex und Cum-Cum, Derivate und Falschinformationen!

Stattdessen werden die Medienkanäle als Challenge-Bühne für die zur Schau gestellte und verkaufte Pseudo-Hilfsbereitschaft (und wer die „kompetentere Problemlösungsfähigkeit“ präsentieren kann) genutzt!

Was allerdings tatsächlich bei der Bevölkerung hängen bleibt, ist die entblößte Unfähigkeit zur Problemlösung durch ein – in großen Teilen – ungeeignetes Politik-Personal, weil diese nichts auf die Reihe bekommen, ständig nachbessern müssen durch Korrektur der voreilig gemachten Ankündigungen, wer jetzt wie und durch wen die Gelder für einen „Entlastungbeitrag“ erhalten kann.

Der Frust steigt in der gesamten Gesellschaftsschicht, die zur Existenzsicherung Unterstützung notwendig hätte, zur Freude der AfD. Die – das sei an dieser Stelle schon betont – keine Alternative sein würde, weil sie nicht anders verfahren würde, als die Mehrheitsfraktion aus CDU/CSU in der Regierung! 

Werdet endlich eurer Verantwortung gerecht! Oder macht Platz für fähigere Politiker!

Zitat: (Ruhrbarone)

Symbolpolitik statt Problemlösung
Noch schöner wird es, wenn Politik und Alltag aufeinandertreffen. Beispiel: die berüchtigte 12-UhrRegelung an Tankstellen. Eine Maßnahme, die ungefähr so viel Wirkung entfaltet wie ein Pflaster auf einem gebrochenen Bein. Aber sie ist da – und das reicht offenbar. Hauptsache, man kann sagen: „Wir haben etwas getan.“

Genau hier liegt das eigentliche Problem: Es geht längst nicht mehr darum, ob etwas sinnvoll ist. Es geht darum, dass es sich gut anhört, gut verkaufen lässt und im besten Fall moralisch aufgeladen werden kann.

Die Substanz? Zweitrangig. Die Wirkung? Fragwürdig. Aber hey, es gibt Schlagzeilen.
Zitatende

14. April 2026
von JvHS
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Sinn und Un-Sinn schulischen Lernens im Verlauf der Jahrzehnte- oder Kompetenzentwicklung fördern

Wer, wie der Autor, Anfang der 1950er Jahre geboren wurde, erlebte Schule als Alltag und mit  Lernformen, die in der Erinnerung und in nachträglicher Analyse ein heute merkwürdiges, vor allem ambivalentes Gefühl und Ergebnis hinterlässt.

In einem Dorf mit rund – wie in der damals üblichen Sprache formuliert – 1200 „Seelen“ aufgewachsen, bestand das Schulgebäude aus einem zwei stöckigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Durch eine Dorfstraße getrennt lag gegenüber der Friedhof. Dessen Fläche war doppelt so groß, wie die der Schule inkl. Pausenhof. Der Bedeutung des Friedhofs wurde allem Anschein nach mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Schule.

Das Schulgebäude bestand aus zwei Etagen. Parterre die älteren Schüler der Jahrgangsklassen 5-8. Klassenlehrer ein Überlebender der 6ten Armee, die in Stalingrad vernichtend geschlagen wurden. Im ersten Stock die mehr als 50 Schüler der Jahrgangsklassen 1-4. Klassenlehrerin Fräulein Krichel, unverheiratet und im Dorf wohnend, weil das so vorgeschrieben war, und damit faktisch unter Aufsicht von Kirche und Gemeinderat.

Am Einschulungstag nahm die damals 72 jährige Lehrerin den Autor auf ihren Arm und teilte ihm mit: „So habe ich vor 30 Jahren auch deinen Vater schon begrüßt“! Ein Satz, der sich ins Gedächtnis einbrannte, weil sofort beim Sechsjährigen die Frage aufkam: „Wieso konnte sie meinen Vater, der doch viel größer als ich bin, auf den Arm nehmen?“

Eine Frage, eher ein Hinterfragen des Gesagten, welches sich später – neben der Motivation wissen, zu wollen, wie das Leben abläuft –  als wichtigstes Prinzip des Lernens, der Erarbeitung des Wissens und der Erkenntnisfähigkeit, sowie die Herausbildung der Sicht auf die Welt und der Fakten-Würdigung herausstellen sollte.

Das Hinterfragen als Gegenpol zum alles Glauben.

Und Investition von Arbeit, um die Antworten auf die Fragen zu finden, die Immanuel Kant so formulierte: Was kann ich wissen? Was soll ich tun?  Was darf ich hoffen? Und als Fazit: Was ist der Mensch?

Lebensweltorientierung und Lehrinhalte in Form der  bundeslandvorgegebenen Schul- respektive Fächer-Lehrpläne stehen sich nicht selten diametral gegenüber und bilden die Diskursinhalte des schulischen Lernens ab. Sie stehen oft im Fokus der Fragen nach dem Sinn dieser Inhalte für das zukünftige Leben. Dabei werden die verschiedenen Anforderungen an Schule und Lehrpersonen sichtbar, was die Verwertbarkeit des schulischen Lernens für das Leben nach der Schule betrifft!

Die Verantwortlichkeit für das Erwachsenwerden wird dabei im Wesentlichen beim Bildungssystem „Schule“ ausgelagert. Denn die hat ja die Verantwortung für „Bildung und Erziehung“. Defizite entstehen nach Meinung der Öffentlichkeit nur im Bildungssystem. Für die maroden Schulen und selbstlernbremsende Architektur   sind die Kommunen die Versager. Für die sinkende Intelligenz (PISA-Vergleichsergebnisse) und die steigende Gewalt an Schulen das versagende Lehrpersonal. Für die negative Lernatmosphäre und die sich ausbreitende Disziplinlosigkeit und Konzentrationsmängel ist der langweilige Unterricht und die Unfähigkeit der Lehrenden verantwortlich.

  1. Die Unternehmenswelt will die Konzentration auf sogenannte „Skills des Berufslebens als Mitarbeiter in den verschiedenen Branchen“ zum Kernthema schulischen Lernens gemacht wissen.
  2. Eltern und Familien fordern die „Lizenzen für die akademische Laufbahn“, landläufig als Abitur und Hochschuleinstieg benannt, als Qualifikationsnachweis von Schule und Lehrpersonal.
  3. Schüler – in ihrer ganzen Bandbreite sozioökonomischer Unterschiede – wollen die, vom wechselnden Schwerpunkt des zeitgeistigen Seins bestimmte Fertigkeiten vermittelt bekommen und Einflüsse (TikTok-, Influencer-, Mode-, Musikstil-, Sport- und Freizeit-Fähigkeiten) behandelt wissen. Da interessieren das „Balzverhalten der weiblichen Zecke“ und das „Paarungsverhalten des Alpenmolches“ sowie die kulturelle, gesellschaftliche, politische, berufliche undwirtschaftliche Lebenswirklichkeit eher nicht. Der Stoff aus dem die Lehrpläne für das schulischen Lernen besteht, wird zu oft geblockt mit der Frage: „Wann soll ich das mal brauchen?“

Die beteiligten Gruppen setzen voraus, dass Schule eine Investition ist, die sich später auszahlen muss. Je nach Zieldefinition verschiedenen. Bildung allerdings ist keine ökonomische Kategorie. Die einzige zustimmungswerte ökonomische Logik besteht darin, dass Politik für Bildung hinreichende und notwendige Ressourcen bereit zu stellen hat. Da ist aber schon seit Jahrzehnten der Investitionsstau leider real!

Schulische Bildung muss allgemeine Bildungsziele für alle sichern und dient nicht nur den jeweiligen privaten oder wirtschaftlichen Zwecken.

Schule hat die Aufgabe, die ihnen anvertrauten Menschen zu unabhängigen, mutigen und verantwortungsbewussten Mitmenschen zu begleiten, dabei die Fähigkeit des faktenbezogenen Hinterfragens zu stärken, um besser den propagandistischen Versprechen nicht einfach nur blind zu glauben. Das würde die Resilienz (Widerstand) gegen anti-demokratische Kräfte (AfD, Trump-Dekreten, Putins Propaganda) stärken!

Dazu gehört, das Lernen zu lernen!

Den Zustand des deutschen Bildungssystems untersucht die Bosch-Stiftung mit Studien: Das Deutsche Schulbarometer 2026 von der Robert Bosch Stiftung hat ergeben, dass 84 Prozent der Schüler:innen gar nicht oder wenig an der Auswahl der Themen und Inhalte im Unterricht beteiligt sind. Ganz zu schweigen davon, dass Fertigkeiten wie: Das „Lernen zu lernen“ viel zu selten Gegenstand der Lehrziele ist.

Genau dazu verhelfen so manche Lernziele in den Fächern und deren vorgegebenen Lehrinhalte:

„Die Gedicht-Analyse hast du nie wieder als Gedicht-Analyse und die Kurvendiskussion nie wieder als Kurvendiskussion gebraucht. Sehr wohl hast du aber gebraucht, was beides in dir trainiert hat: genau hinzusehen, Strukturen zu erkennen, Unsicherheit auszuhalten und dich durch etwas durchzuarbeiten, das sich dir nicht sofort erschließt.“

„Wenn du dich durch „Kabale und Liebe“ quälst, trainierst du, mit Nicht-Verstehen umzugehen. Das ist eine der nützlichsten Fähigkeiten, die es gibt. Als Erwachsener greifst du praktisch immer beim Lesen von Zeitungsartikeln oder politischen Schriften wie Koalitionsverträgen auf diese Kompetenzen zurück.“  (Quelle: Krautreporter 

Peter Bieri, der Schweizer Philosoph und Schriftsteller, hat 2005 in seiner Festrede „Wie wäre es, gebildet zu sein?“ gesagt:

Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wenn wir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zu werden – wir streben danach, auf eine bestimmte Art und Weise in der Welt zu sein.“ (Quelle: Krautreporter)

Version vom 14.04.2026 / 20:55 Uhr – reloaded am 06.05.2025

13. April 2026
von JvHS
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Minden jót a magyar demokrácia megújulásához! Alles Gute für die Erneuerung der Demokratie in Ungarn!

Herr Orbán, Sie sind entlassen! Orbán úr, fel van mondva! Mr Orbán, you’re fired!

Eine  große Chance haben sich die Menschen in Ungarn mit ihrem Wahlergebnis erarbeitet! Sie kann zu einem Vorbild für ganz Europa sich erweisen, indem den „Feinden der offenen-demokratischen Gesellschaft“ mit aller Kraft einer rechtsstaatlichen Verteidigung der Demokratie von Anfang begegnet wird. Faule Kompromisse sollten vermieden werden und der Sozialstaatsgedanke als Grundlage des Gemeinwohls installiert werden.

Die Verantwortung ist groß und die Erwartung der Menschen in Ungarn  ist hoch. Dem muss die neue Partei entsprechen. Korruption und Machtmissbrauch sind von Anfang an zu vermeiden. Transparenz und Mitbestimmungsformen für mehr direkte Demokratie in den demokratischen Alltag sind einzubinden. Die Aufarbeitung der Vergehen seitens der Orbán-Clique ist schnell zu beginnen und rechtstaatliche Verantwortung  dafür einzufordern. Aufarbeitung heißt nicht, Rache zu begehen. Jedoch Schaden am Staat und an den Menschen wieder gutzumachen. Das geht nur durch gelebte Demokratie in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung.

Macht es besser, als Deutschland es zum Beginn der Wiedervereinigung gemacht hat. Schaut genauer hin, wo sich negative Entwicklungen und Widerstand gegen Freiheit, Gleichheit und Solidarität entwickeln und Machtmissbrauch durch Personen in Funktionen etabliert.

Viel Erfolg beim Neustart gelebter und echter Demokratie in Ungarn!
Sok sikert kívánok a valódi és élő demokrácia újjáéledéséhez Magyarországon!
Good luck with the revival of a vibrant and genuine democracy in Hungary!

Version vom 13. April 2026 – reloaded

8. April 2026
von JvHS
Kommentare deaktiviert für 8. April 2026 vom JvHS Blog-Ende »Noch kein Ende abzusehen? Doch! Oder doch nicht?«

8. April 2026 vom JvHS Blog-Ende »Noch kein Ende abzusehen? Doch! Oder doch nicht?«

Diese Bild-Nachricht für die interessierten Leser gab es vor rund zwei Jahren schon einmal. Die Erkenntnis und entstehender Zweifel, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis stand, reiften im Februar 2024 zum ersten Mal. Da bestand dieser Blog rund 14 Jahre, mit Enthusiasmus 2010 gestartet, mit Engagement und einer Portion Idealismus über die folgenden Jahre betrieben. Geprägt von der Vorstellung, dass die Idee der Aufklärung  – durch verifizierte Fakten aus den Lebensbereichen Soziologie, Psychologie und Philosophie gestützt – zu mehr Vernunft orientierter  Demokratie im Rahmen des Rechtsstaates bei allen beteiligten Teilnehmern,  von der Zivilgesellschaft über Politik bis zum vorherrschenden Wirtschaftssystem, führen könnte.

Die Fortsetzung des Blogs – nach einer kurzen Pause von ca. 14 Tagen – erfolgte damals auf Wunsch von Blog-Lesern. Die Zweifel an dem eigenen Tun sind seitdem eher gewachsen. Nun rund zwei Jahre später ist die Gesellschaft weltweit gespalten in hasserfüllter Menschenfeindlichkeit wie nie seit 1945. Die Radikalisierung gegenüber Mitmenschen, die Freiheit, Menschenrechte und Völkerrechte als Basis eines friedlichen Zusammenlebens begreifen, nimmt exponentiell zu. Die Kräfte, welche die Demokratie durch Diktatur, Oligarchie oder Autokratie ersetzen wollen, spülen Egomanen in Machtpositionen, die menschenfeindliche Systeme und despotische „Führersysteme“ installieren.

Die Zivilgesellschaft soll kontrolliert und von realer Mitbestimmung ausgeschlossen werden. Wahlen verkommen immer öfters zu Pseudoveranstaltungen. Die politisch Verantwortlichen sind Teil der Transformation, in der die „Staatsgewalt“ als Form der Durchsetzung der Interessen kleiner Teile der Gesellschaft eingesetzt wird. Die Parteien-Demokratie und ihre Abgeordneten vergessen oder übergehen bewusst ihre zeitlich begrenzte Aufgabe der Vertretung der Mehrheit der Staatsbürger,  vor allem aber dem Gemeinwohl verpflichtet zu sein.

Und so kam es dazu – was im Rückblick auf insgesamt bald 16 Jahre Blog-Tätigkeit (Start Anfang Juli 2010!) und des Abwägens  unvermeidbar war -,  die Waage in Richtung „Beendigung der Blogtätigkeit“ sinken zu lassen mit der Veröffentlichung des Fazits: „Dieser Blog hat dieser Transformation kaum etwas Wirksames entgegenzusetzen. Die Antwort auf die Frage: „Ist doch noch kein Ende des Blogs abzusehen? Sie lautet: Diesmal schon! „

Ein weiteres Mal nur „temporär“, wie das Ergebnis des Nachdenkens über diesen Entschluss ergeben hat. Jedoch mit einem anderen Schwerpunkt und mit dem Abwerfen überholten Ballasts. So mancher Beitrag wird nach dem Umzug des Blogs zu einem neuen – solideren – Provider nicht mehr zur Verfügung stehen. Das mag der ein oder andere Leser bedauern, war und ist jedoch aus den verschiedensten Gründen notwendig.

Der Name des Blogs lautet nicht mehr „Johannes von Heinsberg“, sondern allgemeiner „Blick auf die Welt“!

 

 

 

3. April 2026
von JvHS
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Vom Konservatismus zum Libertarismus – oder unter Egomanen von Ayn Rand bis Donald Trump und Elon Musk

Freiheit ist nicht existent, ohne die Freiheit des anders Denkenden mitzudenken! 

Die Haltung der Ayn Rand, der Prophetin des Libertarismus, befeuerte eine Freiheitvorstellung, die in der individuellen Willkürfreiheit á la Donald Trump, Elon Musk und Eleven mündete. Das Handeln der Anhänger des Libertarismus zeigt sich darin,
dass diese ihren Reichtum vernetzen zur Ausweitung ihrer Macht! Eine illegale Macht breitet sich aus, die sich aus rechtsbrechenden Aktionen (Dekrete Trumps, Umgehung des Senats und Kongresses in den USA durch Trumps Regierung) nährt und vermehrt und zum Antrieb der leistungslosen Vermögensvermehrung im System des ungezügelten Raubtier-Finanzkapitalismus wird.


Dem Denken und Handeln des Libertarismus werden folgende Elemente zugesprochen: Egoismus als Tugend, unregulierter Kapitaleinsatz befürworten, unkontrollierte Privatisierung und Aneignung praktizieren. Der Libertarismus macht sich Politik und Staat untertan und verdrängt die Demokratie. Konzentrieren sich diese Elemente auf eine Einzelperson entsteht Diktatur, im Falle einer kleinen Gruppe entsteht Oligarchie.

Der Staat als rechtsstaatlich-vertragliche Gerüst der Gesellschaft – welches in Form und Norm der Gewaltenteilung als rechtsstaatliche Demokratie agiert – wird im Libertarismus zum Dienstleister transformiert und reduziert! Der Staat mit seinen Institutionen hat für die Anhänger des Libertarismus die Kernaufgaben: Eigentum (egal, auf welchem Weg es in die Hände des Besitzers und Eigentümer gelangt ist oder in welcher Form es vorliegt!) zu schützen; er hat kein Recht, Steuern zu erheben; Egoismus muss unreguliert und unkontrolliert zugelassen werden und die individuelle Freiheit ist in jeglicher Form zu unterstützen, egal, was es kosten werde für die Masse der Nicht-Privilegierten. Alles, was dieser Anspruchshaltung in die Quere kommt, muss beseitigt werden!

Selbstbeschränkung wird außer Kraft gesetzt. Freiheit wird verstanden als rigoroses Umsetzungsrecht durch das Individuum – ohne die Freiheit des anderen Menschen mitzudenken. Die Schritte zur Überwachung und Kontrolle der Menschenmassen sowie die Abwehr des Mitmenschlichen und der Menschenfreundlichkeit werden dann nicht mehr lange dauern! Der Rückgriff auf die  Elemente des Ur-Faschismus begleitet diese Entwicklung, die schon weltweit im vollen Gange ist.

Version vom 03. April 2026 – reloaded

 

30. März 2026
von JvHS
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Konservatismus – Formen und Inhalte II

Wolkenmeer

Auf diesem Blog wurde das ein oder andere Mal der Philosoph Odo Marquard zitiert mit der Schlussfolgerung seiner philosophischen Betrachtungen über Modernität und Menschlichkeit: Zukunft braucht Herkunft! Ein Aphorismus, der als Platzhalter dient für Haltung und für das so  entstandene Weltbild. Und genau das wird erst sichtbar im Kontext des versprachlichten Denkens und den damit verbundenen Handlungen.

Welche Inhalte sich in den Begriffen entdecken lassen, setzt voraus, zur erkunden, was für Odo Marquard Modernität, Zukunft und Herkunft und nicht zuletzt Menschlichkeit bedeuten!

Im Begriff „Herkunft“ steckt eine große Bandbreite an unterschiedlichen Entwicklungen: vom Lernen durch Persönlichkeitsvorbilder, über die Bandbreite der Sozialisationserfahrungen (Bildung, Förderung der freien Entfaltung, Gewaltlosigkeit) bis zur Ideologisierung, Machtausübung und Unterdrückung reichen sowohl negative wie positive inhaltlichen Ausformungen, was „Herkunft“ bedeuten kann. Dazu gehört auch jenes, was „Tradition“ genannt, obwohl auch darunter diametral gegensätzliches Denken und Handeln sich verbirgt. So habe die indigenen Völker in Süd-und Nordamerika über Jahrtausende ihre kulturell unterschiedlichen Traditionen vor der Ankunft der Europäer 1492 gepflegt, die von den Kolonisations-Traditionen der Spanier, Franzosen und Engländern vernichtet wurden, die Ausbeutung durch Sklaventum sowie Gold und Bodenschätze raubten und durch Krankheiten zu 90 Prozent zu Tode kamen.

Konservative Gesellschaftsteile, oft aus dem Bürgertum im 19. Jahrhundert entstanden, die ihren Wohlstand in den Gründerjahren ebenso durch Ausbeutung der Arbeitskraft verdankten, begünstigten den Aufstieg Hitlers.

Odo Marquard studierte ebenso bei dem Philosophie-Professor Joachim Ritter in Münster, wie Hermann Lübbe und Robert Spaemann. Eine Gruppe von Philosophen, die alle mehr oder minder verstrickt war in den Institutionen des Nationalsozialismus und seiner Ideologie sowie der Diktatur als Lebenserfahrung. Ritter, der seine Professur nur durch Anpassung behielt. Marquard hatte mutig offengelegt, dass er Adolf-Hitler-Schüler war und die dort gemachten Erfahrungen nach 1945 aufarbeitete. Lübbe war NSDAP-Mitglied und verwies – wie Günter Grass – darauf, dass die Mitgliedschaft in Folge des Militäreinsatzes zwangsweise erfolgt sei.

Jens Hacke, Historiker und Politikwissenschaftler, betont in einem veröffentlichten Interview, dass  Lübbe wie Marquard sich als Liberalkonservative verstanden, die für die junge Bundesrepublik als Staat waren, in der Freiheit, Grundrechte und das politische wie Handeln nur auf dem Boden des Grundgesetzes zur verwirklichen seien. Lübbe sei es um ein Verständnis von Staat gegangen, in der die Zivilgesellschaft stark sein sollte. Lübbe lebte und lehrte ab 1971 in der Schweiz und vertrat aufgrund der gemachten Erfahrungen, dass direkte Demokratie wie Volksentscheide und Bürgerentscheide zur notwendigen und starken Zivilgesellschaft sehr wohl gehören sollten. Eine Entwicklung von Konservatismus, die deutlich freiheitsorientierter sich darstellt, als das Verständnis von Konservatismus bei der klientelorientierten Form des Amthor-, Merz – und wirtschaftsverstrickten Konservatismus mit seiner Affinität zur neoliberalen Autokratie und Kontrollsucht der Zivilgesellschaft.

Die Orientierung dieser politischen Kaste an die bundesrepublikanische Alltagsrealität der Adenauer-Ära, in dem Ex-Nazis wie Arnold Gehlen noch Einfluss hatten mit ihren Vorstellungen vom starken Staat, der sich nicht reinreden lassen darf, dann sind wir bei den reaktionären Vorstellungen der CDU-Werteunion und Typen wie dem ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen (Ex-CDU Mitglied), in dessen Dunstkreis sich auch Philipp Amthor befunden hat.

Eine völlig andere Weltsicht und Vorstellung von Konservatismus als bei Odo Marquard, der in seiner Philosophie die Aufarbeitung des Konservatismus als absolute Wahrheit und ausschließende Weltsicht gelungen ist! Marquard würde dem rechthaberischen Habitus der Werteunion widersprechen und das Handeln eines Philipp Amthor, der das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen will, als autokratische Weltsicht ablehnen!

Zitat aus Wikipedia:

Odo Marquard beschrieb diesen Circle der „Ritter-Philosophie“ als Teil des Projekts der Aufklärung, die allerdings weniger Descartes, Turgot, Fichte, Marx, Lukács, Sartre oder Habermas nahe stehe als vielmehr Montaigne, Locke, Montesquieu, Tocqueville, Weber oder Lübbe. Marquard selbst „gehörte zu den wenigen im Collegium, auf die die ‚Kritische Theorie’ und insbesondere das Werk Theodor W. Adornos nicht ohne Einfluß geblieben war“.[10]

Zitatende