Blick auf die Welt

Sehen und Erkennen / Bildsprache – Wortsprache

18. Mai 2026
von JvHS
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Alltagsschnipsel – von Mythen der Freiheit, kulturellen Unterschieden und globalen Einflüssen zur Einebnung

„Freiheit ist sowohl Befreiung von etwas, sowie eine Freiheit zu etwas, wenn dabei das Recht auf Freiheit der Mitmenschen mitgedacht wird!“ – JWB

Von der Freiheit und den Lebensumständen in der Ruhrgebiets-Idylle

Enkel: Oma, ich will Schriftsteller werden! Oma: Ich erzähle dir mal was. Pass auf, vergiss nie, dir die Zähne zu putzen! Weiß du, wie man Kartoffeln und Möhren schält?! Schriftsteller: Klar weiß ich, wie die zu schälen sind. Ich weiß allerdings bis heute nicht, was sie mir damit sagen wollte!

Ermahnung  von Oma: Zähne putzen, nur nach der Kai-Methode! Erst die Kauflächen, dann die Außenflächen,  zuletzt die Innenflächen.  Enkel: Oma, was passiert denn, wenn ich das nicht mache? Oma: Hör zu, wenn du von Gelsenkirchen nach Dortmund fährst, was ist da? Enkel: Wat is` denn da? Oma: Essen, da findest und siehst du Essen!

Pause: Tu mir mal ´nen Kaffee!

Überall in Deutschland

Das Auto und die Bedeutung für die Nachkriegsgeneration von 1945-1959 und die Boomer: Es stand für das unterschiedliche Verständnis von Freiheit: für wenige Erwachsene mit Vorkriegssozialisation stand das Auto als Prestigegewinn, für mutigere Jugendliche der Nachkriegsgeneration als: weg aus der Dorf-Idylle und die würdelosen „Kämpfe“ zwischen Unter- und Oberdorf, um diese nicht mehr erleben zu müssen! Vorurteile – ausgetragen aufgrund des zufälligen Standortes der Wohnung – zwischen Armut aufgrund der Zugehörigkeit zum Proletariat einerseits und andererseits der Selbsttäuschung der katholischen Armen, was Besseres sein zu wollen. Realisierte Ergebnisse der elterlichen Mahnungen: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!“

Vor der Altersgrenze zur Führerscheinprüfung kam das Freiheitsgefühl zur Geltung mit dem Besitz eines Kreidler  K 50-Mopeds, natürlich aufgemotzt. Und wenn dafür kein Geld in der Familie zur Verfügung stand, weil das bisschen Geld – was der Teenager beim Rüben-Einzeln auf den Feldern der Bauern im Dorf  oder beim Austragen der Kirchen-Zeitung verdiente – den Weg ins Haushaltsgeldkästchen der Mutter fand, der war dennoch König, weil die Bus- und Straßenbahn-Jahreskarte für Vaters Mitarbeiter-Stellung bei den Kreisverkehrsbetrieben auch für die Familienmitglieder ausgestellt wurde. Mit Passbild, versteht sich und gültig auf allen Linien im Kreisgebiet und darüber hinaus!

Das Auto aber war die Krönung für die Freiheit als Student, sich aus der dörflichen und kleinstädtischen Not- und Zwangsgemeinschaft zu verabschieden. Die Gene fanden ebenso eine größere Ausbreitungsfläche, weit über die Dorf-, Stadt- und Kreisgrenzen hinaus! Und den Blick über den Tellerrand hinaus hat dieser ermöglichte Freiheitsdrang auch gefördert!

Zur gänzlichen Freiheit gelangte ein solches – wie alt auch immer – Gefährt, wenn es oft zum Wohn-, Schlaf- und Erlebnisraum mutierte. Egal, ob als „Käfer“ aus der Volkswagen-Familie oder als „Ente“ aus dem neu verbündeten Frankreich stammend.

Noch bezeichnender, was das deutsche Mittel zum Zweck der Freiheit – mit der Bezeichnung „des Deutschen liebstes Kind“ – betrifft, ist allerdings die Wertung aus der Sicht der indischen Kultur: Es sei typisch für Deutsche, wenn sie in die Rentnerjahre gekommen seien, dass beim Blick auf und beim Gespräch über den Mythos „Auto gleich Freiheit“ noch immer versonnen gesprochen werde und oft an erster Stelle stehe, formulierte ein bekannter Wissenschaftsmoderator mit indischem Migrationshintergrund in einer Talkrunde. In Indien würden dagegen die Gespräche der Rentnergeneration über Probleme mit „dem Magen und Darm“ der Hauptgesprächsgegenstand sein! Kulturelle Unterschiede, weil das Sein das Bewusstsein bestimmt.

Dennoch scheint die globale Gleichmacherei und Einebnung der kulturellen Unterschiede voranzuschreiten. Vor allem im Zeitalter der Pedelecs, die bei fortscheitendem Alter zum neuesten „Lieblingskind“ der Deutschen geworden zu sein scheinen. So finden denn auch die Themen „Magen-Darm, Prostata, Zahnersatz, Übergewicht und Verstopfung“  vermehrten Eingang in die Gesprächsrunden bei den Deutschen.  Üblicher Alltag eben! Solange dieser in Frieden erfolgt, muss sich niemand darüber ereifern! Denn die Zeiten des „auf sie mit Idyll“ sind längst vorbei!

Allerdings lassen sich Missverständnisse nur selten vermeiden, weil die Suche nach dem „Sinn des Lebens“ den Interpretationen ausgeliefert ist. Die Bandbreite der Umsetzung reicht von Egomanentum, Despotismus und Unterdrückung bis zur Demokratie und  der Erkenntnis, dass „Freiheit – ohne die Freiheit der anderen mitzudenken  – nicht möglich ist!

„Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut. – Perikles“

Version vom  23.08.2025 – wieder eingestellt.

18. Mai 2026
von JvHS
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Natur Gestaltung – Wasser

Nur die Natur ist redlich! Sie allein
Liegt an dem ewgen Ankergrunde fest,
Wenn alles andre auf den sturmbewegten Wellen
Des Lebens unstet treibt. 

Friedrich Schiller

Jene Hand, die gern und milde
Sich bewegte, wohlzutun,
Das gegliederte Gebilde,
Alles ist ein andres nun.
Und was sich an jener Stelle
Nun mit deinem Namen nennt,
Kam herbei wie eine Welle,
Und so eilt’s zum Element.

Johann Wolfgang von Goethe

18. Mai 2026
von JvHS
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Politik und Machtgier und ein Märchen aus uralten Zeiten … Ungleichzeitigkeit und Vergesslichkeit

Blaue Blume – das Symbol der Romantik und die Flucht aus der Realität in die Traumwelten… früher und heute

Nehmen Kriege und Krisen und die Konzentration der Macht bei Despoten durch Unterdrückung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit überhand, neigen die Menschen zur Flucht in Traumwelten. Gleichzeitig sprießen wie giftige Pilze die Egomanen mit ihren autoritären, gewaltaffinen und skrupellosen Vorgehensweisen aus dem Boden einer kalten Realität. Wieder und wieder vergessen die jeweils neuen Generationen, was die Despoten der Menschheit angetan haben. Auch welche leidvollen Wege gegangen werden mussten, die Unterdrücker, Despoten und ihre Menschenfeindlichkeit zu bezwingen.

Die Methoden der Despoten zur Sicherung ihrer Macht gleichen sich strukturell. Unterschiedlich sind nur die Technologien, die sich weiterentwickelt haben. Ohne die Unterstützung durch Helfer und Täter würden weder die historisch benannten Despoten wie Napoleon Bonaparte und ihre Staatsformen (Monarchie, Diktatur) , noch die aktuellen wie Trump, Putin und Konsorten sowie ihre Nachfolger ihren Despotismus nicht ausüben können.

Die „Blaue Blume“ steht als Symbol für die Zeit des Wechsels vom 18. Jahrhundert ins neunzehnte Jahrhundert. Novalis, oder  Friedrich von Hardenberg, wie sein Geburtsname lautete, steht für die Flucht in die Traumwelt der Poesie des Gefühls und einer verklärten und vergangenen Welt und der Mixtur aus  mittelalterlich romantisierten Minnesängers und des Kreuzzugritters. Der Protagonist in Novalis Roman ist „Heinrich von Ofterdingen“.  In einem Traum, den Heinrich hatte, erscheint ihm eine „Blaue Blume“ und darin das Gesicht eines Mädchens, welches eine tiefe Sehnsucht in Heinrich erweckt. Seine Mutter nimmt ihn mit auf eine Reise nach Augsburg, um ihn auf andere Gedanken zu bringen.

Auf dieser Reise hört er von den Dichtungen der Minnesänger, lernt das Leben der Kaufleute kennen und als Gast auf einer fränkischen Ritterburg erfährt er Geschichten über die Kriege der Kreuzzugritter. In diesem Umfeld macht er Bekanntschaft mit einem gefangenen Mädchen aus dem Morgenland. Wie so oft im Leben von Heranwachsenden prägen die Begegnungen mit verschiedenen Menschen das Verständnis von der Welt, wie sie zeitgeistig sich darstellt. Dazu gehören noch die Begegnungen mit einem Bergmann, der ihm Kenntnisse über den Bergbau vermittelt, sowie die mit einem Einsiedler, der ihn in die „Geheimnisse und Geschichte der Menschheit“ einweiht. Die Bandbreite des zeitgeistigen Seins zeigt sich auch in der Romantik und lässt auch dort die “ blendende Faszination der Esoterik“ nicht aus. Und auch der Romanheld und Prototyp der Romantik „Heinrich von Ofterdingen“ lässt sich vom Musiker „Klingsohr“ ein Märchen erzählen, in dem die „Blaue Blume“ vorkommt. Und wie später in den Hollywood-Bildermärchen hat der Musiker eine Tochter, Mathilde, zu der sich Heinrich hingezogen fühlt. Und wieder hilft einer weiterer Traum zu vermitteln, dass Mathilde das Mädchen war, das er in der „Blauen Blume“ erkannt hatte.

Das Rezept der Romantik – bis heute wirksam für alle Träumer und Visionäre – enthält als Mittel der Erkenntnis den Traum und die Träumerei. Dort ist die Welt wohl noch in Ordnung. Sie wird allerdings immer wieder – je nach Ideologie und Ziel der Märchenerzähler – angepasst an den Zeitgeist. Das wissen die „Märchenonkel“ aus dem Kreis der Egomanen und Despoten nur zu gut zu nutzen. Das ist beim „MAGA-Märchen“ Trumps nicht anders, als bei  Putins „Märchen von großen Vaterlands-Kriegen“ und ebenso bei den „Märchen von den 72 Jungfrauen“ des religiösen Fanatismus der IS- und Hamas-/Hisbollah-Terroristen zutreffend.

Nicht zuletzt sind auch die sektenartigen Versprechungen der Ökonomie-Spielarten und ihren neoliberalen Märchen von „reich zu werden“ zu erwähnen. Systemimmanent stehen dort die Märchen exemplarisch „vom Tellerwäscher zum Millionär“, über „jeder ist seines Glückes Schmied“ bis zu Scientology-Modelle mit pseudo-religiösen Strukturen Pate!

Heinrich Heine kritisierte zurecht die „Falle der Romantiker“ mit ihren Rückzugsmarotten bis hin zum Biedermeier als Ausprägung und Folge der damaligen staatlichen Überwachung. Da sollten die Versuche der konservativ-fundamentalistischen Kreise in den politischen Parteien, die Software Palantir und damit die Möglichkeit der Totalüberwachung der gesamten Bevölkerung, hinterfragt und abgewehrt werden!

Deutschland – immer wieder ein politisches Wintermärchen 

CAPUT I – Heinrich Heine

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen

Version vom 8. August 2025 – wieder eingestellt 

18. Mai 2026
von JvHS
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Lust auf Kunst? -Maler-Handwerk zwischen Ästhetik, Kunst und Kommerz – Werbung für den Besuch im Begas Haus 27

Wer die Entstehung des Werbe-Werks verfolgen konnte, wurde zunächst mit der Rasterung der zuvor farbgrundierten Fläche konfrontiert. In jedem der vielen Felder und Kacheln sprießten Zahl- und Buchstaben Codexes hervor. Weder Schachfelder noch Buchstaben-Rätselkästchen schienen zu passen. Näher dran an der versteckten Wahrheit war die Vermutung: das wird Malen nach Zahlen! 

Nach und nach entstand innerhalb der nächsten Tage dann ein Bild. Die Flächen wohl aufgeteilt nach hell-dunklen Grautönen für das spanungsgeladene Gegensatz-Paar von Landschaft und Portrait, sowie die goldfarbigen Buchstaben als farbiger Gegenpol zur Schwarz-Weiß-Palette des Portraits des abgebildeten Künstlers aus dem Hause Begas

Ein Bild, das auffällt als vielschichtiger Bedeutungsträger. Zunächst ist der Bildträger eine Hauswand. Hauswände werden nicht selten als Werbeflächen zur Verfügung gestellt, so wie hier auch. Nur prangen weder Sexmodels, noch Luxusgegenstände als Anreize des Habenwollens von der Wand. Sondern der Bezug zur Künstlerfamilie Begas in Heinsberg wird nachvollziehbar, die im 18. und 19. Jahrhundert mit Carl Joseph Begas d. Ä. und seinen Söhnen eine mehr als 100 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte aufbauen konnte. Sie sind auch die Namensgeber des Begas Haus, dem Museum für Kunst und Regionalgeschichte in Heinsberg.

Vor-Bild im wahren Sinne des Wortes für das Bild an der Hauswand, dass in Stil und Mal-Motiv der Kunstepoche „zwischen Aufklärung, Romantik und Biedermeier bis zum Denkmalskult der Wilhelminischen Kaiserzeit“ erinnert. (Zitat-Quelle: Sammlung Begas im Begas Haus)

Als Werbung für das Museum für Kunst und Regionalgeschichte ragt die Botschaft aus dem „Werbealltag“ der Konsum- und Shopping-Werbung wohltuend heraus.

Kommunalwahlen 2025

Weder an das kurzlebige Plakat aus Pappe – das während der Vorwahl-Zeiten die politischen Wahlkandidaten von den Masten in monotoner Gleichheit herab grinsen lässt und beim ersten Regenguss die virtuellen Flügel hängen lässt, um dann irgendwann in der Gosse zu landen – wird der Betrachter innert. 

Noch hätten die wildwuchernden Billigmaterialien-Zettel und Aufhänger der unzähligen Tanz-, Volksfest- und Kirmesveranstaltungen, die an jeder Ecke des städtischen Lebensumfelds auftauchen, den Hauch einer Chance mit dem machtvollen und angenehm zurückhaltenden Hausfassaden-Bild assoziiert zu werden. 

Es hängt nun – wie für lange Zeit wirkend gedacht – in seiner inneren Würde durch die sparsame Bildsprache und Konzentration auf die kulturellen Inhalte , um überzeugend wirksam zu werden. Und das Bild ist ein exemplarisches Beispiel für eine gelungene Symbiose aus handwerklicher Fähigkeit, stilsicher gewähltem Motiv des Auftraggebers und vorbildlichem Werbe-Medium. Eine überzeugende Form für den stillen Diskurs durch Werbung für die Lust auf Kunst und Kultur!
Ich schaue gerne hin und denke, dass diese Bildbotschaft eindringlich, ohne aufdringlich zu sein, zurecht sagt:
Geht doch mal (wieder) ins Museum! 

Die vielen Angebote von Workshops bis Führungen wahrzunehmen und sich inter-aktiv und teilnehmend im Museum und Begas Haus in Heinsberg umzuschauen und mitzumachen, verspricht einen wohltuenden Mehrwert für das eigene, gelingende Gefühl zu leben.

Version vom  September 2025 – wieder eingestellt nach Serverumzug

18. Mai 2026
von JvHS
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36.000 Jahre moderne Kunst

Miro und Höhlenmalerei: Prähistorische Graffiti und Transformation bei Miró

Anlässlich der Ausstellung „Préhistoire, une énigme moderne“  (2018) im Pariser Centre Pompidou:

Manuelle Blancs Dokumentation zeigt, wie etwa jahrtausendealte Höhlenmalereien einige der größten Künstler des 20. Jahrhunderts inspirierten. Außerdem ging sie der Frage nach, aus welchen Gründen auch zeitgenössische Künstler wieder urgeschichtliche Werke in der Gegenwartskunst aufgreifen.

Das frühe 20. Jahrhundert zählt gleich zwei Meilensteine der Kunstgeschichte: „den Beginn der Moderne und die Entdeckung der prähistorischen Kunst. Picasso, Soulages, Miró, Brassaï, De Staël und Penck waren von Höhlenmalereien und anderen künstlerischen Ausdrucksformen der Urgeschichte fasziniert. Die Dokumentation zeigt, wie jahrtausendealte Zeichnungen einige der größten Künstler der Moderne inspirierten. Das künstlerische Talent der ersten Menschen begeistert Künstler bis heute, wie den italienischen Bildhauer Giuseppe Penone, den spanischen Maler Miquel Barceló oder den französischen Fotografen Raphaël Dallaporta. Die Dokumentation offenbart überraschende Zusammenhänge zwischen prähistorischer, moderner und zeitgenössischer Kunst. Zum einen lässt sie die jahrtausendealten Höhlenmalereien in ganz neuem Licht erscheinen, zum anderen bietet sie eine neue Lesart der Gegenwartskunst.“

Regie : Manuelle Blanc
Land : Frankreich
Jahr : 2018
Herkunft : ARTE TV

Nachfolgende Filme auf ARTE-TV bereiteten die Ergebnisse der Ausstellung von 2018 auf in den unten aufgeführten Fimbeiträgen.

Filme:

  1. Die Höhle von Lascaux  (Frankreich – rund 18.000 Jahre alt)  „Die Serie spinnt die Fäden zwischen großen Meisterwerken und deren Aneignungen durch andere Künstler quer durch die Jahrhunderte. Künstler von heute sind Meister im Kopieren, Bezugnehmen, Zitieren und Verfremden. Klassische Werke, die zu Meilensteinen im unaufhörlichen Fluss des künstlerischen Schaffens geworden sind, erlangen so den Status von Ikonen. Doch um sie herum ändern sich im Laufe der Zeit und mit den Künstlern, die sie aufgreifen, ästhetische Positionen, neue bildliche Umsetzungen und politische Diskurse.“ 
  2. Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèche-Tal  (Frankreich – etwa 36.000 Jahre alt)  „Mit Hilfe aller wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.“
  3. Sulawesi Am Anfang war die Höhlenmalerei  (Indonesien – mindestens 67.800 ) „Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass die ersten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte vor etwa 40.000 Jahren in Europa entstanden. Neuerdings stellen jedoch auf der indonesischen Insel Sulawesi entdeckte Höhlenmalereien diese Annahme infrage. Dank einer neuen Datierungsmethode zeigte sich: Eines der Felsbilder ist mindestens 67.800 Jahre alt.“
  4. Abenteuer Archäologie – Die Felsmalereien des San-Volkes (Südafrika – ca.30.000 Jahre)  „Im Südosten Südafrikas haben Archäolog*innen die weltweit größte Ansammlung von Felsbildern entdeckt: 35.000 Zeichnungen! Angefertigt wurden die Bilder, deren älteste Exemplare vor etwa 30.000 Jahren und die letzten im 19. Jahrhundert entstanden, von den San, einem Volk von Jägern und Sammlern.“ 

Abdrucke der menschlichen Hand finden sich weltweit als Motiv bei den entdeckten Höhlen-Malerereien

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Picasso

Version von 2018 – wieder eingestellt nach Serverumzug

17. Mai 2026
von JvHS
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Heimat V – vom 19. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert

Im Raum Aachen lebend und somit auch  „Kind des Rheinlands“,  erlebte meine Großmutter noch den Einfluss von Napoleon auf die Verwaltungs-Neuordnung im Rheinland und dem Rheinbund. Ein Einfluss der ebenso wirksam für die Sprache war. So gehörten zum alltäglichen Sprachgebrauch meiner Großmutter französische Vokabeln wie Parapluie, Plafond de chambre, Trottoir, Le plaisir oder Fourneau. Dass der Widerstand gegen Napoleons Herrschaft sich sprachlich auch widerspiegelte, lässt sich an folgender  Erzählung über den Besuch Napoleons in Aachen nachvollziehen:

Die Bevölkerung Aachens wurde von den Stadträten sprachlich vorbereitet, in dem sie beim Vorbeiritt Napoleons „Vive l’empereur“ rufen sollten. Der Aachener Slang/das Plattdeutsch für die Straßenbeleuchtung klang ähnlich. So riefen die Aachener Bürger lauthals „Fies Lamperöhr“ (hässliche Lampenbirne)! 

Aporismen zum Thema Geschichte 

„Die Geschichte eines Hauses ist die Geschichte seiner Bewohner, die Geschichte seiner Bewohner ist die Geschichte der Zeit, in welcher sie lebten und leben, die Geschichte der Zeiten ist die Geschichte der Menschheit.“ – Wilhelm Raabe (1831 – 1910)

„Der Mensch hat einen Sinn für das, was recht ist, und einen Sinn für das, was unrecht ist. Die Geschichte lehrt uns, daß er den ersteren gebraucht, um dem rechten aus dem Wege zu gehen, und den letzteren, um aus dem Unrechten Nutzen zu ziehen.“ – Mark Twain

„Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.“ – Kurt Tucholsky

 „Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ ( Ernst Bloch – Prinzip Hoffnung) 

„Heimat, das ist der verlässliche Lebenspartner, und das ist die Sicherheit und Geborgenheit der Wohnung. Heimat, das ist Zufriedenheit mit der selbst geschaffenen, problemgelösten und freien Lebensgestaltung im respektvollen Umgang mit den Mitmenschen. Heimat, das ist Existenzsicherung ohne Entfremdung und Ausbeutung durch selbständige oder angestellte Arbeit in der Demokratie. Heimat, das ist Freude an der Kooperation mit Familie, Freunde und Kollegen zur Gestaltung friedlicher Lebensumstände in globaler Freiheit. Heimat, das ist die lebendige  Sprachvielfalt der Dialekte einer Region in den Alltag einbinden zu können. “ 

Zukunft braucht Herkunft – Philosophische Betrachtungen über Modernität und Menschlichkeit (Odo Marquard):

„Je schneller die Modernisierungen werden, desto unausweichlicher nötig und wichtig werden die langsamen Menschen. Denn die neue Welt kann nicht sein ohne die alten Fertigkeiten (des Humanismus und der Menschenrechte d.V.). Menschlichkeit ohne Modernität ist lahm (und ohne Einfluss d.V.); Modernität ohne Menschlichkeit ist kalt. Modernität baucht Menschlichkeit, denn Zukunft braucht Herkunft.“ – Odo Marquard

Dazu hat Adorno mit seinem Werk „Minima Moralia“ eine Alternative ermöglicht. Ergänzt durch Paul Sailer-Wlasits` Streitschrift „Minimale Moral“, um das „beredte Schweigen in der Gesellschaft“ zu überwinden. Für eine reale Demokratie und eine Arbeit, die ohne Entäußerung und Entfremdung (Bloch) möglich ist, dafür muss jeder sich engagieren und jeder Einzelne hat dafür auch die Verantwortung.

Der Rest ist Schweigen (Artem Zolotarov)

 Ergebenheit in milden Zügen
Verloren-Sein im Lebenstraum
Die Tage streifen grell vorüber
Die Klänge flüstern scharfe Klingen.

Vergebung, Nachsicht, Offenheit
Rastlose Wärme – augenscheinlich
Das Warten wundet freundlich kühl
Der Schmerz wird wertvoll mit der Zeit.

So faszinierend diese Welt ist
Sie scheint so uferlos entgleist
Unsäglich fern in Beinahworten
Und doch so nah, wenn sie nur schweigt

17. Mai 2026
von JvHS
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Heimat IV – real/irreal

Bilder aus einer Zeit, in der die Langsamkeit noch nicht entdeckt werden musste, sie realer Bestandteil war, das Leben sofort spürbar, weil Grundbedürfnisse der Natur abgerungen wurden; heute aus der sicheren Wärme des Wohlbehagens gerne Fantasien der “guten alten Zeit” hervorrufen bis hin zum Mythos: Früher war immer besser?  

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ ( Ernst Bloch – Prinzip Hoffnung)

17. Mai 2026
von JvHS
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Heimat III: Annettes Spuren – Burg Hülshoff und das Rüschhaus

Weiher –  (Burg Hülshoff)

Der Weiher (Annette von Droste Hülshoff)

Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich, wie ein fromm Gewissen;
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;
Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstre’s: Friede! Friede! Friede! –

Das Rüschhaus 

Rüschhaus mit Gartenanlage und Rundweg

Rüschhaus – Gartenseite

 

17. Mai 2026
von JvHS
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Heimat II

Heimat – wer sich damit beschäftigt, wird Erinnerungen auslösen, die wiederum die Gefühlsglocke in uns anstimmen. Heimat – ein Begriff, der zwar auch aber oft für mehr steht als nur ein Ort, Rückzugsgebiet und Sicherheitshort zu sein. Heimat steht für ein Grundbedürfnis nach Geborgenheit und ist gleichzeitig die Geschichte eines jeden Menschen. “Homeland” und “roots” sind zwar Bestandteile, aber längst kein Synonym für dieses urdeutsche Wort.

Edgar Reitz, Regisseur, hat in der Film-Trilogie “Heimat- Eine deutsche Chronik” – eine Annäherung versucht. Das 20. Jahrhundert und die Menschen des Hunsrück in mehr als 3300 Filmminuten. Heimat als filmisches Geschichtsbuch mit den Zeitabschnitten, die bis heutezu ihre Auswirkungen auf das Denken, das Fühlen und das Handeln der Menschen in Deutschland haben. Verstrickungen und Schuld, Ausbruch und Loslösung, Tradition und Moderne, Widerspruch und Vereinnahmung und die jeweiligen Utopien und Realitäten der 20er , 30-40er, der 50, 60 und 70er Jahre in Westdeutschland,  Dorfleben und Stadtleben bis hin zum “Aufbruch nach Wild-Ost”, ausgelöst durch den Herbst 1989 und fortgesetzt mit  dem folgenden Jahrzehnt.

Ein opulentes bildnerisches Angebot an “Ja, so war es; kenne ich auch so…” Solange Heimat vorhanden ist, wird sie nicht vermisst, ja nicht einmal hinterfragt. Erst durch den Verlust aufgrund von Emigration, erst aus der Ferne wird daraus eine Krankheit: Heimweh. Wie Theodor Fontane schrieb: “Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen”. Vor allem fehlt dann die Sprache, der Dialekt, die sprachliche Sicherheit. Wer versteht schon Witze in fremder Sprache? Erst wer in der Sprache träumt, ist zuhause. Denn die Heimat der Sprache ist die Muttersprache. 

Ist Heimat Existenz oder Essenz (Kierkegaard), Wille der Vorstellung (Nietzsche) oder einfach nur Begierde (Schopenhauer)? Vielleicht hilft dem jetzigen Menschen eher das Verständnis von “Heimat” als “ein kümmern um uns selber zu sein” (Jaspers), sozusagen die Fähigkeit zur Achtsamkeit für das eigene Leben wie das der Mitmenschen.” 

 

Heimat ist die Fähigkeit, jeden Augenblick wahrzunehmen und für sich wertschätzend zu gestalten. Zum Beispiel einen Sommerabend an einem Tisch draußen zu verbringen unter der Wieder- Entdeckung der Langsamkeit. 

 

17. Mai 2026
von JvHS
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Transformation ertragen und Kipp-Punkte beim Weltklima durch grüne Dächer und klimaneutralen Strom bewirken?

Leben auf kleinstem Raum und Klimawende

Im Beitrag der FAZ online vom  09. Dezember 2025 wird auf das Prinzip Hoffnung durch positive Grundstimmung und den weltweit noch zahlenmäßig viel zu wenigen erfolgreichen Transformationsprojekten gesetzt. Mag sein, dass die Haltung, ein bis zur Hälfte gefülltes Glas mit Wasser eine positivere Grundstimmung erzeugt, wenn diese halbe Füllung als voll, statt als leer betrachtet wird. Aber in FAZ-Beitrag fehlt die Beschreibung des faktischen Zustandes. Da scheint die Debatte noch zu führen notwendig sein, ob die Transformation in der Klimawende durch positives Denken alleine gelingen kann!

Stimmen die persönlichen Freiheiten – gestützt durch ein gesichertes Einkommen, durch Selbstbestimmung und wenig eingeschränkt durch Verpflichtungen – dann mag auf dieser individuellen Grundlage eine Glücksrealisierung gelingen, aufgrund des nachhaltigen Umgangs mit der Natur und aufgrund der Bereitschaft des Lebens in natürlicher Umgebung gestaltend wirksam zu werden, so dass dadurch eine individuelle und persönliche Kreislaufwirtschaft realisiert werden kann.

Dazu gehört auch, die eigene Kreativität in Gang zu setzen und durch Sammeln von entsorgten oder angeschwemmten Materialien Kunstwerke – von Collagen bis zu Skulpturen – zu erschaffen. Eine Kultur, die auf der individuellen und persönlichen Ebene Transformation im Sinne des Klimaschutzes ermöglicht.

Doch die Frage bleibt, ob dieser Weg nicht nur eine Insellösung ist, in der zwar Willkür und  die „Ungeheuerlichkeiten der Politik“  seitens der Autokraten und Tyrannen á la Trump, Putin, Erdogan und Konsorten ferngehalten werden und nicht lähmend und deprimierend auf den so agierenden Menschen wirksam werden kann? Aber reicht diese persönliche Abwesenheit des direkten Erlebens von Unheil, um ohne schlechtes Gewissen „Genuss und irdische Freuden“ genießen zu können?

Um zu differenzieren und auch Toleranz zu praktizieren, lautet die Antwort auf diese Fragen mit einem grundsätzlichen „Ja, weil das Gestalten des eigenen Lebens im beschriebenen Umfeld dann sowohl legitim wie auch legal ist, wenn die Umsetzung nicht auf Kosten der Mitmenschen erfolgt!“

Es ist darüber hinaus ein Weg, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Dieselbe wieder positiver zu denken, stärkt die so notwendige geistige und seelische Kraft, um die Zeit der Einschränkungen von Freiheit, Menschenfreundlichkeit und friedlicher Kooperation durch Tyrannen und Egomanen überstehen zu können!

Dennoch gehört auch der Widerstand in Form von Kritik, Transparenz, Proteste und Nutzung von Gerichtsbarkeiten, die Urteile erlassen gegen das Verhalten von Regierungen und Konzerne, die demokratische Strukturen abbauen, Angriffskriege führen, finanzielle Macht nutzen, um das System von Börse, Gewinnmaximierung und Machtkonzentration zu stoppen und die Akteure dieser menschenfeindlichen Welt zur Verantwortung zu ziehen.

Jeder weitere Zuwachs des Rechtsextremismus als Aktionsbühne für das Agieren des neoliberalen Finanzkapitalismus ist deshalb mit allem Engagement der freien und offenen Gesellschaftsteile zu verhindern! Die Verantwortung für das Gelingen der Verteidigung der Freiheit kann keinem Menschen abgenommen werden!

Denn nach Karl Popper kann es nur unter einer Bedingung Freiheit geben:

“Denn es gibt keine Freiheit, wenn sie nicht vom Staat geschützt wird; und umgekehrt: nur ein Staat, der von freien Bürgern überwacht wird, kann diesen überhaupt ein vernünftiges Ausmaß an Sicherheit gewähren.” – Karl Raimund Popper

Nur ist die Menschheit auf dem besten Weg, dass selbst die Staaten in der Hand von wenigen Konzernen sind, welche durch das „System der Datenkontrolle durch Clouds als Datensammelspeicher“ und des Besitzes der KI-Technologie und Algorithmen und der Serverfarmen sind,  so dass sie die unter ihrer Kontrolle befindlichen Online-Ressourcen wie Feudalherren ausbeuten können und den Mehrwert vereinnahmen, ohne in einen einzigen Produktionsvorgang investieren zu müssen oder Steuerzahlungen durchgesetzt werden.

Trump spielt mit seiner Entourage bei dieser Restauration eines neuen Feudalismus mit und versteht sich als „Sonnenkönig“ im MAGA-Land!

In Abwandlung von Poppers Freiheitsbedingung ist noch die neue Formel der Freiheitsbewahrung im Zeitalter der Clouds zu formulieren. Wen müssen die Bürger mit Hilfe ihrer Staaten kontrollieren und einhegen? Das sind wohl die Datensammler mit ihren Clouds und KI-Technologien!

Version vom 09. Dezember 2025 – neu eingestellt nach Serverumzug